Sonnabend, 21. März

Urlaub Waren – Müritz 4K UHD – 4./5.9.2017 – Das hab ich heute morgen auf Youtube entdeckt. Wunderschönes Video über meine Heimatstadt und Umgebung. Nur Bilder und sanfte Musik – wie mit meinen Augen gesehen. Lächeln am Morgen …

Die gezeigte 7-Seen-Fahrt nach Plau ist eine Tagesfahrt und die schönste der angebotenen Schiffstouren. Die hab ich vorigen Sommer mit Manuel gemacht.

Damit mein überwiegendes Schweigen zum Thema nicht wie Flucht vor der Realität aussieht, hier mal meine Antwort an Silvi, die mir einen langen Text zu „Die Welt nach Corona“ geschickt hat:

Das ist mal ein Beitrag, liebe Silvi! Danke für die interessante und amüsante Abendlektüre – Trump und AfD – und sogar mit für mich aktuellem Gleichnis Zahnarzt. Guti-Gutshaus hat auch geschlossen, das heißt Freizeit mit beruhigendem Stundenvorlauf für einen Monat. Andrea macht auch Home Office und findet es „megageil“. Ich schlaf fast bis mittags, geh dann in unserer Geisterstadt spazieren, was der schönen Müritz keinen Abbruch tut, und nachmittags gucken wir bei Sigi und Wolfgang unten Die Tudors auf DVD, Heinrich der VIII. und seine wechselvolle Geschichte. Alles in allem ruhig und entspannt. Die Panikmacher wie Aniko hab ich erfolgreich abgewehrt und zu ihren WhatsApps geschrieben: Sorry Aniko, das ist der größte Blödsinn! Heut hat sie mir einen Beitrag von Rüdiger Dahlke zum Thema geschickt, geht doch! Jetzt Du noch Home Office, dann ist es richtig gemütlich. LG

Heute ist Freitag, der 20. März

Hallo, Ihr ganzen Lieben!, so fängt die Rundmail an, die gestern von Guti-Gutshaus kam. Wie Ihr ja schon bestimmt mitbekommen habt, müssen wir schließen, alle Buchungen absagen und unsere Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Wir sind sehr traurig darüber, es war gerade richtig toll und nett, aber leider können wir es nicht ändern. Wir zahlen die Überhänge weiter, so weit es geht. Ansonsten sagen wir Bescheid. Ich hoffe, Ihr seid alle wieder an Bord in besseren Zeiten! Liebe Grüße, Bettina

Ich hab genau einen Monat Vorlauf mit Stunden … Heute hat mir Dana geschrieben, was die Krise für ihre private Praxis bedeutet. Einziger Trost ist, sie ist nicht alleine. Was danach noch da ist, wird bleiben. Alles andere hat kein Anrecht auf Fortbestand.

Donnerstag, 19. März

Lichtblick – Morgen ist Frühlingsanfang! Auch wenn die Welt gerade andere Interessen hat und lahm gelegt ist. Dann zählt es um so mehr …

Morris – Seelenfrisör, sowas hab ich noch nicht erlebt. Das war ne Challenge, hat er gesagt. Ich glaub, ihm hat es genauso viel Spaß gemacht wie mir. Martina hat mich abgeholt und nach Mittag in der Osteria waren wir bei ihr Zuhause. So haben wir schön unsere sozialen Kontakte gepflegt, uns umarmt! und ich fühl mich haargenau wie neugeboren …

„Wir sitzen jetzt alle in einem Boot und müssen zusammenhalten und hoffen, dass es nicht untergeht.“ Wenn mir Christa mit 77 das schreibt, kann ich das tolerieren, doch wenn Aniko, 37, mir das schickt, lautet meine Antwort: Sorry Aniko, das ist der größte Blödsinn!

Dazu fällt mir ein Spruch ein, ich glaub, den hat Sabine mal gepostet: Die Liebe kann untergehen, aber nicht ertrinken. Italienisches Sprichtwort

Haare sind Antennen, hab ich ihm gesagt. Er hat zwei Handbreit abgeschnitten. Das ist so viel, dass ich noch genug fühlen kann …

Heute ist Mittwoch, der 18. März

Was soll mein kleiner Jonte denken, wo er hier hingeraten ist? So guckt er auch. Abends zoom ich ihn mir auf meinem WhatsApp-Profilbild auf die richtige Größe, seh ihn mir an und liebe ihn mit der ganzen verbliebenen Kraft meines Herzens.

Es ist weniger als die Hälfte der Leute unterwegs als sonst. Von mir aus könnte das so bleiben. Das ist völlig ausreichend. Martina sagt auch, es ist viel ruhiger, weniger Verkehr, weniger Menschenmassen. Morgen fahr ich zum Frisör nach Rostock und treff mich mit ihr und wir machen uns einen schönen ganz normalen Tag. Ich treff mich nur mit ihr und nicht mit meinen Kindern, die lass ich mal sein …

Meiner Tochter hätt ich ’n bisschen mehr Differenzierungsfähigkeit zugetraut. Dass mein Sohn ein Gesundheitsapostel ist, weiß ich und bevor er die Tür gar nicht oder mit Mundschutz aufmacht, lass ich es lieber bleiben.

Dienstag, 17. März

Es grassiert die Seuche – Was soll ich dazu sagen? Ich entzieh mich, um den Hype nicht mitzumachen. Heinrich der VIII. ist kurz davor, Anne Boleyn zu heiraten und zur Königin von England zu machen. Die Tudors, Staffel 2 … Ein Stück Normalität mit Sigi und Wolfgang unten.

Hauptverbreitungsquelle des Virus ist WhatsApp – ich leite nichts mehr weiter, egal wie witzig es scheint. Nicht mal Schutzengel mit „Bleib gesund“.

Sonntag, 15. März

Die Schleifen sind nicht wirklich pink – sie haben die Farbe der Rettungswesten aus meinem Traum neulich. Das ist mir jetzt erst aufgefallen.

Fritzi macht sexistische Sprüche, wenn Anja nicht in der Nähe ist. Nicht direkt auf mich, auf sein bestes Stück. Noch einmal und ich werd ihn fragen, ob er mit allen Frauen so spricht. Ich hab mir sein Facebook-Profil angesehen – Untertitel: Der Boss – Immer wieder sein Ford Mustang als Profilbild, Familie als Wert, Politik mit Themen wie Mindestlohn und E-Migranten – menschlich, verständlich und doch AfD-Wähler-Gesinnung. Und oft: Gebt mir einen Daumen hoch und folgt mir …

Wie ich mal geschrieben habe: Unsere Köche haben alle ’ne Macke – politisch, sexuell oder beides. Es ist mehr AfD-Führer-Gesinnung.

Nach Mitternacht hat mir meine Tochter gestern noch mehrere WhatsApps zu C… geschickt und Passagen zu Risikogruppen mit Textmarker umrundet mit Ausrufungszeichen dahinter! Da bin ich ihrer Meinung nach gleich in 3 Gruppen. Mutti, nimm es bitte ernst, ja? Man denkt immer, es trifft einen nicht, aber bitte versprich mir, dass du auf dich aufpasst und die Gefahr ernst nimmst. Ja, das mach ich, Andrea, mach dir keine Sorgen. Deine kleine Mutti, so nennt sie mich manchmal, wird dir schon noch erhalten bleiben. Schlaft schön mit lieben Gutenacht-Grüßen!

Fritzi-Beispiel: Wenn ich daran denke, muss ich gleich 20 cm vom Herd zurücktreten. – 25! – Nee, nee – 20. Ist doch nicht normal.

Sonnabend, 14. März

Hans Rudolf Manfred Fritz hat mir auf Facebook eine Freundschaftsanfrage gestellt, mit seinem Ford Mustang als Profilbild. Fritzi-Koch! Aber nicht auf meiner Mary Moon Seite, die er gar nicht kennt, sondern auf der mit meinem bürgerlichen Namen, die schon lange nicht mehr aktiv ist. Das werd ich ihm heute erstmal sagen. Ich hoffe, er ist wieder gesund. Vorigen Sonnabend hab ich ihm ein 0,4-er Glas Pfefferminztee nach dem anderen gekocht. Da hatten wir beide die seligste Schicht – 4 Hausgäste abends zum Essen. Dafür haben wir im Sommer wieder mehr als genug zu tun, meinte er. Und so haben wir’s uns gut gehen lasen …

Jetzt fahr ich nochmal zu Editas Botique – fragen, ob das schwarze Kleid, das ich mir gestern zugelegt hab, auch noch eine Nummer kleiner da ist – ist obenrum zu groß – und kauf auch noch das rote, das ich gestern anprobiert hat. Schütze-Mond – Großzügigkeit und Lebenslust …

Es ist das prächtigste Wetter seit gefühltem Urgedenken und heute Abend heißt es wieder Guti-Gutshaus. Also Belohnung, Rot und Schwarz!

Liebe Kunde, ich bin am Dienstag wieder für euch da, Edyta. Also bleibts bei schwarz, mit  zwei pinken Schleifen auf dem Rücken.

Freitag, der 13. März

Glückstag! Silvi kommt mit Detlef überraschend aus Rostock zum Shopping bei Edita. In ihrem Kleiderschrank ist Ebbe. Danach wollen wir  zusammen Essen gehen.

Gestern hab ich geträumt, ich war schwanger und hab den Weg zum Entbindungssaal gesucht. Da sollte ich Sonntagabend um 8 sein!? Es waren viele Leute da, auch Familie, und Fahrzeuge, Autos und Busse, aber jeder hatte mit sich zu tun und so bin ich alleine umhergeirrt. Auf dem Weg dahin ist mir eingefallen, von wem. Dann wird er bald von mir hören, hab ich gedacht, das mach ich nicht alleine. Dass ich auf meine späten Tage nochmal sowas erlebe … Schwanger passt zu meinem Zustand – Bedürfnis nach Ruhe und Schonung.

Ich hab erstmal flugstens die Weihnachtsdekoration gegen die Oster-Deko umgetauscht – falls wir bei mir Kaffee trinken. Jetzt noch den Abwasch und das Nötigste. Auf Spontanbesuch bin ich nicht eingerichtet. Es hat bis jetzt auch noch zum Wetter gepasst. Nur die Terrasse sieht aus wie nach einem Höllensturm – der war ja auch. Da bekomm ich aber einen neuen Holzfußboden verlegt, hat der Hausmeister gesagt. Er war mit dem Dachdecker hier, weil in Christas Wohnung unter mir ein Wasserschaden ist. Weil sie nicht wissen, wo es von oben herkommt, machen sie gleich alles komplett. Das sah auch echt schon schlimm aus – Holz und Steine. Schön, dass sich auch mal was von selbst erledigt.