Heute ist Freitag, der 1. Mai

Amselflöte früh um 5 und dunkle Wolken über dem Kirchturm. Das war eine andere Walpurgisnacht als geplant – mit mir alleine. Birgit hab ich abgesagt, es war mir zu nass und zu kalt. Ich hab schon den ganzen Nachmittag gefroren und es mir zuhause gemütlich gemacht. Wenigstens ein kleines Feuer hab ich auf der Terrasse angezündet – eine Kerze. Eine drinnen und eine draußen. Dafür fahr ich heute hin. Denn Manuel ist mir zuvorgekommen und hat abgesagt für dieses Wochenende. Er hat das Gefühl, er muss für sich alleine sein, hat er mir am Telefon gesagt. Ja, das geht mir auch so.

Wenn schon nicht übers Feuer springen, symbolisch, etwas wollte ich doch machen zur Feier des Tages und hab aus dem keltischen Pflanzen-Orakel Zauberhafte Devas eine Karte gezogen bzw. herausspringen lassen: WILDROSE – Liebe erschafft Schönheit … und du bist vollkommen geschaffen. Die Königin der Blumen reicht dir ihr Herz, gefüllt mit irdischer und göttlicher Liebe, die ewig währt.

Und weiter heißt es im Begleitheft: Die Rose hütet Geheimnisse. Alles, was im Namen der Rose gesagt wird, ist vertraulich. Sie ist die Blume der Göttin und zeigt dir gleich zweimal das heilige Pentagramm: In ihrer Blüte, wenn man die Spitzen der übernächsten Kelchblätter miteinander verbindet und in ihrer Frucht, wenn man eine Hagebutte quer durchschneidet.

Das ist die schönste von den 40 Karten, die Königin. Wunderschöne Botschaft!

Donnerstag, 30. April

Was hat Guti-Gutshaus denn für eine krumme Summe überwiesen?, hab ich bei der telefonischen Kontostands-Abfrage gedacht. Da bin ich beim Nachrechnen schnell drauf gekommen. 60 Prozent – soviel wie Kurzarbeitergeld bei den Festangestellten, obwohl das für mich nicht zutrifft. Aber immerhin und so hab ich noch 40 für nächsten Monat, denn so schnell wird das, glaube ich, nicht wieder anlaufen mit der Hotelerie.

Heute früh hab ich ein schönes Bild aus der Magic-Galery von Christa als Profilbild für WhatsApp ausgesucht. Sie schickt mir auch andere als das quakende Spiegelei. Das hier passt zu Beltane, also Walpurgisnacht, und bleibt bis morgen. Es ist ein zauberhaftes Naturbild mit einem schlafenden Baumgeist und heißt Day and Night … Kann auch sein, dass er gar nicht schläft, sondern nur diskret die Augen zumacht.

Es ist der Abend der Beltane-Feuer und nächtlichen Paarungen im Wald … Es ist das Fruchtbarkeitsfest der Kelten, Druiden, Wiccas. Das war es in alter Zeit. Es wird heute auch noch ritualisiert, mit den Feuern, doch das danach wohl nur noch vereinzelt …

 

Mittwoch, 29. April

Meine Freundin Antje wird am 1. Mai 50 – da will ich heute noch die Geburtstagskarte schreiben und abschicken. Für morgen Abend hab ich eine Einladung von meiner Schwester und Heidrun, bei ihnen die Walpurgisnacht zu feiern. Mit Heidrun war ich von Anfang an auf gleicher Wellenlänge. Sie ist Physio- und ganzheitliche Therapeutin mit einer Praxis in Hannover und teilt sich ihre Zeit zwischen dem alten Bauernhaus hier und ihrer Arbeit dort. Wir bringen immer jeder was mit – da passt Hexenwein, den ich heute ansetze, und Sabbat-Kuchen. Den hab ich noch nie gebacken. Mal sehen, was es wird.

Zum 1. Mai hat sich Manuel angekündigt. Erst wollte er Freitagabend nach Praxisschluss kommen, dann hat er gemerkt, dass ja Feiertag ist und er schon früh kommen kann. Wir hatten jetzt eine lange Pause. Mal sehen, was es wird.

Petrus hat auf Regen umgeschaltet … Auf dem Markt wird der Maibaum aufgestellt, ohne großes Brimborium wie sonst, mit THW und Blasmusik. Manja Nageltante hat frühestens ab 11. Mai wieder geöffnet. Das wird erst entschieden.

Lass die Ohren nicht glauben, was die Augen nicht gesehen haben und lass den Mund nicht sagen, was das Herz nicht fühlt. Heutiger Spruch im Mondkalender Alpenschau mit Mond im Krebs – emotional und dünnhäutig.

Dienstag, 28. April

Das ist ein strahlender Morgen. Petrus hält die Schönwetter-Taste gedrückt …  Gestern war Tine Schwesterchen hier und abends gab es noch eine spontane Terrassen-Party. Aniko kam, um den schönen Sonnenuntergang zu bewundern, den sieht sie von ihrer Sitzecke unten auf dem Hof nicht. Dann kam ihr Mann Mario noch dazu und hat eine Flasche Chianti, Jahrgang 2013, mitgebracht. Das war ein Fest! Und Lars hat sich auch beteiligt …

Heute hab ich ein paar Blumen umgetopft auf der Terrasse und er hat mir dabei Gesellschaft geleistet. Wir haben ein gutes Einvernehmen. Mal ist er hier und mal bei Leyla, in einer für mich ausgewogenen Mischung, ohne, dass es mir zuviel wird. Eine schöne Terrassengemeinschaft!

Montag, 27. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Aristoteles

Montag ist mein liebster Blog-Tag, da weiß ich früh gleich, was ich schreiben kann. Zwei Wörter sind von mir  – Neuer und Montags-Gelassenheitsspruch – der Rest kommt vom Kalender.

Wenn ich mal nicht mehr geschäftsfähig bin … unter dem Aspekt hab ich die Liste mit meinen Kontobewegungen erstellt. Man kann auch mal tot umfallen – das erspart dann langes Suchen. Der zweite, für mich noch wichtigere Punkt dabei ist – wohin mit meinen Bildern? Ich hab sie erstmal aus der Versenkung der Nachttischschublade geholt: 4 DVDs, 14 ausgedruckte A4-Fotos in Farbe, die er mir mal in den Winterferien in den Briefkasten gesteckt hat, bevor er mit seinem Nachwuchs in den Hanse-Dom nach Stralsund gefahren ist, verbunden mit der SMS: Post ist da!

Desweiteren ein Hänge-Fotoalbum mit 12 Fächern für die Wand, obwohl es Stand-Bilder sind. Das sind also nochmal 12 Bilder. Oben drüber hab ich eine schöne Spruchkarte gesteckt: Wenn sich der Himmel für dich öffnet, versäume es nicht einzutreten! Laotse Und unten drunter: Es ist, was es ist … sagte die Liebe. Das ist noch nicht alles. 38 Schwarz-Weiß-und-Sepia-Fotos 10 x 15 – von ihm. Die A 4-Bilder waren you and me. Das hab ich alles nochmal angeguckt – da wurd mir anders – und gut sortiert in mein rotes Samsonite-Beauty-Case mit Zahlenschloss gebettet. Ich weiß allerdings den Code nicht mehr, es war mein Geburtstag, den ich bei allen Zahlenschlössern nehm, so auch beim Fahrrad. Am Schönheitskoffer – ist doch eine gute Aufbewahrungsstätte – sind aber nur 3 Zahlen – vielleicht hab ich auch 777 genommen, ich weiß es nicht … Da mit hinein kommen auch noch meine 2 erhaltenen Handys von 4 in 8 Jahren, zu denen ich auch das Ladekabel in der Schublade gefunden hab. Da ist nochmal Bild- und Video-Material in Hülle und Fülle drauf. Hunderte – das reicht gar nicht. Das werd ich alles noch schön einpacken und meine Schwester Tine instruieren, die heute kommt – Bitte unbesehen verbrennen.

Das steigt dann in den Himmel auf – und wenn Gott mich fragt: Was hast du in deinem Leben gemacht? – werd ich sagen: Hier ist die Bild-Anlage

Und wenn er weiter fragt: Und Er? – Er sagt, das war nichts.

 

Sonntag, 26. April

Lasst mich in Ruhe!, möchte ich Christa und Ulla zu ihren blöd-sinnigen WhatsApp-Bildern und Videos entgegenschleudern. Morgens das erste, abends das letzte. Die Zeit für das Glück ist heute, nicht morgen – Good Morning Herz in Kaffeetasse! Und als Krönung ein sprechendes Spiegelei … Ich kotz gleich, das geht mir gehörig auf den Wecker. Ich fühl’s nun mal nicht so. Bloß anziehen und raus zu Wald und See …

Wenn Ihr auch was davon haben wollt, bitteschön: Leider kann ich die verzerrte Elektronik-Stimme hier nicht wiedergeben, die den Sensor Amoklauf im Gehirn drückt. Die ist so wie bei den blauen Schlumpf-Videos, mit gleicher Wirkung.

Guten Mooorgen, hier ist für dich dein Frühstücksei und ein Küsschen gleich dabei! Wünsche dir einen tollen Morgen mit viel Sonne, Glück und ohne Sorgen. Lass es dir jetzt schmecken gerne, ich sende dir dazu liebe Grüße aus der Ferne. Gedanklich umarme ich dich ganz fest und wünsche dir für heute nur das Beste! Tschühüüüs

Auf ganz fest reimt sich – das gibt mir den Rest!

Erst Richtung Fledermaus und dann den blauen Glockenblumen-Weg am Warnker See lang, umflattert von Schmetterlingen, den zarten Wesen aus dem Feen-Reich. Die Buchen sind schon maigrün und es duftet auch lieblich nach Mai. Nach einem Stück trifft die Glockenblume auf das blaue M. Alle Wege führen hier zu M, egal welchen man einschlägt, keiner führt an ihm vorbei. Als ich hergezogen bin, wusste ich das nicht. Jetzt weiß ich es.

Das hab ich alles vor der Tür – das gesamte Feen- und Elfenland, das sich hier Müritz-Nationalpark nennt. Wenn ich da bin, flüstern sie mir auch, was ich wieder schreiben kann …

Sonnabend, 25. April

Ich hab meinen Handyvertrag aktualisiert, hier im Laden, ohne neues Telefon. O 2 Free S Boost Plus – da muss man erstmal drauf kommen. Neben den Naturgenüssen kümmer ich mich um bürokratische Angelegenheiten. So hab ich auch die Liste mit den Kontoein- und -ausgängen wieder auf dem laufenden, falls ich mal nicht mehr geschäftsfähig bin. Das hab ich gestern gemacht, wobei es ohne Guti-Gutshaus nur ein Zahlungseingang ist.

Der erste Grüne Markt am letzten Märzwochenende ist ausgefallen, aus bekannten Gründen.  Heute ist  Grünes Märktchen, wenigstens mit ein paar Ständen unten … Um 10, als ich runterging, hatte er sich dann doch zu seiner vollen Größe entfaltet. Unten hat sich das Haus getroffen: Aniko, Sigi, Wolfgang – und ich. Nachdem ich 2 Stände mit meinem Einkauf unterstützt habe, hatten wir noch einen Schnack vorm Haus und Aniko hat uns allen Tulpen geschenkt, vom Blumenfeld in Sembzin.

Oben angekommen, hab ich Wiebke mit ihrem Liebsten getroffen, die beim Auszug sind. Gute Reise, Ihr Zwei! – Ach, wir sind noch eine Weile hier, erst so nach und nach … Sie bleiben in Waren, nur eine größere Wohnung am Buchenberg. Er ist sehr sympathisch – ein feuriger Mann mit Ausstrahlung und einem Intensiv-Blick wie Maik. Er sagt: Nur schade, dass ich jetzt pendeln muss. Erst war ich froh, dass ich eine Stelle im Amt für Stadtgrün in Rostock bekommen habe – und dann kam Wiebke! Kam, sah und siegte – hab ich gesagt. Ja, so kann’s gehen, hat er gesagt. Ich hab gesagt: Es kann auch andersrum gehen – bei mir war es umgekehrt, da haben sich die Wege getrennt. Ach, dann war es vielleicht nicht das Richtige, hat Wiebke gemeint. Doch, war es, ist es noch. – Dann ist es aber schade! – Ja, sehr schade. Deshalb bin ich hier und brauch hier ein ganz schönes, weiches Nest …

Ich hab ihnen noch meinen Terrassen-Kirchturmblick gezeigt. Oh Mann, das war was …

Für ihn war es nicht das Richtige. Das war heut einer der schlimmsten Tage, daran erinnert zu werden.

Freitag, 24. April

Gestern war der Tag ein vorgezogenes Geschenk des Sommers – mit 20 Grad …

Eben hab ich meinen Kleiderschrank aufgeräumt. Aussortiert hab ich nur drei ausgeleierte Lieblingsröcke für die Schneiderin für neuen Gummizug und ein T-Shirt zum Färben, schwarz oder dunkelblau. Das war’s. Alles andere kann bleiben.

Gestern Feisnek, heute Tiefwarensee. Auch schön, doch das Wasser tiefblau wie beim Fischer und seiner Frau und windig – von 18 Grad gefühlt nur 12.

Donnerstag, 23. April

Die Welt beginnt sich langsam wieder zu drehen, nur ein Frisör ist noch nicht vorbeigekommen. Lethargie und Apathie lassen nach und waren aber dafür gut, mich mal reichhaltig auszuschlafen. Vier Tage war ich gar nicht draußen, d. h. unten, denn um draußen zu sein, brauch ich nur einen Fuß auf die Terrasse zu setzen. Ich hab mich nicht mal angezogen, viel gelesen und gedacht, das ist auch mal gut. Heute kann Sigi auch mal wieder zum Käffchen kommen und Aniko, wenn sie das Bedürfnis nach meiner Dachterrasse hat.

Vollgequasselt … so weit ging’s ja mit Sigi, bis als sie anfing, mir einen Film, den sie gesehen hat, in epischer Breite, wie Carmen immer sagt, zu erzählen. Anstatt gleich zu sagen: Oh nee Sigi, Film muss man selber gucken, da hab ich keine Andacht für. Als ich es dann gesagt hab, war es schon zu spät, um nicht genervt zu sein. Nächstes Mal unterbinde ich das von vornherein.

Jetzt erstmal raus in die Sonne und mich davon erholen …

Was ist das Leben auf einmal wieder schön! Während drei Frauen mit Coffee to go-Bechern auf den Bänken am Brunnen verteilt saßen, hab ich mir unter der Marktsonne Erdbeerbowle mit Minze, 0,3 l, schmecken lassen. Eine schöne Erfrischung tut mir gut, hab ich gedacht. U-Nautic hat sein Straßenverkaufs-Häuschen gestern vor dem Haus des Gastes aufgestellt, und es gibt sogar wieder Hausmannskost-Gerichte, wie im Winter. Damit wollen sie den Verlust in der zwangsgeschlossenen Gaststube ausgleichen.

Vorher bin ich zum ersten Mal in diesem Jahr um die Feisnek gefahren, obwohl ich gar nicht fahrradtauglich angezogen war. Aber das Wetter war so verlockend und so bin ich mit meinen Flanier-Sandalen durch das Stück Strandsand an der Badestelle gestöckelt, danach ging es. Das war so wunderschön – wie immer – nur ich hab es heute mit ganz anderen Augen und in neuem Glanz gesehen.

Mittwoch, 22. April

Der Teddy wartet schon auf der Mondtreppe … Christa unter mir schickt mir immer Bildchen zur guten Nacht und morgens zur Begrüßung. Da ich früher schlafen gehe als sie, sehe ich sie meist erst beim Aufstehen. Sie hat einen unerschöpflichen Fundus davon. Das ist auch lieb gemeint und die sind auch ganz niedlich, aber doch eher was für Dreijährige. Das fehlt noch, dass ich mit ’nem Teddy ins Bett gehe … Hier sitzt auch einer bei mir im Wohnzimmer, der ist von Martina,  und manchmal rede ich auch mit ihm, aber der ist für Jonte. Wenn er denn mal hier ist. Das war bis jetzt nur zweimal und zuletzt zu Weihnachten, also selten.

Gestern hat Carmen Sternchen angerufen und wir haben mal wieder ausgiebig erzählt. Das war erfreulich. Heute bin ich mit Martina telefonisch verabredet. Heute ist Tag der Erde, sagt sie. 22 steht auch für Paare.

Ich hab heut gleich ein gutes Werk getan und unseren Einzelhandel gefördert – Sparte Schuhgeschäfte. Und da 22 auch für Paare steht, hab ich mir gleich 2 Paar Schuhe gekauft: Trekking-Sandalen Antistress von Rieker für Guti-Gutshaus und schöne rote Velourleder-Sandaletten von Gabor für Venezia und unsere Flaniermeile am Hafen. Da waren sie vorhin schon fleißig am Aufbauen der Sonnenschirme … Doch in Venezia war ich immer nur mit Manuel zusammen, sein Stammlokal, und das sehe ich noch nicht, dass er nochmal herkommt.