Heute ist Sonntag, der 8. März

Als ich das Nicole erzählt hab, dass ich Jonte nicht gesehen habe, als ich da war, hat Fritzi, der das mitangehört hat, hinterher zu mir gesagt: Gib nicht deinem Sohn die Schuld dafür. Ich möchte gar keinem die Schuld dafür geben, auch Tamina nicht, ich finde es nur traurig.

Sonntagmorgen – heut ist ein schönes Himmel-Hellblau, frostig kalt, mit goldenem Sonnenaufgang. Sonne ist schon da, fehlt nur noch Wärme …

Michael hat Bilder von Jonte geschickt. 2 Emoticons von meiner Tochter als Antwort und Kommentar von mir: Er sieht schon wieder ganz anders aus und Herz-Bildchen. Zu mehr bin ich nicht in der Lage. WhatsApp-Gruppen als Ersatz für meine Kinder und Schwestern, Blog als Ersatz für … Ich kann nicht mehr schreiben. Mir fehlen die Worte.

Heute ist Freitag, der 6. März

Heute ist Freitag und ich hab frei, zum ersten Mal seit 6 Wochen …

Den letzten Absatz von gestern hab ich wieder gelöscht. Ich will nicht im Kriegszustand sein. Ich find es schon traurig genug, dass ich Jonte nicht gesehen habe, obwohl er im Zimmer nebenan war und ich nur einmal im Monat da bin. Sie hätten ihn nicht wecken brauchen, ich hätte mich gefreut, wenn ich sehe, wie er friedlich schläft.

Heute ist Mittwoch, der 4. März

Der Film hieß nicht Enkelalarm, sondern Enkel für Anfänger und war ganz anders, als gedacht. Ich dachte, es geht um Paare, die Großeltern werden, weit gefehlt. Sinnerfülltes Leben im Alter war das Thema. Leben und Liebe. Sehr gut gemacht! Mit viel Humor. 6 Leutchen waren im Kino – wie Familienvorstellung – und wir haben alle herzlich gelacht.

Bei Tam hatte einer abgesagt, so dass ich außer Rücken-Schulter-Nacken auch noch in den Genuss von Kopf- und Gesichtsmassage gekommen bin. Heut spür ich jede Faser meines winter- und arbeitsgeplagten Körpers.

In der Vorschau lief auch „Die Känguru-Chroniken“ – den will meine Schwester auch gucken. Aber ich glaub, da muss ich passen – das Känguru sieht dermaßen dämlich aus …

Heute Rostock: Globus-Autowäsche, Manja Nageltante, mittags Martina, dann Michael, Jonte, Tamina

Ich bin nur bis zu Michael gekommen. Das Glück ist nicht auf meiner Seite, was das Sehen meines Enkelkinds angeht. Das Glück oder meine Schwiegertochter …

Hollaback Girl heißt die Farbe auf meinen Fingernägeln. Hätt ich gewusst, was das bedeutet, hätte ich die nie genommen.

 

Heute ist Dienstag, der 3. März

Gestern war der erste richtig schöne Frühlingstag! Auf dem Weg zum Hafen runter, hab ich im Schaufenster ein Paar schöne grün-bunte Socken mit Fahrradfahrern drauf gesehen. Die kauf ich heute und schenk sie meinem Sohn zu Ostern. Da sind die drei nämlich hier, nach ihrer Woche Hiddensee-Urlaub. Gestern Abend hab ich mit Michael telefoniert, um zu sagen, dass ich sie morgen besuchen komme, wenn ich in Rostock bin. Tamina hatte wieder Abendschule und Papa war Babysitter. Jonte hat sich gleich bemerkbar gemacht und ordentlich rumkrakeelt. War das schön, ihn zu hören! Er ist genau 7 Monate und krabbelt jetzt. Erst waren es zufriedene Schmatz- und Schluckgeräusche – die Flasche hält er schon selber – und dann oh, oh, oh – war die Buddel leer und es gab lautstarken Protest. Wie freu ich mich auf mein Oster-Häschen!

Heute geh ich mit Tine Schwesterchen ins Kino: Enkelalarm

Vorher hab ich noch 30 Minuten Massage bei Tam ergattern können, war alles voll die Woche. Das Trinkgeld von Guti-Gutshaus will ich jetzt immer direkt meinem Körper zukommen lassen, indem ich mir Gutes tu – Massagen oder Essen gehen oder irgendwas anderes Schönes. Gestern waren es Penne Gorgonzola mit Spinat in Venezia, direkt am Wasser in Südlage mit Yachthafen-Blick und Sonnenanbetungs-Plätzen. Die waren gleich alle besetzt. Kaffee, Pizza, Eisbecher, Sonne, Wärme, Frühlingsgefühle …

Heute ist Montag, der 2. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Still sitzen. Nichts tun. Der Frühling kommt. Das Gras wächst. Weisheit aus dem Zen-Buddhismus

Passt – nach dem Arbeitspensum am Wochenende. Als ich mir früh um halb 4 meinen Kaffee aufgebrüht habe, hör ich ein bekanntes Geräusch auf dem Dachfenster. Es wird doch wohl nicht schon wieder regnen? Doch – damit das Gras wächst.

Heute nur ausruhen, Thai-Massage bei Tam buchen, bisschen was einkaufen und Buch lesen …

Heute ist Sonntag, der 1. März

Irgendwann kommt mal der Punkt, wo man sagt, jetzt reicht’s aber auch, hat gestern die Chefin gesagt und den späten Feierabend gemeint. Aber das kann man auf alles anwenden …

Pffffff, was mach ich hier bloß?, hab ich gedacht, als ich zuhause war. Viel zu viel Arbeit, viel zu wenig Vergnügen. Wobei Arbeit manchmal auch Vergnügen ist, aber nicht gestern mit Hochzeit, Tagung und Hausgästen, alles gleichzeitig. Zum Glück war Carmen Sternchen da und hat intensiv mitgeholfen. Wird auch Zeit, dass Anja wiederkommt.

Heute Nachmittag wird dagegen ein Spaziergang …

F e i e r a b e n d  !   So’n Spaziergang wars’s doch nicht, aber immerhin endlich geschafft. Fazit Wochenende: Gut Stunden, gut Trinkgeld und einen guten Tropfen aus unserem Kellergewölbe zum Einkaufspreis.

Heute ist Sonnabend, der 29. Februar

Als Anna gestern ankam, auch schon gestresst, hab ich gesagt: Jetzt bin ich aber auch froh, dass ich wieder abdüsen kann. Fritzi: Wie lange warst du jetzt hier, 4 Stunden? Damit wollte er sagen, dass er seit 12 am Herd steht. Anna hat abdüsen falsch verstanden und was von Spritpreisen gesagt. Nee, hat Fritzi erklärt: Sie meint, sie macht jetzt nur Terrasse, Rotwein, Couch und Beine hoch. Das hat er richtig erkannt. Das war ein erhebendes Gefühl, als ich die beiden ihrer Küche überlassen konnte. Was hab ich den freien Abend genossen! Ich war schon den ganzen Tag nicht belastbar und neben mir.

Wir haben heute eine Hochzeit – wer heiratet am 29. Februar? Die Gäste sind gestern schon angereist und haben abends a la carte gespeist. Fritzi war auch nicht belastbar und hat nur geflucht, hatte Kopfschmerzen und war genervt – kleine Küchenkapazität und viele Gäste auf einmal! Heute gibt’s Abend-Buffet für sie. Da ist auch viel zu tun, aber das ist wesentlich entspannter, für ihn und auch für mich.

Zu beneiden sind die wahrlich nicht mit ihrem Hochzeits-Wetter. 2 Grad, Regen, gefühlt minus 3. Ich bin wie gerädert und wünsch mich ins Paradies.

Um 12 Frühstück beim Altstadt-Bäcker, aber viel rosiger sieht die Welt immer noch nicht aus. Manche Tage sind schön, wenn sie vorbei sind. Möge es schnell Feierabend werden heute und ich vor Mitternacht zuhause sein …

Heute ist Freitag, der 28. Februar

Der nächste Monat ist allein schon dadurch gut, dass er nach Frühling klingt, auch wenn es draußen noch nicht danach aussieht. Hoffnungsschimmer …

Wir haben gestern auch über Jonte gesprochen. Sabinchen hat gesagt, sie würde ihn am liebsten aus meinem Profilbild ziehen und ihn abknuddeln. Sie sieht in ihm nicht nur die Ähnlichkeit mit mir, sondern auch meine Wesenszüge in ihm, sagt sie. Ja, wenn ich ihn auf dem Schoß halte, die Hände um ihn gelegt, legt er seine nebeneinander auf meine, Nuckel im Mund, und guckt auf seinen Fixpunkt in einer entfernten Welt. In dem Moment sind wir beide das ganze Universum. Ich fühle mich ihm verbunden, wie sonst nur einem. Irgendwie hat er sowas Weises und Erwachsenes, hat meine Tochter geschrieben.

Mit meinem Sinn für Wörter hab ich was herausgefunden. Während die Namensbedeutung von Michael eine Frage ist: Wer ist wie Gott? – Ist sein Sohn die Antwort. Ich hab einfach die Silben getauscht -Tejon. Das entspricht phonetisch Theon = der Göttliche. Und auch Jonte bedeutet: Jahwe ist gnädig, Jahwe ist gütig. Jahwe ist der Name Gottes im Alten Testament. Alle Babys haben was Göttliches, doch bei ihm spürt man das auf außergewöhnliche Weise. Das sage ich nicht, weil ich seine Großmutter bin.

Auch im klangvollen Namen Tamina liegt was Geheimnisvolles magisch verborgen. Das hab ich schon mal geschrieben: Die Buchstaben ergeben Anita und M – alles ist miteinander verwoben. Wenn ich ihm heute was sagen könnte, wär es: Ich kann meine Flut nicht eindämmen für dich.

Jetzt muss ich mal wieder einen Fuß auf die Erde kriegen für Guti-Gutshaus heute Nachmittag ab 13 Uhr. Nur kurze Schicht bis 6 …