Heute ist Mittwoch, der 1. September

Der September wird herbstlich und arbeitsreich …

Die Geschichte beim Bäcker am Wasserturm hat noch einen Hintergrund. Wir waren mit Martina und Sandra da, weil Martina gelesen hatte, die Schwedinnen pflücken sich zu Mittsommer einen Strauß mit 7 Blumen und legen ihn sich über Nacht unters Kopfkissen. Das soll ihnen dann ihren Mann bringen. Dazu wollten wir in die wild-romantische Gartenanlage in der Nähe. Ich brauch keine Blumen, hab ich gesagt, ich lass sie auch lieber wachsen, als sie abzupflücken. Als sie ihren Strauß zusammenhatten, hab ich gesagt, wir merken uns mal das Datum – es war in der letzten Juniwoche – und gucken mal, was passiert. Da hat Sandra gelacht und gesagt: Wahrscheinlich triffst Du in der nächsten Woche deinen Traummann und wir gehen leer aus. Ich hätte ihn noch am gleichen Tag getroffen – er war da. Manuel war – rückwirkend betrachtet – nur mitgekommen, um die Begegnung zu verhindern.

Traummann ist nicht die richtige Diagnose. Ich fühl nur die Zusammengehörigkeit und das von Anfang an bis heute oder unendlich.

Heute Guti-Gutshaus, die Café-Schicht – 14 bis 18 Uhr, sonnig und mild …

Ich hab eine halbe Stunde länger gemacht und war um 7 zu Hause, immer noch eine gute Feierabendzeit. Der Abend ist noch schöner als gestern, ruhig und friedlich. Der Himmel im Osten am Kirchturm ist um halb 9 noch so hellblau wie mein jahrealter Sommer-Leinenrock.

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Dienstag, 31. August

Der letzte Tag im August …

Das kurze Zwischenspiel, dass ich ihm geschrieben hab, kommt mir vor, als liegt es schon lange zurück. Dabei war es erst vor ein paar Tagen. Als wenn er sich aufgelöst hat und gegangen ist.

Du hast mehr verloren als ich, hab ich noch geschrieben. Das mein ich in materieller Hinsicht. Und auch, wie es meiner krebskranken Freundin geht und der Tochter meiner Vermieterin in der Psychiatrie. So gesehen bin ich sorgenlos mit meinem kleinen Jonte Sonnenschein. Mit einer Antwort hab ich nicht gerechnet und so ist es, als hätte es diese paar Tage und Sätze überhaupt nicht gegeben.

Vielleicht steht in der Akasha-Chronik, sie ist nochmal auf ihn zugegangen, als sie erfahren hat, dass er zur gleichen Zeit am gleichen Ort war wie sie. Da, wo sie sich beide schon mal getroffen haben. Sie hat ihre Festung verlassen – obwohl sie geschworen hat, das nicht zu tun. Er nicht.

Es ist so ein schöner Spätsommerabend …

Montag, 30. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der gegenwärtige Augenblick ist stets voll unendlicher Schätze. Jean-Pierre de Caussade

16 Grad, Regen klingt ab … Um 6 Uhr aufgestanden, weil ich Sigi und Wolfgang versprochen hab, mit ihnen nach Plau zu fahren, wo Wolfgang einen Termin in der Klinik hat. Sonst würde ich bis mittags im Bett bleiben und mich erstmal ausschlafen …

Sonntag, 29. August

Das war ein Wochenende! Nach Feierabend bin ich gestern direkt nach Rostock gefahren, weil Michael und Tamina krank aus dem Hiddensee-Urlaub gekommen sind und gefragt haben, ob ich Jonte heute nehmen kann. Kurz vor 12 war ich in Bandelstorf, dann noch eine Stunde mit Heidi auf der Terrasse und heute um 10 hab ich meinen kleinen Sonnenschein abgeholt. Zum Glück hat er 3 Stunden Mittagsschlaf gemacht und ich mit. 20:30 Uhr war ich heute wieder am Kirchturm.

Sonnabend, 28. August

Gestern ein schöner Abend mit der langen Einkaufsnacht – tolle Musik mit IrremurxX, 6 Musiker, 10 Instrumente. In erträglicher Lautstärke und bei mildem Wetter. Heute früh der Grüne Markt – mir ist bewusst, wie schön das hier ist …

Als ich bei Martina war, hat sie mit mir ein Interview vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Das hat sie für ihre Nachbarin Elise übernommen, die in Urlaub ist. Das war umfangreich und bestand aus 2 Teilen – einmal hat es eine Stunde gedauert, einmal fast 2, mit Pausen. Das hat alle Lebensbereiche erfasst, Kaufverhalten, Politik, Finanzen, wie Altersvorsorge, und so weiter.

Dabei sind wir auch auf meine Wohnsituation gekommen – wie mach ich es am besten weiter? Die Zweitwohnung bei Rostock bedeutet mir viel, ist aber auch kostspielig auf Dauer. Deshalb wollte ich sie zu Anfang November kündigen, dann wär es ein Jahr, dass ich sie habe. Doch immer, wenn ich da bin, denk ich, wär schön, wenn sie mir noch erhalten bleibt. Deshalb der Banktermin gestern – mal sehen, was geht.

Ganz nach Rostock zu ziehen, in eine größere Wohnung – das sind nur 20 Quadratmeter da, aber sehr schön und die reichen für mich und Jonte völlig aus – kommt nicht in Frage. Dazu der schöne, weitläufige Garten im Sommer. Wenn ich im Strandkorb am Teich meinen Kaffee trinke, denk ich jedesmal – was für eine Idylle im Grünen.

Freitag, 27. August

Heute war Birgit vormittags hier, um 10 hatte ich einen Banktermin und danach hab ich mich mit Gabi bei Jannys Eis zum Kaffee getroffen. Heute Abend ist lange Einkaufsnacht, da wird es laut. Aber wenigstens spielt eine tolle Band – IrremurxX, die kenn ich vom Geburtstag von Kollegin Anjas Freund – und nicht DJ Falo mit seiner ewig währenden Musiktitel-Schleife. Ich genieß meinen freien Abend – morgen wieder Guti-Gutshaus – und die Aussicht von oben auf den Markt und das Getümmel …

Donnerstag, 26. August

19 Uhr – angekommen im Regen …

Zwei Stunden später – der Regen hat aufgehört. Ist schön, wieder die See(n)luft hier zu schnuppern.

Ich konnte einiges klären in Rostock. Mit Martina war ich beim Elfenhof. Das wird nicht – und das war meine Idee – meine neue Wirkungsstätte. Ich hab gedacht, das wär ein schönes neues Aufgabengebiet – mit vegan kochen. Als ich gefragt hab, ob sie Mitarbeiter brauchen oder suchen und dazu gesagt hab, dass ich seit 4 Jahren in der Gastronomie in einem kleinen Gutshaus-Hotel mit 46 Betten bin, hat sie nach dem Aufgabengebiet gefragt. Alle machen alles, war meine Antwort. Und Garten? Ja, einen Garten haben wir auch … war meine ausweichende Antwort. Da wusste ich schon, worauf es abzielt und dass es für mich nicht in Frage kommt. Sie haben ein fast einen Hektar großes Grundstück mit Wildwuchs und suchen hauptsächlich einen Gärtner oder eine Gärtnerin. Für Martina wär das was, nur ohne Auto ist da schlecht Hinkommen, in die Pampa.

Mein geplanter Silvester- und Jahreswechsel-Aufenthalt da – mit Kartenlegen, Numerologie und Raunacht-Ritualen hat sich damit, glaub ich, auch gleich erledigt. Das Geld investier ich lieber in mein Auto, wo TÜV, AU und Durchsicht zum Jahresanfang fällig sind. Das kann auch eine Wundertüte werden. Und das Auto brauch ich – um zur Arbeit und zu Guti-Gutshaus zu kommen. Pragmatismus versus Spiritualität.

Die Chemie hat nicht so gestimmt …

Heute ist Sonntag, der 22. August

Wozu die Einlage nun noch gut war? Auf Alles Gute hab ich geschrieben: Ja, das wünsche ich allen in dieser Zeit. Antwort: stimmt

Und noch paar Worte, wie: Ohne die Begebenheit wär ich wahrscheinlich Urgroßmutter geworden, ohne dir noch mal was zu schreiben. Oder: Du kannst den Kontakt löschen, mehr nicht. Das soll heißen, die Verbindung kann er nicht löschen, die bleibt bestehen: Oder: Ein Wort kein Wort, soll nicht die Fortsetzung sein.

Der Abschluss des Reigens war: So schnell wird das nicht nochmal passieren, dass sich unsere Wege kreuzen, hab ich gedacht, als ich nach paar Tagen in Rostock wieder hier war. Und wenn ich auch schon lange keine Sternschnuppe mehr gesehen hab, war das der richtige Moment. Wer weiß, was kommt.

Obwohl nur wenig Worte – das muss ein Riesen-Kraftakt gewesen sein. Danach hab ich 12 Stunden geschlafen und noch den ganzen Tag.

Wozu das gut war, werd ich bald wissen nach Koma-Schlaf. Er hat mich auf eine Idee gebracht. Nicht direkt er, eher seine einsilbige Antwort. So spricht Jonte auch mit mir, aber er ist noch im Entwicklungsprozess. Wie im Kleinen so im Großen, oder andersrum …

Sonnabend, 21. August

Das ist ein prächtiger Morgen, mit Sonnenschein und schon herbstlich …

Heute Abend wieder Guti-Gutshaus. Ich bin nur 2 Tage hier, Montag fahr ich wieder nach Rostock.

Ich bin erst gestern Abend zurückgekommen, weil ich Jonte erst gestern abholen konnte. Der kurze Eintrag von gestern, dass ich zurück bin, ist gar nicht erschienen, seh ich grad. Da hab ich wohl vergessen, auf Veröffentlichen zu drücken.

Es war schön, wieder nach Hause zu kommen, besonders wenn jemand da ist. Lars kam noch raus und wir haben kurz erzählt. Ich würd gern noch länger, hat er gesagt, aber um 4 klingelt der Wecker, Frühschicht.

Eigentlich bin ich nur für Guti-Gutshaus heute Abend hergekommen, Montag fahr ich schon wieder zurück für die Woche. Martina, Frisör und Nageltante.