Donnerstag, 3. März

Alle Lebewesen außer dem Menschen wissen, dass die Hauptaufgabe des Lebens darin besteht, sich am Leben zu freuen. Samuel Butler

Lars hat mir erzählt, er hat Leyla in der Stadt getroffen, seine Vorvorletzte – mit Haley Jane, Mutter und Hund. Und, wie geht’s denen? – Alles gut. – Erstens frag ich mich, wie alles gut sein kann, und zweitens glaub ich, wenn einer so antwortet, ist es das gerade nicht. Das hört man schon am Tonfall – runter, rauf, runter.

Gerne wird die Frage auch erweitert beantwortet mit – Du – alles gut. Das sieht man denen aber nicht an. Wenn es so wäre, müsste doch ein Lachen oder wenigstens ein Lächeln auf dem Gesicht des Gegenübers erscheinen, ein kleines Zeichen von Freude. Nein, bestenfalls bleibt es unbeweglich oder meist sieht es aus wie Regenwetter bei der Antwort.

Wenn mich einer fragt, ist schon eine Regung dabei, hell und freundlich, auch wenn nicht gerade die Sonne scheint. Schon allein die Tatsache, dass sich einer danach erkundigt, wenn’s auch nur pro forma ist …

Mittwoch, 2. März

In Freiheit, mit Blumen, Büchern und dem Mond – wer könnte da nicht glücklich sein? Oscar Wilde

Das war lebensspendend, gestern die Massage. Gleich ein guter Draht zu ihr und eine besondere Auszeit, wie ein Urlaubstag. Die Behandlungen sind energetisch und ganzheitlich für Körper, Geist und Seele und so wohltuend – 90 Minuten Berührung und Hautkontakt. Die ätherischen Öle von Thymian, Oregano und Basilikum und noch 8 weiteren wirken Wunder. Ich dufte heute noch wie ein Kräutergarten. Den nächsten Termin hab ich gleich für den 4.4. vereinbart – energetische Fußmassage. Da kann ich mich jetzt schon drauf freuen. Hinterher hab ich mir im von Beate empfohlenen Fisch-Bistro ein Flußkrebs-Baguette mit Algen geholt und mich damit auf eine Bank in der Sonne gesetzt. Besser geht’s nicht!

Daraufhin hat mir Ulla ein Herz für Ukraine geschickt mit: Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden! Da könnte man gleich noch eine ganze Latte anführen und ich hab ihr die laut IRC International Rescue Committee, wo ich monatlich spende, 10 Schlimmsten humanitären Krisen geschickt. Wen interessiert das hier? Ist ja auch weit weg. Nur wenn’s vor der Tür ist … Massage mach ich nicht, um den Wahnsinn zu ignorieren, sondern um ihn überhaupt und irgendwie auszuhalten.

Heute ist Dienstag, der 1. März

Nie in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein. Friedrich Schiller

Mein Achtsamkeitskalender war eine gute Anschaffung. Da hab ich jeden Morgen einen Aufhänger, was zu schreiben, wo ich sonst schweigen würde.

Der Frühling naht – das Ereignis würdige ich mit der Massage heute als Auftakt, damit sich die Lebensgeister wieder rappeln können. Gut für sich sorgen, heißt auch, gut für andere sorgen …

Montag, 28. Februar

Auch die Pause gehört zur Musik. Stefan Zweig

Gestern war den ganzen Tag Musikpause. Ich bin im Bett geblieben und hab mit Schlaf Erschöpfung kuriert. Immer, wenn ich wach geworden bin und mal auf die Terrasse gegangen bin, hab ich gedacht, das reicht noch nicht, leg dich wieder hin.

Ich freu mich schon auf meine Raindrop-Massage morgen in Plau. Das steht bei ihr unter außergewöhnliche Massagen und wird die Lebensgeister anregen. Und darauf, Beate kennenzulernen, das wird bestimmt eine schöne Begegnung. Bis dahin ruh ich mich weiter aus.

Mein Blog kann nicht mehr auffangen, was jetzt vor sich geht, in mir und der Welt. Das ist nur eine Pinnwand mit Notizen.

Sonntag, 27. Februar

Lebe, als würdest du morgen sterben. Lerne, als würdest du ewig leben. Mahatma Gandhi

Ich lebe, als würde ich ewig leben und lerne, als würde ich morgen sterben.

Jeden Tag beginne ich mit: Dieses Jahr wird ein glückliches Jahr. Corona ist Corona mit Krieg geworden. Diesen Weg der globalen Entgleisung kann man getrost verlassen und den Weg nach Innen wählen. Da, wo ein sicheres Zuhause ist. Danach ist mir angesichts der Schreckensnachrichten.

Wo bleibt das so hoch gepriesene Erwachen der Menschheit? Das kann es ja wohl nicht sein.