Heute ist Dienstag, der 12. Dezember

Solche Tage wie heute verschlafe ich. Das langanhaltende nasskalte-stürmische Wetter kann mir am wenigsten anhaben, wenn ich im Bett bleibe. Immer einen Tag aktiv, einen passiv. Gestern war ich über 12 Stunden unterwegs. Auf dem Friedhof war es zu kalt, bei der Weihnachtsfeier durch den gut geheizten Boller-Ofen zu warm.

Verabredungen treffe ich nur bei gutem Wetter. Verabredungen zum Kaffee, zur Vorbereitung Weihnachtsfeier, zum Einkaufen. Nur die Verabredungen unten im Haus zu Game of Thrones sind wetter-unabhängig und damit beständig. Meine Verabredungen also mit Daenerys Sturmtochter und Jon Snow, für den alleine sich schon das Ansehen lohnt. Das sind die beiden auffälligsten Charaktere. Obwohl wir erst die dritte Staffel anfangen, hab ich deshalb schon mal vorgegooglet – und: Richtig – in der 7. Staffel wird die wahre Identität von Jon Schnee (synchronisiert) preisgegeben. Sie entstammen beide dem Hause Targaryen. Ich hab geahnt, dass sie irgendwie zusammengehören. Sie sind beide auffallend schön.

Nun mag das nicht jeden interessieren, aber ich verfolge das mit Begeisterung. Es ist ein so feingesponnener  Stoff aus Alter Zeit, Herrschaft, Zauber, Mystik und Magie um 7 Königslande, Hauptstadt: Königsmund, Religion: Glaube an die Sieben (ich auch, 7.7. Geburtstag) mit berauschenden Bildern an fantastischen Orten, getränkt mit Blut …

Gestern wurde ich von meiner Cousine gefragt: Und, ist er noch mit der Alten zusammen? – Das ist nicht seine Alte, das ist seine Frau. Und: Ja. Ist er.

Heute ist Montag, der 11. Dezember

SEID FRÖHLICH IN HOFFNUNG,

GEDULDIG IN TRÜBSAL,

BEHARRLICH IM GEBET.

Römerbrief 12, 12

Heute war Beerdigung. Mein Onkel. Der Vers aus der Bibel war den Liedtexten vorangestellt. Wie der auch auf meine Situation passt. Die Trauerfeier war in der alten kleinen Dorfkirche, in der ich getauft wurde, am 1. Januar 1960. Als der Sarg in die Erde gelassen wurde – längst nicht mehr wie früher mit Seilen, sondern natürlich elektrisch oder vielleicht auch hydraulisch – hab ich in der Reihe dahinter das Grab meiner Eltern gesehen, neben mir das Grab meiner Großmutter und meiner Tante und meine Urgroßeltern waren dort auch begraben, nur die Stätte gibt es nicht mehr. Da kamen mir schon Gedanken zu meinem Leben und dem, was das ist – mit mir und Maik – oder was es war? Und wenn ich es schon so manches Mal zuvor gedacht habe – das war eben nur das – obwohl ich es anders fühle – so kam heute ganz besonders die Sinnfrage auf …

Abends war dann Weihnachtsfeier – vom Gutshaus, aber nicht im Gutshaus , sondern 2 Dörfer weiter, nach dem Kirchenacker. Das war ein abrupter Übergang, aber eine schöne Runde mit schon nach so kurzer Zeit lieb gewonnenen Kollegen. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Und dem Nebeneffekt: Am Freitag die Abendmenü-Schicht – also doch nicht Ruhe bis Jahresende. Schön!

Jetzt noch je 1 Glas Wein auf das Leben, auf die Liebe, auf die, die wir lieben …

 

Heute ist Sonntag, der 10. Dezember

Guten Morgen alle zusammen! Ich hab herrlich bis um 9 geschlafen. Eben läuten die Marien-Glocken samt neuem Glockenspiel. Wie schön sich das anhört! Der Schwan als Krönung des Kirchturms guckt wieder mal von Norden nach Süden – von ihm zu mir. Unten auf dem Markt wird das Weihnachtszelt aufgebaut und der Dalai Lama verkündet im Kalender: Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen. Mein Herz-Würfel ist auf 2 stehen geblieben, weil ich vor Tagen beschlossen hab, so lass ich ihn jetzt liegen mit seiner Dual-Zahl. Im Türchen vom Adventskalender ist ein Herz mit roten Rosen …

Alljährlich im Advent findet im Nationalpark ein kleines, aber feines Highlight statt. Da geh ich mal mit Maik hin, hab ich mir gesagt. Gestern Abend hab ich im Internet geguckt, wann es dieses Jahr ist. Am 9.12. – also gestern. Verpasst! Und gut so, ich wär sonst ersatzweise mit Manuel hingegangen. Doch will ich Manuel nicht zum Ersatzmann erklären und es wär auch nicht dasselbe wie mit Maik. Ich trau ihm auch nicht 8 km Fußweg, 4 hin, 4 zurück, zu. Sogar der Weg dahin besteht aus Herz-Zahlen, also ist klar, mit wem ich hingeh …

Das sind wohlige Tage jetzt im zwölften Monat, mit neuer Lebensenergie und -Lust nach der deadline des Novembers. Wenn Maik auch nicht hier ist, so ist er doch in meinem Bewusstsein als Schatz, der nicht verloren geht …

Heute ist Sonnabend, der 9. Dezember

Die Headline im Jahres-Horoskop von Erich Bauer für Schütze lautet: Jetzt gehts los! Und seine Venus-Botschaft für das Jupiter-Zeichen: „Du wirst mir 2018 auf Schritt und Tritt begegnen. Überall. In deinen Träumen, auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, wenn du Feierabend machst und ganz besonders an den Abenden und Nächten, die mit mir nie mehr zu enden scheinen. Ich mache dich glücklich!“ Das heißt, Frau Venus selbst nimmt sich ihrer an. Wie das wohl praktisch aussieht? Damit wär Ich raus aus seinem Kopf? Aus seinen Träumen, Nächten, Feierabenden? Oder schickt sie zertifizierte Stellvertreterinnen? Wenn sie sich um mich zuerst kümmert und ihm solche Verheißungen macht, das ließe sich doch gut verbinden …

Zum Ende jeden Jahres bekommen wir in Hexenschule jeder eine bunt verzierte Streichholzschachtel. Unsere Oberin hat in liebevoller Kleinarbeit 168 solcher Überraschungs-Momente hergestellt mit Sprüchen, Symbolen, Jahres-Krafttieren und Süßem. Silvester zu öffnen! Diesmal hab ich gleich als ich zu Hause war meine Neugier befriedigt. Das war eine schöne Überraschung! Wenn ich schon nicht abwarten kann, sollen es wenigstens meine lieben Leser.

„Es wird ein glückliches Jahr, in dem Sie am Ende um ein paar Träume ärmer sein werden – sie sind eben Realität geworden. Die reinste Wundertüte, Ihr Jahr 2018: voller glücklicher Überraschungen. Deshalb können Sie an Silvester kräftig anstoßen und sich freuen auf die kommenden Monate.“ Das Matchbox-Geheimnis lüfte ich dann am 31. Dezember …

Heute ist Freitag, der 8. Dezember

Jetzt ist wieder HochZeit für HOROSKOPUS. Das neue Jahr ist ein Venus-Jahr. Die Hauptwörter sind: Diplomatie, Freundlichkeit, Entgegenkommen – Liebe. Das Herz öffnen können – Venus ist Liebe!

Die Jahres-Horoskope von Star-Astrologe Erich Bauer auf Astroportal gefallen mir von allen im Internet kursierenden am besten in Aufmachung und Formulierung. Wer mag, kann gern mal schauen. Wer nicht dran glaubt, wird auf jeden Fall gut unterhalten.

Seine Prognose 2018 für Krebs: Verliebt, reich, glücklich

Seine Venus-Botschaft für Krebse: „Unter allen 12 Sternzeichen weißt Du am ehesten, was liebevolle Hingabe wirklich bedeutet. Niemand sonst beherrscht das so wie Du, ist so einfühlsam, so behütend. Vielleicht fehlte es bis heute am richtigen Partner. Aber das werde ich 2018 ändern. Denn Ich regiere das Jahr, und ich kümmere mich um Dich zuerst.“

Und ein anderes sagt: Die Würze liegt im Unerwarteten, das für Sie schicksalhafte Wendungen mit sich bringt: Zufällige Begegnungen können zu erstaunlichen Resultaten führen; lassen Sie sich überraschen! Amor zum Beispiel visiert jetzt gern dasselbe Ziel zum zweiten Mal an …

Dasselbe Ziel zum zweiten Mal … Beim ersten Mal hat’s nicht geklappt. Vielleicht hätte ich ihm die Frau sein können, mit der er auch leben will, wenn ich vorher schon so hätte sein können, wie ich jetzt bin. Doch ich war immer angespannt und dachte, das muss doch mal was werden. Das muss er gespürt haben. Erst jetzt ist RUHE …

Heute ist Donnerstag, der 7. Dezember

Bei Hexenschule können wir zu Beginn immer zwischen einem Krafttier, einer Rune oder einem Weisheitsspruch wählen. Ich nehm immer Krafttier. Es war noch nie ein Raubtier dabei:

Wolf – Sippe – Instinktsicherheit – Führerschaft 

Als Seelenführer verleiht er dir einen sicheren Instinkt, feine Sinne, Vertrauen in deine Kraft, innere Geborgenheit und Wärme. Er lehrt dich, dich den Umständen anzupassen und trotzdem deiner Vision zu folgen. Er bringt dir bei, aus dir selbst zu schöpfen und deine Ideen und Wünsche in die Realität zu bringen. Der Wolf ist ein geselliges Tier, das über ein hochentwickeltes Kommunikationssystem mit ausgeprägter Mimik verfügt. Er zeigt dir damit, wie du dich klar und unmissverständlich ausdrücken kannst. Er offenbart dir das Geheimnis der Demut. Denn nur wer dienen kann, kann auch herrschen. Unter ihm wirst du zu einem guten Führer, der auch in weniger guten Zeiten sich und seine Liebsten gut über die Runden bringt.

Affirmation: Ich vertraue tief und fest der Führung in mir. Ich ruhe in meiner Mitte!

Das ist ein kraftvolles Tier und das brauch ich jetzt auch genau so. Maik ist abwesend. Ich fühl ihn nicht bei mir. Ich fühl nur das Wetter in meinem Körper, das mir so gar nicht gut tut. Meine Haut ist irritiert, sie versteht nicht, warum er sie nicht mehr berührt. Schlafen tut mir gut. Und Er – wo er auch sein mag …

Heute ist Mittwoch, der 6. Dezember

Eine Einladung vom Gutshaus zur Weihnachtsfeier. Das ist ja mal was Schönes! Die hab ich erhalten, als ich wieder mal einen Tag Empfangs-Fee in der Praxis war. Da hab ich mich gefreut. Mein Fühler-Ausstrecken im hiesigen Hotel- und Gastro-Gewerbe hat sich nicht gut angefühlt. Ich hab sie schnell wieder eingezogen. Ich bin Typ Kaltmamsell Gutshaus. Da pass ich hin. Genaugenommen Warmblut-Kaltmamsell … So freu ich mich schon jetzt auf die nächste Saison dort.

Und dann noch eine Abschiedsnachricht. Mein lieber Onkel, mein liebster und mein letzter, hat das Zeitliche gesegnet. Mit 82 Jahren. Noch eine vollendete Lebensreise in diesem Jahr. Er war einen Monat im Pflegeheim, weil Tantchen nicht mehr konnte. Dann hat sie ihn nach Haus geholt, warum, hab ich schon geschrieben. Und nach nur 5 Tagen zuhause verabschiedet er sich in Ruhe und Frieden. Er hat nur darauf gewartet. Zuvor im September schon mein Cousin. Und noch zwei Brüder meines Vaters in diesem Jahr. So hoffe ich, dass Onkels Beerdigung die vorerst letzte ist.

Also, es hat nicht nur Schützen extrem gebeutelt – ich fühl mich mindestens genauso betroffen – und das nicht nur die letzten 3 Jahre, sondern viel länger.

Am liebsten schlafe ich. Mein Bett ist meine Ruhe-Oase. Weich, warm, behaglich und trocken. Der ganze Gegensatz zu draußen. Heute ist Hexenschule in 7-Tore-Stadt – ob ich mich da hin bewegt kriege, weiß ich noch nicht …

Heute ist Dienstag, der 5. Dezember

Beim Durchblättern der Sonntagszeitung – die, über die wir uns kennengelernt haben – hab ich sein Horoskop gelesen: „Sie fürchten, die Kontrolle zu verlieren. Das täte Ihnen aber gut. Stellen Sie nicht zu hohe Anforderungen an sich. Eine gute Zeit zum Aufräumen – besonders die Seele.“ Das könnte sogar stimmen, mit der Kontrolle … Bei mir steht: „Sie müssen wissen, was Sie wollen. Erst dann können Sie es kriegen …“

Was steht noch so drin? In meiner Marienkirche wird bald ein Glockenspiel eingeweiht und dann erklingen Lieder wie „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Doch Terminverzug. Das Handwerk der Glockengießer, Klöppelhersteller und Läuteanlagenbauer gibt es kaum noch und ist durch das Luther-Jubiläum erheblich überfordert.

Weiterhin eine blau umrandete Anzeige: Schlafstörungen, Schmerzen? Ärzte und Patienten berichten über Erfolge mit alternativen Heilmethoden – Dienstag, 05.12.2017, 16:00 Uhr, Bürgersaal. Eine Veranstaltung des Instituts für Naturheilverfahren und physikalische Anwendungen, Dr. Dr. med. Jordan Petrow (www.chronische Krankheiten.net). Keine Anmeldung erforderlich. Keine Verkaufsveranstaltung. Vielleicht hör ich mir das mal an. Als ich noch im Berufsleben stand, war die Meinung der Kollegen zu Weiterbildung: Dümmer kann man dabei nicht werden. Und 16 Uhr ist auch noch keine Schlafenszeit.

Ich hab das Buch der Antworten gefragt. Wird er sich bei mir melden, wenn ich ihm nicht mehr schreibe? – Niemals. – Auch das könnte stimmen. Die Initiative ging immer von mir aus. Er hat nur reagiert oder auch nicht reagiert.

Heute ist Montag, der 4. Dezember

Wie gesagt, Weihnachts-Deko fällt aus. Dafür zünde ich jeden Tag 222 Lichter an – jedes Wort von mir ist Eins – damit es wärmer und heller wird. Sei Du das Licht, sagt die Dezember-Botschaft der geistigen Welt. Und weiter: Wir sind weiterhin im Wandel und ganz Neues kann sich entwickeln. Aber das Neue ist noch nicht da. Es beginnt erst, Gestalt anzunehmen. Hilfreich ist, auch weiterhin keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, sich nicht zurückzuziehen oder alles hinzuwerfen. Man könnte sagen: Solange die Suppe noch kocht, sollte man sie nicht abschmecken …

Wenn es manchem vielleicht so erscheinen mag, als hätte sich die Suppedie ich hier koche, abgekühlt, dann erscheint es nur so. Das liegt daran, dass er sehr zu meiner Selbstachtung und -wertschätzung beigetragen hat mit seinen Zweiwort-, Einwort-, Keinwort-Antworten. Doch das ändert an der Intensität der Verbindung nichts. Wenn ich meine 222 Lichter hier in SMS umrechne, kann er sich wirklich nicht beklagen über die Aufmerksamkeit, die ich ihm zukommen lasse. Aber er beklagt sich ja auch nicht – weder, dass ihm was fehlt, noch, dass ihm was zuviel wird. Das hat er nicht mal bei über 20 SMS von mir getan.

Das Allerwichtigste ist, fähig zu sein, das Leben zu genießen, ohne sich von den Dingen in die Irre führen zu lassen. Kalender. Fragt sich, was die Irre ist – Nein zu ihm oder Ja zu ihm?

Heute ist Sonntag, der 3. Dezember

Meine Haut ist arg strapaziert von der Kälte. Das passt zu seiner Liebe zu leblosen Dingen. Im Sommer, der keiner war, hat er mir mal ein Bild geschickt von seiner Geliebten namens Harley – die wechseln öfter mal, aber heißen alle gleich – mit Born to be wild als Unterschrift. Ein großes hartes Teil vor dunklem Abendhimmel, dass einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wenn es erotisch wirken sollte, hat es den Zweck verfehlt. Hart wie Stahl und kalt wie Chrom – wie kann so ein Mann lieben, was weich und warm ist? Gar nicht, nehm ich an. Zumindest gibt er sich nach außen so. Heiß ist das Ding nur, wenn er damit gefahren ist. Da hab ich mir mal schön mein Bein am Auspuff verbrannt. Wie lange einem sowas doch in Erinnerung bleibt. Es hat sich eingebrannt in mein Gedächtnis – Alles.

Erster Advent – Leuchte Licht mit hellem Schein … ich verzichte in diesem Jahr auf Advents- und Weihnachts-Deko. Die Tanne unten reicht. Hier oben sitzen noch die Osterhasen im Regal, es lohnt sich nicht mehr, die wegzuräumen. So vermitteln sie schon die Vorfreude auf den Frühling, während eine Mischung aus Schnee und Regen vom Himmel fällt, entscheidet sich noch … In meinem seidigen Koukon träum ich vom Sommer, der auch einer ist.

Unten gibts nachher die 2. Staffel von Game of Thrones und gefüllte Paprikaschoten …