Heute ist Freitag, der 27. Juli

BLUTMOND um 22:22 Uhr. Die größte Mondfinsternis des Jahrhunderts. Die nächste dieser Art bekommen wir wahrscheinlich nicht zu sehen – erst in 130 oder 140 Jahren wieder. Die Uhrzeit hat natürlich eine Bedeutung: Es heißt, jetzt öffnet sich ein Portal für Seelenverbindungen, die jetzt zusammengeführt werden sollen … Es gab Zeiten, da hätte das die Hoffnung genährt. Ich sehe nur, dass Maik sich verabschiedet hat und ich nehm ihn beim Wort.

Nachher kommt Sohnemann. Er will das Ereignis fotografieren. Leider funkt Guti-Gutshaus in unser schönes Wochenende. Gestern war ich um Mitternacht zu Hause, heute zwar nur 3 Stunden, Grillen vorbereiten, aber dafür morgen großer Wechsel An- und Abreise. Ich hab mich von 8 bis 14 Uhr bereit erklärt, mitzumachen. Das schlaucht grad wieder ziemlich. Bei der Schicht gestern hab ich die ganze Zeit an das Buch gedacht, das ich gerade gelesen habe: Konsalik – Es blieb nur ein rotes Segel. Die tragische Liebe zwischen Zar Nikolai II. und der Primaballerina assoluta Matilda Felixowna. Mir taten gestern zwar schon mörderisch die Füße weh, aber dagegen? Damit hab ich mich getröstet. Ich denk, wenn sich die große Liebe nicht auf Erden leben lässt – Schicksal oder was auch immer – „im Himmel“ sind all diese Paare auf ewig vereint …

22:22 Uhr – Blutmond-Vollmond – Es wird sich bestimmt ein Portal öffnen, bin ich mir sicher. Ich bin froh, dass ich frei hab und das Ereignis live miterleben kann …

Heute ist Freitag, der 20. Juli

Ich schreib nur mit halber Kraft, meist 111 Wörter, statt 222. Ich will das ganze Getue um den energetischen Prozess, wie Er es nennt, nicht ständig breit wälzen und sein Geeier hab ich satt bis zum Abwinken. Es geht von „ich schreibe dir hiermit ein letztes mal“ über „Machs gut“ bis zu „Gute Nacht“. Deshalb geh ich lieber schwimmen und genieß den Jahrtausendsommer. Je mehr ich seine Zerrissenheit spüre, um so klarer bin ich und lass mich nicht beirren.

Heute nachmittag kommt Carmen-Sternchen mit ihrer Frizzi auf 4 Pfoten und wir wollen das Wochenende einläuten. Das ist fast schon ein schönes Ritual geworden. Ich bin froh und dankbar, dass mich so liebe Freunde begleiten …

Heute ist Donnerstag, der 19. Juli

Zitat Albert Einstein: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Ich war immer leicht zu (hand)haben für ihn, das ist jetzt vorbei. Vielleicht merkt er es. Der Wahnsinn hat ein Ende. Zeit wird es auch.

Heut hab ich für meine Schwester von der TAO-Schule den alljährlichen Gepäcktransport für die Kinder im Abenteuer-Camp übernommen. Diesmal ging es an den See, an dem ich nach meinen Guti-Gutshaus-Schichten schwimmen geh. Das hab ich auch heute getan. Während die Kinder mit dem Bus gefahren wurden und die letzten 3 Kilometer zu Fuß zurücklegen mussten, bin ich geschwommen, bis sie ankamen. Herrlich warmes Wasser und ich eine Badenixe …

Heute ist Mittwoch, der 18. Juli

Auf einmal können wir reden, jetzt, wo er sagt, dass er geht, und ich, die Zeit ist um. Unsere Verständigung lief immer schnell gegen den Baum sonst. Vielleicht, weil kein Druck mehr da ist und auch keine Erwartung mehr. Vielleicht will er wirklich nicht mehr, vielleicht finden wir einen Weg. Ich hab weder ein mulmiges Gefühl, noch ein euphorisches. Ich fühle, es wird genau so richtig sein, wie es kommt …

Ich bin heut mit dem Fahrrad um die Feisneck gefahren, inklusive Schwimmen. Wie herrlich dieser Sommer doch ist – wie die Sommer meiner Kindheit. Die Natur ist Trost für mich – ihre Schönheit berührt mich und ich fühl mich als Teil von ihr.