Montag, 17. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

In diesem Leben können wir keine großen Dinge tun. Wir können nur kleine Dinge mit großer Liebe tun. Mutter Teresa

19:30 Uhr Ich bin zurück von Rostock – mit Anschieben. Der Anlasser ist im Eimer, nun endgültig. Morgen werd ich erstmal die Toyota-Werkstatt kontaktieren.

Manuel hat auf der Gartenparty – er wohnt unten bei Martina im Haus – gesagt, ich kann mir eine Flasche Wein von seinem umfangreichen Sortiment aussuchen, das er von Patienten geschenkt bekommt. Ich hab eine mit rotem Etikett gegriffen mit dem Aufdruck „Glücksgriff“. Na, das passt ja! Dann hab ich genau hingeguckt, es steht drauf: Du bist ein wahrer GLÜCKSGRIFF für mich! Ich könnte das jetzt auch als Zeichen von oben sehen, das lass ich aber mal. Maik geht Fallschirmspringen, hat er mir erzählt …

Was mich wohl auf meiner Terrasse erwartet?, hab ich auf dem Heimweg gedacht. Björn, er wohnt schräg gegenüber über dem Altstadt-Bäcker,  hat mir früh um sieben eine WhatsApp geschickt: Sag mal, was machst du da in aller Herrgottsfrühe? Lässt Du dir ’nen zweiten Balkon anbauen oder was wird das? Ah, dann weiß ich, die Bauarbeiter sind da, ich bin in Rostock, hab ich geantwortet. Mit dem Kran von unten über den Markt haben sie das Altmaterial abtransportiert, war auch für heute angekündigt. Jedenfalls ist der Bauschutt weg und schon Dachpappe verlegt. Damit kleb ich nicht mehr mit den Latschen bei 30 Grad aufwärts am Teeranstrich fest. Ich hab mir gleich meinen Relax-Stuhl rausgestellt und jetzt gibt’s schön gekühlten Silvaner!

Was ich bei Fallschirmspringen gedacht hab, ist nicht produktiv, aber verständlich: Das braucht er auch noch! Der eine stürzt vom Himmel ab, die andere hat mit Zahnarzt- und Werkstatt-Rechnungen auf Erden zu tun. Das hab ich mir gewünscht, einen Mann, der vom Himmel fällt …

Es gibt tausende Interpretationen über Seelenpartner im Internet. Mein Seelenmann ist bei mir, hab ich zu Martina im Garten gesagt – meine neue Definition. Manuel stand am Fenster, und  obwohl ich es leise gesagt hab, hat er es gehört. Das denk ich auch, hat er gesagt.

Meine Hoffnung bleibt weit unter Gottes langem Atem, wer kann das denn schon verstehen, Soll und Haben?

Sonnabend, 15. August

Fritzi ist ein Junkie – Geld und Sex. Was er da alles so von sich gibt – da komm ich eventuell nochmal drauf zurück, ich registrier es nur und mehr nicht. Er hat mal Judo – deutscher Meister und Vizemeister, wie er sagt –  und Kraftsport gemacht, seit der Ausbildung aber keine Zeit mehr dafür. Das kriegt er nicht kompensiert, weder durch Kohle noch durch …

Guti-Gutshaus ist momentan anstrengend. Ein Abend ist jetzt so wie vorher zwei. Zu viele Gäste, zu geringe Kapazität, Haus und Personal, und die Hitze noch dazu. Nur noch heute … hab ich gestern geschrieben. Das heißt nicht, dass ich gekündigt habe, sondern das Wochenende frei habe.

Ein freies WE hatte ich Pfingsten, als ich mit Silvia und Detlef im Wörlitzer Park war, eins Ende Juni, als wir mit ihrer Familie ihren runden Geburtstag vom Februar in Feldberg gefeiert haben, und dieses fahr ich nach Rostock und bleib bis Montag bei Martina. Sie feiert auch ihren und Peters Geburtstag – sie haben Ende Janur einen Tag nacheinander – mit Gartenparty im Sommer. Da hab ich es gut mit meinem 7.7. – den werd ich nicht in den November oder so verlegen.

Ja, dann bin ich Montag wieder hier, ich mein im Blog. Allen ein schönes Sommerwochenende!

Mir ist noch was eingefallen: Die größte Dummheit, die ich mal begangen habe, ist mein M-Tattoo auf der Schulter, und auch die schönste.

 

Freitag, 14. August

Heute wieder ein Treffen – spontan – mit Sigi und Angelika, Schwiegereltern meiner Tochter, und ihrer Schwester mit Mann mittags bei Jannys Eis unten im Strandkörbchen. Sie sind noch bis Sonntag  auf dem Zeltplatz Ecktannen hier. Vanille küsst Kirsche hab ich mir bestellt. Zungenbrecher, schwer auszusprechen – das ist Kirschsaft mit Vanilleeis.

Jetzt noch ausgiebiges Programm Badewanne und dann ist es schon wieder Zeit für Guti-Gutshaus. Nur noch heute …

 

Donnerstag, 13. August

Guten Morgen Anitalein, die Männer stellen ein Gerüst auf und steigen zu dir auf. Bist du schon wach? WhatsApp von Sigi. Da musste ich grienen – die Männer steigen zu mir auf. Das ist wieder ’ne intelligente Frage – Jeder wird wach, wenn ein Gerüst aufgebaut wird. Ich hab dann trotzdem bis um 9 weitergeschlafen. Jetzt sind sie wohl frühstücken, keiner da …

Jetzt kommen sie grad zurück: Guten Morgen, ist ja doch jemand da, hat der eine gesagt. Na klar! Als der Meister kam, hab ich zu ihm gesagt: So ist noch keiner zu mir hier hoch gekommen, über Gerüst … Viel Krach!

Mittwoch, 12. August

Gestern Abend haben wir uns am Hafen getroffen, Carmen, Ramona und ich. Das war ein spontanes und schönes Sommertreffen, mit Toast Hawaii für mich und Tequila Sunrise in Venezia, direkt an der Müritz. Wir hatten uns lange nicht gesehen und nehmen uns jedesmal vor, uns öfter zu treffen, wie das so ist …

Wie das so ist – heute wollten die Handwerker anrücken, um mit der Dachterrasse anzufangen. Um halb zwölf! hat der Dachdeckermeister angerufen, lapidare Mitteilung: Wir kommen Montag. – Montag? Wir hatten heute gesagt, Dienstag sollte es fertig sein! –  Ja, wir müssen noch nach Rostock … Und nicht etwa ein Wort der Entschuldigung. Ich hab Verständnis dafür, dass sie viel zu tun haben und überlastet sind, doch das Mindeste wär gewesen, spätestens gestern Abend anzurufen und Bescheid zu sagen. Für Ignoranz und schlechtes Benehmen hab ich kein Verständnis. Da hat sich meine Herzlichkeit bei 30 Grad in Frostigkeit verwandelt. Doch warum, hab ich dann gedacht, lass ich mir davon den Tag vermiesen?, und hab wieder umgeschaltet auf mein Naturell.

Als ich eben vom Implantat-Kontrolltermin vom Zahnarzt kam, stand er in seinem schönen blauen Müritz-Dachdecker-Shirt auf dem Hof und hat zu meiner Terrasse hochgeguckt, wegen Gerüst-Konstruktion. Ich hab geklingelt – mit dem Rad – und gefragt: Und – geht’s los? Ja, morgen – in Rostock ist was dazwischen gekommen, da wurde das falsche Material geliefert. Pech für die, Glück für mich. Ich hab mich auf die Treppenstufen gesetzt und wir haben uns eine ganze Weile unterhalten. Ich hab ihm auch gesagt, dass ich erst sauer war und dann das – siehe oben. Irgendwas hat er in seinem Gesichtsausdruck – ich kann ihm nicht böse sein, wenn ich ihn anguck. Das ist ein sehr sympathischer Mann – ich weiß nicht, wann ich das zum letzten Mal mal gedacht hab …

Er hatte versucht mich anzurufen, hab ich gesehen, als ich oben war, aber ich hatte das Handy nicht mit zu Dr. Handy, haha. So heißt der Zahnarzt, aber Handy gesprochen, nicht Händy. Ich hatte schon bereut, dass ich so unfreundlich zu ihm war am Telefon.

Altes Muster oder Realität: Wenn mir ein Mann gefällt, ist er verheiratet. Das weiß ich bei ihm nicht, mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Dienstag, 11. August

Regenguss und Gewitter gestern Abend und von jetzt auf gleich 10 Grad Abkühlung, von 30 auf 20. Linderung, wenn’s auch nur für die Nacht war. Die ganze Woche bis Sonntag ist es noch heiß, heiß, heiß!

Martina klagt auch über unerträgliche Temperaturen in ihrer Rostocker Stadtwohnung und schreibt, eine heiße Nacht würde sie sich anders wünschen.

Tine hat heute früh Zahnarzt-Termin hier und hat Bohnen und Zucchini im Angebot, hat sie in unserer Schwestern-WhatsApp-Gruppe geschrieben, ob jemand Interesse hat? Ja ich, Tine, gerne. Die müsste ich mir aber abholen, weil sie danach gleich zur Arbeit fährt. Mach ich, Zahnarzt ohne Termin ist auch mal schön. Das Beste, was einem passieren kann!, hat Birgit darauf geschrieben. Wenn das das Beste ist, nehm ich das Zweitbeste …

Kein und nichts hört das Universum nicht, wird gesagt. Wer denkt sich sowas aus? Warum hört es dann ein und alles, oder das etwa auch nicht? Kann schon sein, denn mein ein und alles sitzt daheim. Das ist mir heute beim Warten auf meine Schwester am Bahnhof eingefallen, da hat nämlich unser gemeinsamer Zahnarzt seine Höchstpreis-Praxis.

My everything heißt es im Englischen, das klingt doch nett, nicht so besitzergreifend, oder es gibt einen Duft von D & G The only one – das geht auch, davon hab ich eine Probe zum Geburtstag bekommen.

Montag, 10. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen. Abraham Lincoln

30 Minuten? Was hab ich geschlafen in letzter Zeit, während der ganzen Krise. Auch wenn gutes Wetter war und ich gedacht hab, geh raus und beweg dich! Ich hätte dies und das und jenes machen können, doch ich bin meinem tiefsten Bedürfnis gefolgt und hab mich ins Bett gelegt. Und wenn ich gedacht hab, jetzt reicht es mal, nein, es hat noch nicht gereicht, und ich hab weiter geschlafen. Entweder morgens nach dem Frühstück bis mittags oder ich hab mich nachmittags wieder hingelegt und bis abends geschlafen. Und es war genau richtig. Jetzt merk ich, wie die Kammern und Speicher sich wieder füllen …

Hängematte am Südsee-Palmenstrand – das ist das Bild zum Wochenspruch. Ich wollte das sowieso schreiben und als ich den Kalender umgeblättert hab, hat es gepasst …

Gestern wollte ich auch schlafen bis eine Stunde vorm Losfahren zu Guti-Gutshaus. Ich hatte mir nicht den Handy-Wecker gestellt, weil ich dachte, ich werd auch so wach. Bin ich auch, geweckt hat mich Neil Young – mit Heart of Gold. Das kam unten vom Markt, wo bei DJ Falo ein Keyboard-Spieler aufgetreten ist. 3 Titel hab ich gehört, bevor ich losgefahren bin:

Heart of Gold Isn’t she lovely, Stevie Wonder und Sag es laut, Xavier Naidoo

3 Liebeserklärungen – das war ein schönes Sonntagsgeschenk!

 

 

Sonntag, 9. August

Wenn er mir wieder so ins Bewusstsein rückt, wie jetzt mit seiner Nachricht, schick ich nach Oben: Ist ja gut, ich hab verstanden, dass es ewig währt. Das ist die Bastion des guten Glaubens hier.

Die schicken mir alle sinnige WhatsApp-Bildchen mit Pool, Cocktails und Hängematte. Für mich heißt Wochenende Laufen, Schwitzen und Verdunsten … Wenigstens ist der Chef nicht da, mit seinem lauten Organ. Der laboriert mit Nierenstein.

Wasserbüffel-Bratwurst hatte Fritzi gestern zum ersten Mal beim Barbecue-Abend. Wie kommt so’n armes Vieh aus Fernost auf einen Mecklenburger Grill-Rost?

Die beiden vom Vorabend waren am Vormittag da, um die Handtasche abzuholen. Als ich ankam, hat mich Nicole Frühstücksfee begrüßt: Anitchen, hier waren Gäste, die wollten dich mitnehmen, die beiden von gestern Abend. Sie haben gesagt, Eure Kollegin, die ist ja so süß, die würden wir am liebsten mitnehmen … Wollten die mich adoptieren, oder was findet ein Paar an einer Frau süß? Wir haben gesagt, die geben wir nicht weg, die bleibt bei uns!

Er hat einen Bio-Weinhandel und sie haben mir eine schöne Flasche Rosé dagelassen, die hab ich mir nach Feierabend auf der Mondschein-Terrasse munden lassen! In 7 Stunden bind ich schon wieder meine Königskronen-Schürze um. Was kann ich Ihnen Schönes bringen …? Einmal noch die Hüften schwingen, und wenn die andern morgen über Montag klagen, beginnt für mich das Wochenende – Montag, Dienstag, Mittwoch.

 

 

 

Sonnabend, 8. August

Der heiße Tag, der es heute werden soll, ist noch erträglich, weil es Nacht ist – 01:44 Uhr. Ich könnte jetzt hier eine Schilderung des gestrigen Guti-Gutshaus-Abens einlegen, doch ich lass lieber das Mondlicht mit Wein auf der Terrasse angenehm kühlend auf meine hochgelegten Beine scheinen …

Als es dunkel wurde, hab ich ein Tablett mit brennenden Teelichtern rausgetragen, um sie an den Tischen auf unserem Rosen-Rondell zu verteilen. Sie passen so gut hier her mit ihrer schönen Schürze und ihrem Gang! Gang? Wir würden gerne ein Foto von Ihnen machen, doch jetzt ist es schon zu dunkel. Wir kommen morgen nochmal wieder … Das hat ein Paar gesagt, dass erst spätabends ankam und noch essen wollte. Zweimal hat Anja nein gesagt, denn wir waren voll, und sich beim dritten entscheidenden Mal erweichen lassen. Mir reicht auch ein Käsebrot, hat er gesagt. Käsebrot gibt’s bei uns nicht, aber er tat ihr wohl leid: Setzen Sie sich hinten an den Tisch … Warum hab ich jetzt ja gesagt, obwohl ich nein meinte? Fritzi bringt mich um. Wir sagen ihm einfach, das ist die letzte Reservierung für heute, das kriegt der eh nicht mehr mit.

Fritzi war extrem gestresst und genervt und wenn er das ist, flucht er ständig unflätig vor sich hin und schüttet einen Kaffee nach dem anderen in sich rein. Verabschiedet hat er sich mit Mir graust schon vor morgen … Doch bis zum Feierabend, 24:00 Uhr,  hat er sich wieder eingekriegt. Ich war die entspannteste gestern.

Bei dem Paar aus Pfaffenhofen – da kamen sie her – hat die Frau ihre Handtasche am Stuhl hängen lassen und Anja hat sie mit rein gebracht. Sie haben mir erzählt, sie wollen heute mit dem Rad um die Müritz fahren und dann haben Sie einen Grund, nochmal wiederzukommen …

8.8.2020 – Es läuft auf Hochtouren im Standesamt vom Rathaus unten – alle halbe Stunde geht ein Brautpaar rein und kommt als Ehepaar wieder raus. Transformation! Mutation?

 

Freitag, 7. August

Einen schönen Abend dir verbunden mit meinem großen Dank an dich, dass du deine Reise mit uns allen teilst!

So endet eine Mail, die ich gestern bekommen habe. Das ist ein ganz wundervolles Geschenk – so feinfühlig und mitfühlend geschrieben, jedes Wort darin – dass ich mich dafür von Herzen bedankt habe

Ja, das ist mir wichtig und ein Bedürfnis, mein Erleben und Fühlen hier mit uns allen zu teilen, denn das betrifft Tausende, Hunderttausende. Einige der Kartenreadings-Kanäle auf Youtube – und davon gibt es unzählige – haben über 20000 Abonnenten oder fast 30000 Aufrufe für ein Video! Die guck ich mir jetzt nicht mehr an – wieder einen Schritt weiter! – doch eine Zeit lang haben sie mir sehr geholfen.

Die Mail wollte ich mir ausdrucken, um sie öfter zu lesen – doch mein Drucker spuckt nur 1/2 Seiten aus. Ich hab es viermal versucht – jetzt hab ich viermal Seite 1. Schaff ich noch …