Mittwoch, 27. Oktober

Um 8 kommt der Elektriker bei Birgit in der TAO-Schule für den Telefonanschluss und sie hat gefragt, ob ich hinfahren kann und ihm die Tür aufschließen, damit er rein kann. Das ist mein erster früher Termin heute. Der zweite ist abends, Guti-Gutshaus hat gestern gefragt, ob ich heute kann. Da hab ich zugesagt. Nach Plan wär ich diese Woche Freitag und Sonntag da. Ich denk, das wird so beibleiben jetzt mit nur noch zwei Aushilfen, eine früh, ich abends. Montag und Dienstag ist Ruhetag und Mittwoch soll ich schon zusätzlich kommen. Vorige Woche auch schon, als ich Sonnabend hinkam, hat Fritzi mich empfangen: Wir sind gestern und vorgestern schon untergegangen. Da war ich in Rostock. Wir heißt, Anja und er. Das liegt daran, dass eigentlich Gäste abends nur auf Bestellung angenommen werden, dann aber doch jeder, der kommt, bleiben kann. Das ist eine Kapazitätsfrage bei der kleinen Küche. Zu zweit geht man dann wirklich unter …

Als die beiden Elektriker da waren, hab ich gefragt, ob sie einen Kaffee wollen. Der eine ja, der andere nein. Dann bin ich raus auf den Hof gegangen, um meinem Laster zu frönen. Als ich zurückkam, hatten sie ihr mitgebrachtes Radio an und Eternal flame klang mir entgegen. Was wird das hier?, hat der gefragt, der nicht der Chef ist. Das ist schon die neue TAO-Schule. TARO? TAO-Schule! für Kampfkunst und Körperweisheit, können Sie sich gleich zum Training anmelden. Das wird schlecht was, mit Bandscheibenvorfall auf der Matte, sagt er. Gerade deshalb. Das ist ein junger Mann und schon Rücken …

Fritzi war heute total erkältet, aber da. Ich hab ihm Pfefferminz-Ingwer-Salbei-Tee gekocht, statt wie sonst 40-prozentigen Latte Macchiato im Halbstundentakt. Ich war für Anja da, die für Nicole eingesprungen ist, die auch krank ist. Ich hab dir was eingepackt, hat er gesagt. Da machst du dir morgen Frikassee mit Reis, einmal Lammkeule mit Rotkohl und Kartoffelstampf und einmal Lamm-Bohneneintopf und dann bist du auch schon wieder hier. Ich bin schon eher wieder da, nämlich übermorgen – Freitag, Sonnabend, Sonntag.

Dienstag, 26. Oktober

Wär das Leben eine Woche, wäre jetzt Donnerstag … steht gleich auf der ersten Seite im Buch. Oder wär das Leben ein Jahr, wie ich vergleiche, wär jetzt der Übergang von Spätsommer zu Herbsanfang.

Ach, Anitchen … mit der Einleitung hat mir Lars gestern Abend auf der Terrasse im Balzton gesagt, er hat wieder eine am Start, sinngemäß. Eine Blonde, 44, die vis a vis auf dem Markt wohnt, hat er einfach angesprochen und gesagt, dass er Interesse hat. Wie und wo? Ich bin einfach hingegangen. Sie arbeitet beim Optiker am Kietz. So einfach geht das? Man will ja nicht ewig alleine bleiben, sagt er. Darauf ich: Ich hör dich noch sagen, jetzt bleib ich erstmal ein halbes Jahr Single. Na, damit mein ich ja nun nicht genau ein halbes Jahr. Nee, ein halbes Jahr mit 2 Monaten tut’s auch. Er kann schlecht alleine sein.

Über Wochentage und Jahreszeiten hab ich mir früher keine Gedanken gemacht. Jetzt sind sie auch nicht ständig präsent, doch ab und zu sickert es schon mal ins Bewusstsein, dass die Reise ein Ziel hat …

Montag, 25. Oktober

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück. Buddha

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Das stand da natürlich nicht, das fiel mir nur so ein dazu. Sehr hilfreich hab ich gleich ausgeklammert.

Wie das manchmal geht, hab ich heute gedacht. Ich hab für Tine-Schwesterchen ein Buch zum Geburtstag gesucht. Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags – oder was in der Richtung. In beiden Buchhandlungen – nichts. Online bestellen wollte ich nicht. Dann bin ich auf den SPIEGEL-Bestseller Älterwerden ist voll sexy, man stöhnt mehr – Das ultimative Lesekonfetti für Postjugendliche ab 50 gestoßen. Und, was steht als Widmung vorne drin?

Für M.

Nur weil du nicht mehr da bist, heißt das nicht,

dass du nicht mehr da bist.

Das rechtfertigt meinen Blog-Untertitel, unter dem sich sicher viele was anderes vorstellen, als ich hier vorweisen kann. Ich überleg auch schon lange, ihn zu ändern. Mir fällt nur nichts passenderes ein. Kommst Du nicht mit, geh ich allein.

Sonntag, 24. Oktober

Horst zieht Jonte immer auf, lässt sich sein Auto oder was geben, was er in der Hand hat – das macht er natürlich vertrauensselig, weil er noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat – und sagt dann, das ist jetzt meins. Damit kommt er nicht klar, verständlicherweise. Dann greif ich ein … wenn Heidi nicht da ist. Das stammt noch aus der Zeit, in der Kinder für dumm verkauft wurden.

Wir blödeln schön rum mit Fritzi. Ich hab was von Stampf gesagt, seine Spezialität. Der möchte mit seinem vollen Namen angesprochen werden, hat er gesagt. Herr Stampf, oder wie? Nein, Kartoffelstampf! Schön blöd, ich weiß, macht aber Spaß.

Ich hätte heute noch zum Finissage-Abendessen mit den jungen Künstlern bleiben können, es hat mir aber gereicht, die Teilnehmer der Kunst-Führung mit Kaffee, Kuchen und Cremánt zu bewirten. Ach, bleib doch noch!, hat Fritzi gesagt, aber eher, weil er nicht alleine sein wollte. Die sind alle anders, hat er gesagt. Wie anders? Na, die sind aus der Stadt – stimmt, hauptsächlich aus Berlin – trotzdem kann man doch mit ihnen ins Gespräch kommen. Du kommst schon klar mit ihnen! Außerdem wär die Küchen-Finissage auch an mir hängen geblieben, nach dem Essen. Da bin ich doch lieber zu meinem Kirchturm gefahren …

Sonnabend, 23. Oktober

Guti-Gutshaus ließ sich entspannt an, von der Zahl der Essensanmeldungen. Am Ende waren es dann doppelt so viele. Fritzi war gereizt und genervt, hat das auf Anja übertragen und die auf mich. 5 Stunden kamen mir vor wie 8. Eine Woche frei – Erholungseffekt futsch.

Dafür war es gestern schön, mal Gast zu sein. Wir waren zu fünft und es hat allen gut gefallen. Mal weggehen, essen, erzählen und lachen – das hat allen gut getan.

Morgen die Café-Schicht mit Finissage – da gibt’s dann meinen Buttermilchkuchen. Fritzi freut sich schon …

Freitag, 22. Oktober

Ich bin wieder hergeweht. Statt morgen gleich zu Guti-Gutshaus zu fahren, hab ich heute den Kirchturm angesteuert. Carmen Sternchen hat mich zum Geburtstagsessen eingeladen in Oh, Julia – das italienische Ristorante von Mare Müritz. Es ist auch eine Einladung für ihre Kultur-Freundinnen. Ich bin nur Freundin, nicht Kultur. Um 3 war ich hier und hab dann erstmal ein Geschenk besorgt – was zur inneren Anwendung, was zur äußeren Anwendung und ein Lebenslicht … Tischreservierung um 18 Uhr, ich hoffe, ich hab Zutritt.

Dienstag, 19. Oktober

Ganz besonders freu ich mich auf Jonte. Ich hab auf dem Markt bei Holz-Willi ein schönes Geschicklichkeitsspiel gesehen – Arche Noah. Da sind die Tiere auf ein Boot zu balancieren, das wird uns beiden Spaß machen! Hätte ich es mal gleich gekauft, beim nächsten Mal.

Als wir an Taminas Geburtstag mit der andern Oma auf dem Spielplatz waren, war ich mit ihm zusammen auf der Wippe. Wie schön er mich da angeguckt hat – wir haben beide gedacht: Wir verstehen uns …

Ich weiß noch nicht genau, wann ich zurückkomme …

Mir ist eingefallen, Manja hat ja jetzt Geburtstag. Übermorgen, glaub ich. Ich werd ihr eine Rose von Straßburg, der Gärtnerei in Kessin, wo ich vorbeifahre, mitnehmen.

Montag, 18. Oktober

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene. Weisheit aus China

Heute Stundenabrechnung und Abwasch – das erste hab ich fertig, das zweite steht mir noch bevor. Der Auftakt für meine Rostock-Woche ist morgen 14 Uhr Besuch bei Manja Nageltante. Was schönes, da freu ich mich drauf …

Heute hat Manuel angerufen. Eine Frage war: Was sagt die Geistige Welt? Mit der geistigen Welt bin ich gerade nicht so im Dialog. Wir haben eine unterschiedliche Auffassung zu Geduld. Damit mein ich nicht das Blog-Thema – den Stand kennt jeder, wer hier regelmäßig liest – sondern allgemein, was Hülle und Fülle angeht.

Ich hatte mich nach längerem Suchen in EDK gerade für eine gute vegetarische TK-Pizza und Budweiser Lagerbier zu Mittag entschieden und war dabei, sie in den Ofen zu schieben, als er angerufen hat …