Montag, 22. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Alle Stärke wird nur durch Hindernisse erkannt, die sie überwältigen kann. Immanuel Kant

Gestern hatten wir ein kleines, feines Frühlingsfest bei Birgit auf dem Dorf. Nachmittags erst Spaziergang mit Birgit und Heidrun im urwüchsigen Nationalpark, das war bisschen akrobatisch, umgefallene Bäume bleiben dort liegen, auch wenn es quer über den Weg ist. Einer ging mir bis zur Hüfte, über den ich mich schwingen musste. Danach Kaffee und mein Bananenkuchen draußen in der Natur und abends dann Feuer und Grillen mit 2 befreundeten Paaren und Azen, einem russischen Medizinstudenten, den ich schon aus Birgits TAO-Schule kannte. Trotz Feuer kam ich abends steifgefroren zurück und bin immer noch nicht richtig aufgetaut. War aber sehr wohltuend, dass die Gespräche mal nicht um das zur Zeit alles beherrschende Thema kreisten, was an der Zusammensetzung der Leute lag. So war es ein schöner Frühlingsempfang und wir haben viel gelacht – was auch an der Zusammensetzung der Leute lag.

Tut gut, Gemeinschaft im Kreis von Gleichgesinnten …

Sonntag, 21. März

Der verwaiste Thron der Königin in dieser Welt ...

Die Welt brennt – Warum wir jetzt das Weibliche brauchen – Das ist aus Podcast Folge 219 mit Veit Lindau auf YouTube zu seinem neuen Buch: Genesis. Die Befreiung der Geschlechter.

Er legt es auch und vor allem Männern ans Herz, damit die Versöhnung zwischen dem Männlichen und Weiblichen, zwischen Mann und Frau jetzt in der Welt geschehen kann. Volle 25 Minuten Gänsehaut …

Jetzt ist die Zeit, da Sie zurückkehrtund ER erwacht! Sie, die Königin – und er, der König!

Heute ist Sonnabend, der 20. März

Heute ist Frühlingsanfang und Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche …

Gestern war Aniko zum Kaffee hier bis abends. Das ist immer unterhaltsam, denn sie weiß alles und kennt jeden, einschließlich seiner Beziehungsgeflechte, wie verwandtschaftlichen und partnerschaftlichen Verquickungen, inklusive Expartner und Neuverbandelung dieser. Durch ihre Kunden im Blumenladen ist sie außerdem immer auf dem neuesten Stand. Danach bin ich immer auf dem laufenden, mir schwirrt aber auch der Kopf und ich kann manchmal kaum folgen.

Who is who – Aniko weiß es, die wandelnde Datenbank. So hat sie mich auch gleich über die Chefin des Gutshauses aufgeklärt, die personelle Unterstützung sucht, und über ihre beiden Schwestern gleich mit. Ich hatte schon bei Google geguckt und auch Bilder gesehen und vom ersten Ansehen wusste ich schon, das wird nichts mit uns. Ihr ist der Koch weggelaufen – so die Info von Aniko – und mit ihrem Personal geht sie nicht so pfleglich um, wie es in der Stellenausschreibung den Anschein hatte.

Sie hatte auch gleich ein neues Angebot – das wusste sie von der Tochter ihrer Nachbarin, die dort arbeitet und da hat sie auch gleich bei der nachgefragt. Als ich das gehört hab, hab ich gesagt, kommt für mich nicht in Frage. Gut, danke für die Information hat sie der anderen geantwortet, ohne weitere Erklärungen, weshalb ich kein Interesse hab. Frühstücksfee ab 6 Uhr morgens täglich!

Angebote gibt’s genug – die suchen alle, doch meist zu inakzeptablen Bedingungen – für mich jedenfalls. Da weiß ich, was ich habe – und bleib dabei. Ich werd immer gefragt, ob ich kann und kann mir die Zeiten aussuchen und frei einteilen, als freier Mitarbeiter sozusagen.

Meist will sie auch noch eine Karte ziehen, was ich lange nicht gemacht hab. Mein Blick fiel auf das Orakel der himmlischen Fülle. Bei ihr: Visualisiere Fülle in jeder Form! – was sehr passend war, da gegenwärtig Mangelsituation. Und wo wir schon dabei waren … Bei mir fielen gleich zwei raus: Nebenjob und Entgifte deine Freundschaften! Das zeigt mir, dass die Verbindung nach Oben noch steht – beides ist genau das, was ich gerade unter die Lupe nehme.

Freitag, 19. März

Gestern Blumen gepflanzt – heute tanzen Schneeflocken in der Luft, mit frostigen Temperaturen in der Nacht!

In der Röhre backt ein Bananen-Marmorkuchen für unser Frühlingstreffen am Sonntag mit Birgit und Heidrun. Bei Interesse – Rezept auf GuteKueche.at

Gleich früh hab ich heute meine Pinnwand – was meine immer offenstehende Küchentür ist, leer geräumt von dem, womit ich sie über Jahre zugepflastert hab – Einladungen, Fotos, Ansichts-, Glückwunsch-, Eintrittskarten und alles mögliche, z. B. eine Reitkarte für die Zirkusarena von Zirkus Busch, die mich an Kamelreiten erinnert hat, wo ich mal mit Aniko im Sommer bei 36 Grad war.

Mit dem Frühlingsanfang fängt das astrologische neue Jahr an. Also Platz schaffen für neues … Jetzt kommt da auch mein rosa Blechschild wieder voll zur Geltung: Man widerspricht dem Einhorn nicht! Das ist wichtig.

Dann war ich noch bei Ernsting’s Family zu Happy Jonti Shopping: Seine alten Sachen sind alle verbraucht und zu klein, hat Tamina neulich gesagt. Meine Schnäppchen-Schätze sind 4 T-Shirts, 2 ohne Aufdruck, 1 x Cool wie Daddy, 1 x We are the future, 1 Sweatshirt mit ME und darunter GA, ein einteiliger Schlafanzug, dunkelblau mit weißen Sternen – ohne Füße, denn das mag er nicht – 3 Paar schöne Söckchen und einmal Leggings mit Peppa Wutz, dem Star unserer Lieblingsserie. Meist gucken wir sie in English, da heißt sie Peppa Pig. Das ist eine Schweinebande – Mama Wutz, Papa Wutz, Peppa Wutz und George = Schorschi.

Donnerstag, 18. März

Gestern hab ich vorsichtig das erste Primelchen gepflanzt, weil es noch kalt ist, und das Schwanenpaar aus dem Blumentopf von Carmen Sternchen vom Herbst mit reingesteckt. Das hat den Winter überlebt, der Topf nicht. Heute geht’s weiter. Im Paillon-Laden, das ist gleich neben Christines Wohnung in der Kirchenstraße, haben sie schöne Primeln und Schlüsselblumen aus eigener Gärtnerei des Lebenshilfswerks. Wenn ich schreibe, in der Kirchenstraße, heißt das, das sind nur 100 Meter hier vom Markt ab. Hier ist alles nah … Alles keine Entfernungen, mit ein paar Schritten zu erreichen.

Mittwoch, 17. März

Altstadt-Bäcker und -Café hat heute wieder geöffnet, mit gelben Luftballons am Eingang, seh ich grad von oben. Ich hab mir bei EDK gestern auch eine Kerze für meinen Altarschrank – das ist der alte Nussbaumschrank von Oma – gekauft. „Kauf dir mal eine gelbe …“, hab ich mir gesagt, wo ich sonst lieber alle möglichen Rottöne nehme. Ich glaub, alles sehnt sich nach Sonne! Kerzen kauf ich sonst bei Rossmann oder im Papillon, Lebenshilfswerk-Laden, aber zufällig hab ich entdeckt, als sie mal im Angebot waren, dass die von „Wir lieben Lebensmittel“ zwar genauso aussehen wie die Rustik-Kerzen von Rossmann, aber wie Lotus-Kerzen abbrennen, also der Rand in fantasievollen Formen runterbrennt.

Bjarne hat heute Geburtstag. Er wird 6 und kommt in die Schule. Nachmittags geh ich gratulieren …

Niti, ich freu mich, dass du hier bist, hat Bjarne gesagt – und die kleine Frankie hing wie eine Klette an mir. Ich hatte Ü-Eier für die Geburtstagsgäste mitgenommen und für Bjarne natürlich ein Geschenk. Mit Christine und Rainer hab ich erzählt – das war so wie mit Leuten, die man lange nicht gesehen hat und dann denkt, es wär erst gestern gewesen. Ich freu mich, dass wir so verbunden sind, über unsere jahrelange Nachbarschaft hinaus. War sehr schön …

Dienstag, 16. März

Die Sonne lacht um 8 und zum ersten Mal ist heute unten wieder Markt auf dem Markt …

Nochmal Dostojewski, Die Brüder Karamasow:

„Was redet er da von Jerusalem? Was soll das bedeuten?“ „Das ist aus der Bibel: ‚Vergesse ich dein, Jerusalem‘, das heißt, wenn ich vergessen könnte, was mir das Liebste ist, wenn ich es für etwas anderes hingeben würde, so soll meine Rechte verdorren … “ „Ich verstehe, genug!“

Meine Rechte – Hand.

Montag, 15. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Werde wieder wie ein staunendes Kind, das die Welt entdeckt. Jeden Augenblick neu. Sprichwort aus Tibet

Kirschblütenzweig dazu, hellblauer Himmel …

… Mischa wird sich, solange er lebt, daran erinnern, wie die alte Frau gestorben ist, während ihre Hand vergessen auf seiner Schulter lag; wenn dann auch er einmal stirbt, wird sich keiner mehr auf der ganzen Welt daran erinnern, und keiner wird erfahren, dass es einst – es war einmal – so eine alte Frau gab, die hundertundvier Jahre lebte, ohne dass jemand sagen kann, wie und wozu. Weshalb auch erinnern, es ist doch alles gleich. So gehen Millionen Menschen hinüber – leben unbemerkt und sterben unbemerkt. Höchstens, dass eben in der Minute, da so ein hundertjähriger Mann oder eine hundertjährige Frau stirbt, gleichsam etwas Ergreifendes und Stilles, ja sogar etwas Wichtiges und Versöhnendes beschlossen liegt – hundert Jahre, das wirkt bis heute seltsam auf den Menschen. Gott segne das Leben und das Sterben der einfachen guten Menschen! Aus: Tagebuch eines Schriftstellers

Von allen großen Schriftstellersöhnen von Mütterchen Russland ist er mir der nahestehendste, der liebste und der wundervollste – Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Ich bestell mir nochmal sein Gesamtwerk – bevor ich 104 bin!

Sonntag, 14. März

Sonntag: Ein paar WhatsApps mit Ulla hin und her, kleine Spazierrunde mit Schlemmer-Snack und tea to go vom Bäcker am Verkehrseck und dann wäre ich fast schon wieder im Warmen gewesen, wenn ich nicht noch zufällig Gabi getroffen hätte, die in gleicher Mission – Spaziergang und Bäcker – unterwegs war, kurz bevor ich auf den Hof eingebogen bin. Dann haben wir noch eine halbe Stunde auf der Bank an der Marienkirche erzählt, bis ich richtig durchgefroren war und danach lief mir noch Aniko über den Weg, die grade zu mir kommen wollte. Das verschieben wir auf’s nächste Mal, hab ich gesagt – ich will erstmal in die Wanne und dann mit Buch auf Couch …

Sonnabend, 13. März

Bitte eine gute Nachricht … ! Ich kann keinen Trost mehr spenden, ohne ein positives Lebenszeichen. Von meiner Freundin mit Hautkrebs ist gestern auch noch ihr Papa gestorben, hat sie vorhin geschrieben.

Ich hab meine Wäsche gewaschen und meine Blumen gegossen …

Cheers, my deers, auf all of us – jetzt mach ich mir meinen Crémant Rosé auf, den für den besonderen Anlass. Den trink ich auch auf das Brautpaar, das heute vormittag sein Hochzeitsbild vorm Rathaus im Regen aufgenommen hat. Dann leg ich mich ins Bett schlafen, in der Hoffnung, dass der Rosé abfärbt – auf Befinden und Gedanken, auf Träume und Wirklichkeit.