Mir ist aufgefallen, mir kommt immer öfter das Wort Spaß über meine Lippen. Es stand schon auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter. Manuel hat es gerettet und mir und meinem Wortschatz zurück gegeben. Wir blödeln so viel und herrlich, dass es Martina auf die Nerven geht. Vorzugsweise über Sex. Das macht es für Martina nur noch schlimmer.
Autor: dualseelenherzmary
Heute ist Sonnabend, der 22. März
Dieses Wochenende bin ich in meiner Heimat-Hansestadt. Sie ist auch deine. Heute Vormittag Seminar und am Nachmittag Backe, backe Kuchen bei Martina für ihre Geburtstags-Nachfeier morgen. Manuel wohnt unter ihr und ist unser gemeinsamer Freund. Dich weiß ich sicher bei deiner Familie. Etwas anderes hat dir dein Herz nicht angeboten? – Meins hat davon einen Riss bekommen.
Heute ist Freitag, der 21. März
Frau Venus lässt wieder grüßen. Oft denke ich, Du bist bei ihr, deiner Frau. Du bist nicht bei mir. Mein Ego denkt es. Aber ich fühle dich hier, bei mir. So, wie die Sonne keine Dunkelheit kennt, kennt die Liebe keine Eifersucht. Manchmal entfällt mir das.
Heute ist Donnerstag, der 20. März
Zweiter Frühlingsanfang. Kalendarischer. Auf der Fahrt zu dir habe ich auf dem Feld zwei Kraniche gesehen – Vögel des Glücks. Ein paar Kilometer weiter einen. Und ich habe gedacht, es könnte fraglich werden, mit dem Glück. Ich war von neun bis zwanzig nach da. Um halb zehn kam deine SMS: „Bist du schon hier gewesen?“ – „Ja, kein Engel mehr da. Bist Du da ?“ – „Ja, jetzt gerade. Ich hatte Quali-Zirkel.“ – Ich weiß nicht, wozu Du dich qualifizierst. Ich weiß, erst kommt Quali-Zirkel, dann komm ich! Unsere letzten ersten sieben Jahre sind eine Geschichte für sich. Das ist jetzt Quali-Stufe II. Da hast Du dich ausgeklinkt. Als wir uns hätten treffen können, wusstest Du, ich bin um neun da und kommst um halb zehn, weil Du zum Quali-Zirkel bist? Das war kein Wunder. Oder doch – ein kleines. Wir waren beide da, zu unterschiedlichen Zeiten. An er kommt im Winter haben nur zehn Minuten gefehlt. „Vielleicht beim nächsten mal“, versuche ich uns zu trösten. „Ja, gern.“
Heute ist Mittwoch, der 19. März
Heute ist Mittwoch und ich bin wieder beim Abendseminar in deiner Stadt, meiner ehemaligen. Ich teile dir vorher mit, dass ich danach zu unserem Treffpunkt fahre, weil ich es schön finde, wenn Du weißt, dass ich da bin. „Was willst du da?“, fragst Du mich früh halb sechs mit SMS-Piepen. “Ich will nur sehen, ob mein Engel noch da ist.“ – „Wann fährst du gucken?“, ist deine nächste Frage. „Nach dem Seminar, gegen neune.“ Nun wird es spannend. Ich weiß, Du wirst bis heute Abend nichts mehr schreiben. Und dann da sein oder nicht. Es wäre das erste Mal, seit Du es mit uns dem äußeren Anschein nach beendet hast.
Meine Freundin Martina sagt, ich soll den Weihnachtsengel abnehmen, den ich dort an den Zaun gehängt hab oder wenigstens noch einen zweiten dazu hängen. In ihrer Welt muss alles ein Paar sein, einer allein geht nicht, auch nicht bei Engeln. „Martina, der kommt schon klar, auch alleine. Wenn er noch dort ist, hat er den Winter überlebt und wird auch den Rest des Jahres bei guter Gesundheit überstehen.“ Morgen ist Frühlingsanfang. Heute ist der letzte Wintertag. Wenn Du heute Abend kommst, erfüllt sich der Sinnspruch der Wahrsagerin: „Er kommt im Winter!“ Was ich am meisten vermisse: Ich glaube nicht mehr uneingeschränkt an Wunder.
Heute ist Dienstag, der 18. März
Eben öffne ich arglos meinen E-Mail-Eingang. Lektion zwei der sieben Verpflichtungen bzw. Todsünden der Liebe ist da. Es durchfährt mich gleich beim Lesen der Überschrift: „Ich engagiere mich für meine vollständige Entwicklung als Individuum.“ Das ist meine Todsünde, so wie bei dir Nähe in Lektion eins. Ich hatte mich völlig ausgeblendet. Ich? – Nein, Du! Als Krebs vertrete ich das Urprinzip Mond. Jedes Sternzeichen ist einem Planeten und jeder Planet einem Urprinzip zugeordnet im senkrechten Weltbild, wobei Sonne und Mond auch Planeten sind. Heißt ja auch, der Planet brennt wieder. Und was macht der Mond?, habe ich gedacht. Er leuchtet nicht selber. Er reflektiert das Licht der Sonne. Aber dafür muss eine Sonne da sein. Und diese Sonne warst Du. Ich hab meine Logik für sehr intelligent gehalten. Ganz im Ernst.
Heute ist Montag, der 17. März
Im Dezember hatte ich zwei Koffer gepackt, extra gekauft, plus Handgepäck – für ein Jahr im Ausland oder länger. Ich hätte im Januar den nächsten freien Flug vom nächsten Airport, ganz hier in der Nähe, genommen. Ich hatte alles Offene geregelt. Allein die beiden Tatsachen, dass das kommende Jahr ein Saturn-Jahr ist, das Fernreisen nicht begünstigt, und ich meinen Dolch nicht durch die Flugkontrolle bekomme, haben mich davon abgehalten. Aber ich weiß jetzt, was ich leichten Herzens zurücklassen kann und was ich unbedingt mitnehme. Ich hätte die Tür hinter mir zugezogen und alles hier gelassen. – Ach so, ich bin kein Terrorist. Ich hab mir im Rahmen meiner Ausbildung „Der alte Weg“ für vier Elemente ein Symbol zugelegt, ein hochwertiges Elemente-Set. Der Dolch steht dabei für Feuer. Das Projekt habe ich nur vertagt: auf Zweitausendzwanzig. Jedes Jahr hat seinen Jahresregenten. 2020 ist wieder ein Mond-Jahr, wie das gerade verflossene und das Jahr, in dem wir uns kennengelernt haben: Mond steht für Gefühle. Bis dahin habe ich hier noch gut zu tun. Und dann wird es vielleicht Granny-Aupair, auch, wenn ich noch gar keine Grand-Ma bin. Aber bis dahin ja vielleicht, und wenn nicht, auch egal. Und wenn der Dolch nicht mit kann, dann bleibt er eben hier.
Heute ist Sonntag, der 16. März
Coca Cola kam auf den genialen Trichter, ihre – oder seine? – Behältnisse mit allen möglichen Vornamen zu etikettieren, außer meinem. Die Aktion ist schon wieder vorbei. Ich hab mir eine Flasche mit deinem Namen gesichert (lange gesucht) und sie zur Wasserflasche umfunktioniert. Ich lass dich jeden Tag genussvoll in mich hineinlaufen. Was für ein dummer und köstlicher Spaß!
Zweiter Mond März-Vollmond: YOLANDA – die Veilchengleiche
Alte Namen: Samenmond, Windmond, der keusche Mond, Sturmmond, der erwachende Mond
Heute ist Sonnabend, der 15. März
Ich schenke meiner Seele eine Frühlingstour um den See. Die Natur – so ein wunderbarer Brunnen voll Leben, Schönheit, Stille, Farben, Licht und Wunder. Seen gibt es hier wirklich mehr als reichlich. Große, kleine, mittlere und einen ganz großen, der schon ein kleines Meer ist. Es ist, als ob sie dem lieben Gott hier alle auf einmal aus dem Sack der Schöpfung gefallen sind, als er sie verteilen wollte. Da gab’s wohl kein Halten mehr. Aber vielleicht hatte er auch keine Lust mehr und hat sie alle hier ausgekippt, weil er nach Hause wollte oder ihm der Sack zu schwer war. Wasser hat ja Gewicht. Das kann ich mir gut vorstellen. Hätte ich auch gemacht an seiner Stelle.
Heute ist Freitag, der 14. März
Maximal drei SMS-Botschaften an dich, und auch nicht jeden Tag, habe ich mir vorgenommen. Nur, was direkt an dich gerichtet ist. Alles andere fließt ins Tagebuch. Mein ganzer Reichtum und meine ganze Fülle. Du bekommst später ein Exemplar davon, weil Du die Quelle dafür bist. Das mit dir ist nicht negativ und nicht positiv. Es ist nur da. Das ist ein friedvolles Gefühl. Heute waren es mal vier. SMS. Das macht nichts. Kann doch mal vorkommen.