1. Weihnachtstag, 25. Dezember

Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht. Christian Morgenstern

Hat einer Weihnachten schon so erlebt wie dieses Jahr? Ich glaub es nicht. Martina spiegelt mir mein Erleben immer schön und hat geschrieben, ich hab mich Weihnachten noch nie so unweihnachtlich gefühlt wie dieses Jahr. Beim Telefonieren mit meinen Kindern konnte ich noch die Fassung bewahren, danach hab ich die Tränen laufen lassen. Erst wollte ich Andrea und Michael noch was schreiben. Später hab ich in den Status gesetzt – Somewhere in a winter night, the angels begin their flight … und hatte sofort ganz viele Aufrufe, als wenn alle nur darauf gewartet haben. Am Ende ein Bild von Jonte mit Knicklicht zu Halloween in Bandelstorf – ich hätte ihn gerne wenigstens am Telefon gehört oder bei Videoanruf gesehen. Sie waren gerade aus Schwerin zurück, als ich angerufen habe. Michael war beim Essenkochen in der Küche und Tamina und Jonte im Wohnzimmer. Michael war schwer krank und hatte richtig Grippe und hat immer noch damit zu tun. Ich hab dem Impuls widerstanden, dass er Jonte ans Telefon holt. Er ist müde und gestern war ganz schön viel für ihn, hat er gesagt, mit der ganzen Bescherung.

Imagine ich hab mich zur Seite fallen lassen und mit dem Kopf auf seinem Bauch gelegen, bis es gut war. Dazu brauchte ich nur ein Bild aus früheren Tagen abzurufen. Heut dank ich mal dem Engel, der mich das tun und schreiben lässt.

Heiligabend, 24. Dezember

Als ich dich sah, verliebte ich mich, und du hast gelächelt, weil du es wusstest. William Shakespeare

Mein Sternchen hat mir gleich am Morgen eine schöne Weihnachtsfreude gemacht, ein Vido – Spaß mit ernstem Hintergrund. Dass da ein sexy Weihnachtsmann bei ist, war mir klar, Carmen 🙂

Heute bin ich bei Birgit und Montag, am 2. Feiertag, auch. Wir freuen uns auf gemeinsame, herzwärmende Stunden mit denen, die da sind.

Das Video hab ich in unsere Schwesterngruppe gestellt, und Tine meinte: Vielleicht kannst du den Weihnachtsmann noch buchen – und holt den Wodka raus!

Der Kopf sagt uns, was wir tun sollen – das Herz sagt uns, was wir tun wollen. Das war gestern Daily Smile bei Birgit. Freudvolle Weihnachten Allen!

Das darf nicht fehlen zu Weihnachten, meine himmlischen Enya Klänge – Journey of the Angels …

Somewhere
In a winter night
The angels
Begin their flight …

One is sorrow
One is peace
One will come
To give you sleep
One is comfort
One is grief
One will take
The tears you weep

Somewhere
In a winter night
The angels
Begin their flight …

Freitag, 23. Dezember

Unser Leben kann nicht immer voller Freude, aber immer voller Liebe sein. Thomas von Aquin

Er ist schon eine ganze Weile geschieden. Den Familiennamen seiner Frau hat er behalten.

Wie komm ich darauf, das zu schreiben? Muss das Motorrad bewirkt haben … Irgendwas bringt ihn immer in Erinnerung.

Neulich war meine Kollegin Anja hier, vorgestern. Das war eine schöne kleine Weihnachtsfeier, wahrscheinlich die beste vom ganzen Feste. Sie hat mir ein paar schöne bunte Birkenstock-Socken mitgebracht. Das war das Dankeschön vom Fleesensee-Zentrum für alle, die was für den Hilfstransport in die Ukraine gespendet hatten. Dann noch ein Täschchen, das sie auf dem Adventsmarkt in der Büdnerei Lehsten gesehen und dabei gleich an mich gedacht hat. Die haben immer schöne kreative Sachen da. Eier von Fritzis Glückshühnern hat sie mir auch mitgebracht und ihr selbstgemachtes Früchtebrot mit dem Anhänger – Frohe Weihnachtstage wünschen Euch Anja und Ralf!

Der Weihnachtspostbote hat noch 3 x schöne Post gebracht – von Ulla, von Kerstin, von Anita aus Bremen. Ich glaub, das war schon Weihnachten. In einem YT-Video zum Neumond im Steinbock heute heißt es: Der Begriff der Familie darf neu überdacht werden …

Den 2. Feiertag wollten wir mit uns drei Schwestern und Birgits jüngster Tochter Katrin und Family verbringen. Die wissen aber noch nicht genau, wann sie kommen. Feste Zeiten gibt’s da nicht. Außerdem ist Katrin sehr speziell. Gestern hat sie im Status gepostet, wie ungemein befriedigend es ist, Sch… zu malen. Kackhaufen daneben. Ich schreib das jetzt nicht aus. Sie geht auf die 40 zu – wenn sie keine anderen Befriedigungen neben ihrem Mann und ihren zwei Kindern hat … Will ich mit so einer Philosophie Weihnachten verleben? Nein.

Tine ist auf Glatteis ausgerutscht, als sie die Vögel draußen füttern wollte oder hat sich auf die Schnauze gelegt, wie sie sagt. Sieht schlimm aus im Gesicht. Das kommt davon, wenn man gut zu Vögeln ist, schrieb sie. Typisch Tine, in jeder Misere einen lockeren Spruch. Ihre Tochter Steffi mit Max und Hund kommen jetzt erst am 24. und fahren am 1. Weihnachtstag gleich weiter ins Sauerland zu seiner Familie. Anja, Sascha und Nora in Rostock sind alle 3 krank und kommen wahrscheinlich gar nicht. Ob Tine nun zu uns kommt, hält sie sich noch offen. Vielleicht geschieht ja noch ein Weihnachtswunder, schreibt sie in der Schwesterngruppe. Meine Antwort: I hope – Birgit: Ich hab mich damit zurückgehalten – aber ich glaube auch daran!

Andrea und Paul haben sich eine Kücheninsel bestellt und bauen sie über Weihnachten auf. Familienfreie Zone. Von Michael und Tamina hab ich noch nichts gehört und halt mich diesmal zurück, bis sie sich melden. Jonte hab ich jetzt 4 Wochen nicht gesehen, das wär schon schön – ein Weihnachtswunder …

Meine Tochter zuletzt vor 2 Jahren.

Wer findet sich jetzt ein zu Weihnachten? Hier ist der Treffpunkt. Wir haben die Familie gerufen … Nicht über Telefon und Post, eher wie bei Harry Potter.

Die Familie – und außerhalb der Familie ist mein Herz bei denen, die auch diesen Weg gehen. Ihre Kommentare les ich unter den unzähligen YouTube-Videos dazu und ich frag mich, wie viele davon gibt es und wer ist überhaupt noch mit dem Richtigen zusammen? Ich guck nur ein paar von den YT-Kanälen, wenn ich darauf stoße, doch es gibt eine unendliche Masse. Und alle kommentieren dasselbe darunter. Sie hoffen, warten, verfluchen noch, haben vergeben, aufgegeben, ihren Frieden gefunden oder resigniert, wünschen dem Gegenüber Himmel oder Hölle, je nachdem auf welchem Bewusstseinszustand sie sind – sie versuchen alle, damit klarzukommen. Die Stufen bin ich alle rauf und runter gegangen und geh sie manchmal noch rauf und runter. Eine 80jährige Frau hat geschrieben: Es wär schön, wenn es noch ein Leben für uns geben würde. Das wünsch ich ihr, mit Träne im Auge.

Klar kann man sich mit einem zusammentun, das machen viele und hab ich auch getan. Damit ist man schlecht dran. Wer es aber nach der einen lebensverändernden Begegnung immer noch macht, aus Protest, dass es mit ihm oder ihr nichts wird, der ist richtig schlecht dran. Er hat sich entschieden, das Leben nicht zu leben.

Ich kann ihn nicht rufen, weil es nicht sein Wille ist. Doch ich kann meine Stimme erheben für alle, die verzagen: Glaubt an Euch und an Euer Herz!

Mittwoch, 21. Dezember

Wähle einen Liebhaber, der dich ansieht, als wärest du vielleicht pure Magie. Frieda Kahlo

Das war ein Kurzurlaub für 2 auf Rügen, als Einzelperson. Doch er war da als zweite Person präsent – mit der roten Maschine.

So, von Guti-Gutshaus bekomm ich die Zuschläge für Sonn- und Feiertage für dieses Jahr nachgezahlt. Ich hatte gerade ein Telefonat mit der Chefin. Das Lohnbüro hat bis Anfang Januar Urlaub, danach dann.

Der kürzeste Tag, die längste Nacht. Eigentlich war es den ganzen Tag Nacht bei der gräulichen Nebelsuppe. Morgen geht es wieder aufwärts mit dem Licht …

Dienstag, 20. Dezember

Der Wunder größtes ist die Liebe. Hoffmann von Fallersleben

Heut hab ich den ganzen Vormittag gebraucht, um in einer Mail den Anspruch auf die Vergütung meiner Sonn- und Feiertagsstunden dieses Jahr geltend zu machen, bevor er erlischt und verjährt. Das hab ich mit wohlüberlegten Worten und hauptsächlich sachbezogen zum Ausdruck gebracht. Ich wollte es am Sonnabend schon ansprechen, fand es aber unpassend, da wir zu dritt waren. Mal sehen, was jetzt passiert …

Rügen war kurz, aber sehr schön. Der Wreecher Hof, 3 Kilometer hinter Putbus, wirbt mit „Etwas Besonderes auf Rügen“. Das sind 7 Reetdachhäuser in idyllischer Landschaft, die Straße ohne Winterdienst. Doch was steht im Foyer? – Eine MV Augusta mit 1000 ccm, 198 PS und Höchstgeschwindigkeit 317 km/h. Ein rotes Motorrad als Ausstellungsstück – und ausgerechnet dahin führt mich meine Reise. Wer hier schon sehr lange liest, weiß – er ist Biker.

Der Wunder größtes ist die Liebe.

Montag, 19. Dezember

Das Foto ist gezeichnet, so wie wir. Das Foto ist fragil, so wie wir. Doch es ist kostbar, einzigartig. So wie wir. Wir behandeln es mit größter Sorgfalt, mit Vorsicht. Wir wissen, es ist empfindlich. So wie wir. Das Foto hat seinen Platz im Album meines Lebens wiedergefunden. So wie du. Aus LIEBE

Heute Nachmittag Adventskränzchen bei Christa unter mir, vormittags war ich erstmal einkaufen. Dazwischen ein Anruf von Manuel. Heidi hatte gestern einen Wasserschaden im Haus und sie haben den ganzen Tag gewischt am 4. Advent. Dana ist sehr krank und es geht ihr sehr schlecht. Das alles zu Weihnachten. Ich bin froh, dass ich nicht mehr mit dem Auto unterwegs sein muss und auf meinem Parkplatz am Kirchturm bleiben kann. Vorige Woche bin ich über 500 Kilometer gefahren. Das reicht erstmal. Das reicht alles erstmal.

Sonntag, 18. Dezember

Deine Hand ist in meiner, solange du sie dort lässt. Franz Kafka

Das wär auch geschafft – Guti-Gutshaus. Amen. Heute kommt Birgit und ich koch uns das Kürbis-Kartoffel-Gratin mit Gorgonzola aus der Rezept-Gewürz-Box. Das wird in Hokkaido-Hälften angerichtet und ich hoffe, es gelingt … Dann geh ich nochmal runter auf unseren schönen Weihnachtsmarkt – nochmal Schwarze Johanna auf Heidis und meine Gesundheit und unser Wohl! Das hab ich ihr auch heute so geschrieben. Ich hab da schöne Sterne in 3 Farben und 3 Größen gesehen – rot, orange und weiß. Ich würde ja einen roten nehmen, da aber Heidi lieber weiße hat, nehm ich den in der kleinen Größe – für sie … und Horst, in Gedanken und Gedenken.

Als ich gestern Abend nach Hause gekommen bin, stand eine Flasche Wein vor meiner Tür – anonym. Spanischer Rioja

Sonnabend, 17. Dezember

Und wenn wir so täten … als hätte ich dir schon Gedichte geschrieben, Pralinen geschenkt, dich ins Konzert eingeladen, auf dich gewartet, gehofft. Und wenn sir so täten, als hätten wir all diesen Zinnober hinter uns. Wir könnten eine Abkürzung nehmen, von meinem Mund zu deinem Hals, von deinem Hals zum ersten Kuss. Und uns verlieben. Aus LIEBE

Wieder hier und nachher gleich wieder weg – die letzte Guti-Gutshaus-Schicht! Dieses Wochenende ist nochmal unser süßer kleiner Weihnachtsmarkt. Das war gleich mein erster Gang dahin – zum Beerenglühweinstand, Schwarze Johanna. Das verdunstet bis 16 Uhr …