Heute ist Sonntag, der 1. Mai

Bald bin ich Licht, bald bin ich trüb, bald hart, bald weich, dann bös, dann gut. Bin Sonn und Vogel, Staub und Wind, so Mond als Kerze, so Strom wie Glut, bin arger Geist, bin Engelkind – Alles, alles ist gut. Rumi

Rumi – mein Freund und Begleiter durch alle Zeiten. Hier mit einem Foto von mir auf der Dachterrasse mit dem Kirchturm und dem Blick über die Dächer – auf dem Kalender 2022 von Martina für den Monat Mai.

Ich hatte viele Gelegenheiten, mich anzupassen oder zu sein, wie ich bin. Einige hab ich genutzt, für den leichteren Weg, die wichtigen nicht. Da bin ich ich.

Sonnabend, 30. April

Inhale the moment. Exhale the past.

Mein Achtsamkeitskalender ist mal wieder ins Englische gewechselt. Exhale the past passt zum heutigen Neumond. Das ist der Black Moon, der zweite Neumond in diesem Monat. Der erste war am 1. April. Dazu kommt noch eine partielle Sonnenfinsternis, bei uns nicht sichtbar, doch energetisch hochwirksam. Heute ist auch Walpurgisnacht …

Meine Rostock-Bandelstorf-Woche war wieder wohltuend. Gestern Gourmet-Frühstück bei Martina – auch ein beständiges schönes Einvernehmen mit uns. Manja Nageltante hatte ein tolles Kleid für mich – Gänseblümchen auf dunkelblauem Grund beim Rock und oben weißgepunktet, mit Stretchgürtel. Marc Cain. Marke ist mir eigentlich egal, doch ich hab schon paar tolle Teile von ihm. Sie hat eine modebewusste Kundin, von der sie immer laufend Sachen bekommt, davon profitier ich auch.

Jonte entwickelt grad ein sehr gesundes Selbstbewusstsein. Er stand auf dem höchsten Sandberg auf dem Bauernhof-Spielplatz und hat verkündet: Ich bin der König! Er kullert sich im Gras und auf dem Hühnerhof im Sand und ich lass ihn machen. Er genießt das Dorfleben. Als ich abends gefragt hab, wollen wir mal duschen?, war die Antwort: Nein, danke. Das sagt er in so herablassendem Ton, dass ich kein zweites Mal frage und denk, er kann ja zuhause in die Badewanne. Schmutzig, aber glücklich! Heidi hat noch eine Schubkarre für ihn gefunden von ihrem Neffen Malte. Damit arbeitet er jetzt auf dem Acker, der gleich neben dem Grundstück ist, und hilft ihr im Garten. Meine coole Schubkarre, freut er sich.

Nachmittags hat er 4 Stunden Mittagsschlaf gemacht, von 1 bis 5. Ich hab ihn schlafen lassen – müde, aber glücklich. Als Michael ihn abends abgeholt hat, wollte er durch das große Tor zum Auto gehen, das einen schweren Hebel hat: Ich mach das auf. Als Michael ihm helfen wollte – Ich mach das, hab ich gesagt! Einfach herrlich.

Karl, Heidis Enkel, war erst gestern Nachmittag da, als Jonte schon weg war. Ich hab ihn getröstet: Dann spielt ihr beim nächsten Mal wieder zusammen … Schade, dass du nicht immer hier wohnst, hat er gesagt. Ja, aber ich komm ja bald wieder. – Du bist hier immer willkommen! Das von einem 7-Jährigen. Da hab ich mich sehr gefreut und Heidi, der ich das erzählt habe, auch.

Heute wieder Schwenk auf Guti-Gutshaus …

Dienstag, 26. April

Genaugenommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart. Die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben. Jonathan Swift

Wir hatten einen schönen Nachmittag mit Bjarne, haben aber auch Hausaufgaben gemacht. Sie sollten mindestens 6 Sätze mit mindenstens 4 Wörtern schreiben: Meine Osterferien – Er ist sehr mitteilsam und hat viel erzählt und hatte keine Lust und war auch schon k. o. von der Schule. Wir haben das dann in kleinen Schritten gemacht und zwischendurch gespielt und wieder Eierkuchen mit Blaubeermarmelade gegessen.

Aus Ostern war meine Oma zu Besuch. Wir haben einen Waldspaziergang gemacht. Das Wetter war sehr schön. Danach habe ich Hausaufgaben gemacht. Wir haben auch einen Film, Harry Potter, geguckt. In Röbel haben wir dann Ostereier gesucht … wurde: Ostern war meine Oma da. Wir waren im Wald. Das Wetter war gut. Ich habe auch Hausaufgaben gemacht. Wir haben Harry Potter geguckt. In Röbel haben wir Eier gesucht.

Er ist in der 1. Klasse der Arche-Schule und Christine hat beim Abholen gesagt, sie sitzen oft bis abends um 8 bei den Hausaufgaben. Bei mir hat er sich beschwert: Die Horterzieher sitzen nur da und gucken auf die Klasse und wir – müssen schreiben und schreiben. Hm, die können ja auch schon schreiben und ihr lernt es erst, war mein Argument. Du kannst ja später auch Horterzieher werden …

Dann hat er gesehen, dass auf einem Bücherregal bei mir eine Holzeisenbahn mit JONTE steht, so ein Zug für den man die Buchstaben kaufen kann. Und warum steht auf dem anderen Regal nicht ein Zug mit BJARNE? Weil ich von dir ein Foto im Regal stehen habe, auf dem du noch ganz klein bist.

Ich hab mir überlegt, das können wir öfter machen. Wenn ich hier bin und nicht in Rostock, kann ich ihn einmal die Woche abholen. Das entlastet Christine und sie haben mal einen Abend ohne Hausaufgaben. Aber morgen hol ich erst mal wieder Jonte ab bis Donnerstag oder Freitag und wir genießen unsere Zeit in Bandelstorf. Wir haben gestern beide telefoniert und freuen uns schon …

Montag, 25. April

Sieh mal genauer hin – Übe dich im achtsamen Beobachten und nimm deine Umgebung mit allen Sinnen wahr – ohne irgendetwas zu bewerten oder dich zu ärgern.

Als ich mich gerade an den Abwasch machen wollte, weil ich ab morgen in Rostock bin, kam von Christine kurzfristig die Frage, ob ich Bjarne vom Hort abholen kann. Die Kinder sollen von 12:30 Uhr bis 15 Uhr geholt werden, wegen Engpass beim Hortpersonal diese Woche. Ich hab kurz überlegt, dann aber gesagt, ich kann ihn gerne um 2 abholen, nachdem ich fertig bin. Sie hat heute Prüfung und schafft es nicht pünktlich.

Sonntag, 24. April

Freude – Freude spüren, Freude teilen. Wann hast du zuletzt Freude verschenkt? Das Leben genießen, lachen, lieben. Freundlich sein – mit sich und anderen.

Mit sich ist fettgedruckt und danach handel ich auch – erst mit mir und dann mit anderen. Das war lange andersrum.

Das war mal wieder ein Sonntagnachmittag im Guti-Gutshaus-Café. Als ich zurückkam, war Birgit hier zum Baden. Jetzt hab ich 5 Tage frei und fahr erst wieder Dienstag hin, aber zur Massage, und anschließend nach Rostock. Fritzi hat um 13 Uhr Termin, also vor mir. Die Massage ist nicht von Spürsinn, wie ich dachte, sondern Yussuf macht sie. 3 der Mitarbeiterinnen wollen sie nicht von ihm – eine nicht, weil er ein Mann ist, eine sagt, sie lässt sich woanders massieren und eine sagt, er ist aus der Familie ihres Freundes, das heißt, sie will sich vor ihm nicht nackig machen. Ich freu mich auf eine Stunde wohlige Entspannung.

Und dann hab ich auch bald die nächste, am 5.5., in Plau bei Beate. Ich hab überlegt, ob ich den Termin verschiebe, weil das Intervall so kurz ist, aber ich lass es so. Mir tun auch 2 sehr gut!

Sonnabend, 23. April

Ein freundliches Wort kostet nichts und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke. Daphne du Maurier

Ein freundliches Wort, gleich in mehreren Sätzen, hat Fritzi gestern von mir bekommen, als wir draußen auf der Bank gesessen haben: Fritzi, ich will dir mal was sagen. Das sieht alles so easy aus, was du hier machst, und wir nehmen das als selbstverständlich hin, aber das ist eine ganze tolle Leistung von dir! Mit dem kleinen Herd in der kleinen Küche das Essen für 20 Personen gleichzeitig auf den Tisch zu bringen – ich würde verrückt werden. Ich glaube, darüber hat er sich gefreut und es hat ihm gut getan.

Zuhause nischt gemacht, aber bei Birgit sind die Blumen umgetopft. Ich hatte schon lange versprochen, ihr dabei zu helfen, kam aber immer was dazwischen. Danach haben wir schön in der Sonne gesessen mit Thomas, der auch noch kam. Er ist Musiker und Initiator von menschlich, stark, miteinander. Zusammen mit Birgits Mitwelt vereint – Gemeinschaft bewusster Menschen ergibt das eine gute Verbindung.

Freitag, 22. April

Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Behandle dich, wie du andere auch behandeln würdest, wohlwollend und nachsichtig. Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben.

Mein Achtsamkeitskalender ist Therapie für mich.

Ich überlege immer wieder mal, ob ich meinen Blog-Untertitel ändern soll? Ändern in was? – Erlebte, verlebte, überlebte, einseitig gelebte …? Bis mir was passenderes einfällt, bleibt und stimmt es, so wie es ist.

Wie es mit ihm geworden wäre, wenn ich damals schon so gewesen wäre, wie heute … ach, dann wär es gar nicht so lange gegangen. Ist schon gut so.

Donnerstag, 21. April

Welche Menschen berühren dein Herz, inspirieren dich, bringen dich zum Staunen oder Lachen?

Ulla hat mir gestern ein Bild mit den Daten von ihrem Fitness-Armband oder Smartwatch geschickt – ich musste erst gucken, wie die Dinger heißen. Ich hab so ein Teil nicht und brauch auch keinen Antreiber am Arm. Meinen Kindern hab ich gleich gesagt, kommt nicht auf die Idee, mir mal so’n Ding zu schenken!

Heute ist Willi mit seinem Holzspielzeugstand endlich wieder auf dem Markt, zuletzt im Herbst. Da will ich die Arche kaufen, ein Motorik-Geschicklichkeitsspiel mit Tieren aus Holz, die auf’s Schiff zu balancieren sind. Er hat noch viele andere schöne, einfache, gute und originelle Spielsachen …

Denn bei den im Spruch oben genannten Menschen steht Jonte an erster Stelle.

Meine himmlischen Berater stehen mir mit Rat und sogar Tat zur Seite. Je mehr ich mich auf sie einlasse, um so besser. Sie sagen mir, was ich tun – und lassen soll, meine Tochter. Geduld heißt, die Hoffnung bewahren, auch wenn es nicht danach aussieht. Sonst wär es keine Geduld.

Das war heute ein wunderschöner Nachmittag mit Kerstin mit soviel Spaß, Freude und Lachen wie lange nicht.