Sonnabend, 1. April

In einem Buch müssen sich Sätze wie die Blätter im Wald bewegen, alle in ihrer Ähnlichkeit unähnlich. Gustave Flaubert

Beim Manifestieren üben war einer meiner Wünsche, immer genug Bücher zu haben. Jetzt hat Christine in der Schamanengruppe geschrieben, sie hat Krimis aussortiert und verschenkt sie. Wenn es nicht grad Krimis wären, würde ich sie gerne nehmen, hab ich geantwortet. Das hängt mit meinem beruflichen Vorleben zusammen. Heißt also, Wünsche genauer formulieren. Jetzt hat sie auch noch Romane abzugeben, von Marylin French und Jeffrey Archer. Von denen hab ich noch nichts gelesen und bin gespannt und freu mich.

Jonte schläft noch und ich trink meinen Kaffee in aller Frühe und in aller Ruhe. Als wir gestern angekommen sind, wollte Birgit, die zum Baden hier war, gerade losfahren. Coole Farbe, hat er zu ihrem Fahrrad gesagt, pink mit roten Reifen. Und dann fing er gleich an mit ihr zu erzählen, da er wie ich sehr kommunikativ ist. Sie haben sich zuletzt gesehen, als er noch ein Baby war, ich war ja immer mit ihm bei Heidi in Bandelstorf. Seine Tante, genauer gesagt Großtante, ist also neu für ihn.

Mein Fahrrad mit seinem Kindersitz stand auch draußen, war aber nass, weil es geregnet hat. Ich glaub, ich brauch auch so eine Regenplane für den Sitz, wie ihr sie zu Hause habt, hab ich gesagt. Ich kauf dir so eine Plane … Als ich ihn beim Schlafengehen gefragt habe, was er schönes träumen möchte, hat er gesagt: Dass du neben uns wohnst in Reutershagen.

Freitag, 31. März

Beachten Sie doch die Luft, die vom leidenschaftlichen Atem der Lindenblüten schwer ist, und den Glanz und die Herrlichkeit, die auf diesem Tag liegen, denn dieser Tag kommt nie, nie wieder! Rosa Luxemburg

Von der Dostojewski-Eiche zu den Luxemburgischen Lindenblüten. Sie war auch Botanikerin. Nicht nur die Sprüche sind schön, auch die Fotos dazu.

Gestern war DNA-Telefontag. Allein zwei Stunden mit Dana, nächste OP Anfang Mai, dann eine Stunde mit Nicole und noch eine Stunde mit Andrea, der einzige Kontakt zwischen Mutter und Tochter, am Telefon. Dafür hol ich Jonte heute wieder ab übers Wochenende, nach einem Frühstück bei Martina.

Donnerstag, 30. März

Ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann, ohne glücklich zu sein, dass man ihn sieht. Fjodor M. Dostojewski

Es gibt einen tollen Naturfilm im Kino: Die Eiche – Mein Zuhause. Im Cinestar Waren läuft der nicht, wo wir doch hier den größten Nationalpark Deutschlands haben. Auch in Neubrandenburg und Rostock hab ich ihn noch nicht im Programm gefunden. Filmstart war 9. März.

Mittwoch, 29. März

Die Natur ist gegen die Menschen viel freigiebiger, als sie glauben. Königin Christina von Schweden

Jetzt hält die Leichtigkeit des Frühlings Einzug. Das war eine schöne Geburtstagsfeier bei unser’m Tantchen gestern! Sie hat sich sehr gefreut, dass wir im Familienkreis an der großen Tafel versammelt waren. Heute hab ich den Massagetermin von Birgit bei Tam, weil sie nicht kann. Dann geh ich teilweise runderneuert nachmittags zum Bastelnachmittag in der Arche-Schule von Bjarne. Christine ist auch da und das wird bestimmt ein kreatives Oster-Basteln. Das gestalten sie immer sehr schön da, sei es Weihnachtsfeier oder andere jahreszeitliche Höhepunkte.

Dienstag, 28. März

Die Blätter fallen jeden Winter von den Bäumen. Fünf oder sechs bleiben am Baum hängen und werden zum Spielball der Winde. Charles de Montesquieu

Über Nacht hat es geschneit, als wenn’s kein Frühling werden will … Heute fährt unser Schwestern-Trio zu Tantchens Geburtstag. Da sehen wir auch unsere beiden Cousinen wieder. Schön, dass mal wieder eine Familienfeier ist. Vorher, mittags um 12, Termin beim Anwalt.

Herr Dr. jur. hat abgesagt, wegen Krankheit mit C. Verschoben auf nächste Woche, Gründonnerstag.

Sonntag, 26. März

Es ist schwer, den richtigen Weg zu finden, wenn sich viele Wege kreuzen. Katharina Eisenlöffel

Es war mal wieder ein gelungener Magic Tag gestern beim Schamanen-Seminar. Das ist der richtige Weg für mich und uns, die dabei sind. Ganz wundervoll, das sind Geschenke. Gestern haben wir mit viel Spaß ein Gruppenfoto gemacht und uns mittags Pizza bestellt, statt auswärts essen zu gehen. Dazu war uns das Wetter zu schlecht. Das gibt’s auch bei einem Kurs für Naturspiritualität.

Freitag, 24. März

Bäume und Steine werden dich lehren, was kein Lehrmeister dir zu hören gibt. Bernhard von Clairvaux

Bäume und Steine als Lehrmeister. Morgen ist Schamanen-Seminar. 30 Wünsche, 40 Tage, war die Hausaufgabe. Mein Armband ist zweimal wieder aufgegangen, als es fertig war, und dann ist der angehängte Engel abgefallen. Das war’s dann. Ich hatte gleich eine Abneigung dagegen und hab das als Bestätigung gesehen. Wir sind Schöpfer unseres Schicksals, war der Sinn dahinter. Wenn wir den inneren Widersacher überwinden, ist alles möglich. Ich glaube, das Schicksal schöpft uns, und manchmal schröpft es uns auch. Alles, was wir brauchen haben wir, und was noch fehlt, kommt zur richtigen Zeit zu uns. Das durfte ich lernen. Falls das morgen als Argument noch nicht reicht, hab ich noch was gefunden: Wir brauchen hier nicht zu kämpfen, weder gegen uns selbst – den inneren Schweinehund – noch gegen unsere Nächsten und die Natur. Seien wir einfach nur wir selbst, vereinfacht gesagt.

Das muss ich morgen nur irgendwie darlegen. Ich hab den Kurs verlängert – auch, wenn ich da manchmal das Thema verfehl. Wir können alles erreichen, wenn wir’s nur genug wollen …? Und wenn es zu unserem Besten ist, fehlt da wohl noch. Und da wird das Schicksal zum Schöpfer.

Dienstag, 23. März

Mancher Baum ist schief und trägt dennoch süße Früchte. Weisheit aus Russland

Christa ist am Wochenende gestürzt, im Wohnzimmer, und liegt mit einem doppelten Beckenbruch im Krankenhaus. Birgit, die gestern zu mir kommen wollte, hat gefragt, ob ich zu ihr kommen kann, sie kann nicht laufen. Ihr rechter Fuß ist geschwollen. Sie ist damit auch schon in Behandlung in Rostock bei einer Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin.

Und so heiter geht es weiter. Meine Chefin hat mir gestern per Mail mitgeteilt, dass nach Auskunft ihres beauftragten Anwalts, was auch ihre Ansicht ist, Zuschläge an Teilzeitkräfte nicht gezahlt werden müssen, weil sie die Möglichkeit haben, sich ihre Arbeitstage auszusuchen. Das klingt für mich unlogisch. Wenn ich am Sonntag oder Feiertag arbeite, dann arbeite ich. Was hat das damit zu tun, dass ich sagen könnte, da passt es mir nicht. Dafür bietet sie mir eine separate Kulanz-Zahlung an, weil ich wenig von Absagen Gebrauch gemacht habe und als Anerkennung für meinen Einsatz. Bis zum 31.3. möchte ich bitte per Mail Bescheid geben, ob ich das so akzeptiere. Wenn das in einer akzeptablen Höhe wäre, würde ich darauf eingehen. Außerdem ist der Anspruch auf anteiligen bezahlten Urlaub noch nicht in der richtigen Höhe ausgeglichen Jetzt hol ich mir einen Termin für eine Rechtsberatung. Bekanntlich gibt es ja so viele juristische Meinungen wie Juristen.

Ich bin offen für mal eine erfreuliche Mitteilung zwischendurch …