Donnerstag, 27. August

Diese Person hat mir mitgeteilt, dass sie an einen Ort, wo ihr etwas Wichtiges vorgeschlagen wurde, weggehen muss, wenn sich das mit dir nicht bald klärt. (Mir wurde nachdrücklich gesagt, dass nur du von Interesse bist, und was euch betrifft, und wenn deine Tür sich schließt, dann hat diese Person hier nichts mehr zu suchen, dann würde sie das Angebot annehmen).

So geht es weiter im Text. Wenn es ihm wichtig ist, warum kommt er zu dir und nicht zu mir? Sag ihm, er soll das Angebot annehmen, hab ich geantwortet. Angeblich hat er nur 2 Tage Zeit, um sich zu entscheiden.

Heute gab es bei Aldi eine Daunen-Bettdecke für 77,59 – die war um 8 schon ausverkauft. Öffnungszeit ist 07:00 Uhr. Ich hatte sie zufällig im Angebot gesehen und hab gedacht, die kauf ich – der Preis ist mein Geburtsdatum. Na, nun nicht – dann brauch ich sie auch nicht.

Es stand noch was, in der anderen Mail:

Ich weiß, dass du manchmal verwirrt bist und dass du die Hoffnung, dass am Ende alles in Ordnung sein wird, verlierst. Mach das nicht, Anita, nicht wenn du dem Glück so nahe bist! Du betrachtest deine Vergangenheit als Indikator für deine Zukunft, und das ist eines der schlimmsten Dinge, die du tun könntest.

Das schicken mir die Wahrsager und Kartendeuter nicht etwa auf Anfrage, sondern von sich aus, weil ich da noch registriert bin.

Wenn du dem Glück so nahe bist … eines der schlimmsten Dinge, die ich tun könnte, wär, mich bei ihm zu melden. Jeder von uns bräuchte nur auf die Tasten des Handys zu drücken und keiner tut es. Aus unterschiedlichen Gründen …

Na, Tasten hat ein Smartphone ja nicht mehr, aber ich nutz auch noch mein altes Taste-and-Type-Handy. Ich feier hier wirklich reichlich, allein oder in Gemeinschaft – einen schönen Tag, ein schönes Ereignis oder nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – aber so weintrunken kann ich gar nicht sein, um ihm nochmal die Gelegenheit zu geben, mich so mies zu behandeln. Ich glaub, das weiß er auch.

 

Mittwoch, 26. August

„In exakt 2 Tagen wird sich die Person, die du liebst, entscheiden, ob sie bei dir bleibt oder sich entfernt. Es gibt aber noch etwas, was du wissen musst. Ruf mich unbedingt an, es ist wichtig.“ 0900 … Solche Mails bekomme ich immer noch von Anbietern von Kartenlegungen. Was kann daran so wichtig sein? Es kann sich nur jemand entscheiden, ob er bei mir bleibt, der bei mir ist.

Meine neue Bekanntschaft von gestern könnte eine schöne Freundschaft werden. Sie ist sympathisch und es würde mich nicht wundern, wenn sie auch so eine Geschichte hätte, wie ich. Es wird einen Grund geben, warum ausgerechnet nur wir beide bei diesem Vortrag waren. Wir hätten uns gar nicht übersehen können. Der universelle Mitarbeiter für Kontakte wird sich was dabei gedacht haben, das einzufädeln.

An ihrer Stelle einen Mann hinzuschicken, hielt er wohl nicht für angebracht. Dafür hat er möglicherweise auch seinen Grund. Der Platz neben mir war frei – da hab ich meine Handtasche draufgestellt.

Weder Mann noch Frau wissen, was vollkommene Liebe ist, bevor sie nicht ein Vierteljahrhundert verheiratet waren. Mark Twain. Den Spruch hab ich auf die Hochzeitskarte für Silvia und Detlef geschrieben und: Das schafft ihr locker – 25 Jahre!

Einige wissen nach 25 Jahren aber auch, was vollkommene Liebe nicht ist. Das hab ich natürlich nicht raufgeschrieben, sondern nur an Beispiele gedacht, die ich kenne, mich eingeschlossen.

Ich würde alles aufgeben, um dich wiederzuhaben, so fängt die nächste Mail an. Das, was man sich wünschen würde, nur nicht übermittelt durch professionelle Anbieter. Selber hat er keinen Mumm dazu, den hätte ich auch nicht an seiner Stelle, wenn es denn so wäre.

Dienstag, 25. August

Sehen und entdecken – heißt die Vortragsreihe im Haus des Gastes von Juni bis September, dienstags 17 – 18 Uhr. Viele Informationen und interessantes Wissen zur Stadt Waren (Müritz) und der Müritz-Region, präsentiert von regionalen Referenten. Eintritt frei. Außer M – der Weg ist das Ziel gibt es noch:

„Waren (Müritz) – einst und jetzt“ – 800 Jahre Stadtgeschichte von der slawischen Siedlung zum Heilbad am 1.9.

„Schlösser, Guts- und Herrenhäuser als Zeitzeugen einer Region“ – individuelle Anregungen zum Entdecken, Erleben und Genießen am 22.9.

„Einer von hier – Trojaausgräber Heinrich Schliemann“ – auf den Spuren des weltberühmten Archäologen am 8.9.

„Von Waren (Müritz) auf die Weltmeere“ – ein Blick hinter die Kulissen des Weltmarktführers im Schiffspropellerbau am 15.9.

Die seh und hör ich mir noch alle an. Die Reihe gibt es jedes Jahr und bei „Schlösser, Guts- und Herrenhäuser“ war ich im vorigen Jahr schon aus besonderem Interesse. Dieses Jahr ist das untergegangen, bis ich gestern den Aufsteller gesehen habe. Die Vorträge sind hauptsächlich für Touristen gedacht, deshalb wiederholen sie sich auch jeden Monat während der Saison. Jeder Einheimische ist natürlich auch willkommen.

Bei der Anmeldung gestern hat er gefragt: Ein Mann? Na – ich, eine Frau! Normalerweise fragt man doch, wie viele Personen?

Eine Frau war da, ich – und noch eine. Mehr nicht. Wir haben uns anschließend unterhalten und unsere Telefonnummern ausgetauscht. Sie ist vor einem Jahr von Berlin hierher gezogen und sagt, dass es schwierig ist, Kontakte zu finden. So kann’s gehen. Ich hab den Vortrag gestern zufällig gefunden und sie hat sich heute angemeldet, weil sie es in der Zeitung gelesen hat. In ihrer Telefonnummer ist zweimal die 77 – mein Geburtsdatum. Sie heißt Gabi und hat auch im Juli Geburtstag.

Montag, 24. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es. Gottfried Keller

Holzsteg am See bei Sonnenuntergang …

„M – der Weg ist das Ziel“, erinnert mich heute vor dem Haus des Gastes ein Veranstaltungs-Aufsteller, morgen 17:00 Uhr. Untertitel: Wanderung auf dem Müritz-Fernwanderweg, 175 km, Vortrag von Dr. Hans-Jürgen Frank und Günter Raschpichler, Fotos. Ich hab mich gleich angemeldet, ha ha. Das ist der Weg, von dem ich manchmal schreibe: Hier führen alle Wege zu M – wenn ich mit dem Rad unterwegs bin.

Eigentlich ist heute und morgen Putz- und Waschtag. Erstens empfiehlt es der Mondkalender, zweitens ist es überfällig und drittens hab ich keine Lust. Also bin ich erstmal zur Post gegangen – bestelltes Kleid zurückschicken, war aber mit Anstehen – und so bin ich erstmal zu EDK gegangen.

Ist doch süß, wie ich immer wieder angestupst werde, hier beim Kernthema zu bleiben und nicht zu weit abzuschweifen. M – der Weg ist das Ziel als Lichtbild-Vortrag und ich stolper drüber auf dem Markt – das ist der Humor der geistigen Welt.

Schönes schlechtes Wetter – kühl und Regen, das bleibt die ganze Woche so. Das hab ich mir gewünscht, nur 20 Grad weniger sind auch anstrengend.

Sonntag, 23. August

Als ich im Dänischen Bettenlager war, hab ich bei Deko eine Packung mit 5 Holzbuchstaben gefunden: HERBST – die hab ich gleich gekauft und an der Kasse gesagt: So heißt meine Schwiegertochter. – Wie? – Na so, HERBST. Die bekommt Tamina mit zum Geburtstag. Sie hat nämlich auch im Herbst Geburtstag, am 5. Oktober wird sie 20! Da hab ich mich gefreut drüber. Das sind so schöne Zufallsfunde, die einen zum Lächeln bringen …

Gesegneter freier Sonntag – ausgeschlafen, Kaffee um 10, um 1 bin ich bei Sigi und Wolfgang zu Mittag eingeladen, gefüllte Zucchini mit Hack und Feta. Birgit hatte mir eine in XXL mitgebracht. Da machen wir jetzt ein Gemeinschaftsessen draus. Aniko kommt bestimmt auch. Und nachmittags will Birgit zum Baden und erzählen kommen. Guti-Gutshaus lief gut gestern mit Grillabend, wenn auch wieder bis 23 Uhr. Dafür war vorgestern die Hölle los. Egal, jetzt ist frei bis Freitagabend! Wenn die Leute wieder abreisen und sagen: Ihr macht das toll hier!, dann ist das noch ein Bonus-Einkommen, ideeller Art.

 

Sonnabend, 22. August

Die gute Nachricht zum Feierabend auf meine Stundenabrechnung: Guti-Gutshaus passt den Stundenlohn den erhöhten Anforderungen an. In der Höhe, wie ich  gedacht hab, dass es angemessen wäre. Ich bin auf dem besten Wege, ein Kopf-Mensch zu werden – Materie, Moneten … Das ist nur das, um hier auf Erden gut klar zu kommen und abgesichert zu sein. Für Gefühle bleibt noch genug Raum übrig – jetzt im angemessenen Verhältnis.

Gleich nach dem Frühstück hab ich die Blumen vom Treppenhaus wieder auf die Terrasse geschleppt. Das war Frühsport. Die andere Hälfte steht noch bei Lars in der Wohnung, das machen wir, wenn er nach Hause kommt. Wie schön das jetzt aussieht –  so wirkt meine wundervolle Kirchturm-Kulisse noch viel erhabener! Durch die Unterbau-Konstruktion wurde der gesamte Fußboden angehoben, so bin ich dem Himmel noch näher – ganze 15 Zentimeter plus 3. Obergeschoss!

Apropos Himmel – für Gefühle bleibt noch genug Raum: Was die hundertfache Löschung auf dem Handy angeht – er weiß, was er mir geschrieben hat, und ich weiß es und wollte es lebenslang behalten. Doch das muss ich nicht archivieren, wenn es nicht werthaltig ist oder sein soll …

Wenn ich nachher zu Guti-Gutshaus fahr, fahr ich beim Dänischen Bettenlager ran und besorg mir noch paar schöne Kleinigkeiten für draußen – 6er Sets Outdoor-Kerzen und ein dekoratives Tablett für den Tisch. Das rundet das ganze ab! Und nach Feierabend ist Wochenende!

Als ich den Müll runtergebracht habe, hab ich ein Blümchen, rosa Kalanchoe, aus der Tonne gerettet. Die Süße steht jetzt bei meinem Rosenherz!

Freitag, 21. August

Halb 3 – Kaffee unterm Sternenhimmel auf der Terrasse, auf dem Stück, was fertig ist, bei runtergekühlten 21 Grad. Das wird heute die Krönung mit 32 …

Das war nicht nur die Krönung von den Temperaturen her, sondern auch bei Guti-Gutshaus  – weit über die Kapazität hinaus, fast das Doppelte.

Aber die Terrasse ist fertig und sehr schön geworden. Am Dienstag wird noch das Gerüst abgebaut und der Dachträger für das Material.

Dem Chef mit seinem verletzten Fuß hab ich nach Zögern doch meine Flasche Retterspitz gegeben zum Kühlen, ohne ihn bemuttern zu wollen.

Die Löschungs-Aktion lag aber nicht am sympathischen Dachdecker-Meister. Ich hab nur zum Löwe-Neumond gesagt: Lass mich nach vorne gucken bitte, und nicht zurück.

Donnerstag, 20. August

Gestern kam der Guti-Gutshaus-Plan für die nächsten 4 Wochen. Diesen Sonntag hab ich mir erfolgreich abgewimmelt. Dafür steh ich an den nächsten beiden Wochenenden wieder mit 3 Tagen drin, weil Anja Urlaub hat. Das seh ich nochmal ein, doch dann bin ich konsequent – 2 Tage! Mal eine Kaffee- oder Frühstücksschicht zusätzlich ist kein Thema, nur nicht diese Mammutlauf-Schichten abends mit anderthalb Stunden hinterher Küche machen bis halb elf, elf oder noch später. Echt ätzend!

Trennschleifer seit halb sieben auf der Terrasse und NDR 2 dudelt: Give me a minute to hold my girl – Zeichen? Eher nicht! Für Zeichen bin ich nicht mehr empfänglich, eher für die Temperaturvorhersagen von Wetter.com für’s Wochenende. Morgen zur Spätschicht wieder 32 Grad …

242 SMS gelöscht, von März 2017 bis 14. Juli 2018 – mit Fotos, Videos und Text, ohne sie nochmal anzugucken. Das war ja nichts, hat er gesagt, und langsam glaub ich ihm. Die Fotos in Papierform gehen bei nächster Gelegenheit ins Feuer. Ich räum gründlich auf mit ihm.

Mittwoch, 19. August

Silvia und Detlef haben die Steuerklasse gewechselt. Sie leben seit 20 Jahren zusammen. Gestern hat er mir ein Foto von ihnen am Strand geschickt mit Blumenstrauß und in Festkleidug. Sie haben am Freitag in Warnemünde geheiratet – in aller Stille. Das ist mal ein schönes Ereignis, besonders wenn man weniger Strecke vor sich hat, als im Rückspiegel. Das hab ich in einer Brigitte von Martina gelesen, die ich immer mal durchblättere.

Halb 7 – die Dachdecker rücken früh an heute. Geht weiter, gestern war Ruhe auf’m Bau. Lars kommt gerade aus der Nachtschicht, mit Schlafen wird da nicht viel bei den Bauarbeiten draußen …

11:11 Uhr Auf der Dachterrasse ist reger Baubetrieb. Ich komm grad von Dana zurück – mit wieder schönen Füßen und Rot-Gold-Glitzer-Lack. Sie wollen Montag in Urlaub gehen und jetzt ist die eine von zwei Mitarbeiterinnen krank. Wenn die Montag nicht wieder zurück ist, war’s das mit Urlaub …

Heute hab ich mal die fleißigen Bauarbeiter gefragt, ob sie schon sagen können, wann es fertig ist? Wenn wir feddich sind, sind wir feddich. Das ist ’ne umwerfende Logik! Der Chef kam später, hinkend, mit einem Tuch um’s Fußgelenk gebunden. Bisschen überlastet, hat er gesagt. Er ist über’s Gerüst hochgekraxelt und hat dann gefragt, ob er durch meine Wohnung über’s Treppenhaus runtergehen kann. Na klar. Er hat immer so ein schönes, entschuldigendes Lächeln. Ach, Mann … wär das schön, wenn noch was kommt, und das andere nicht das letzte war.

 

Dienstag, 18. August

Wer weiß, wer einem das einreden will, dass man alleine glücklich sein soll. Das kam mir schon immer spanisch vor und funktioniert nicht, hab ich gedacht.

Nicht nur der Anlasser, auch das Getriebe. Die Gänge gehen schwer rein und nur mit viel rumrühren. Also muss ich mir Gedanken machen über ein neues Auto. Lieber einmal neu, statt viel Geld in alt und verbraucht zu investieren.

Ja, das nun auch noch, Auto. Es ist aber auch grade dusslig alles, aber das konsequent. Nach der Mittagspause will sich Toyota melden … Jetzt war der Monteur hier und? Das Auto springt an – Vorführeffekt! Er hat es trotzdem mitgenommen – der Anlasser wird erstmal gewechselt. Schaltung weiter beobachten, hat er gemeint.

Guti-Gutshaus hat gefragt, ob ich Sonntag auch kommen kann, also zusätzlich zu Freitag und Sonnabend. Ich hab erstmal gesagt, dass ich Maleschen mit dem Auto hab und Fr/Sa auch noch fraglich ist. Oh, dann haben wir aber ernsthaft ein Problem! Na, das ist ja nun geritzt. Aber Sonntag mach ich nur, wenn’s gar nicht anders geht. Mit 2 Tagen bin ich gerade reichlich ausgelastet bei der Hitze, mit meiner Baustelle auf der Terrasse und der Autowerkstatt – alles Stress. Heute sind mal 10 Grad weniger mit Regen.

Das war ein schönes langes und auch heißes Wochenende bei Martina, überwiegend im Garten. Sonnabend- und Sonntag-Abend haben wir gegrillt und Sonntagnachmittag waren wir bei Peter, der im Stadtteil Gehlsdorf in einer schönen Wohnanlage, direkt an der Warnow, lebt, die er Geronto-Viertel nennt, gut betuchte Senioren. Ich bezeichne mich als beides nicht und bin durchaus zufrieden damit. Manuel war auch mit und auf einem kleinen Flohmarkt dort hab ich ein schönes Sommerkleid für Martina, ein Buch Optische Täuschungen für Manuel und ein lila Spitzen-Shirt für mich entdeckt. Montag Manja Nageltante – mit dem Fahrrad, denn Auto ging ja nicht – was auch wieder sehr erfrischend war!

Du siehst erschöpft aus, haben Sigi und Wolfgang und auch Aniko gesagt. Ich seh nicht nur so aus, ich bin es auch. In search of incredible erscheint jedesmal, wenn ich meinen Asus Laptop anschalte. Auf der Suche nach dem Unmöglichen ist erschöpfend …