Mittwoch, 9. Februar

Die Welt kann nur gut und rein sein, wenn unser Leben gut und rein ist. Swamit Vivekananda

Heute wieder Aikido-Ferienlager, was schön war, doch Feierabend ist auch schön. Im Mail-Eingang: Hallo Müritzfrau, Sie haben Post! Ich verdreh schon die Augen und richtig – von Kekskalle und Hundelaut, wobei der zweite Jäger ist und das noch Sinn ergibt.

Dem ersten – kein Gruß, kein Name – hab ich geschrieben: Hallo, ich hab bei dir gesehen, in Partnerschaft lebend. Daran hab ich kein Interesse. Viel Glück!, hab ich mir noch abgerungen, doch das wünsch ich ihm nicht wirklich. Bei Nummer 2: Ich bin hier schon so gut wie weg, noch eine Woche, dann läuft mein Probeabo aus bzw. ich habe es aus unterschiedlichen Gründen gekündigt. Zum einen sind es nicht die besten Erfahrungen und zum andern ist es nicht die beste „Zeit“, um neue Bekanntschaften zu schließen. Sich irgendwo zu einem Kaffee zu treffen, ist schon problematisch. Ihm wünsch ich wirklich Glück.

Dass er Jäger ist, passt auch nicht zu meiner vegetarischen Einstellung, nur zu Grundsatz-Diskussionen hab ich erst recht keine Lust.

Dienstag, 8. Februar

Wenn unsere Achtsamkeit diejenigen einschließt, die wir lieben, blühen sie wie Blumen auf. Thich Nhat Hanh

Ulla hat mir schöne Tulpenbilder geschickt. Danke für die Farbe in dieser grauen Einöde, hab ich ihr geschrieben. Ich hab nur noch das Gefühl, dass anderes Wetter her muss. Frühling, Blumen, Sonne, Wärme …

Von Bandelstorf bin ich gleich zu Birgit in die TAO-Schule gefahren, wo ich für die Kinder in den Winterferien koche und nachmittags die Märchentante bin. Diese Woche Hans Christian Andersen, heute: Des Kaisers neue Kleider

Platt, platter, am plattesten …

Montag, 7. Februar

Schön, dass es dich gibt. Die Welt ist ein so viel schönerer Ort, weil es dich gibt! Versuche, Komplimente dankbar anzunehmen, statt sie zu hinterfragen oder sie kleinzureden.

Danke, schön, dass es dich auch gibt und du an meiner Seite bist und mich begleitest – lieber Kalender.

Heute Rostock und morgen gleich zurück, nur Manja Nageltante und Martina. Jonte und Tamina sind in Schwerina.

Oh Liebelein – das war ’ne Katastrophe. Nach den ersten drei WhatsApps wusste ich schon, das geht in die Hose, sinnbildlich. Oha, Hm, cool, hihi …

Ich musste mich erst einlesen, um ihn zu verstehen: Was machst du hier? – Habe das Hotelkimbekauft, oder mein Cheff und wir sanieren es. – Wo ist das denn? – An Hagen. – Ach, Haus Kim, am Hafen, alles klar. Dann ging es, als seine Finger nicht mehr so steif waren zum schreiben, wurde aber nicht wirklich besser. – Was hast du dir drunter vorgestellt, als du mich angeschrieben hast? – Oha, Fangfrage. – Na? – Ich hab immer viele Flausen im Kopf. – Flausen sind ein dehnbahrer Begriff. – Sag nicht sowas! Jetzt wird’s interessant …

Für ihn vielleicht, nicht für mich. Dann hat er erkannt, dass wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen: Schade, ich hab so gehofft, dass du auch ein Teufelchen bist. – Pech gehabt, ich Engelchen. – Wo kann man denn hier nette Leute treffen? – Irish Pub ist so das Kölschste, was wir hier haben. – Ist ja immer zu da. – Genau, wie alles im Winter und jetzt sowieso … Mein, wie ich finde, köstlicher Humor Irish Kölsch ist ihm entgangen über die Betrübnis, dass geschlossen ist.

48 Jahre, das Mensch, und ich hab gedacht, so will ich in 10 Jahren noch nicht aussehen, obwohl ich schon gut älter bin als er. Sucht jemand für die langen Abende nach der Arbeit. Die langen Abende bin ich auf Arbeit! Und die Nächte? … Ich bin kein Freund von Schachtelsätzen, aber auch nicht von Wortgruppen als Satzkonstrukt. Mit charismatischich bin nicht 0815, sondern anders als die meisten – war nicht viel oder ich hab es nicht erkannt oder erkennen können.

Sonntag, 6. Februar

Weniger denken, mehr fühlen.

Der Spruch kann heute nicht für mich sein, oder nur der halbe. Mehr fühlen geht schon gar nicht mehr.

Hey Liebelein … so hat mich gestern einer angeschrieben, ä Kölsche Jung in Waren und Biker … lass mich zuerst einmal deinen Namen erfahren und dann ganz viel mehr, bitte. Da fällt mir gar nicht ein, was ich darauf antworten soll, in gegenwärtiger Umnachtung. Rumpelstilzchen?

Ja, und was ist eigentlich mit Christoph? Als ich da neulich mal drüber nachgedacht hab, hab ich eine Stimme gehört, die war sehr energisch: Es geht hier nur um EINEN Mann! Da fiel mir mein Traum wieder ein: Weißt du es immer noch nicht …?

Seine letzte Nachricht kam aus dem Bett: Liebe Anita, sorry, habe versucht dich anzurufen – ja, abends um 9 in Guti-Gutshaus – Geht mir schlecht, liege im Krankenhaus (Hand)-OP. Melde mich bald wieder. Dir viele liebe Grüße von Christoph. Das war vorigen Sonnabend. Das geht den Bach runter …

Manchmal soll ja auch was nicht sein und wird vom Schicksal verhindert. Ich hab gedacht, dann hätte ich mir ja auch die Hand brechen können, damit ein Treffen nicht zustande kommt. Aber erstmal bin ich kein Kandidat für Knochenbrüche und dann hätte er trotzdem zu mir kommen können. Denn dass ich nicht zuerst zu ihm fahre, wissen die Kollegen da oben auch. Ist schon seltsam alles.

Sonnabend, 5. Februar

Ich verströme meine Liebe um mich herum und sie spiegelt sich in anderen wider. Anaïs Nin

Meine Liebe verströme ich dieses Wochenende in Guti-Gutshaus um mich herum, wollen wir hoffen, dass der zweite Teil auch zutrifft.

Als ich gestern ankam, hab ich zu Fritzi gesagt: Wär schön, wenn hier jetzt schon ’n kleines Menü stehen würde … denn meistens muss ich erstmal was essen, bevor ich anfange.

Mal irgendwo hinfahren und wieder was unternehmen, statt im Bermuda-Dreieck Kirchturm – Bandelstorf – Guti-Gutshaus zu pendeln. Konzerte, Multi-Visions-Shows, Veranstaltungen. Drauf gekommen bin ich dadurch, dass ich mir auf Youtube Jürgen von der Lippe Programme angucke: Wie soll ich sagen … Oder einfach nur Sonne!

Gestern um 12 zuhause und heute um 12 schon wieder losfahren, aber die Nachmittagsschicht, da weiß ich, um 6 ist Feierabend!

Was ist eigentlich inzwischen mit Christoph?, hat Sabine gefragt. Da schreib ich morgen was zu …

Freitag, 4. Februar

Be kind – Sei warmherzig und großzügig zu den Menschn, denen du begegnest. Halte nicht an Vorurteilen und Meinungen fest, sondern begegne anderen Menschen freundlich, respektvoll und unvoreingenommen. Nimm sie so an, wie sie sind – denn auch du möchtest akzeptiert werden, wie du bist.

Mein erster Kommentar in Wir sind Müritzer zur wöchentlichen Montags-Demo, wo ich auch war:

Schämt Ihr Euch nicht alle – mit soviel Intoleranz, Respektlosigkeit und Schlimmerem übereinander herzufallen? Sind wir so geboren worden? Glaubt Ihr, dass es so gut ausgehen kann? Ich bin vor 10 Jahren wieder hierher in meine Heimat gezogen und habe mich immer sehr wohl gefühlt. Jetzt sind es nur die überdauernden Elemente, wie die Müritz und der Nationalpark, und mein Marien-Kirchturm als Wahr-Zeichen und Nachbar, die mir die Gewissheit geben, alle Zeiten sind zu überstehen – und seien es die schlechtesten – und es wird wieder aufwärts gehen!

Das war vom Achtsamkeitskalender und von Maik inspiriert – ich habe mich bei dir immer sehr wohl gefühlt, hat er mal in einer Schluss-SMS geschrieben.

Dauerregen-grau, in Wochen gezählt, Tü-Tataa von früh bis spät, Menschen, die verbal wie Bestien aufeinander losgehen – wenn das hier die Erde ist, wie mag’s da erst in der Hölle aussehen?

Donnerstag, 3. Februar

Die Liebe, die ein jeder gegen sich selbst hegt, ist kein zufälliges, sondern ein von Natur in ihn gepflanztes Gefühl. Aristoteles

Selbstliebe … Frühstück zum Glockenläuten um 8. Ich leg mich wieder hin – um 10 ist ein besserer Tagesbeginn.

Guten Morgen! Bei Mond, Sterne und Laterne war ich gestern schon in weiter Ferne. Heute nach Kaffee um 8 um 10 Uhr 40 aufgewacht. Mit dem Mäusemann komm ich hoffentlich in Gang … Bildchenbezogener WhatsApp-Reim an Christa unter mir.

Mittwoch, 2. Februar

Die Motive der besten Handlungen vertragen kein zu genaues Erforschen. Die Beweggründe der meisten Handlungen, der guten wie der bösen, mag man mit Selbstliebe erklären. Jonathan Swift

Gestern hab ich Bjarne mittags von der Schule abgeholt, weil diese Woche bis zu den Winterferien kein Hort ist. Wir haben drüber erzählt, wie schön es war, als sie noch hier gewohnt haben, direkt neben mir. Er wollte malen und hat sich aus meinem Kreative Mandalas den Erdknoten ausgesucht. Dann hab ich Die kleine Seejungfrau vorgelesen und er war Probezuhörer für meine Hans-Christian-Andersen-Märchenstunde für die Kinder in der TAO-Schule bei Birgit in der Ferienwoche. Als er Hunger hatte, hab ich uns Eierkuchen mit Blaubeeren gemacht. Im Spielzeugladen unten hatte ich vorher noch schnell ein Kartenspiel Schwarzer Peter zur Beschäftigung ausgesucht mit vom Zeichner der Skatkarten schön gestalteten Tierpaaren wie Frosch und Fröschin, Maus und Mausbock. Wir haben es wie früher gespielt – wer den Schwarzen Peter hat, kriegt einen schwarzen Strich auf die Nase. Ich zuerst, natürlich verloren, und beim zweiten Spiel hab ich bisschen nachgeholfen, sprich geschummelt, aber nur, um den Spaßfaktor zu erhöhen.

Als er neben mir am Herd stand, hat er den schweren Messing-Mörser in die Hand genommen, auf meine vollgestellte Schrankfläche geguckt und gesagt: Hier sieht’s ganz schön kruschlig aus … Das kann man frei interpretieren, wie man möchte. Es hat jedenfalls Spaß gemacht und war ein schöner Nachmittag.

Auf meinem schönen Waren-Fotokalender von Martina steht im Februar der Spruch: Der Glaube ist der Vogel, der das Tageslicht spürt, bevor der Morgen dämmert. R. Tagore

02.02.2022Was würde ich ihm heute sagen? Ich glaube, den Spruch da oben … Das ist ein ganz besonderer Schatz, den ich hüte, nicht die Worte, die nicht immer ehrlich waren, sondern das, was war.

Dienstag, 1. Februar

Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren. Theodor W. Adorno

Gelebt – hab ich das überhaupt?, denk ich, als mein Blick eben auf den Blog-Untertitel fällt. Ja, ich nehm es raus, wenn er nicht mehr in meinem Körper-Geist-Seelen-System verankert ist.

Jürgen, Andreas Vater, ist zur Blutabnahme. Seine Werte sind schlecht nach der Herz-OP. Das weiß ich nicht etwa, weil ich noch mit ihm zusammenlebe, aber so gut wie. Ulla schildert mir präzisiös ihren gesamten Lebensablauf und bebildert ihn reichlich per WhatsApp. So seh ich nicht nur die aktuellen Bilder von der Sturmflut in Hamburg am Wochenende, sondern weiß auch, wenn er ein neues Hemd anhat – rosa mit feinen Streifen, was ihm gut steht – und kenne alle ihre Termine von Augenarzt bis Zahnarzt, erlebe ihre Urlaubsreisen mit, die Garten- und Grundstücksarbeiten und weiß, was es zu essen gibt – allein oder mit Freunden. Das ist fast wie eine Ehe zu dritt. Andersrum bin ich nicht so auskunftsfreudig und beschränke mich auf Zusammenfassungen.