Freitag, 21. Mai

Eine Stunde mit Lars die weltpolitische Lage diskutiert auf der Terrasse, noch vor dem Frühstück. Das ist mir gleich in die Glieder gefahren, ich muss mich erstmal wieder zentrieren und auf Schönes ausrichten …

Nach 8 Stunden Frühjahrsputz – mit Couch und Omas Anrichte wegrücken – hab ich Rücken. Dagegen hilft bestimmt ein Dornfelder, Jahrgang 2019, im Barrique gereift. Eichenfass heißt das, musste ich nachgucken. Das ist ein besserer Tropfen als mein Hauswein. Den hat mir Birgit für meine Hilfe beim Auszug aus den Räumen ihrer Tao-Schule geschenkt. Die Ausrichtung auf das Schöne ist eine frische Wohnung … Ich hab zum ersten Mal seit 10 Jahren, solange ich den Staubsauger hab, eine von den Zusatzbürsten genommen. Und mit Teleskop-Besen und Verrenkung auf halber Treppe nach oben ins Schlafzimmer hab ich mal die Spinnweben in 2 Meter Höhe wegfegen können.

Ich wär schon vor 19 Uhr fertig gewesen, aber ich hab erst um 11 angefangen.

Donnerstag, 20. Mai

Heute war Birgit wieder hier ab Mittag bis 15:30 Uhr, dann hat sie Aikido-Training mit den Kindern auf dem Mühlenberg. Wir haben weiter am Schulkonzept gearbeitet, dann bin ich Tanken gefahren – nach Online-Preisbeobachtung, 1,52 neun, weniger wird’s nicht vor Pfingsten, hab ich gedacht – und hab bei der Gelelgenheit beim großen Edeka in der Teterower Straße gleich einen Vega-Joghurt für den Umzugs-Kartoffelsalat zu Pfingsten bei Michael umgetauscht. Er hatte beim Kauf am 18.5. schon das MHD 16.5. – hab ich wieder mal nicht drauf geachtet und erst zuhause gemerkt. Weil ich ihn aber erst am Sonnabend brauche, hab ich ihn zurückgebracht. Davon geht jetzt die Welt nicht unter, ist aber nervig.

Gleich 17:30 und ich werd noch paar Schritte am Wasser langgehen, die Sonne lächelt und es bleibt hoffentlich trocken …

Mittwoch, 19. Mai

Morgens um 8 sind schon 22 Grad beim Kaffee auf der Terrasse und wärmer wird es heute auch nicht und muss es auch nicht. Um 10 hab ich Massagetermin bei Tam. Darauf freu ich mich diesmal besonders, denn seit ich das letzte Mal da war, ist schon Monate her. Um 12 treff ich mich mit Carmen Sternchen in ihrer Mittagspause beim Altstadt-Bäcker und danach gehen wir mit Fritzi, die immer wild kläfft, wenn sie mich sieht, noch ein Stück am Ufer der Müritz spazieren. Wieder zuhause lese ich ein paar Seiten in meinem Buch und schlummer ein bisschen. Unterdessen hat meine Tochter gefragt, ob es mir lieber ist, dass ich Pfingsten zu ihnen komme oder sie zu mir? Dann ist Zeit fürs Bad und mich anzuziehen. Abends hab ich eine Verabredung. Was wir machen, weiß ich noch nicht – aber uns fällt bestimmt was ein …

Davon ernähr ich mich.

Heute war ein glücklicher Tag, so wie ich ihn mir vorgestellt habe. Die Kraft der Gedanken!

I am sailing
I am sailing
Home again
‚Cross the sea
I am sailing
Stormy waters
To be near you
To be free

Damit geh ich ins Bett, das kam von oben. Can you hear me …?

Dienstag, 18. Mai

Um 11 bin ich wieder bei Dana – das ist neben Fußpflege und Reden und zusammen essen jetzt auch Notfallbegleitung nach der Diagnose, das was ich sonst ehrenamtlich gemacht habe, nur da waren es fremde Leute. Als wir telefoniert haben, haben wir nicht nur über die Behandlung und wie es ihr geht gesprochen, sondern auch über alltägliche Sachen und auch gelacht. Also ganz normal in einer Situation, die es nicht ist. Ich will es nicht verdrängen, aber auch nicht so mit ihr umgehen, als wenn sie den Totenschein in der Hand hält. Sie ziehen jetzt in ihr neu gebautes Haus ein …

Montag, 17. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen. Immanuel Kant

Wär ich der Kalender, wär Schlaf fett und kursiv gedruckt, er ist mein Hauptheilmittel, die andern beiden sind nur beschränkt verfügbar, hauptsächlich in Verbindung mit Jonte.

Bei mir hilft noch ein viertes Ding – Lesen. Das war mir schon immer ein Trost, ein Vergnügen, meine liebste Beschäftigung.

Sonntag, 16. Mai

Bevor ich mich zu solchen Zeilen hinreißen lasse wie gestern, muss es schon arg arg sein. Die vorigen Tage waren kaum auszuhalten. Heute ist entspannter – bis halb 11 geschlafen, mit Martina telefoniert, Spiegeleier zum Frühstück um 12, noch eine Waschmaschine und Blumengießen nach dem Mondkalender und dann Radfahrt oder Spaziergang zum Schaugarten am Tiefwarensee oder gleich eine Runde um den See. Dienstag gehen die 10 Portaltage am Stück zu Ende, die Erleichterung deutet sich jetzt schon an. Ich fühl da immer den Unmut des ganzen kollektiven Bewusstseins, aus mir alleine kommt das nicht. Martina geht es genauso.

Eigentlich wollte ich Christa mal zum Terrassen-Kaffee einladen, doch im Moment ertrag ich nur meine eigene Gesellschaft.

Sonnabend, 15. Mai

Was gestern gefrierende Nässe war, ist heute eine geschlossene Schneedecke auf der Terrasse, allerdings aus Hagelkörnern. Ich hab grade vorher noch Blumen gepflanzt. Bis Mittag hab ich mich gequält, den ansonsten schönen neuen Terrassenboden zu schrubben – gequält ist das richtige Wort – da er aus Rillen besteht, hab ich Schmutz und Erde nur verschmiert. Bei Lars sieht es aus wie neu, aber der hat auch keine Pflanzen drauf auf seinem kleinen Teil – nur seine Hängeampel neben dem Geländer stehen mit 3 Erdbeerpflanzen-Leichen drin. Der Hagelschauer war dann der Spülgang zu meinem Hauptwaschgang – Die kalte Sophie am 15. Mai ist der letzte Tag der Eisheiligen.

Mir fallen Sachen ein nach dem Terrassen-Fiasko … Ich hab ihn mal gefragt, ob er mir einen Gefallen tun kann. Eine Freundin einer Freundin, die keine mehr ist, hatte ihr Ladekabel bei mir vergessen und er hätte es mitnehmen können, das wär schneller als mit der Post. Leichtes Stirnrunzeln … eh, du fährst daran vorbei und brauchst es nur in den Briefkasten zu stecken. Na, hat er dann gemacht. Wie komm ich drauf? Er wär hier zu nichts zu gebrauchen, hab ich gedacht, bei dem Deal, den wir hatten – außer, sich zu entblößen. Davon erledigen sich aber die praktischen Sachen nicht.

Heute hätte ich die Tür zuziehen und auswandern können. Bei Christa unten war die Küche überschwemmt, weil durch die Flut von meinem Dach ein Rohrbruch war.

Freitag, 14. Mai

Dieses Wochenende bleib ich am Kirchturm, das heißt, keine Rostock-Fahrt und veganes Essen kochen, was mir auch mal ganz gut tut. Tamina, Jonte und Michael sind in Schwerin, bei ihren Eltern. Dafür Schlafen, Ausruhen, Lesen, Badewanne, Blumen pflanzen. Und erstmal zu EDK, im Kühlschrank ist nur noch Licht. Gestern war Birgit hier und wir haben einen Film geguckt: Der grüne Planet – Besuch aus dem All. Das war auch schön. Vorhin hab ich mit Carmen Sternchen telefoniert und schön erzählt und wir haben in gegenseitigem Einvernehmen unser heutiges Terrassentreffen verschoben. Das fühlt sich an wie gefrierende Nässe … Erstmal aufwärmen in der heißen Badewanne!

Heute ist Donnerstag, der 13. Mai

Liebe Dani, das soll dir ein bisschen von dem geben, was drauf steht: Kraft und Trost – das hoffe ich sehr! Grüße von Herzen an Dich, Deine Nita

Das hab ich auf die Karte mit Leuchtturm geschrieben und dazu das Buch „Ab jetzt ist alles anders – Ein Kraft- und Trostbuch“ schön eingepackt. In die Seite mit dem Spruch Die Hoffnung ist der Krankheit stärkster Feind hab ich ein Engelbild gelegt.

Ich weiß nicht, ob Gott grade ein- oder ausatmet oder ob er überhaupt noch Atem hat. Ich glaub, ihm ist die Puste ausgegangen vor seiner eigenen Schöpfung.