Dienstag, 22. September

Ein Tag ist vom Wetter her so schön wie der andere, noch über 20 Grad und sonnig, nur früh und abends kalt. Ich spür schon die Umstellung auf Herbst im Körper. Viel schlafen, gut essen, mäßig bewegen. Wie in der Natur – runterfahren auf Ruhephase. Alles langsam und ohne Eile …

Sonntag und Montag war Ruhetag – heute mach ich mal einen Spaziergang durch die Stadt und am Wasser entlang. Abends treff ich mich mit Gabi und eventuell auch Sabine zum letzten Vortrag der Reihe Sehen und entdecken – Schlösser, Guts- und Herrenhäuser. 17 Uhr ist bei mir schon abends. Und dann will ich mich heute anmelden zu einer Tour mit dem Ranger am Donnerstag in Schwarzenhof im Nationalpark: Hirschkonzert am Ostufer der Müritz. Die gibt es für Frühaufsteher um 05:30 Uhr und abends um 17:30 Uhr. Länge 6 km – das reicht mir auch. Ich hab mich für abends entschieden, weil es da noch hell ist. Die Vor-dem-Aufstehen-Tour lass ich mir für nächstes Jahr. Ich wär ja lieber spontan hingefahren, aber: Anmeldung 2 Tage vorher erforderlich!

Denkste!, kein Platzhirsch-Konzert. Die Tour ist sehr beliebt und seit Wochen ausgebucht, hat der Ranger vom Nationalparkamt mir heute am Telefon erzählt. Na, dann nehm ich die Frühvorstellung – auch nicht, alles voll, denn sie dürfen immer nur 10 Leute mitnehmen, aus den bekannten Gründen. Ist ja unglaublich … Dafür ist wenigstens der Vortrag heute gesichert, mit weniger Interessenten.

Sonntag, 20. September

Ausgiebiges Sonntagsfrühstück zu zweit, bei dem wir überlegen, was wir heute machen bei dem schönen Wetter. Die Fahrräder auf’s Auto und eine schöne Radtour und dann Essen gehen, oder irgendwo hinfahren und was angucken oder einen ausgedehnten Spaziergang in Wald und Feld … So sahen die Sonntage aus, in meiner Ehe.

Freier Sonntag. Ich würde heute sogar lieber arbeiten fahren, als mir alleine was einfallen zu lassen … Wenn nichts mehr geht, dann kann man auch die Segel streichen und sich treiben lassen …

Mit Carmen Sternchen hatte ich ein schönes Treffen am Sonnabend mit Wundertüte von ihr zu meinem Geburtstag. Dankeschön!

Sonnabend, 19. September

Um 7 Kaffee auf der Terrasse. Von unten hör ich das Geklapper und die Guten Morgen-Rufe von den Ständen, die aufgebaut werden für den Grünen Markt. Über mir ziehen die Kraniche mit ihren Trompeten. Die Sonne ist gerade neben dem Kirchturm aufgegangen und taucht unser beschauliches Bild hier in ein magisches Herbstlicht. Es ist windstill und der Himmel in Pastelltönen bemalt. Vögel des Glücks – fällt mir wieder ein bei Kranichen. Es hat alles seine Ordnung, denke ich …

Als ich gestern nach Hause kam, hingen Blätterteigröllchen mit Räucherlachs an der Tür mit einem Zettel: Lass es dir schmecken und eine gute Nacht von uns allen, deine Lieben. Das ist unsere Haus- und Hofgemeinschaft!

Das war herrlich heute, Guti-Gutshaus – Grillabend. Erstmal war Sabinchen da mit Begleitung, das war schön. So hat sie mal unseren Laden live kennengelernt. Es kamen dreimal 2 Personen, die reserviert hatten, was aber nicht eingetragen oder weitergeleitet wurde. 2 davon haben wir noch untergebracht, ein Paar mussten wir weg schicken. Zu Feierabend saß Fritzi an seinem Handy und hat eine Schlagzeile vorgelesen. Bakterielle Viren in China aus dem Labor … Was denn, Bakterien oder Viren?, hat die Chefin gefragt. Ach nee … dann hat er den Satz nochmal vorgelesen und gesagt: Wer soll denn das verstehen, so kompliziert, wie das geschrieben ist? Ja, das ist auch wirklich schwer, hat Anja ironisch geantwortet. – Na echt mal, dazu braucht man ja Abitur oder ein Studium. Anja: Deswegen biste ja auch Koch geworden! Ich: Anja, sag nicht sowas, Fritzi ist ein guter Koch.

Freitag, 18. September

So schöne Tage, von solcher Klarheit. Die hätte ich auch gerne. Doch das Leben ist kein statisches Gefüge, sondern schwankt, auf und ab. Meistens bin ich weiter von meiner goldenen Mitte entfernt, als an ihr dran oder gar in ihr drin. Das sind dann die schönen und seltenen Ausnahmen.

Gestern hatte ich mir klassische Thai-Massage ausgesucht. Die ist auf dem breiten Bett, statt auf der schmalen Liege, und am intensivsten. Tam hat so in mein weiches Venus-Fleisch gedrückt, dass es weh tat, besonders an den Oberarmen und Oberschenkeln.

Der Mond steht in der Waage, da ist das Bedürfnis nach Harmonie in zwischenmenschlichen Beziehungen, Hingabe, Zuneigung und Berührung größer als sonst. Das hab ich gemerkt in der Nacht. Vor mir lag ein junger, nackter blonder Mann – ich hab nur den Oberkörper gesehen – und er hat mich gefragt: Gefällt dir, was du siehst? Mit einem Körper, den die Natur nur für die Jugend reserviert hat. Oh Mann!

Gefällt dir was du siehst?, werde ich immer gefragt, wenn ich meinen Laptop anschalte und mir die schönsten Naturaufnahmen als Startbildschirm präsentiert werden. Das hab ich im Traum gleich übernommen, aber anders umgesetzt. Wer träumt sowas? Eine Frau in meiner Lage …

Für Auf und Ab mal ein Beispiel: Herzilein seufzt, ich hab Sehnsucht nach ihm. Das sagt übrigens auch noch ein anderes -lein. Was, seid ihr verrückt?, schreit Egon Ego, so mies, wie der sich benommen hat? Ach, so schlecht war’s nicht, erinnert sich kleinlaut das andere -lein an gute Zeiten. Ist ja klar, kontert Herzilein, du denkst nur an das eine … Die alle an einen Tisch setzen, um Ruhe bitten und jeden einzeln zu Wort kommen lassen. Dann geb ich allen Recht und sie sind zufrieden. Soweit … Darüber kann jeder denken, was er will. Das ist normaler Alltag bei mir.

Um 23 Uhr Feierabend und 23 WhatsApps! Das Handy lag zu Hause. Da komm ich nicht mehr nach …

Donnerstag, 17. September

Na, endlich! Das hat wieder gedauert – Einen Augenblick bitte, deine Seite wird geladen …

Heute gab’s ein schönes Sonnen-Dachterrassen-Frühstück. Sigi und Wolfgang haben belegte Brötchen mitgebracht, ich hab Kaffee gemacht. Lars kam auch dazu, als er halbwegs ausgeschlafen hatte nach der Nachtschicht. Bestimmt haben wir ihn geweckt.

Heute Nachmittag Massage bei Tam – da war ich aber mehr Seelenklempner für ihn und somit war es keine Tiefenentspannung. Er hat über Bernd geredet und ihre gemeinsame Zeit, 16 Jahre. Er trauert.

Heute hab ich mal eine Karte aus Amors Botschaften gezogen – Vergebung. Vergib und vergiss. Das Leben ist zu wertvoll, um es sich zu verderben. Als wenn Amor meine Stimmung gespürt hat.

Toyota schickt mir Werbung für den neuen Yaris, ab 199 € monatliche Rate. Und Santander bietet mir 5000, 7500 oder 10000 € Kredit an. Können sie beides behalten. Jetzt genieß ich den sonnigen Abend, denn morgen und übermorgen heißt es wieder Guti-Gutshaus …

Mittwoch, 16. September

So ein strahlend schöner Morgen und abends auch ein magisches Licht! Mitte September und es sind noch laue Sommernächte, sternenklar. Früh scheint mir die Sonne durchs offene Schlafzimmerfenster direkt ins Gesicht. Beim Blick aus dem Fenster liegt der Tiefwarensee im Frühdunst zu Sonnenaufgang. Das sind paradiesische Zustände. Das hab ich nur als Kind so intensiv erlebt, als noch alle Sinne offen waren – und jetzt auch wieder.

Dazu noch 3 x täglich das Läuten von meinem Kirchturm als Mittelpunkt der Kulisse, mit Glockenspiel-Liedchen als Intro. Da kann man sich vorstellen, wie gut ich es hier getroffen habe. Es sind sogar 2 Kirchen. Die Marienkirche als mein unmittelbarer Nachbar am Neuen Markt im Osten, die Georgenkirche als zweites Wahrzeichen der Stadt am Alten Markt im Westfenster. Das alles seh ich aus der Perspektive der dritten Etage, was nochmal ganz anders wirkt, als vom Erdboden aus. Unter mir der Markt ist das schönste Wimmelbilderbuch. Ein paar Schritte zum Hafen und ich bin an der Müritz. So kann man sich das vorstellen.

Und was ist mit dem Mann an meiner Seite hier? Laut Beschluss des Universums bin nur ich hier. Er ist stiller Teilhaber …

Heute hab ich erfahren, dass am Donnerstag ein Freund hier gestorben ist. Ich hab bei Tam angerufen wegen Massage-Termin und er hat mich gefragt: Weißt du, dass Bernd gestorben ist? Das wusste ich nicht. Er ist sein langjähriger ehemaliger Lebensgefährte, bis zur Scheidung im vorletzten Jahr. Sie waren verheiratet. Eine traurige Nachricht und ein trauriger Abend.

Ich lebe und mein Mann ist bei mir, auf eine Weise, die ich nicht verstehen, aber annehmen kann, und ich fühle, was für ein Glück das ist. Ich hoffe, es geht dir gut … Warum frage ich ihn das nur hier? Weil ich nicht wieder zurückgewiesen werden will? Warum sage ich ihm nicht, dass er der wichtigste Mensch für mich ist? Weil er es mir nicht gesagt hat? Wie kann er so hart sein?, hab ich gedacht. Und ich? Muss da erst der Tod ins Leben treten zu solchen Überlegungen?

Dienstag, 15. September

Seit Lars seinen neuen 4K-Router hat, mit dem er gestochen scharfes Bild hat, wie er mir gezeigt hat, haut das aber mit seinem WLAN bei mir nicht mehr hin. Dann ging es mal, und mal wieder nicht – und heute hat es eben erst geklappt, 16 Uhr. Ich nutz dann immer die Lücken, um zu schreiben …

28 Grad – Sommer-Comeback! Obwohl das Wetter viel zu schön war, hab ich mich heute an den Abwasch gemacht, weil morgen endlich die Fensterputzer kommen und Putzfreiheit brauchen in der Küche. Irgendwie hab ich schon gedacht, hoffentlich klappt das auch. Vorhin hat er eine Sprachnachricht geschickt, dass 2 Kollegen krank sind und auf Corona getestet wurden. Bis zum Testergebnis Freitag darf die Firma nicht arbeiten. Na, das seh ich ein und hoffe, dass es sich nicht bestätigt. Ich hab geantwortet, Hauptsache die Firma läuft erstmal wieder und die Kollegen werden gesund Gute Besserung!

In Rostock war es gestern schön bei Martina im Garten, bei Manja, die jetzt einen Verlobungsring trägt – mit 7 funkelnden Steinchen für 7 Jahre, wie im Märchen! – und bei Andrea und Paul zu seinem Geburtstagskaffee im Grünen mit Sigi und Angelika, seinen Eltern. Das war eine harmonische Runde. Sie haben es so herrlich da auf ihrem Grundstück und gärtnern und gestalten alles so liebevoll, gemütlich und einladend. Und ich war gut und schnell zuhause, gleich in Bentwisch auf die A 19 – 1 h 15 min.

Montag, 14. September

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. Mahatma Gandhi

Dazu ein Foto in wundervollen Farben. Ein Wald spiegelt sich im See, am Ufer liegt ein Ruderboot.

Es gibt nichts schöneres, als wenn ein Mann sagt Meine Frau und eine Frau Mein Mann. Nichts schöneres aus meiner Sicht. Ich bin der See, er ist das Ruderboot.

Das war ein schöner Tag.

Sonntag, 13. September

Sonntag auf der Sonnenterrasse! Ich hab geschlafen wie ein Stein, bis mich um 12 das Glockenläuten geweckt hat. Ich bin doch zurückgefahren und fahr morgen wieder nach Rostock, erst zum Frühstück zu Martina, dann Manja Nageltante und dann zu Pauls Geburtstag.

Was hat Jonti für einen Spaß gehabt mit meinem Ball! Wir haben ihn immer hochprallen lassen und er hat sich schlapp gelacht, mit ganzem Körpereinsatz. Da hab ich das richtige ausgesucht. Von allem anderen Spielzeug hat er schon im Überfluss. Kleine Freude – große Wirkung!

Eben hat mich Manja angerufen – oh, hab ich gedacht, Terminänderung? Nein, sie hat gestern einen Heiratsantrag bekommen, nach 7 Jahren, mit Kniefall, öffentlich und vor Publikum auf der Bühne bei der Nacht der Pferde, in der Olaf aufgetreten ist. So richtig romantisch, da hat sie nun überhaupt nicht mit gerechnet!

Entweder Liebesbekenntnisse mit Hochzeit oder Crash und endgültige Trennung – dazwischen scheint es nichts zu geben in dieser Zeit. Entweder oder, ganz oder gar nicht, gehen oder bleiben. Das sind Lebensereignisse!

Darüber hab ich mich neulich mit Martina unterhalten, wie gut es in unserem Freundes- und Bekanntenkreis läuft: Wohnung, Hausbau, Hochzeiten, Enkelkinder … Im himmlischen Glücksamt geht es bestimmt nach Buchstaben, hab ich gesagt, und die Sachbearbeiter sind erst bei F, G, H, I, J, K – so fangen die Namen der Glückspilze in unserm Umfeld an. Unsere Familiennamen beginnen mit Sch und St – da müssen wir noch warten, bis wir dran sind, aber wenn, kommst Du noch vor mir dran, als ich mit St. Aber davor kommen noch alle Lehmanns, Müllers und Meiers in allen Schreibweisen – ai, ei, ay, ey … Na toll, hat sie gesagt.

Die geschenkte Zeit mit ihm war das Wildeste – an Liebe, Sex, Begehren – was ich erlebt habe. Die Zeit der Trennung ist die längste Nacht meines Lebens. Das ist eine 5- Note auf dem Seelenweg oder gerade mal 3 Punkte. Das anzunehmen ist mehr Entwicklung, als mir weismachen zu wollen, ich kann es genauso gut alleine. Ich hör nicht mehr auf das, was gesagt wird, wie so ein „Dualseelen-Prozess“ ablaufen soll. Ich hör nur noch auf das, was in mir vorgeht. Wenn Er nicht der Mann ist, mit dem ich hier leben kann, dann geh ich nach Hause, langsam, in Ruhe und alleine.

Ich kann hier viel ausdrücken im Blog und darüber bin ich froh, doch für die Tiefe der Empfindungen fehlen mir die Worte.