Dienstag, 21. April

Verschlafener Lars auf der Terrasse, verschlafene Nachbarin. Aufgewacht nach 10, Frühstück um halb 11. Kurzer Wortwechsel, dann ist er wieder rein gegangen: So, Kaffee!

Heute ist zum erstenmal wieder Leben unten – Marktstände und die Geschäfte haben geöffnet. Die seit gestern schon, aber da war ich nur bei den beiden Normas wegen Ahornholz-Tischchen. Fehlanzeige! Dann eben Online-Bestellung – heute kam die Stornierung: Aufgrund eines Lagerfehlbestandes müssen wir Ihnen leider mitteilen …

Montag, 20. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Mensch ist umso reicher, je mehr Dinge er liegen lassen kann. Henry David Thoreau

Dampfende Kaffeetasse und ein Croissant …

Man kann alles liegen lassen, wie man jetzt sieht, und es geht auch.

Heute wär die Stundenabrechnung für Guti-Gutshaus. Dafür hab ich das geschickt:

Hallo liebe Bettina, wie geht es euch, ich hoffe doch gesundheitlich gut? Nun sind erstmal noch weitere zwei Wochen Zwangspause „verordnet“. Ich hab gestern in Wir sind Müritzer den Appell der Warener Hoteliers an die Ministerpräsidentin gelesen. Dramatisch. Eine Stundenaufstellung ist es diesmal nicht, nur der Übertrag vom Vormonat, aber den hast du ja. Mit herzlichen Grüßen zu euch, Anita

Alles ist anders, als bisher.

 

Sonnabend, 18. April

Eine lange Tafel im Grünen, umgeben von blühenden Bäumen – das war eine schöne Gemeinschaft gestern, abends mit Feuer. Zu viele Leute, hat meine Schwester Tine leise zu mir gesagt. Nein, die sind alle ganz in Ordnung, hab ich gesagt. Mir klebten die Kinder am Rockzipfel – Lucy und Maja haben mir ständig Witze erzählt und Vito, ihr kleiner Bruder, wollte das auch, kann er aber noch nicht. Das war lustig. Als ich Ostern da war, stand er wie ein kleiner Soldat am Wegrand und hat mich empfangen. Er guckt mich immer ganz groß an mit seinen dunkelbraunen Augen, als wenn ich vom andern Stern komm, und stellt mir seine wichtigen kindlichen Fragen.

Rita, die ich lange nicht gesehen habe, war auch da, zusammen mit ihrem Bruder Nikolai. Den kannte ich noch nicht. Nachdem sie nach meinem Beziehungsstatus gefragt hat, hat sie mir erzählt, dass er nach einer Trennung von Bielefeld wieder nach Waren gezogen ist. Freundlich und sympathisch, gutaussehend auch. Warum ich das erwähne, weiß ich nicht. Auf dem Foto, das einmal Lucy und einmal Maja von uns allen aufgenommen hat, damit sie beide mit drauf sind, steht er neben mir. Wer es nicht weiß, könnte denken, wir sind ein Paar.

Das Bild hab ich angeregt, weil ich es meinen Kindern schicken wollte. Michael und Tamina hatten sich nämlich gemeldet, zusammen mit einem Kurz-Video von Jonte, wie er freudig meine Tüte Hipp Hirsekringel am Wickel hat. Mein Osterpäckchen ist jetzt endlich da, nach fast 14 Tagen!

Alle anderen wollten das Foto dann auch und ich hab es gleich allen, die ich in der WhatsApp-Liste hatte, geschickt. Schöner Geburtstag!

Freitag, 17. April

So ’n süßes Zeugs trink ich sonst gar nicht und schon gar nicht nachmittags und in praller Sonne. Aber irgendwie hat das gestern gepasst, bekommen ist es mir aber nicht. Aber war ja auch nur mal die Ausnahme und mengenmäßig jetzt nicht so viel.

Es ist wieder prächtiges Wetter mit Sonne satt. Heute nachmittag ist Geburtstagsfeier von meiner Schwester bei ihrem Pilgrim-Wohnwagen, das ist traumhaft da …

Donnerstag, 16. April

Der beste Zeitpunkt für den Frühjahrsputz nach Mondkalender ist jetzt. Ich fang erstmal langsam an damit. Die nasse Hälfte heute, die trockene dann morgen …

Zur Belohnung bin ich hinterher zu Aldi gefahren – mit Fahrrad – und hab mir eine neue Frühlingsfußmatte gekauft und Solarleuchten – eine im Auftrag von Aniko und eine für mich. Sie hatte früher Feierabend und wir haben spontan eine kleine Terrassen-Party veranstaltet. Sie hat Eierlikör mitgebracht und Asti Cinzano und ich hatte noch Schokobecher und eine Flasche selfmade After-Eight-Likör von Weihnachten! Dazu knallige Sonneineinstrahlung. Später kam Lars  noch dazu – er hatte auch früher Feierabend. Der trinkt aber nix, keinen Alkohol. Das war seit langem mal wieder eine schöne Begegnung.

Mittwoch, 15. April

Grauer Himmel, leerer Markt … Ich bin ein Kind von Fröhlichkeit und von Geselligkeit und fühl mich wie der letzte Mensch auf Erden.

Ja, also nun nach dem 19. April noch weitere 2 Wochen Stilllegung des öffentlichen Lebens bis zum 3. Mai. Hoffentlich öffnet da überhaupt noch jemand.

Eben hab ich mal das Buch der Antworten aufgeschlagen, weil es mir in den Blick fiel. Ohne spezielle Frage – nur: Was sagst du dazu? – war die Antwort: Es könnte zu überraschenden Ergebnissen führen.

Dienstag, 14. April

20 Grad Unterschied – Sonntagabend haben wir gegrillt bei Tine, heute früh liegt gefrorener Schnee auf der Terrasse …

Dieses Jahr im August wäre die 30. Hanse-Sail in Rostock, hab ich gerade gelesen – abgesagt! Ich hab da sehr lange gelebt und meine Ableger gepflanzt … Müritz-Sail ist auch fraglich. Morgen wird entschieden, wie es nach dem 19. April weitergeht. Wenn es auch nicht das Wichtigste ist – Frisör und Nageltante sind mir wichtig! Bei vielen geht es um die Existenz. Ein Heilzentrum in der Nähe ruft zu Spenden auf, weil die staatlichen Förderungen nicht ausreichen. Es macht sich immer mehr Unmut und Widerwillen breit, meiner Meinung nach zu recht.

Die Welt kann untergehen, doch das Taubenpaar auf dem Schornstein stört das nicht – es ist wieder da! Ihre Körper sind so deckungsgleich verschmolzen, dass ich oft nur einen Kopf sehe. Das wünscht sich wohl jeder und kaum einer hat es. Ich will sie immer noch nicht sehen – warum setzen sie sich nicht jemand anderem vor die Linse …

 

 

 

 

Montag, 13. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Beginne jeden Morgen mit einem guten Gedanken. Carl Hilty

In der WhatsApp-Gruppe von Guti-Gutshaus hat es sich auch geregt mit guten Wünschen, Grüßen und der Hoffnung, dass es bald wieder weitergeht. Ich hab allen sonnige Ostertage gewünscht. Morgen bin ich einen Monat zu Hause und halt das auch gut noch länger aus. Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt die Glieder – Spruch von Oma.

Jetzt Ostermontag-Nachmittag bei Sigi und Wolfgang unten. Hab bis jetzt weder Lust auf Eistorte bei der lausigen Kälte – gestern 22 Grad! – und noch weniger auf eine große Liebesgeschichte auf DVD. Sowas sieht man am besten, wenn der Himmel voller Geigen hängt … Es war dann aber ein ganz anderer Inhalt. Königin der Wüste mit Nicole Kidman ist eine Filmbiografie, die auf dem Leben der britischen Historikerin Gertrud Bell basiert, eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit, die ihr Leben ihrer Forschung und den Wüstenstämmen widmet. Der Film hat nicht die besten Kritiken, was ich auch teilweise  nachvollziehen kann. Trotzdem waren es beeindruckende Naturaufnahmen.

Sie hat sich auf ihren Reisen durch die Wüste immer zwei Gläser Tee bringen lassen – eins für den Mann, der nicht mehr bei ihr sein konnte und mit dem sie doch immer verbunden war.

 

Sonntag, 12. April

Ostern, das sind diesmal Zweiertreffen oder zu dritt – gestern bei meiner Schwester Birgit, heute fahr ich zu Tine und Montag bin ich bei Sigi und Wolfgang. Als ich bei Birgit an ihrem Wohnwagen Pilgrim ankam, haben mich Lucy, Aaron und Vito begrüßt, drei Kinder aus dem Dorf. Hätte ich gewusst, dass sie da sind, hätte ich eine Packung  Eier-Negerküsse mitgenommen, die hab ich bei EDK gesehen …

Bei der Schwemme an WhatsApps war eine von Christine dabei, meiner ehemaligen Nachbarin. Über die hab ich mich am meisten gefreut. Das ist ein Verlust, dass sie ausgezogen ist.

Heute beim Frühstück mit Blick auf den Markt war kein Mensch zu sehen. An der Tür von Dat Asia Wok gegenüber steht: Wir sind bis Ostermontag geschlossen.