Es gibt Tage, da könnte ich mich nackt auf die Erde legen und beten, mit dem Gesicht nach unten. Und manchmal tanze ich barfuß und singend über den Himmel. Alles, was ich fühle, zeigt mir: Ich bin am LEBEN. Ich bin LEBENDIG. Mein Tagebuch ist ein Manifest an das Leben. So wie Veit Lindau’s Buch „Seelengevögelt“. Es gibt Leute, bei denen reicht die Skala grad mal von „Scheiße“ bis „geht so“.
Autor: dualseelenherzmary
Heute ist Dienstag, der 1. April
Ich hab dich mal als jungen Schmied gesehen. Das war nicht im Traum, sondern in einer geführten Seelenraum-Meditation. Dabei habe ich immer sehr deutliche Bilder. Du hast ein verrostetes Wagenrad vor mir in die Höhe gehalten und dann daraus einen Ring geschmiedet. Der war aus Edelstahl. Dann hast Du ihn mir an den Finger gesteckt. Das war in einer anderen Zeit. Jetzt schmiedest Du Deine Münzen – und ich schau verliebt auf meine Magie. Es ist, als ob ich dir Briefe ins Gefängnis schreibe. Das war ein Bild: Du als junger Mann – nur Stiefel und Wildlederhose an – und eine Schmiedeschürze vor dem nackten Oberkörper.
Heute ist Montag, der 31. März
Morgen kommt Manuel zu dir zur Behandlung. Dann erfahre ich vielleicht wieder was von dir. Ich war vergangenen Mai zuletzt bei dir in der Praxis. Dein Geruch und dein nackter Anblick sind betäubend. Sogar aus der Erinnerung.
Heute ist Sonntag, der 30. März
Meistens ist es ganz gemütlich, so, wie es jetzt ist. Wenn nicht noch ein Zufall … Aber wenn es gemütlich wird, lässt sich das Leben meist was einfallen. Wegen Entwicklung statt Stagnation. Das werde ich merken.
Heute ist Sonnabend, der 29. März
Heute Nacht hätte ich deine Hände gebraucht. Deine osteopathischen und deine männlichen oder am besten alle vier. Da dachte ich, es zerreißt mich. Nach der Massage bei Tam und jetzt mit Menstru. Ich hab mich auf dem Bauch quer übers Bett gelegt und Arme und Beine rüber hängen lassen. Das war die einzig erträgliche Lage.
Heute ist Freitag, der 28. März
„Guten Morgen, liebes Schicksal! Kann man das nicht ein bisschen abmildern?“ – „Ja, natürlich, meine Liebe. Guck, ist schon geschehen. So habt ihr Kontakt und er ist nicht ganz weg für dich und du nicht für ihn.“ – „Was kost‘ das?“ Das ist immer meine erste Frage, weil ich weiß, alles hat seinen Preis. – „Nur ein paar Massagen gegen eventuell auftretende Verspannungen.“ Okay, ich geh nachher gleich zur Thai-Massage um die Ecke: „Oh, zehr vers-pannt!“, sagt er. Ich weiß warum: Es ist wie neben dem Geliebten zu liegen und ihn nicht berühren zu können. Weil ich eine Speiche im Schicksalsrad bin, denk ich gar nicht drüber nach, ob es vorher besser war, danach – oder lieber so wie jetzt.
Heute ist Donnerstag, der 27. März
„Ich sehe ein, dass es nicht geht, Maik. Du musst mich aber nicht noch fragen, ob ich davon träume!“ – „Ja, das stimmt.“ Viel hast du nicht dazu zu sagen.
Heute ist Mittwoch, der 26. März
Bisher haben wir es vermieden. Heute Abend fragst Du unvermittelt per SMS: „Träumst du manchmal noch von … du weißt schon?“ Meine Antwort: „Manchmal ist Sex mit dir das Einzige, was gut wäre. Dann träume ich nicht davon, dann habe ich ihn. Nur es ist nicht dasselbe, als wenn wir beide, Du weißt schon …“ Dir kann ich das sagen, Du sollst das wissen, wovon ich träume.
Heute ist Dienstag, der 25. März
Muladhara, Sushumna, Ida, Pingala. Ich wiederhole immer wieder laut die Sanskrit-Namen für Wurzelchakra und die drei großen Konzeptionsgefäße bzw. Energieleitungen im Körper. Mein Geist freut sich, denn er hört mal was anderes als Maik. Das alles ist wunderbar geeignet, um mir zu zeigen, Du bist nicht der Nabel der Welt. Auch laufe ich jetzt ständig mit 3-D-Blick durch die Gegend, als Vorübung für Aura-Sehen. Ich übe täglich mit 3-D-Bildern. Aber das ist noch steigerungsfähig. Ich hab am Sonnabend im Seminar Phönix gezogen, mein zweites siebendimensionales Krafttier. Davon gibt es nicht sehr viele im großen Topf mit den Losen. Pegasus hab ich schon. Phönix schenkt neben dem reinigenden Feuer der Erneuerung gute Kräfte: Er bringt dir das Licht der Sonne, das alte Wissen und viele magische Fähigkeiten. Er lehrt dich das weißmagische Handeln. Nur, dass ich noch nicht mal die Aura eines Baumes sehen kann. Darauf hat Phönix wohl keinen Einfluss. Da heißt es wohl wie immer, Geduld und Üben, Üben, Üben …
Heute ist Montag, der 24. März
Das sollte ein Maik-freies Wochenende werden und es hätte auch fast geklappt. Es war ganz bunt und abwechslungsreich und Manuel und ich haben auch was Schönes gemacht. Und er erzählt mir von dir und dass er bei dir war. Na gut, konnte er nicht wissen, dass ich mal zwei Tage ohne dich sein wollte.