Donnerstag, 20. Januar

Achtsamkeits-Inspiration: Was bringt dich zum Strahlen?

Schnee … In zwei Monaten ist Frühlingsanfang. Das lenkt von der Frage ab.

Jonte? Bringt mich zum Lächeln, zum Lachen auch. Aber Strahlen – die Frage überspring ich erstmal. Und strick mir einen Schal …

Winterzeit ist Strickzeit. Die zwei angefangenen, die ich noch hab, sind in Bandelstorf. Also mach ich mich an die einzige Möglichkeit – auch eine angefangene – und mach was anderes daraus. Ein Schal wird es auch, wie vorgesehen, nur für mich. Nur muss er ganz anders werden, um nicht daran zu erinnern, was daraus werden sollte. Nun wird es ein „Wie-mir-ist-Schal“ mit linken und rechten Maschen, immer mal versetzt, wie mir ist. Dabei kommt ein schönes Muster zustande. Das angefangene Projekt ließ sich nicht stricken, obwohl es ein einfaches Muster war – immer wieder verheddert und Fehler drin. Das mag daran liegen, für wen es mal gedacht war. Schließlich hab ich aufgegeben.

Soweit die Schal-Parabel. Sie hat was mit dem magischen Funken im Leben zu tun, der uns zum Strahlen bringt.

Mittwoch, 19. Januar

Sei achtsam mit deinem Körper. Versuche einmal, auch deinen körperlichen Schmerz anzunehmen, statt ihn zu betäuben. Ärgere dich nicht darüber, dass du weniger leistungsfähig bist – spüre lieber genau hin, was dein Körper dir damit sagen möchte und was er vielleicht brauchen könnte.

Wärme, Ruhe, Schlaf, Lesen, Spaziergang …

Gestern hab ich das Geburtstagsgeschenk für Martina entdeckt und mich gefreut. Jetzt brauch ich noch die passende Karte dazu.

Ein rätselhafter Traum heute. Ein Mann mit weißen Haaren guckt mich an und fragt: Weißt du es immer noch nicht?

Dienstag, 18. Januar

Lebe deine ganze Gefühlspalette, ohne dich zu erklären oder zu entschuldigen oder etwas zu unterdrücken. Zum achtsamen Umgang mit dir selbst gehört, dass du auch negative Emotionen wie Wut, Ärger, Eifersucht, Neid oder Frust zulassen kannst.

Auf Platz 1 der Negativ-Emotionen steht Frust seit 2 Jahren – ohne Erklärung. Jeden Morgen beim Aufwachen sag ich jetzt: Dieses Jahr wird ein glückliches Jahr. Wenn nicht dieses, dann gar keins. Ich hab dem Universum eine Fristverlängerung eingeräumt bis Jahresende. Wie es das umsetzt – Glück im Jahr 2022 – überlass ich ihm.

Natürlich lässt sich das Universum keine Frist setzen – aber ich lass mich auch nicht unendlich, wie es nun mal ist, mit Geduld hinhalten. Besser gesagt, hab ich mich damit einverstanden erklärt, dieses Jahr zu einem guten Abschluss zu bringen …

Montag, 17. Januar

Feel more – live more. Verliere nicht den Bodenkontakt und laufe öfter barfuß. Spüre genau hin, wie sich der Untergrund anfühlt. Im Januar …

Vollmond über der Kirchturmspitze. Unten war Demo, ich hab von oben teilgenommen. Jupiter liegt noch in tiefem Schlaf und mit ihm das Glück für dieses Jahr. Jupiter entspricht dem griechischen Zeus und wenn der schläft, dann meistens nicht alleine. Hoffentlich erinnert er sich bei seinen zahlreichen Ehefrauen und Gebliebten auch noch an seine Jahres-Regentschaft 2022 …

Sonntag, 16. Januar

Alles hat einen Grund. Manchmal passieren schlechte Dinge, damit etwas Neues und Schönes daraus entstehen kann.

Der Achtsamkeitsspruch am Sonntag. Sabine hat gefragt, wie das Gespräch mit meinem Sohn gelaufen ist. Er war Donnerstag Abend da. Jonte war schon im Auto eingeschlafen, es war schon fast halb 7, als sie kamen. Um 8 sind sie wieder gefahren. Im Prinzip ist nicht viel passiert, nur dass ich nochmal meine Meinung bekundet habe, kurz und knapp: Demo ja, Gewalt nein. Wenn Jonte nicht herkommen kann, brauch ich die Wohnung nicht, hab ich zu Michael gesagt. Nein, nein, wir wollen dich nicht ausgrenzen … Nun darf er wieder kommen. Aber dass ich dazu dreimal eine Stellungnahme abgeben muss, weil ich anderer Meinung bin als sie und vor allem, dass sie das Kind als Druckmittel einsetzen – ist nicht in Ordnung.

Ich hab mich immer liebevoll um Jonte gekümmert und alles möglich gemacht – ich bin sogar nachts nach der Spätschicht von Guti-Gutshaus noch nach Rostock gefahren, um ihn morgens abholen zu können, wenn Not am Mann war und Tamina krank war. Sie wissen, wie wohl er sich bei mir fühlt und wieviel Spaß wir zusammen haben – und greifen zu so einem Mittel. Dass er wieder kommen kann, haben wir geklärt. Den zweiten Teil – dass ich mir das nicht bieten lasse – klär ich beim nächsten Mal. Dazu war ich diesmal nicht in der Lage, weil mich das sehr mitgenommen hat. Ich hatte die ganze Woche Bauchschmerzen und hab mich krank und schlapp gefühlt.

Sonnabend, 15. Januar

Man lernt so viel, wenn man still ist und zuhört. Sylvia Plath

Das waren die Achtsamkeits-Sprüche der Woche im Schnelldurchlauf. Bin zurück …

Als ich aus dem Auto gestiegen bin, gleich Tü-ta-taa um mich rum. Das sind wohl schon die Vollmond-Sirenen. Ist das Feuerwehr oder Krankenwagen?, hat mich die Nachbarin aus dem Nebenhaus gefragt. Weiß ich nicht, Tü-ta-taa … Bevor ich mit meinen Sachen nach oben gegangen bin, haben mich meine Füße zum Fischerhof an der Post getragen. Ich brauchte Wärme, Farbe und gute Laune – Marillenpunsch vom Glühweinstand, also aus Aprikosen. Ich dachte erst an Pflaumen, aber das sind Mirabellen. 18 Vol. %, der ging mir gleich in die Beine, aber ich hab ja einen kurzen Weg.

Bei Christoph 2 Tage Schweigen. Gestern schrieb er: Entschuldige mich. Ich konnte mich nicht bei dir melden, ein Trauerfall. Ein Trauerfall … ein Familienangehöriger, ein Nahestehender oder beides, Hund oder Katze? – das könnte alles sein. Den jedem Anfang innewohnenden Zauber, wie er schrieb, spür ich nicht. Das geht nicht in die gewünschte Richtung …