Freitag, 3. September

Feminismus hat ein Ende, wenn der Richtige da ist. Kommunismus endet bei 2.500 € netto und Atheismus, wenn das Flugzeug vibriert.

Manchmal hat unser Hausmeister richtig gute Status-Sprüche auf Lager.

Das war ein kurzer Moment der Heiterkeit. Heute früh hat Dani geschrieben. Ich hab am Mittwoch gedacht, nun ist schon September und wie es ihr wohl geht. Wir sind noch nicht über den Berg, hat der Professor gesagt, wie es Ärzte zu tun pflegen, sich und den Patienten als wir zu bezeichnen. Er hofft, dass sie bis zum Jahresende fertig sind. Da ist wenigstens Land in Sicht, auch wenn es noch dauert. Was sie aushält – ich kann gar nicht sagen, wie weh mir das auch tut, das zu lesen. Gerade, weil ich so eine niedrige Schmerzgrenze habe – ich wüsste nicht, wie ich das überstehen würde. Sie hat Angst vor dem Tag, an dem der Verband abgenommen wird. Mit der Komplikation der Entzündung ist es noch komplizierter als ohnehin schon. Ich wollte ihr schreiben, wenn du das überstanden hast, bist du unsterblich, aber für solchen „Humor“ ist es zu früh, wenn überhaupt vielleicht hinterher.

Jetzt nochmal Guti-Gutshaus 14 – 18 Uhr …

Donnerstag, 2. September

Mir fällt grad ein, Andrea und Paul haben heute 10jährigen Hochzeitstag. Ich hab ihnen gratuliert mit einem Herz aus Rosen und Lavendel und ihrem Hochzeitsfoto. Meine schöne Tochter … Ich back einen Buttermilchkuchen in Guti-Gutshaus zur Feier des Tages! Kurz darauf, am 1. Oktober, bin ich nach Waren gezogen.

Ich hab gleich 3 gebacken – einen original mit Kokosraspeln, einen mit Mandeln und einen mit Haselnüssen. Ging gut weg … Gestern war nix los, heute full house, aber zum Glück erst, als ich mit Backen fertig war.

  1. September 4 Jahre Guti-Gutshaus!

Heute ist Mittwoch, der 1. September

Der September wird herbstlich und arbeitsreich …

Die Geschichte beim Bäcker am Wasserturm hat noch einen Hintergrund. Wir waren mit Martina und Sandra da, weil Martina gelesen hatte, die Schwedinnen pflücken sich zu Mittsommer einen Strauß mit 7 Blumen und legen ihn sich über Nacht unters Kopfkissen. Das soll ihnen dann ihren Mann bringen. Dazu wollten wir in die wild-romantische Gartenanlage in der Nähe. Ich brauch keine Blumen, hab ich gesagt, ich lass sie auch lieber wachsen, als sie abzupflücken. Als sie ihren Strauß zusammenhatten, hab ich gesagt, wir merken uns mal das Datum – es war in der letzten Juniwoche – und gucken mal, was passiert. Da hat Sandra gelacht und gesagt: Wahrscheinlich triffst Du in der nächsten Woche deinen Traummann und wir gehen leer aus. Ich hätte ihn noch am gleichen Tag getroffen – er war da. Manuel war – rückwirkend betrachtet – nur mitgekommen, um die Begegnung zu verhindern.

Traummann ist nicht die richtige Diagnose. Ich fühl nur die Zusammengehörigkeit und das von Anfang an bis heute oder unendlich.

Heute Guti-Gutshaus, die Café-Schicht – 14 bis 18 Uhr, sonnig und mild …

Ich hab eine halbe Stunde länger gemacht und war um 7 zu Hause, immer noch eine gute Feierabendzeit. Der Abend ist noch schöner als gestern, ruhig und friedlich. Der Himmel im Osten am Kirchturm ist um halb 9 noch so hellblau wie mein jahrealter Sommer-Leinenrock.

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Dienstag, 31. August

Der letzte Tag im August …

Das kurze Zwischenspiel, dass ich ihm geschrieben hab, kommt mir vor, als liegt es schon lange zurück. Dabei war es erst vor ein paar Tagen. Als wenn er sich aufgelöst hat und gegangen ist.

Du hast mehr verloren als ich, hab ich noch geschrieben. Das mein ich in materieller Hinsicht. Und auch, wie es meiner krebskranken Freundin geht und der Tochter meiner Vermieterin in der Psychiatrie. So gesehen bin ich sorgenlos mit meinem kleinen Jonte Sonnenschein. Mit einer Antwort hab ich nicht gerechnet und so ist es, als hätte es diese paar Tage und Sätze überhaupt nicht gegeben.

Vielleicht steht in der Akasha-Chronik, sie ist nochmal auf ihn zugegangen, als sie erfahren hat, dass er zur gleichen Zeit am gleichen Ort war wie sie. Da, wo sie sich beide schon mal getroffen haben. Sie hat ihre Festung verlassen – obwohl sie geschworen hat, das nicht zu tun. Er nicht.

Es ist so ein schöner Spätsommerabend …

Montag, 30. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der gegenwärtige Augenblick ist stets voll unendlicher Schätze. Jean-Pierre de Caussade

16 Grad, Regen klingt ab … Um 6 Uhr aufgestanden, weil ich Sigi und Wolfgang versprochen hab, mit ihnen nach Plau zu fahren, wo Wolfgang einen Termin in der Klinik hat. Sonst würde ich bis mittags im Bett bleiben und mich erstmal ausschlafen …

Sonntag, 29. August

Das war ein Wochenende! Nach Feierabend bin ich gestern direkt nach Rostock gefahren, weil Michael und Tamina krank aus dem Hiddensee-Urlaub gekommen sind und gefragt haben, ob ich Jonte heute nehmen kann. Kurz vor 12 war ich in Bandelstorf, dann noch eine Stunde mit Heidi auf der Terrasse und heute um 10 hab ich meinen kleinen Sonnenschein abgeholt. Zum Glück hat er 3 Stunden Mittagsschlaf gemacht und ich mit. 20:30 Uhr war ich heute wieder am Kirchturm.

Sonnabend, 28. August

Gestern ein schöner Abend mit der langen Einkaufsnacht – tolle Musik mit IrremurxX, 6 Musiker, 10 Instrumente. In erträglicher Lautstärke und bei mildem Wetter. Heute früh der Grüne Markt – mir ist bewusst, wie schön das hier ist …

Als ich bei Martina war, hat sie mit mir ein Interview vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Das hat sie für ihre Nachbarin Elise übernommen, die in Urlaub ist. Das war umfangreich und bestand aus 2 Teilen – einmal hat es eine Stunde gedauert, einmal fast 2, mit Pausen. Das hat alle Lebensbereiche erfasst, Kaufverhalten, Politik, Finanzen, wie Altersvorsorge, und so weiter.

Dabei sind wir auch auf meine Wohnsituation gekommen – wie mach ich es am besten weiter? Die Zweitwohnung bei Rostock bedeutet mir viel, ist aber auch kostspielig auf Dauer. Deshalb wollte ich sie zu Anfang November kündigen, dann wär es ein Jahr, dass ich sie habe. Doch immer, wenn ich da bin, denk ich, wär schön, wenn sie mir noch erhalten bleibt. Deshalb der Banktermin gestern – mal sehen, was geht.

Ganz nach Rostock zu ziehen, in eine größere Wohnung – das sind nur 20 Quadratmeter da, aber sehr schön und die reichen für mich und Jonte völlig aus – kommt nicht in Frage. Dazu der schöne, weitläufige Garten im Sommer. Wenn ich im Strandkorb am Teich meinen Kaffee trinke, denk ich jedesmal – was für eine Idylle im Grünen.

Freitag, 27. August

Heute war Birgit vormittags hier, um 10 hatte ich einen Banktermin und danach hab ich mich mit Gabi bei Jannys Eis zum Kaffee getroffen. Heute Abend ist lange Einkaufsnacht, da wird es laut. Aber wenigstens spielt eine tolle Band – IrremurxX, die kenn ich vom Geburtstag von Kollegin Anjas Freund – und nicht DJ Falo mit seiner ewig währenden Musiktitel-Schleife. Ich genieß meinen freien Abend – morgen wieder Guti-Gutshaus – und die Aussicht von oben auf den Markt und das Getümmel …

Donnerstag, 26. August

19 Uhr – angekommen im Regen …

Zwei Stunden später – der Regen hat aufgehört. Ist schön, wieder die See(n)luft hier zu schnuppern.

Ich konnte einiges klären in Rostock. Mit Martina war ich beim Elfenhof. Das wird nicht – und das war meine Idee – meine neue Wirkungsstätte. Ich hab gedacht, das wär ein schönes neues Aufgabengebiet – mit vegan kochen. Als ich gefragt hab, ob sie Mitarbeiter brauchen oder suchen und dazu gesagt hab, dass ich seit 4 Jahren in der Gastronomie in einem kleinen Gutshaus-Hotel mit 46 Betten bin, hat sie nach dem Aufgabengebiet gefragt. Alle machen alles, war meine Antwort. Und Garten? Ja, einen Garten haben wir auch … war meine ausweichende Antwort. Da wusste ich schon, worauf es abzielt und dass es für mich nicht in Frage kommt. Sie haben ein fast einen Hektar großes Grundstück mit Wildwuchs und suchen hauptsächlich einen Gärtner oder eine Gärtnerin. Für Martina wär das was, nur ohne Auto ist da schlecht Hinkommen, in die Pampa.

Mein geplanter Silvester- und Jahreswechsel-Aufenthalt da – mit Kartenlegen, Numerologie und Raunacht-Ritualen hat sich damit, glaub ich, auch gleich erledigt. Das Geld investier ich lieber in mein Auto, wo TÜV, AU und Durchsicht zum Jahresanfang fällig sind. Das kann auch eine Wundertüte werden. Und das Auto brauch ich – um zur Arbeit und zu Guti-Gutshaus zu kommen. Pragmatismus versus Spiritualität.

Die Chemie hat nicht so gestimmt …