Aber heute – ein gemütlicher Sonntag mit Buch im Bett. Nur unterbrochen von der Einladung meiner Gastfamilie im 1. Obergeschoss zum Sonntagsessen. Das machen sie öfter mal. Ganz besonders lecker ist immer ihr Rote-Beete-Salat nach einem Rezept ihrer Schwiegertochter aus der russischen Hauptstadt, die mit ihrem Sohn in der deutschen Hauptstadt lebt. Die beiden haben eine süße deutsch-russische Prinzessin, die jetzt 9 Monate alt wird … So, ich zieh mich wieder aus und dann Bett 2. Runde.
Autor: dualseelenherzmary
Heute ist Sonnabend, der 11. November
Aufwachen und feststellen, dass alles da ist, nicht zuviel und nicht zuwenig, genau richtig. Ein stürmischer Morgen, wie es für den Monat passt, mit mehr Licht als für November üblich und sogar trocken. Jeder Tag ist ein guter Tag, begrüßt mich heute mein Kalender, und ich geb ihm recht. Für heute.
Das wär heut was für im Bett bleiben und lesen. Doch heute ist die zusammengelegte Geburtstagsfeier von meiner Tochter, meinem Sohn und Schwiegersohn. Die beiden Männer hatten im September, sie gerade vor 2 Tagen. Fängt mit Kaffeetrinken bei Sohnemann an und setzt sich dann bei den andern beiden fort. Da die Küchenkapazität meines Sohnes der meiner entspricht, hat er die Mama gefragt, ob sie einen Kuchen backen würde. Macht sie natürlich gerne. Reicht aber, wenn ich um Zehn damit anfang, also noch zwei Stunden Zeit für Gemütlichmachen. Und dann nachmittag da hinfahren, wo ich herkomme und wo meine Kinder, meine Freunde und meine Erinnerungen sind. Abends wieder zurück, übernachten will ich da nicht. Ich fühl mich hier zuhause.
Meine jüngste Schwester, grad Silberhochzeit gehabt – ja, gehabt, nicht gefeiert – hat im Vorfeld schon erklärt: Heut besauf ich mich! Gestern am Telefon sagt sie, nur Ärger mit „dem Alten“. Er hat Gicht, Rheuma, Asthma, Diabetes und jetzt – Augeninfarkt. Wenn er nichts mehr sieht, kann er sich gleich aufhängen, meint er. Vielleicht gar keine so schlechte Idee … Wie kommt es nur, dass man erst am Leid der anderen erkennt, wie gut es einem geht?
Das Schlimmste, wie Ich mal mein Herzblatt genannt hab, war Schwanz-Lurch. Und das hab ich nicht mal gesagt, nur gedacht. Da hatt ich auch allen Grund dazu.
Heute ist Freitag, der 10. November
Was ist der Antrieb, der mich das alles schreiben lässt? Es heißt, wenn du deiner Dualseele begegnest, beginnt das Leben in Form von Zeichen mit dir zu kommunizieren. In Form von Autokennzeichen, Doppelzahlen, Tier-Boten und ähnlichem. Die Tage jetzt sind gespickt davon. Allein gestern, als ich mit den beiden unten aus dem Haus in die Spezial-Klinik am See, 50 km von hier, gefahren bin, weil Er – er hat Rücken – eine Überweisung dorthin hatte. Auf dem Weg dahin ein Nummernschild mit MR 26, meine Hausnummer, ein Nummernschild mit RM – MR 1, 2 LKWs mit dem Namensschild seines Bruders und als ich dort ankam: Vor dem Eingang ein Auto mit dem Aufdruck: Die Klinik mit Herz – Das ist nicht die Klinik, die das Ziel unserer Fahrt war, sondern die, in der der Mann, um den es hier die ganze Zeit geht, lange Jahre gearbeitet hat. Einmal war ich dort bei ihm. Es lässt sich nicht eindeutig sagen, ob ich ihn da behandelt hab, oder er mich …
Nun zu Zeichen heute. In meinen E-Mails ist eine von meiner Top Vintage Retro Boutique: Hi lovely Lady, Es freut uns sehr, dass du Abonnent unseres Newsletters bist! Deshalb haben wir speziell für dich eine wundervolle Gewinnaktion, wobei du die Chance hast, eines von 20 selektierten Kleidern zu gewinnen! Die Gewinner werden im Newsletter am Montag, dem 13.11., bekannt gegeben. Viel Glück, gorgeous! Ich hab mir gleich das schönste von den 20 ausgesucht – es kam auch nur eins in Frage – nachdem ich mich überzeugt habe, ob es das auch in meiner Größe gibt. Und: Preis 240 € (aufgerundet, 5 Cent fehlen). 2 ist Dual-Zahl, 4 ist Herz-Zahl! Alles bisschen weit hergeholt? Glaub ich nicht … Die Auflösung gibt’s am Montag. Da sag ich, was es für eins ist – im Gewinnfall.
Heute ist Donnerstag, der 9. November
Gestern habe ich meine grünen Mitbewohner von draußen reingeholt und ihnen einen schönen Überwinterungsplatz, hell und freundlich, in meinen 8 Wänden ausgesucht. Bis auf die, die gar nicht überwintern wollen, weil sie mit dem vergehenden Sommer ihre Inkarnation als Terrassen-Pflanze aushauchen.
Und welchen Platz hat Er, jetzt, wo es kalt wird? Oft ist er in den unterschiedlichen Zentren meines Gehirns präsent. Das größte und schönste Zimmer aber hat er inwendig unter meiner linken Brust. Dafür braucht er gar nichts tun – nur so sein, wie er ist. Wen es wundert, dass ich so nachsichtig bin, der kann mal auf den Untertitel von Dualseelenherz schauen …
Dualseelen-Liebe – DSL 🙂 – liegt außerhalb jeder Norm. Wenn einem das als Betroffenem nicht gleich bewusst sein sollte, wird das sehr bald nachgeholt. Man macht, was man noch nie gemacht hat. Man verzeiht, was man noch nie verziehen hat, was einem aber auch noch nicht untergekommen ist. Dabei verlässt man sich nur auf sein Gefühl – und zwar unabhängig davon, was der geliebte Mann alles so zum Besten gibt. Dafür ist er auch in der Lage zu sagen: Es tut mir leid.
Wenn bei mir das Handy so oft SMS-Signal verkünden würde, wie bei ihm, allein durch das, was ich ihm geschrieben hab, wär ich entweder genervt – bei jedem anderen als ihm – oder ich würde mich sehr begehrt fühlen. Da kann sich jeder denken, wie begehrt ich mich gefühlt habe. Das stand in keinem Verhältnis. Ich schreib ihm trotzdem noch ab und zu – auch, wenn das meiste jetzt über Blog läuft. So herzlos kann ich nicht sein.
Mit dem, was das Buch der Antworten sagt, und dem, was Er sagt, steht jetzt Aussage gegen Aussage …
Heute ist Mittwoch, der 8. November
Wie kommt Wasser in die Augen, wenn ich mir morgens meinen Kaffee aufbrüh? Ich war nicht mehr oder weniger glücklich als sonst. Es lief gestern einfach so, ohne Begründung …
Manchmal stell ich dem Buch der Antworten die Frage der Fragen – immer dieselbe. Diesmal hat es gesagt: Es wird dir Glück bringen – es gibt seine Antworten immer ohne Punkt am Satzende. So wie ich sonst auch schreibe an Maik. Jetzt wollte ich einen Punkt setzen, ich ahn schon, das wird nichts …
Gutshaus reduziert sich deutlich momentan. Ich denk, damit ich mich meinem Hauptthema widme. Als ich dort noch vielbeschäftigt war, trat es in den Hintergrund. Jetzt ist es wieder andersrum.
Auf meinem Tagesspruch-Kalender prangt heute ein vierblättriges Kleeblatt mit der Botschaft – Was ich dir wünsche: Glück – in roten Lettern. Danke. Das ist lieb von ihm. Ja Glück, und was ist mit Eros? Seit paar Tagen spür ich, wie mir von hinten jemand auf den Rock guckt. Das kann doch nicht der schlafende Mann sein, oder? Vielleicht wünsch ich mir auch nur, dass er guckt …
Heute ist Dienstag, der 7. November
Ich seh wieder Wegweiser: Hier geht es lang! Ich hab mich nicht verlaufen, nur im Kreis gedreht 4 Jahre und drüber weg. Ich hab immer gedacht, es geht nicht. ES würde schon gehen, wenn ER den Schritt gehen würde. Es gab nur eins, was noch länger festgefahren war als das hier – das war meine Ehe. Bei meiner Ehe hat es 15 Jahre gedauert, die Konsequenzen zu ziehen, hier bin ich schon bei 11 Jahren. Ich hätte nichts daraus gelernt, wenn ich so weitermachen würde, wie bisher.
Ja, und das zweite ist mein guti Gutshaus, was mich beschäftigt. Das wird keine Liebe fürs Leben, wie es aussieht, im Gegensatz zum Absatz oben. Nach 2 Monaten teilen sie mir mit, dass eine Studentin, die bei ihnen jobbt, kein Bafög bekommt und daher auf ihre Stunden kommen muss. Das heißt im Umkehrschluss, dass sie Abstriche an meinen Stunden vornehmen, womit es kein regelmäßiges Nebeneinkommen mehr ist. Das war aber ein Grund für meine Zusage bei ihnen. „Kleiner Zwischenstand“, schreibt sie einleitend in ihrer Mitteilung, und – „Es wird bestimmt bald wieder zu tun geben …“. Mit solch diffusen Formulierungen ist mir nicht gedient. Das schreibe ich als Antwort auf ihre SMS. Heute morgen hab ich mich gleich hingesetzt und eine erklärende E-Mail dazu geschrieben. Daraufhin erhielt ich gleich einen Anruf. Wir haben uns gütlich geeinigt und eine Alternative gefunden. So ist Das schon mal geregelt. Ich will dich behalten, hat sie gesagt. Ich glaub, nicht nur sie.
Kalender-Tagesspruch heute lautet: Hoffnung ist wie Zucker im Tee: zwar klein, aber sie versüßt alles. Konfuzius
Heute ist Montag, der 6. November
Das war eine Nacht … Ich schreib jetzt Hier, wie es weiter geht und was mir durch den Kopf geht, das, was ich Ihm sonst geschickt hab. Immer, bevor ich ihm in der letzten Zeit geschrieben habe, hab ich mich vorher gefragt: Ist es mir egal, ob er nichts oder nichtssagend antwortet? Die Antwort darauf lautet jedesmal: Nein, es ist mir nicht egal.
Vorgestern ist es haarscharf an Schluss Aus Ende vorbeigeschrammt. Ich wollte ihm gerade schreiben: Das ist zu wenig für eine Fortsetzung … und hätte es diesmal auch so gemeint und abgeschickt, hätte Manuel mich nicht in dem Moment angerufen und mir gesagt, er wollte mit ihm Essen gehen, aber er ist krank. Darauf hab ich Rücksicht genommen. Danach war es nicht mehr nötig, ihm das mitzuteilen.
Ich beweis jetzt mehr Stärke als sonst. Ich hab ihn nochmal gefragt. Und jetzt ist es gut. Deshalb ist Glück bei 9, von 10.
Da trifft man seine zweite Hälfte – auf ne Sex-Anzeige … Unglaublich!
Alles wird schön – wenn es so wird, wie der Tag heute aussieht …
Heute ist Sonntag, der 5. November
Gestern habe ich in der Zeitung mal in der Rubrik „Bekanntschaften männlich“ geguckt, da mir wieder eingefallen ist, dass ich einen Tanzpartner suche, und Er nicht zur Verfügung steht – Was glaubt Ihr, was die erste war, die ich gelesen hab? – Einen Versuch bin ich wert! Ich, Maik, 27/1,80 … das ist doch verrückt 😍 vergiss es, hab ich gedacht und brauchte nicht mehr weiterlesen.
Heute ist Freitag, der 3. November
Oktober ist vorbei. Mit Ja-Nein-Antwort komm ich nicht weiter, dafür durch eigene Klarheit. Ich wollte ihm mitteilen und mit ihm teilen, was ich erlebe und fühle, mit dem, was ich ihm schreibe. Das war nahezu mein ganzer Tagesablauf.
Das ist nicht der Weg, Maik. So kehrt keine Ruhe ein.
Gelebte Dualseelen-Liebe – was ist das in dieser Form? Ich unternehm mal den Versuch einer Erklärung, die nur unvollkommen sein kann, denn es läuft rein gefühlsmäßig ab, nicht auf Wort- oder Verstandes-Ebene. Es ist wie mit ihm zusammen zu leben ohne zusammenzuleben. Muss ja irgendwann mal aufhören, habe ich mir gesagt. Nein, muss es nicht! Ich fühl mich jetzt voll und ganz als Hälfte einer Seele, gerade weil es nicht aufhört. Aus der Nummer rauskommen is nich. Das hab ich lange versucht mir einzureden, dass es einen Aus-Weg gibt. Ich kann mich darin nur so gemütlich oder schön oder häuslich wie möglich einrichten und entscheide jeden Tag neu, auf welche Art und Weise ich das gestalte. Oft steht Ratlosigkeit, Sehnsucht bis zum Zerreißen oder Unzufriedenheit auf der Tagesordnung, dann wieder größtes Glück, süße Wonne und wohlige Entspannung. Und inzwischen weiß ich sehr wohl, dass mein Glück nicht davon abhängt, was Er sagt oder tut. Das war auch eine Erkenntnis, so alt ist die noch nicht … Genau wie die, dass ich mir Strategien zurecht legen kann, nur die greifen nicht. Nicht hierbei. Das sind alles kleine Entwicklungs-Schrittchen, einer nach dem anderen, wie Laufen lernen. Ich will nicht sagen, dass es schwer ist – es ist nur nicht immer leicht. Es gab bestimmt mal eine Zeit, in der ich mich als Opfer der Umstände gefühlt habe. Die ist vorbei. Was mir sehr hilft, ist: Hier, wo ich bin, bin ich am richtigen Platz, sowohl örtlich wie auch auf Seelen-Ebene. Ich bin gut aufgehoben, sicher-geborgen und versorgt mit allem Guten und Schönen in meinem Leben.
So ist der Stand heute, an diesem Freitag. Ob Zwischen- oder Endstand vermag ich nicht zu entscheiden. Das macht das Leben. Und dem Leben vertrau ich, wie ich mir vertrau.
Heute ist Freitag, der 27. Oktober
„Ja, was wollten Sie denn?“, hat mich der Doc auf Psychosomatik-Kur vor zwölf Jahren gefragt, als es um Ehe ging, „einen Mann, der sicher und zuverlässig ist. Und den haben Sie bekommen.“ – Ja, was wollt ich denn mit meiner Kontaktanzeige ein Jahr später? Einen Mann für Sex – und den hab ich bekommen. Ich bräuchte es nur das sein lassen, was es war und in guter Erinnerung behalten, damit Ruhe einkehrt. Das geht scheinbar nicht. Es ist ja auch Nichts wie irgendwas, was vorher war. Heut mach ich’s kurz. Gibt nicht viel zu sagen.