Sonntag, 2. August

01:02 Manch einer mag das irreführend finden – gelebte Dualseelenliebe. Ich leb jeden Tag mit ihm, von da an, wo wir uns begegnet sind.

Als ich gestern ankam, hat Anja sich gleich beschwert: Die Kühlschränke sind abends aufzufüllen!, sonst haben wir am nächsten Tag keine gekühlten Getränke. Soweit zur freundlichen Begrüßung, hab ich gesagt. Ich hab meinen guten Willen gezeigt, Anja, und bin schon eine Stunde früher gekommen! Und selbst wenn ich nicht früher gekommen wäre – ich bin 150 mal in die Stellmacherei rübergelaufen, da werd ich um 11 nicht noch in den Keller latschen und Getränke hochholen. Da hat sich Fritzi eingeschaltet: Komm, ich bin auch gelaufen. – Deine Beine sind doppelt so lang, das zählt nur 75 mal. – Und außerdem ist sie 35 Jahre älter als du – da hat sie mich wieder in Schutz genommen. Das blieb aber so eine gereizte Stimmung den ganzen Abend und keiner hat mehr was gesagt, nur das Nötigste. Gut, dass ich die da jetzt eine Woche nicht seh, erst Freitagabend wieder. Heute wird es erfreulicher. Mittags fahr ich los nach Schwerin – wir feiern heute alle zusammen, auch mit Taminas Familie, die ich noch nicht kenne, Jontes 1. Geburtstag!

Gestern hab ich den ganzen Vormittag alles liebevoll ausgesucht und eingepackt. Sein Geschenk hat er ja schon. Deshalb bekommt er ein schönes Schlemmer-Paket von mir, wo er doch so gerne und genüsslich isst. Alles bio und vegan von dm-chen, von Hipp und Demeter: Knabber-Sternchen mit Apfel, Orange und Johannisbeere, Freche Freunde Kichererbsen-Brezeln, Babylove Bio-Dinkel-Knabberstangen, Mogli Paprika-Cracker mit Dinkel, Mini-Dinkel-Zwieback, Dinkel-Apfel-Kekse, FruchtBar-Knusper-Löwen (Löwe, sein Sternzeichen), mit Süßkartoffel, Apfel, Kokos, Mais und Tee-Fee Kräutertee mit Himbeersaft. Muss die das jetzt alles einzeln aufzählen? Ja, muss sie 🙂

Dazu Seifenblasen mit Hot Wheels-Aufdruck auf der Packung – mein Sohn war Hot Wheels-Fan und hat sich bei jedem Wochenend-Einkauf ein Auto davon aussuchen dürfen, hat also historische Bedeutung. Noch eine Geburtstagskerze 1 und einen schönen Folienballon Happy Birthday und ein Kärtchen mit Luftballons: So ein großes Glück, dass es Dich gibt! Alles Liebe zu Deinem Geburtstag, lieber Jonte, von Deiner Omi Anita!

Heute ist Sonnabend, der 1. August

Hallo Pino, hier ist dein Lieblings-Fritzi … So hat er gestern den Chef angerufen, um was zu fragen. Ich könnte hier eine eigene Rubrik für ihn einrichten, mit seinen Sprüchen, Witzen, Späßen und Flirts. Das macht die Guti-Gutshaus-Schichten sehr viel angenehmer. Nice ist sein Lieblingswort. Die Krönung des Abends ist, wenn er mit seinem Ford Mustang HR 1 vom Hof röhrt … HR – Hans Rudolph. Er ist 23! Was hat sich seine Mutter dabei gedacht?

Als Nele gestern zwei Salate raus gebracht hat, hat sie ihn gefragt: Ist da auch Dressing dran? Antwort: Bin ich hier der Azubi und Nele ist Chefkoch, oder wie? Das fand er nicht nice. Mit Nele liegt er meist im Clinch, aber das ist bald vorbei. Sie ist nur noch den August da.

Nicht, dass Nele Azubi bei uns wäre, sie hat Biologie studiert und geht in die Forschung. Sagt sie jedenfalls. Und Fritzi ist nur insoweit Chefkoch, da er unser einziger Koch ist. Sie hat 2 von diesen Nebenjobs über Sommer, auch noch im Kloster-Café Malchow, und macht auch gerne Party. Wenn sie um 2 anfängt, hängt sie oft noch durch, sagt Nicole Früstücks-Fee, die das unmöglich findet. Was ich nicht verstehe, ist – in der Forschung könnte sie viel mehr und viel einfacher ihre Kohle verdienen. Da würde ich doch nicht in der Gastronomie jobben. Das sind schon interessante Lebensläufe bei uns.

Freitag, 31. Juli

Wenn nichts sicher ist, dann das – Gottvertrauen. Das hab ich gestern in meinen WhatsApp-Status gestellt, und ein Kirchturm-Video mit dem Abendglockenläuten dazu.

Also, nein! – eben hab ich mir telefonisch einen Frisör-Termin für nächste Woche in Rostock besorgt und mich mit meinem alten, also Ehe-Namen gemeldet. Geschieden bin ich seit Ende 2012! Hab ich natürlich gleich korrigiert und gesagt: Wie komm ich jetzt darauf? Die müssen auch denken …

16 – 23 Uhr Guti-Gutshaus, puuuh … sowas von anstrengend, weil warm und lange Laufwege in die Stellmacherei, Familienfeier! Um halb 12 Feierabend auf Terrasse im Mondschein …

Donnerstag, 30. Juli

Gute Nacht und wundervolle Träume! So ein Bilchen hat mir Christa gestern Abend wieder geschickt. Das kommt nicht so gut an bei mir, so wie meine Nächte gerade aussehen. Man kann einem mit gut gemeinten Wünschen auch was überholzen, was mehr auf die Nerven geht, statt dass ich mich drüber freue, vor allem, wenn es nicht zur Situation passt. Wie wär’s mal mit Einfühlungsvermögen?

Ja, sie weiß aber nicht, wie es dir geht, meldet sich mein Justiz-Minister. Okay. Anders als bei meiner Schwester Birgit, die mir mit – aufgesetzter – Fröhlichkeit zusetzt. Ich wünsch dir einen fröhlichen Tag, eine fröhliche Woche, eine fröhliche Rundumversorgung, manchmal noch gespickt mit und viel gute Power. Fröhlichkeit wünscht sie sich, doch damit ist es wie mit allem, man kann nichts erzwingen. Ich hab ihr gesagt, sie möge mich damit verschonen. Hat nichts genützt. Liebe Grüße und einen wundervollen Morgen!

Das ist, als wenn ich Martina mit Superlativen wie traumhaft, wundervoll, fantastisch usw. zuschütten würde, obwohl ich weiß, wie es bei ihr aussieht. Da halte ich mich zurück. Mit ein bisschen Feinfühligkeit müsste das doch machbar sein – oder einfach mal nachdenken.

Freundlichkeit ja, aber Fröhlichkeit gehört nicht zu meiner Grundausstattung. Ich kann lachen, mich freuen, Spaß haben, vieles schön finden – alles zu seiner Zeit. Wenn mir nicht so ist, lasst mich doch einfach in Ruhe mit Oh du fröhliche …

 

 

Mittwoch, 29. Juli

Das war eine Nacht, jede Stunde wach – mit Alpträumen. Alles, was ich hatte, war zerstört. Sonst hat Martina mir von schlimmen Nächten mit Alpträumen erzählt, ich kannte das gar nicht.

Heute früh war ich auf Platz 3 bei Google … Doch nicht alles zerstört. Frühstück gibt’s heute mal in Guti-Gutshaus. Nicht nur Frühstück, auch Gäste bedienen, aber erst um 9 anfangen, der erste Schwung ist dann schon durch, Yasmin fängt schon um 7 an.

Das war heute mal eine entspannte Abwechslung zur Spätschicht. Das gute an der Frühschicht ist – meistens jedenfalls – ein festgelegtes Ende, 14:00 Uhr. Halb 2 kam Anja schon – einen Kuchen in der Springform unter’n Arm geklemmt. Zu tun war auch, aber alles sinnig.

Auf dem Rückweg hab ich gedacht, ich fahr mal zu Aldi – das liegt auf dem Weg. Und was seh ich da? Exotische Blühpflanzen im Angebot, verschiedene Sorten, aber die schönste: Eine Medinille – Medinilla magnifica, Heimat Philippinen. Entsprechend exotisch sind ihre Blätter und  vor allem Blüten – lange, hängende, rosa-weiße Naturschönheiten.

Die wollte ich mir schon länger zulegen, nur meine Stellplätze für grüne Mitbewohner sind schon üppig belegt. Trotzdem hab ich sie gekauft und gedacht: Wo stell ich sie hin? Na klar, ins Bad! Den Topf, der da vorher stand, hab ich neben die Wanne gestellt. Passt! Ich red mit allen und Miss Medinilla hab ich herzlich willkommen geheißen!

Jetzt fang ich an zu löschen und zu verbrennen – SMS und Fotos, die ich behalten wollte. Die Nacht gestern, in der ich alles verloren habe, ist der Anlass dazu. Lerne loszulassen, heißt der Wochenspruch. Ich will meinen Nachkommen nicht zumuten, das zu tun, weil ich mich nicht trennen konnte.

Dienstag, 28. Juli

Jetzt wünschen wir uns über WhatsApp gute Nacht, mit Christa unter mir. Was gerade am besten geht, ist schlafen, hab ich ihr gestern geschrieben. – Wie recht du hast. – Bald kommen wieder schönere Tage. – Gute Nacht!

Schönere Tage – ich weiß es nicht, ich hoffe es … Ich komm grad vom Bäckerfrühstück – Geburtstags-Gutschein von Andrea für Bäckerei Junge – und Einkaufen zurück. Heute ist Haushaltstag – Wäsche waschen, Blumen gießen, bisschen putzen. Die Belohnung, das Frühstück, hab ich vorweg genommen. Hunger hatte ich nicht. Appetit kommt beim Essen, hab ich gedacht – und so war’s auch …

Nächste Woche Dienstag 14:00 Uhr bei Tam Thai-Kräuterstempel-Massage – genau die brauch ich. Diese Woche hab ich keine Zeit dafür, Arbeiten und Steuererklärung.

Ich brauch nicht nur Massage, ich brauch auch Urlaub. Mal eine Woche wegfahren – im September oder Oktober …

Montag, 27. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück. Buddha

Die beiden Schwäne da oben, die spiegeln sich im Wasser – auf dem Original-Foto. Nur so viel Platz hat WordPress.com für das Header-Bild nicht eingeräumt. Deshalb sage ich es mal, weil es wichtig ist.

Heute mach ich weiter mit Schongang und Erholung, das tat gestern schon gut. Das sagt auch der Mondkalender – alles ruhig angehen lassen …

Gerade hat Tamina die Einladung zu Jontis 1. Geburtstag am Sonntag geschickt. Die Feier ist in Schwerin bei ihren Eltern und Schwestern, einmal aus Platzgründen und zum zweiten, damit wir uns endlich kennenlernen. Das ist ein guter Grund, wo wir schon ein Jahr lang ein gemeinsames Enkelchen haben! Da freu ich mich drauf …

Vorhin hat der freundliche junge Geiger wieder auf dem Markt gespielt. Wär ich unten gewesen, hätte ich ihm was in den Hut geworfen. So hab ich ihm von oben eine Weile zugeguckt – hören kann ich ihn hier sowieso – keiner von den Leuten hat Notiz von ihm genommen, auch kein Obulus. Mir macht er gleich gute, beschwingte Laune und bringt mich zum Lächeln. Das ist viel Wert, weil zu selten.

Es sind wieder Portaltage – das Löwen-Portal vom 26. 7. bis 8. 8. Und mittendrin, am 2. August, hat unser Jonti Geburtstag! Davor vom 13. – 22. Juli. Nur 3 Tage Pause. Ich spür die hohe kosmische Schwingung – mit Traurigkeit und Tränen. Weil ich weiß, was ist und was sein soll, und kein Weg dahin zu führen scheint. Gerade kommt ein Wolkenbruch, wie des Himmels Bestätigung.

Er erlebt den größten Sex seines Lebens – sie die größte Liebe ihres Lebens, schreibt die Nr. 1 bei Seelenpartner-Blogs. Wer hat das wann und warum getrennt, was eins ist und zusammen gehört? Gott war es nicht. Im 4. Jahr bin ich auf Platz 4 bei Google-Suche Blog Dualseelen. Gute Nacht, Maik – wie oft hab ich ihm das damals geschrieben …

Sonntag, 26. Juli

Heute ist freier Sonntag und das soll er auch bleiben. Gestern hab ich erstmal angerufen und gefragt, ob ich überhaupt kommen soll, wenn nicht so viele Anmeldungen sind. Ja, das wär ganz gut, hat Bettina gesagt, Anja ist bisschen angeschlagen. Sie hat Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Das wird vielleicht ein entspannter Abend hat sie noch gesagt. Der ging dann aber auch bis 23:00 Uhr. Das dauert immer ewig, hinterher noch die Küche zu machen. Falls Anja morgen ausfällt – ich bleib zuhaus und schlaf mich aus. Soll mal ein anderer einspringen …

Ich riech nach Rosmarin-Kartoffeln und Ofen-Gemüse, wie jedes Wochenende beim Grillen.

Heute fühl ich mich krank, auch Halsschmerzen … schlapp und müde und angeschlagen.

Sonnabend, 25. Juli

Hochzeiten, Geburten, Todesfälle – von jedem zwei, alles ist in der Zeit von September bis Dezember passiert. Und ein Treffen nochmal mit Maik, in der goldenen Herbstsonne vom Oktober. Das ist so nah, als wär’s erst gestern gewesen. Alles mit ihm erscheint mir wie Gegenwart.

Heute noch der Guti-Gutshaus-Grillabend und dann ist Wochenende bis Freitagabend! Fritzi hat ausnahmsweise mal frei und der Chef steht persönlich am Grill.

Freitag, 24. Juli

Nach eineinhalb Stunden auf meiner Dachterrasse war ich wieder regeniert gestern. Es war schön, doch ich war 10 Stunden unterwegs – viel zu lange.

Susanne hat auch so eine Geschichte wie ich. Das weiß ich von Martina, nicht von ihr. Gestern hat sie zum ersten Mal in einem Satz seinen Namen gesagt: Da war ich mit Ralphi … Das klang so liebevoll und hoffnungslos, dass ich gedacht hab, das bricht ihr das Herz. Das kann mir nicht passieren, schon deshalb nicht, weil ich immer Maik zu ihm sage, wenn ich telepathisch mit ihm telefoniere – und kein i anhänge. Ich verniedliche es nicht.

Eine Affäre geht so lange, bis die Vernunft den Stecker zieht. Ich bin nach Waren umgezogen, sie geht nach Neubrandenburg und fängt ein Studium an. Sie verlässt ihre Komfortzone.

Ich sollte heute schon um 2 anfangen, wenn’s geht, Nele ist krank. Ich schaff es erst zu um 3, hab ich gesagt, und dann wird es auch noch eine lange Schicht bis abends open end. Das stresst mich gewaltig …

Na, ging grad noch so, 22:30 Uhr zuhause, hat aber dicke gereicht.

Die großen Ereignisse der vergangenen 40 Jahre in meinem Leben waren alle im Herbst, hab ich neulich abends auf der Terrasse gedacht. Mit einer Ausnahme, Maik hab ich im Juni getroffen. Doch Mitte November hab ich mich von ihm verabschiedet und ihm noch einmal geschrieben, Jahre später …