Donnerstag, 17. Juni

Heute bis Sonntag sind 32 Grad angezeigt, Montag 30. Wenn ich frei habe, geht das. Nur Sonnabend für Guti-Gutshaus brauch ich Abkühlung. Ich stell mir den kältesten Wintertag vor …

Als ich im Tabakladen war, hab ich auf dem Markt ein schönes blaues T-Shirt gesehen, mit einer ganz süßen Eule drauf, die den Kopf schief legt und mit Bernsteinaugen tiefgründig guckt. Vorne bei Tag, hinten bei Nacht. Das ist doch Jontes – HuHu, wo er das so schön nachahmt! Das war das letzte und der Standmann mit der Haut von dunkelbrauner Schokolade wollte es mir für’n Zehner verkaufen, statt 15. Ist zu groß, hab ich bedauert, 6 -8 Jahre. – Wie alt? – 2, noch nicht mal … Dann kann er es als Nachthemd anziehen. Ich hab’s nicht genommen.

Dann hab ich bei EDK die schönsten Fairtrade Rosen für Christa gekauft, nicht ganz nur aus Überzeugung, die Fairtrades waren die schönsten. Sie hat heute 60. Hochzeitstag. Der Diamanten-Bräutigam bezahlt in Abwesenheit die Feier, wollte 60 Rosen schicken, hat Petra, ihre Tochter, ihm aber auf 30 ausgeredet, da gar nicht so eine große Vase im Haus ist, und wünscht allen einen schönen Tag einschließlich Essengehen im Hotel Am Yachthafen am Sonnabend.

Damit hat er doch einen guten Beitrag zum Gelingen geleistet, hab ich zu Christa gesagt. Und ein Grund zum Feiern ist es auch, dass du so ein unkonventionelles Ehemodell lebst – du hier – er in Berlin. Damit schafft ihr die Eiserne noch.

Sie hat mir gestern und heute einen französischen Zopf geflochten und das auch für die nächsten 30-Grad-Tage angeboten. Sie meint, ihre arthritischen Finger können das nicht mehr so gut und sie ist aus der Übung, das hat sie bei Petra gemacht, als die noch Kind war. Ich bin zufrieden, damit ist es luftiger.

Dann bin ich nochmal runter zum Marktstand und hab gesagt, ich nehm das Nachthemd! Er hat am Nachbarstand meinen Schein gewechselt, ist auf mich zugekommen und hat gesagt: Liebe Frau, viel Spaß damit! Das war ein schönes Erlebnis.

Mittwoch, 16. Juni

Ich hab 3 Tage zur freien Verfügung – keine Termine, keine Treffen. Nur Birgit kommt mal her. Einzige Verpflichtung: Blumen wässern auf der Terrasse – früh und abends bei der Hitze.

Käse, Wein, Tomaten – Schwimmen, Sex und Schlafen – die ideale leichte Sommerkost. Auch ganz ohne Mann …

Es ist nur nicht die göttliche Fügung, das glaub ich nicht, dass das so vorgesehen ist.

Wenn ich auf die Uhr guck, ist es zu spät, aber mein Kirchturm zeigt seit 700 Jahren verlässlich die richtige Zeit an. Was sind da 15 JAHRE …

Dienstag, 15. Juni

Heut ist es kühler und nicht mehr so heiß. Die große Hitze kommt erst morgen und die nächsten Tage. Ein Tag Atempause …

Eine Freundin hat dich eingeladen, eine Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren. Das ist Nicole von der Müritz-Saga und die Seite Freilichtbühne Waren. Da gibts ein Herz von mir. Das war 5 Sommer lang meine Leidenschaft, da mitzuspielen.

Ich bin so gut wie gar nicht mehr auf Facebook, nur bei bestimmtem Anlass wie heute. Da hab ich gesehen, das Bild hat sich gewandelt, von oberflächlichen zu tiefsinnigeren Inhalten. Rocco, einer der Hauptdarsteller auf der Bühne, hat einen längeren Text gepostet … Egal, wie groß dein Haus, dein Auto und dein Bankkonto ist, wir bluten alle rot und werden irgendwann von dieser Welt verschwinden.

Und ich hab das gefunden, von jemand aus einer Dualseelen-Gruppe:

Wenn sie dich liebt, lass sie nicht warten, lass sie nicht eine Option sein. Sie verdient es, eine Priorität zu sein.

Das hab ich mir schon selbst gesagt und mich dazu gemacht.

Nachmittags bin ich bei Dana – Fußpflege und Hoffnung aus dem Hut zaubern. Am 23. hat sie die dritte Gesichts-OP. Das tut mir schon weh, wenn ich es schreibe.

Auch bei Heidi und Horst große Sorge um ihre Tochter. Sie ist in der Geschlossenen seit Mittwoch. Ihr Freund, mit dem sie sich jetzt ein Haus gekauft hat, weiß von der Krankheit, hat sie aber noch nie miterlebt. Als er angerufen hat, hat sie gesagt, ich kenn keinen, der Jan hei8t, und aufgelegt. Heidi hat ihren Nebenjob sofort gekündigt und fährt zu ihr. Tun kann sie nichts. Vor 11 Jahren war das schon mal so schlimm.

Ich versuch zu trösten, so gut ich kann, in trostloser Lage. Der Tag mit Carmen Sternchen, Nationalpark mit Gabi und vor allem auch das Wochenende mit Jonte bei Heidi und Horst sind Balsam und Sonnenschein für Herz und Seele …

Ich würd gerne meine Tochter, die nichts von mir wissen will, in die Arme nehmen.

Montag, 14. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Heute habe ich nichts zu tun – außer lächeln. Paul Simon

Lächeln in Erinnerung an die innig-schönen Stunden mit Jonte an diesem Wochenende. Mein Engelchen …

23 Uhr steht ein herrlicher Viertelmond über’m Markt, er lässt sich nicht einfangen mit Handy-Cam. Lieber natürlicher Anblick … Das ist mit allem so.

Sonnabend, 12. Juni

Heute fahr ich nach Rostock. Als ich gestern um 12 Feierabend hatte, hab ich Michaels Nachricht gelesen: Hey Mutti, wie sieht es denn morgen bei dir aus? Ja, ich komme. Das wird zwar nur kurz, Montag zurück, aber ich hab gedacht, ich mach mir einen schönen Sonntag mit Jonti.

Ich hab grad mit Michael telefoniert. Sie wollen heute in den Zoo und um 18 Uhr hol ich ihn ab. Dann gehen wir morgen auf den schönen Bauernhof-Spielplatz in Bandelsdörp und abends bring ich ihn zurück. Ich wär noch länger geblieben, aber Montag Vormittag treff ich mich schon mit Tantchen.

Gekocht für ihren Abend zu zweit hab ich diesmal aus Zeitgründen nicht. Dafür gibt’s Chips Funny-frisch Chakalaka und Salsa Dip und Hula Hula Rittersport Kokoswaffel für Tamina …

Freitag, 11. Juni

Gestern kam ich direkt in die Guti-Gutshaus-Neumond-Transformation. Als ich ankam saßen Chef und Chefin, Anja und Fritzi zusammen und debattierten über die neue Speisekarte und über Preise. Martin war auch dabei, den kannte ich von früher, als er manchmal als Miet-und Event-Koch bei uns war, als wir noch nicht in der begünstigten Lage mit Fritzi waren. Den ganzen Tag war Probekochen und Probieren. So sah die Küche auch aus. Martin ist eine Woche hier und bleibt bis Sonntag. Das ist sozusagen ein Coaching für Fritzi. Für Martin ist Kochen eine Philosophie, für Fritzi ist Kochen Kochen. Anja meint, er ist mit der neuen Speisekarte überfordert. Das schafft der nicht, sagt sie.

Donnerstag, 10. Juni

10 Blitzer € im Briefkasten von Pfingsten – das konnte den schönen Tag gestern nicht schmälern.

Das 7-Tage-Inzidenz-Wetter zeigt meist so Mitte 20 Grad an, nur einmal getopt von 27, gefühlt 29. Aber da hab ich frei. Damit komm ich bei Guti-Gutshaus gut über den Juni.

Heute ist Neumond in den Zwillingen und sichtbare partielle Sonnenfinsternis. Es gibt auf YouTube etliche Videos dazu. Ich hab mir ein Kartenreading von Artemis Tarot ausgesucht: Die Chance auf gewaltige Veränderungen – Neumond – Sonnenfinsternis Orakel. Das trifft den Nagel voll auf den Kopf. So wird jeder, der was darüber wissen möchte, für sich das Richtige finden …

Mittwoch, 9. Juni

Ein Enkelkind zu haben, ist wie sich neu zu verlieben, stammt aus dem bemerkenswerten Buch Der Tanz der Großen Mutter von Clarissa Pinkola Estés. Sie hat auch Die Wolfsfrau geschrieben, das kennen bestimmt einige. Mir fiel der Untertitel auf: Von der Jugend des Alters und der Reife der Jugend. Das hat mich an meine Annonce damals erinnert: Hast Du Lust auf Entdeckungen, nachdem das Alter der Jugend in die Jugend des Alters gewechselt ist? Dann freu ich mich auf Dich! Ich hab sie zeitlos geschrieben. Ich hätte 30 oder 60 sein können. Ich war genau dazwischen. Ich wusste auch nicht, welche Altersgruppe sich darauf melden würde. Er ist ein paar Tage jünger als ich, nicht mal 7 Jahre, knapp 6 1/2 …

Das ist lange her, ich hab mich nur dadurch dran erinnert, was ich mal auf den Weg gebracht habe.

Das waren jetzt 3 Tage mit Besuch und unterwegs sein – erst in der City, was unsere schöne historische Altstadt rund um den Markt ist, und heute zum ersten Mal in diesem Jahr Premiere: Mit Gabi und dem Fahrrad in den Nationalpark. Mein Rad hat also heute zum ersten Mal wieder das Sonnenlicht gesehen, ich musste es erst aus dem Keller hochhieven. Wir sind nach Müritzhof gefahren – ein Landschaftspflegehof mit Gastronomie, Einrichtung des Lebenshilfswerks, und mit dem Auto nicht erreichbar. Auf dem Rückweg Schwimmen in der Feisnek – auch Premiere. Ich war ganz selten schon im Juni im Wasser. Danach im Flomala – Hotel Weit Meer – noch ein Kaffee auf der Seeterrasse direkt an der Müritz. Das wär bald nichts geworden, sie hatte noch 2 €, ich 3, nachdem wir in Müritzhof schön gegessen und auch noch was aus dem Hofladen mitgenommen hatten. Wir haben unsere Restbestände zusammengeschmissen und für 2 Käffchen hat’s gereicht.

Yes! 3 tolle Tage waren das jetzt – morgen und übermorgen wieder Gutshaus …

Dienstag, 8. Juni

Waren ist reanimiert – WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. Noch nicht mit so kräftigen Atemzügen wie sonst, aber das ist schon ein ganz anderes Gefühl als sonst. Als ich gestern mit meiner roten Canna-Blüte in der Einkaufstasche an Pier 3 am Hafen langgegangen bin, hat mich ein freundlicher Kellner aus südlichen Gefilden angesprochen: Guten Morgen, die Sonne scheint … und wir hatten ein kurzes, aber schönes Gespräch.

Mittags kamen überraschend Silvia und Detlef mit ihrem Enkel Diego aus Rostock, den sie für eine Woche bei sich haben, mit dem Zug. Er spielt immer Bus- und Bahn-Dispatcher. Früh hat Silvia geschrieben: Wir fahren mit dem Doppelstockzug Richtung Elsterwerder und steigen in Waren aus und sind um 12 bei dir. Bist du zuhause? Wenn ich weiß, dass ihr kommt, bin ich da. Das ist eine tolle Tour! Da war ich mir noch nicht sicher, ob das Fantasie ist oder ob sie wirklich kommen. Aber ich hab mir das schon gedacht, da Diego gerne begeistert Zug fährt. Um halb 3 sind sie mit dem RE 5 zurückgefahren. Erst waren wir mit ihm am Schiffspropeller-Brunnen am Hafen, aus dem er gar nicht wieder raus wollte, dann auf dem Spielplatz mit unserem Wappentier Seeadler, alles an der Müritz – dann im Kietz-Speicher ein Basecap für ihn kaufen und schließlich Lurchi-Sandalen, die Kindermarke von Salamander, bei Anika. Silvi hat sich für meine gute Beratung bedankt.

Als ich nach Hause kam, war die Terrassentür offen und Schuhe standen im Flur. Was ich erst für Männersandalen gehalten habe, waren Birgits ausgelatsche Treter. Sie war schon hier und hatte Mittag gekocht. Ihre Sprachnachricht hatte ich nicht gehört, Handy hing am Ladekabel. Hendrik kam später auch noch dazu. Er hatte mich schon mit meinem Besuch in der Langen Straße gesehen, ich ihn aber nicht.

Ja, und heute – auch ein besonders schönes Highlight. Mittags Treffen mit Carmen Sternchen …

Extra-Tipp heute mit Grüßen vom Mond:

Intensive Feuchtigkeitsmaske – z. B. mit Traubenkernöl. Beruhigt gestresste Haut und zieht zugleich die Anstrengung aus dem Körper.

Mein Lieblingskleid gab’s eben auf dem Markt noch in einer anderen schönen Farbe. Hab ich gleich gekauft und angezogen! Von Danas Tochter Vivi hol ich mir bei Apollo nachher frische und glückliche Eier ab. Sie arbeitet da. Dankeschön: Mumm Rosé

Montag, 7. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Was der Sonnenschein für die Blumen ist, das sind lachende Gesichter für die Menschen. Joseph Addison

Ich hab gestern einen noch schöneren gelesen: Enkelkinder zu haben, ist wie sich neu zu verlieben.

Ich hab grad an Jonte gedacht, da hat mir Tamina ein schönes Foto von ihm geschickt – mit Sonnenbrille und Krokodil-Hut, herrlich!