Freitag, 26. Februar

Ich war kaum zurück gestern Nachmittag, da hat Aniko gefragt, ob sie mal kommen und mir ihr Urlaubs-Fotobuch von Fuerteventura zeigen kann. Das ging dann bis um 11! Morgen treff ich mich mit Sabine aus Berlin, die seit September das erste Mal wieder hier in ihrer Ferienwohnung im Paradiesle ist, wie sie immer sagt. Da hat sie lange drauf gewartet. Zwischen und gestern und morgen mach ich mich heute an den Abwasch und Haushalt, ist alles liegengeblieben.

Sabine kam heute schon, ganz aufgelöst. Bei ihr im Haus gab es einen Wohnungsbrand. Da kommt sie nach Monaten her in ihre Ferienwohnung und alle Mieter werden evakuiert – in Ferienwohnungen. Das ist doch kaum zu glauben …

Donnerstag, 25. Februar

Als ich heute reinkam, hab ich im Wohnzimmer auf dem Fußboden gelesen „Ich wollt‘ dein Bett mit einer Rose schmücken.“ Es lag kein Zettel da, das gleichnamige Buch, das mir Martina mal zum Geburtstag geschenkt hat, war aus dem Regal gefallen, mit der Vorderseite nach oben.

Ich musste trotzdem schmunzeln – ich hab gestern gar nicht zuhause geschlafen. Ich war in meinem Zweitnest, doch nur für eine Nacht, von gestern zu heute. Der Grund war die Frage von Tamina, die gestern Nachmittag Vorstellungsgespräch für eine duale Ausbildung als Erzieherin hatte, ob ich Jonte in der Zeit nehmen und mit ihr dort hinfahren kann. Das ist im Landkreis Rostock und mit Öffentlichen ungünstig zu erreichen. Da das außerplanmäßig war, bin ich nach der Übernachtung in meiner Zweitwohnung – wie im Hotel – heute Mittag gleich wieder zurückgefahren. Das nächste Mal bin ich am 7. März wieder in Rostock, dann bleib ich auch wieder eine Woche da und dann ist auch wieder Besuchszeit für Freunde. Diesmal wollte ich nur schnell zurück.

Schön war das doch mit dem Buch – als wenn mir jemand eine Nachricht vor die Füße legen wollte. Es lag mitten im Weg …

Mittwoch, 24. Februar

Das war ein sonniger Nachmittag gestern am Aussichtsturm mit schönem Blick über den Tiefwarensee auf Waren. Birgit hatte Kaffee mitgebracht und ich Himbeer-Brownies und auf der Bank dort haben wir zu dritt mit Heidrun sehr die Zeit genossen und uns gut und angeregt unterhalten.

Dann sind wir weiter nach Neubrandenburg gefahren. Das war wie eine kleine Weltreise in der jetzigen Situation. In der Stunde, in der Birgit Training hatte, bin ich mit Heidrun Richtung Markt gegangen, wo sie bei Thalia eine Bestellung abholen wollte, was aber nicht geklappt hat. Als wir aus dem Marktplatzcenter raus waren, hab ich gesagt: Das ist Neubrandenburg, Heidrun. Eine historische Altstadt gibt es hier nicht, nur die Stadtmauer mit den Wiek-Häuschen. Mitten auf dem Markt steht der Kulturfinger, nicht schön, aber selten, ragt er in den Himmel. Doch was schön ist, ist der Radweg um den Tollense-See. Bin ich froh, dass ich in Waren wohne! Dann sind wir zu Hai Asia gegangen, um unser von Birgit vorher telefonisch bestelltes Essen abzuholen. Wir haben es nicht gleich gefunden, weil ein paar Frauen, die wir gefragt hatten, uns in die falsche Richtung geschickt hatten. Ist das Hei Asia?, hab ich nachgefragt. Ja, wir haben hier nur einen Asiaten. Wir haben mit der falschen und dann der richtigen Adresse noch einen – also insgesamt 3 gesehen. Dafür war das Essen dann aber ganz fantastisch. Birgit hat gesagt, Hai kauft selbst ein und sucht aus und verzichtet auf Geschmacksverstärker. Das war ein besonders schöner Erlebnis-Tag!

Dienstag, 23. Februar

Zuerst waren in meiner Nachbarschaft allesamt Frauen. Das fing erst vor zwei Jahren an, sich zu ändern, mit dem Einzug von Marcus in der Wohnung gegenüber. Er hatte alle zwei Wochen seine beiden süßen Mädels zu Besuch. Das war in der Zeit, als Michael noch keine Freundin hatte und öfter mal zum Wochenendbesuch hier war. Marcus und die Kinder hab ich immer früh im Flur getroffen, als wir auf dem Weg zum Bäcker waren, um Brötchen zu holen, während Michael noch geschlafen hat.

In Christines Wohnung war auch für kurze Zeit ein junger Mann nach ihrem Auszug. Nachdem er seine Faltplissees an den Fenstern angebracht hatte, ist er aus beruflichen Gründen schon wieder umgezogen. Das hat nur ein halbes Jahr gedauert.

Ich weiß auch nicht, was sich das Universum dabei gedacht hat, hier durchweg alleinstehende Männer – einschließlich Lars – einziehen zu lassen. Da sie als Partner nicht in Frage kamen, glaub ich, es wollte nur ein bisschen mehr männliche Anwesenheit um mich herum postieren. Wirklich reale Anwesenheit …

Montag, 22. Februar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Es scheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist. Nelson Mandela

Es ist das prächtigste Wetter, aber auch eine Umstellung von minus 15 auf plus 15 Grad innerhalb kürzester Zeit. Das sollte heute ein Wasch- und Putztag werden nach dem Mond. Aber zuallererst, hab ich gedacht, geh ich raus. 2 Waschmaschinen voll sind es geworden. Dann hab ich von 1 bis 5 geschlafen wie ein Stein. Morgen geht auch noch, da hab ich bis mittags Zeit. Nachmittags treff ich mich mit Birgit und Heidrun zum Kaffee am Tiefwarensee und dann fahren wir mit Birgit nach Neubrandenburg mit, wo sie Training hat. Wir bestellen in der Zeit was bei Hai Asia – Hai macht auch Schwertkampf im Tao-Institut – und Birgit sagt, er kocht fantastisches Essen. Dann essen wir zusammen. Ich hab mir schon Vietnam-Ente von der Online-Speisekarte ausgesucht, die war rot gedruckt. Und nicht veganes Huhn, das ich erst nehmen wollte, als Revival-Vegetarier. Was ist veganes Huhn?, hat Birgit gefragt. Sicher Tofu-Huhn, vermute ich. Ausnahmen bestätigen die Regel – meist ess ich mittags nur Gemüse mit Butter.

Als ich runtergehen wollte, kam grad der Makler mit einem Mann aus Christines leerer Wohnung. Neuer Mieter? Ja. Wenn er sie nimmt, bin ich von 3 Männern als Nachbarn umgeben – Lars auf der Terrasse, auf dem Flur Luca, der sich mal sein Päckchen bei mir abgeholt hat, daher weiß ich seinen Namen, und das wär jetzt der dritte. Er hat sie sich ohne Frau angeguckt, und wird wohl – wenn – alleine einziehen. Da waren schon einige Besichtigungen, die Wohnungen im Haus stehen ziemlich lange leer. Sie sind alle schön geschnitten, aber meist für Familien zu klein und für Singles zu groß. Nicht direkt zu groß – doch die Miete ist nicht ohne. Die meisten, die einziehen, sind auch bald wieder weg.

Sonntag, 21. Februar

Ostersonntag ist am 4. April – selbst wenn dann die Gastronomie wieder geöffnet wird, wovon jetzt noch gar nicht auszugehen ist, hab ich noch 6 Wochen Zeit bis dahin. Das heißt zwar weiter erholsames Leben, aber auch seit Januar Verzicht auf Nebeneinkommen. Das würde dann frühestens ab Ende April wieder fließen. Dabei hab ich mir den ganzen Winter so schön ausgemalt, da geh ich nicht mehr hin. Körperlich anstrengend!

Es ist morgens jetzt schon so schön auf der Terrasse, wie sonst erst im März. Die Sonne steht knapp über den roten Ziegeldächern und ist genau auf mich ausgerichtet … Nachmittags kommt Birgit mit dem Schulkonzept, das fast fertig geschrieben ist. Heute arbeiten wir daran weiter und dann sehen wir weiter. Das verspricht ein ganz schöner und harmonischer Sonntag zu werden …

Sonnabend, 20. Februar

Mal sehen, was heute schnackend da verkündet wird beim Guti-Gutshaus-Treffen und wer alles da ist. Ich hoffe, Carmen Sternchen ist auch dazu eingeladen worden.

Waren alle da, somit auch Carmen Sternchen! Wir haben uns mit ihr, Nicole und Silvana für den 3.3., 12:00 Uhr, bei mir auf Terrasse verabredet mit Essen vom Chini-Mann, Dat Asia Wok auf dem Markt. Nicole hatte einen Frühlingsblumenstrauß mitgebracht und Anja eigenhändig gebackene Zimtschnecken und wir anderen gute Laune. Es gab Bratwurst vom Grill und Getränke und wir haben auf der großen Terrasse von Rheinsberg, eine unserer beiden großen Ferienwohnungen, in der Sonne gesessen und geschnackt und gesnackt. Das ging von 3 bis halb 6, finalemente ein Gruppenfoto und dann noch mal jeder einzeln. An eine Prognose hat sich keiner gewagt. Das Wort Ostern wurde zwar in den Mund genommen, aber wie eine heiße Kartoffel hin- und hergeschoben. Ich verspür auch noch keinen Drang danach.

Beim vorangegangenen Einkauf hab ich bei EDK am Kartenständer eine hübsche gesehen. Da kam mir spontan die Idee, die schick ich Jonti! Für alle, die nicht wissen, was ein Fuchs und ein Apfel ist, stand es hinten drauf: Jungfuchs mit Apfelstück – Damit er auch weiß, von wem sie ist, hab ich hinten ein schönes Foto in pink von mir draufgeklebt, das war vom Sommer. Ich musste mich durchschneiden, damit es auf die Karte passt. Dazu den Text: Liebe Grüße an Jonti, Mama und Papa von der Omi!

Dann noch ’ne kleine Überraschung: In der Küche hab ich unterm Beistelltischchen eine Tasche mit 6 Weinflaschen gefunden, also vollen. Die hatte ich mal im Angebot ergattert, Bio-Tempranillo. Daran hatte ich nicht mehr gedacht.

Freitag, 19. Februar

Von allen Seiten höre ich, wie belastend und kräftezehrend diese Situation für alle ist. Gestern gerade habe ich mit Mandy, eine Freundin von Lars, darüber auf der Terrasse geredet. Sie sehnt sich nach Sonne, Wärme, Berührung, nach Frühling.

Wie kann man am Leben bleiben in dieser Zeit? Sonne, Schlafen, Freunde, Familie – irgendwas davon hat jeder. Und wenn es nur die Gedanken daran sind – an gute Zeiten …

Mit Tamina hab ich gestern auch geschrieben. Sie hatte ein Video von Jonte geschickt. Er ist so lieb und freundlich, hab ich geantwortet, alle freuen sich, wenn er ihnen winkt. – Ja, das ist er, wenn er auch manchmal anders kann. Aber in ihm steckt die reinste und liebste Seele, hat sie geschrieben. – Wie auch in seinen Eltern. Ich glaub, das gehört dazu, wenn er auch manchmal anders kann. Ich freu mich, dass ich bei euch sein kann und wir uns immer besser kennenlernen, das ist eine große Freude.

Und weiter: Bei dem, was du mir erzählt hast, denke ich, ja, das ist die Kunst im Leben – das Gleichgewicht zu finden, zwischem dem, was ist, was geht und was man möchte. Ich drück die Daumen für’s Vorstellungsgespräch – Quereinsteiger Erzieherin – das hört sich gut an! Wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann – seinem Herzen zu folgen. Wenn eins nicht geht, kommt das nächste, nur vertrauen … Das tut gut, das zu lesen, danke!, hat sie heute früh um 5 geschrieben.

Überraschung! WhatsApp von Guti-Gutshaus: Guten Morgen, liebe Anita! Ich hoffe, es geht dir gut. Wir wollen uns morgen um 15 Uhr am Gutshaus treffen, um mal zu schnacken. Bist du dabei? Liebe Grüße Bettina

Donnerstag, 18. Februar

Erste Frühlingssonne im Gesicht, herrlich …

Fritzi hat mir grad einen Mitschnitt von Antenne MV geschickt. Bei Wetter-Werner war seine Freundin Laura. Fritzi und sie haben einen 2,29 m Schneemann gebaut, Karlchen heißt er. In der Zeitung war auch ein Foto davon. Nun schmilzt er dahin …

Ich schenk mir eine kleine orange Frühlingskur – 7 Ampullen von Nivea mit Vitamin C + E und Alnatura Möhrensaft – dazu Sonne, die ist schon da. Gekocht wird heute nicht mit dem Mond – da wär Wurzel dran – sondern nach Appetit, nämlich Frucht: Frühlingsgrüne Erbsensuppe, schön mit Sahne …

Mittwoch, 17. Februar

Neuer Wochen-Gelassenheitsspruch:

Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag. Charlie Chaplin

Na, ich hatte auch meinen Valentinstag, nach den Herzchen und Bildchen von Ulla und Christa. Hilfe!, bitte nicht! Ich war mit Jonte auf dem Schlitten unterwegs und er hat jedem Auto gewunken, das vorbeikam. Aus einem Auto hat ein Mann gelacht und zurückgewunken. Der sah genau aus wie Maik.

Auf’m Markt liegt nur noch Schneematsch. Jetzt schalt ich wieder um auf Kirchturm …