Donnerstag, 26. März

Gestern hat meine Tochter angerufen: Mutti, ich hab gehört, du nimmst Corona nicht ernst? Was heißt, ich nehm es nicht ernst? Ich wusste gleich, woher der Wind weht. Am Tag davor hatte ihre Schwiegermutter über WhatsApp gefragt, wie es mir geht … Antwort: Guten Morgen, Angelika! Danke, gut, bis auf dass mir der Hype mächtig auf den Kranz geht. Guti-Gutshaus hat auch geschlossen, d. h. erstmal Freizeit bis auf weiteres. Ich hoffe, ihr seid auch resistent und bleibt gesund und munter, liebe Grüße zu euch!

Ich hab Andrea gesagt, dass ich mich mehr an die Gegenstimmen mit gesundem Menschenverstand halte und nicht an die Massenmedien, die ich für Volksverdummung halte. Daraufhin hat sie mir einen Beitrag von Riff Reporter geschickt: Wodarg, Bhakdi und Co: Die Besserwisser in Zeiten der Corona. Mit dem Zusatz: Die Riff-Reporter haben den Grimme-Preis bekommen. Ich hab gleich gegooglet – Ja, haben sie – 2018. Meine Antwort:

Auch wenn Riff  Wissenschafts-Journalisten sind, sind es doch Reporter, und sie werden bezahlt. Sie verkaufen ihre Beiträge und es hat sich noch nie was gut verkauft, was gegen den Mainstream ist. Wobei ich nicht wüsste, was die anderen von ihren Beiträgen haben. Ich glaub nicht, dass sie es nötig haben, sich in ihrem Alter – über 70 – wichtig zu tun. Da fällt mir das Motto meines geschiedenen Ehemanns ein: Wem nützt es? Also, welche Lobby steckt dahinter …

Mittwoch, 25. März

Das scheinen Spar-Wochen zu sein. Als wenn das Universum, wenn sich das Einkommen verringert, auch die Ausgaben kürzen will, um somit das Defizit auszugleichen. Mein Hauswein kostet bei EDK diese Woche nur die Hälfte im Angebot. Das ist mein einziger Hamsterkauf – ich hab gleich 10 Kartons bestellt, und hoffe, dass sie heute, wie versprochen, kommen. Meine Hyaluronic-Gesichtscreme ist bei Calu mit 6 Euro weniger im Angebot und Super liegt unter 1,20 hab ich gestern gesehen, als ich von Dana aus ihrer Podologie-Praxis zurückgekommen bin, wo ich den ganzen Nachmittag verbracht hab. Da war ne Stimmung! Allein gestern 6 Ausfälle – durch Absagen oder Nichterscheinen. Die wissen wohl nicht, dass sie zum medizinischen Bereich gehört, der weiterarbeiten darf und nicht zur kosmetischen Fußpflege – und bleiben einfach weg.

Das runtergefahrene Leben tut mir sehr gut. Ich komm zur Ruhe. Mir ist, als wenn das der Normalzustand wäre – das andere war alles too much. Mir tut auch nichts mehr weh – ich arbeite ja auch nicht mehr körperlich-anstrengend – und das fehlt mir überhaupt nicht …

Und überhaupt fehlt mir überhaupt nichts – ich bin zufrieden. Jetzt kann von mir aus kommen, was will – ich bin mit allem einverstanden.

So still war es noch nie. Es ist aber nicht die Stille eines Sommer-Sonntagnachmittags, in der nur das Summen der Insekten im Garten zu hören ist, sondern eine, in der etwas unsichtbar gewebt wird …

Dienstag, 24. März

Das Turteltauben-Ehepaar hat sich wieder genau in mein Blickfeld gepflanzt – auf den Schornstein auf dem gegenüberliegenden Dach der Terrasse, und demonstriert mir sein üppiges Liebesleben – Balzen, Schnäbeln, für Nachwuchs sorgen oder nur einträchtig nebeneinander in der Sonne sitzen, stundenlang.  Im vorigen Jahr konnte ich es kaum mit ansehen, diesmal nehm ich es ohne Regung wahr und möglicherweise kann ich mich im nächsten Jahr sogar darüber freuen.

Und, langweilst du dich auch nicht hier, Maik?, hab ich gestern gefragt, als ich von meinem Kurzausflug in die Stadt wieder reingekommen bin. Keine Angst, das ist nicht pathologisch. Da ich ihn ständig wahrnehme und fühle, wird er schon in irgendeiner Form hier anwesend sein …

Die Präsenz ist wieder stark angestiegen, während Corona umgeht – das sagen die anderen auch in ihren Kommentaren auf den Youtube-Seelenpartner-Kanälen. Und das sind Tausende. Allein Heart and Soul Readings hat schon 22000 Abonnenten!

Sehr unterhaltsam!, steht heute im Kommentar eines Lesers mit Vornamen meines Sohnes. Meine Antwort sieht man – nicht sehr geistreich, dafür ein breites Lächeln.

Montag, 23. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Was immer geschieht, an uns liegt es, Glück oder Unglück darin zu sehen. Anthony de Mello

Und da gerade jetzt Geduld gefragt ist, gleich noch einer – doppelte Dosis:

Geduld ist die Gabe, dem Glück so lange die Tür aufzuhalten, bis es eintritt.

Heute hatte ich den Impuls, nach langer Zeit mal wieder eine Karte zu ziehen – aus dem Deck mit Engeln auf Gemälden Alter Meister. Nr. 15 – Grenzerfahrung. Darauf ist – wie es passt zu dieser Zeit – ein schwarzer Engel. Auf den ersten Blick, bei genauem Hinsehen ist es ein tiefes Dunkelgrün. Die zweite, die sich gezeigt hat, war Gnade. Die 3. – Einzigartigkeit.

Ich denke, es wird der Tag kommen, an dem wir sagen werden: Das war das Beste, was uns passieren konnte …

Sonnabend, 21. März

Urlaub Waren – Müritz 4K UHD – 4./5.9.2017 – Das hab ich heute morgen auf Youtube entdeckt. Wunderschönes Video über meine Heimatstadt und Umgebung. Nur Bilder und sanfte Musik – wie mit meinen Augen gesehen. Lächeln am Morgen …

Die gezeigte 7-Seen-Fahrt nach Plau ist eine Tagesfahrt und die schönste der angebotenen Schiffstouren. Die hab ich vorigen Sommer mit Manuel gemacht.

Damit mein überwiegendes Schweigen zum Thema nicht wie Flucht vor der Realität aussieht, hier mal meine Antwort an Silvi, die mir einen langen Text zu „Die Welt nach Corona“ geschickt hat:

Das ist mal ein Beitrag, liebe Silvi! Danke für die interessante und amüsante Abendlektüre – Trump und AfD – und sogar mit für mich aktuellem Gleichnis Zahnarzt. Guti-Gutshaus hat auch geschlossen, das heißt Freizeit mit beruhigendem Stundenvorlauf für einen Monat. Andrea macht auch Home Office und findet es „megageil“. Ich schlaf fast bis mittags, geh dann in unserer Geisterstadt spazieren, was der schönen Müritz keinen Abbruch tut, und nachmittags gucken wir bei Sigi und Wolfgang unten Die Tudors auf DVD, Heinrich der VIII. und seine wechselvolle Geschichte. Alles in allem ruhig und entspannt. Die Panikmacher wie Aniko hab ich erfolgreich abgewehrt und zu ihren WhatsApps geschrieben: Sorry Aniko, das ist der größte Blödsinn! Heut hat sie mir einen Beitrag von Rüdiger Dahlke zum Thema geschickt, geht doch! Jetzt Du noch Home Office, dann ist es richtig gemütlich. LG

Heute ist Freitag, der 20. März

Hallo, Ihr ganzen Lieben!, so fängt die Rundmail an, die gestern von Guti-Gutshaus kam. Wie Ihr ja schon bestimmt mitbekommen habt, müssen wir schließen, alle Buchungen absagen und unsere Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Wir sind sehr traurig darüber, es war gerade richtig toll und nett, aber leider können wir es nicht ändern. Wir zahlen die Überhänge weiter, so weit es geht. Ansonsten sagen wir Bescheid. Ich hoffe, Ihr seid alle wieder an Bord in besseren Zeiten! Liebe Grüße, Bettina

Ich hab genau einen Monat Vorlauf mit Stunden … Heute hat mir Dana geschrieben, was die Krise für ihre private Praxis bedeutet. Einziger Trost ist, sie ist nicht alleine. Was danach noch da ist, wird bleiben. Alles andere hat kein Anrecht auf Fortbestand.

Donnerstag, 19. März

Lichtblick – Morgen ist Frühlingsanfang! Auch wenn die Welt gerade andere Interessen hat und lahm gelegt ist. Dann zählt es um so mehr …

Morris – Seelenfrisör, sowas hab ich noch nicht erlebt. Das war ne Challenge, hat er gesagt. Ich glaub, ihm hat es genauso viel Spaß gemacht wie mir. Martina hat mich abgeholt und nach Mittag in der Osteria waren wir bei ihr Zuhause. So haben wir schön unsere sozialen Kontakte gepflegt, uns umarmt! und ich fühl mich haargenau wie neugeboren …

„Wir sitzen jetzt alle in einem Boot und müssen zusammenhalten und hoffen, dass es nicht untergeht.“ Wenn mir Christa mit 77 das schreibt, kann ich das tolerieren, doch wenn Aniko, 37, mir das schickt, lautet meine Antwort: Sorry Aniko, das ist der größte Blödsinn!

Dazu fällt mir ein Spruch ein, ich glaub, den hat Sabine mal gepostet: Die Liebe kann untergehen, aber nicht ertrinken. Italienisches Sprichtwort

Haare sind Antennen, hab ich ihm gesagt. Er hat zwei Handbreit abgeschnitten. Das ist so viel, dass ich noch genug fühlen kann …

Heute ist Mittwoch, der 18. März

Was soll mein kleiner Jonte denken, wo er hier hingeraten ist? So guckt er auch. Abends zoom ich ihn mir auf meinem WhatsApp-Profilbild auf die richtige Größe, seh ihn mir an und liebe ihn mit der ganzen verbliebenen Kraft meines Herzens.

Es ist weniger als die Hälfte der Leute unterwegs als sonst. Von mir aus könnte das so bleiben. Das ist völlig ausreichend. Martina sagt auch, es ist viel ruhiger, weniger Verkehr, weniger Menschenmassen. Morgen fahr ich zum Frisör nach Rostock und treff mich mit ihr und wir machen uns einen schönen ganz normalen Tag. Ich treff mich nur mit ihr und nicht mit meinen Kindern, die lass ich mal sein …

Meiner Tochter hätt ich ’n bisschen mehr Differenzierungsfähigkeit zugetraut. Dass mein Sohn ein Gesundheitsapostel ist, weiß ich und bevor er die Tür gar nicht oder mit Mundschutz aufmacht, lass ich es lieber bleiben.

Dienstag, 17. März

Es grassiert die Seuche – Was soll ich dazu sagen? Ich entzieh mich, um den Hype nicht mitzumachen. Heinrich der VIII. ist kurz davor, Anne Boleyn zu heiraten und zur Königin von England zu machen. Die Tudors, Staffel 2 … Ein Stück Normalität mit Sigi und Wolfgang unten.

Hauptverbreitungsquelle des Virus ist WhatsApp – ich leite nichts mehr weiter, egal wie witzig es scheint. Nicht mal Schutzengel mit „Bleib gesund“.