Mittwoch, 16. Dezember

Also mit Jonte – unser Umgang und unsere Bindung ist jetzt so schön und selbstverständlich, als wär sie schon immer so gewesen. Ich bin ganz vorsichtig mit ihm, doch als ich ihm neulich beim Anziehen den Pullover über den Kopf ziehen wollte, ging das nicht so leicht und ich musste etwas derber ziehen. Da hat er so entrüstet und empört geguckt und sich ohne was zu sagen, nur einmal kurz an die Nase gefasst – als wenn, wie kannst du mir das antun? Oh, beim nächsten Mal bin ich vorsichtiger!

Als ich das Michael erzählt habe, hat er gesagt: Ja, wenn ich ihm die Arme in die Ärmel stecken will, sagt er auch immer aua. Ich glaub, er ist ganz empfindsam, unser kleiner Schatz.

Guten Morgen, Marlies, die Sonne scheint – guck dir das mal an! Wenn gute Menschen unterwegs sind … hat eben jemand auf dem Hof gerufen. Ich bin gerade wach geworden, um halb 10. Ja, schönes Wetter!

Jetzt, wo es schummrig wird – nach Sonnenuntergang hör ich auf zu stricken – mal was anderes, zum Ursprung meines Blogs. Es kommen in Abständen immer wieder mal Mails von Tarot-Horoskop, die alle darauf abzielen, dringend anzurufen, um mehr zu erfahren, 1,99 €/Min. – Manchmal ist der Inhalt nichtssagend, aber manchmal so, als wäre es eine spezielle Legung für mich:

„… Ich habe wichtige Informationen zu deiner Beziehung gesehen. Ich sah wichtige Papiere, eine Art Vertrag, der von euch beiden unterschrieben werden musste. Einer von euch weigerte sich zu unterschreiben. Weißt du, worum es dabei geht? Diese Papiere werden deine Zukunft beeinflussen. Aber positiv wird dieser Einfluss nur, wenn dein Partner und du, beide, diesen Vertrag unterschreiben …“

Ob ich weiß, worum es dabei geht? Ja, er hat sich geweigert, den Vertrag mit mir zu unterschreiben. Er hat mich nicht als seine Frau anerkannt – das habe ich gedacht und dann sehe ich diese Mail.

Dienstag, 15. Dezember

Heute sieht es draußen freundlich aus, nur auf einmal laufen alle unten auf dem Markt mit Maske rum, was sonst nur vereinzelt vorkam. Als erstes hab ich heute früh den Hausmeister angerufen, weil die Heizung oben im Schlafzimmer wieder kalt war. Der kam auch gleich. Ich bleib jetzt im Bett, bis es mir wieder besser und aufwärts geht. Mit nun wohliger Wärme nach einer kalten Nacht …

Montag, 14. Dezember

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Wenn alles still ist, geschieht am meisten. S. Kierkegaard

Ich bin wieder am Kirchturm angelangt. Nach zwei Tagen den kranken Jonti betreuen, hab ich mich auch angesteckt. Es lief so schön mit uns, als ich abends gehen wollte, fing er an zu weinen. Das hat’s ja auch noch nicht gegeben! Zur Begrüßung hat er erstmal zwei Minuten mit den Augendeckeln geklimpert, das ist sein neues Spiel. Da musst ich schon mal laut loslachen … Jetzt Heizung auf, heiße Suppe, heißen Tee, heißes Bad!

Mittwoch, 9. Dezember

Kaffee nachts um 2 – da könnte ich auch gleich losfahren … Als ich neulich nachtens am Laptop saß, hab ich ein Rezept gefunden, mit nur zwei Zutaten: Khakis bzw. Sharons pürieren und je Frucht einen Löffel Kakao unterrühren, halbe Stunde in den Kühlschrank stellen, fertig. Alles auf Youtube! Das probier ich aus – das wird das vegane Weihnachtsdessert, wenn es gut ist. Kinderlieder und Kochen sind jetzt meine Favoriten.

Frage im heutigen Edeka-Online-Adventskalender: Zu wieviel Prozent stimmt die Struktur der menschlichen DNA mit der DNA der Banane überein? 12 %, 37 %, 50 % – Bei der Antwort darauf hab ich gefunden, dass die Übereinstimmung des Erbgutes zwischen Mensch und Schimpanse 98,5 % beträgt – bei der Banane 55.

Der 2. Adventskalender, an dem ich online teilnehme, ist der von RAL-Gütesiegel-Kerzen – das schon seit Jahren, ohne Gewinn.

Dienstag, 8. Dezember

Simsalabim – Abwasch fertig. Oh, klappt nicht. Das ist auch das Einzige, was ich heute mache. Ich bin wie in Halbtrance – halb wach, halb geistig entrückt. Morgen pack ich paar Sachen zusammen und fahr wieder nach Rostock, fünf Nächte da und Montag zurück. Willkommene Abwechslung …

Erst die Augenlider auf Halbmast und kaum kommt mittags die Sonne raus, klärt es sich auch mental auf. Spaziergang kommt vor Abwasch!

Hals über Kopf fahr ich jetzt morgen früh los. Wär ich nicht grad mit nassen Haaren aus der Wanne gekommen, als Michael vorhin angerufen und gefragt hat, ob ich Jonte morgen nehmen kann – er hustet wieder dolle – wär ich heute noch losgefahren. Hatte aber auch noch keine Sachen gepackt, das wollte ich morgen in aller Ruhe. Dann fahr ich lieber morgen früh um halb 6 los und hoffe, dass ich in der Blücherstraße einen Parkplatz finde, um dann mit der Straßenbahn weiterzufahren. In Michaels Richtung, Hamburger Straße, ist um die Zeit rush hour. Eigentlich war ich zu Mittag mit Martina verabredet.

Montag, 7. Dezember

Neuer Montags-Gelassenheitssprch:

Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Weisheit aus Japan

In der Mitte des Fotos steht ein Fuchs mit der Seitenansicht im Schnee und guckt mich an. Das Bild würde eine prima Lenormandkarte abgeben. Da kommt mir eine Idee – ich stell mir mein eigenes Lenormand aus den Postkarten der jährlichen Gelassenheitskalender zusammen mit Bild und Spruch. Dazu brauch ich 36 Stück für die Originalausgabe, ohne Zusatzkarten …

Im mystischen Lenormand steht zu Fuchs – Nr 14: Füchslein im Wald und Füchslein in der Stadt muss schlau sein, um zu überleben. Listig sind die anderen, Schlauheit selber begangen wird gerne Klugheit genannt.

Und weiter im Text und in der Deutung: Wer betrügt wen? Das können Sie sich fragen, wenn diese Karte auftaucht. Es geht um Lügen, Intrigen, Betrug und Hinterlist. – Gerade in den Seelenpartner-Readings der Youtuberinnen ist der Fuchs oft aufgetaucht, meist in Verbindung mit der Schlange – die falsche Person, die falsche Schlange, weiblich. Fuchs + Kreuz = Lügen haben ein Ende. Durch den Fuchs wird auch der falsche Zeitpunkt angezeigt.

Sonntag, 6. Dezember

In der ersten Tageshälfte ist mir nichts wesentliches eingefallen, was selten vorkommt, und in der zweiten war Birgit hier zu Mittag und hat einen ehemals glücklichen Hühnervogel mitgebracht, der aber noch tiefgefroren war. Jetzt taut er langsam auf der Terrasse und kommt morgen ins Rohr und wir essen nochmal zusammen, nachdem ich heute improvisiert habe.

Der Nachmittag war schön gemütlich zusammen und als sie sich verabschiedet hatte, hab ich mir einen Tipp bzw. eine Empfehlung von ihr angesehen: Dr. Daniele Ganser, Schweizer Historiker und Friedensforscher. Ich kann oft mit ihren Beiträgen nichts anfangen oder komm mit den Leuten, die das rüberbringen nicht klar. Das war heute ganz anders. Ich hab mir zwar nicht das von ihr genannte Video von ihm zur aktuellen Situation auf Youtube angesehen, sondern: Propaganda – wie unsere Gedanken und Gefühle gelenkt werden. Ging anderthalb Stunden, die vergingen aber wie im Flug. Das ist der erste, aber nicht der letzte Vortrag von ihm, den ich sehe und höre. Jetzt ist Feierabend nach der Weiterbildung!

Sonnabend, 5. Dezember

24. TürchenWatch out – do you see the glow in evereyones eyes? It’s because Santa & his reindeer in the skies – Merry Christmas! – pinkes Samthaarband mit hellrosa Elch-Schaufeln

Highlight meines im November begonnenen Adventskalenders – heute ist sozusagen Heiligabend!

Passt farblich zu meinem Mohair-Pullover aus dem A & V – alles, was warm, weich und flauschig, zusammengefasst zärtlich ist, hat jetzt Konjunktur bei mir.

Vorhin hab ich auf Youtube das schöne Lied von Rolf Zuckowski mit meinen großen und kleinen Kindern in der Familie geteilt, ganz besonders für Jonti. „Guten Tag, ich bin der Nikolaus, guten Tag, guten Tag! Heute Nacht zieh ich von Haus zu Haus, heute Nacht, heute Nacht …“

Meine Koriander-Küche duftet immer noch …

Freitag, 4. Dezember

23. TürchenTu, was du liebst, und lieb, was du tust! – Handseife Tannenbäumchen

Bis jetzt jeden Tag eine Überraschung im Dezember: Adventskalender von Guti-Gutshaus am Dienstag, Mittwoch Adventskalender-Karte von Antje, gestern kam schon das aufblasbare Kinderbett für Jonte und als ich eben vom Einkauf und Spaziergang zurückgekommen bin, hing ein Tütchen mit Keksen, Desi-Feuchttüchern von Dr. Beckmann und zwei Feuerzeugen an der Tür – die guten mit Drücker, ohne Rädchen, womit man sich den Daumen aufratscht.

Ich wusste nicht von wem, hab aber gedacht, wenn’s von Sigi und Wolfgang ist, werd ich das bald wissen. Und genau – 5 Minuten, nachdem ich drin war, klingelt das Telefon: Na, hast du was gefunden …?

Und jetzt Probekochen für das vegane Weihnachtsessen für Tamina, Michael und Jonte – eigentlich nur für Michael, die anderen beiden sind vegetarisch, aber er will sich auf keinen Kompromiss einlassen, nicht mal für einen Tag. Weihnachtsessen heißt nicht Weihnachtsmenü! Da hab ich – wahrscheinlich – keine Lust zu, auf dem veganen Sektor. Tu, was du liebst, und lieb, was du tust!

Kartoffel-Pott „Grünkohl meets India“ – ob man das essen kann, weiß ich nicht, es hat 3,7 Sterne bei lecker.de – auf jeden Fall passt es zu Weihnachten, grün-rot, mit Grünkohl und Tomaten. Einen Versuch ist es wert …

Super-lecker.de – und ruckzuck fertig, keine 45 Minuten, wie angegeben, hab aber auch TK-Grünkohl genommen. Das wird es! Dann gibt’s vielleicht doch noch ein Dessert dazu.

Die ganze Wohnung riecht köstlich nach Koriander … Wenn sie Grünkohl nicht mögen, sag ich, es ist Spinat. Vegan ist schon ’ne Herausforderung für Mamas Old School Kitchen, wenn dann noch Mag ich nicht-s dazu kommen, kann es einem ganz vergehen. Offen bleiben … Das wird noch. Es gibt ein Weihnachtsessen, hab ich heute zu Michael am Telefon gesagt – in ein Menü muss ich erst reinwachsen …

Heute wird es länger. So arglos, wie es scheint, ist es nicht. Manja Nageltante hat gerade ein Update geschickt: Kosmetiksalons, Fitness- und Tattoo-Studios und andere körpernahe Dienstleister bleiben auch weiterhin geschlossen. – Frisöre sind wohl keine körpernahen Dienstleister? Guti-Gutshaus-Tür bleibt auch zu, hab ich geantwortet, das ist ein Nervenkrieg, davon lassen wir uns nicht demoralisieren, und wenn’s durch Eigeninitiative ist. – Wir lassen uns nicht unterkriegen, hat sie zurückgeschrieben. – Das mein ich, ich wollte nur nicht Krieg und kriegen in einer Nachricht unterbringen.

Auch bei ihr, wie bei Dana, geht es um die Existenz. Nadine, die mir die „Füße gemacht hat“, weil Dana schon krank ist von dem ganzen Wahn, hat gesagt: Du hast schöne Nägel, macht dir das jemand so? Ich hab noch den letzten Termin ergattert, hab ich gesagt. Was sind das für Zeiten, in denen man sogar vor Freunden ein Blatt vor den Mund nehmen muss?

Klar kann man auf Frisör und Nageltante verzichten – davon hängt das Leben nicht ab. Aber grad in diesen lausigen Zeiten sind Schönheit und Ausstrahlung ein Zeichen gegen das Unbill der Welt.

P.S. Meine Nageltante hat Jura studiert und war lange Zeit als Managerin im Hotel Haus Sonne in Rostock, bevor sie sich selbständig gemacht hat. Tu, was du liebst, und lieb, was du tust!

Donnerstag, 3. Dezember

22. TürchenTu heute etwas, worauf du morgen stolz sein kannst! – Magical Time Creme-Dusche mit Haselnuss-Nougat- und Schokokeksduft

Alle sinnlichen Weihnachtsdüfte im Adventskalender – Fichtennadel, Mandarine, Kekse, Schokolade …

Als ich in Rostock war, hab ich ein Bild im Traum gesehen. Ein weißer Transporter – auf der Frontscheibe stand: A u s w a n d e r u n g

Wer und wohin? Heidi hatte mir von einem aus dem Dorf erzählt, der nach Uruguay ausgewandert ist und dort gestorben ist. Der Traum hatte aber, glaube ich, damit nichts zu tun.

Was er noch für einen Sog hat, merke ich jeden Tag und jede Nacht. Das kann auch so sein, solange ich meinem Wert treu bleibe. Da läuft er ins Leere, der Mann meines Herzens