Donnerstag, 6. August

Und ich hab noch was gedacht beim Einschlafen: Ich kann alles auch alleine. Und da meldet er sich, sogar mit einer Vokabel, die ihm bisher unbekannt war und mit L anfängt.

Ich glaub, da sind Vollmond und Löwenportal fusioniert und haben das gemeinsam bewirkt. Sternentor Löwenportal – am 8.8. hat es seinen Höhepunkt. Das sind mächtige Kräfte, die jetzt wirken. Löwe ist Sonne und Feuer und auch die Hitzewelle, die auf uns zurollt …

Auf der A 19 hab ich auf der Rückfahrt von Rostock auf der Gegenfahrbahn ein brennendes Auto gesehen! So gut wie gestern bin ich noch nie hin und zurück gekommen. Nur 1 Kilometer ewige Baustelle auf der Petersdorfer Brücke – ansonsten freie Fahrt!

Eben waren Hausmeister und Dachdecker hier. Mittwoch geht’s mit Terrasse los. Das dauert dann bis nächsten Dienstag. Heißt, alles freiräumen, bloß wohin damit? Teilweise draußen auf den Flur, teilweise in die Wohnung. Das kann was werden. Zahnbehandlung abgeschlossen, das wird jetzt das nächste größere Projekt. Hinterher sieht es bestimmt toll aus, aber erstmal da durch …

Birgit hat mich morgen um 9 zu Asia-Fitness in ihre TAO-Schule eingeladen. Ich hatte auch zugesagt, da wusste ich aber noch nicht, dass Petrus wieder auf höchster Flamme kocht. Also hab ich ihr geschrieben, wenn ich abends nicht Guti-Gutshaus hätte, wär ich auch gekommen, aber bei der Hitze bleib ich lieber zuhaus und ruh mich bis zum Losfahren aus.

Meine Schwester wär nicht meine Schwester, wenn sie das einfach mal so hinnehmen würde. Ihre Antwort: Ich bin ja wohl eine gute Lehrerin und weiß ja um die Belastung – und spüre sie auch. Die Temperaturen berücksichtige ich natürlich.

Sie als Feuer-Widder macht weniger in Extrem-Situationen, ich als Wasser-Krebs mach konsequent gar nichts und rühr kein Glied. Auch ohne Bewegung setzt mir die Hitze zu …

 

Mittwoch, der 5. August

Bis Wie geht es dir … hab ich unzählige solcher Nachrichten von ihm bekommen, nur das danach hat es so noch nie gegeben.

In der Welt um mich rum … Beim Einschlafen hab ich gedacht, ich hab eine Mauer um mich gezogen und lass ihn nicht an mich ran. Als wenn er das gehört hat!

Na, und den englischen Teil gab’s sowieso nicht. Ich weiß nicht, wo der jetzt herkommt. Aus einer früheren Inkarnation?

Zum Kommentar gestern: Die Realität seh ich wohl. Und ich fühl sie auch. Tag und Nacht …

In den sauren Apfel beißen, wer will das schon? Keiner! Obwohl ich es jetzt könnte, nach über 7 Monaten Tortur mit Fremdkörper im Mund, seit 16. Dezember! Zwei Stunden hat es Montag gedauert, eine davon Warten auf den Fahrer vom Labor, der nicht rechtzeitig ran kam. Dann haben sie ordentlich rumgewürgt, weil es erst nicht passte. Als ich endlich raus war, war ich platt, aber happy.

Ich war schon unleidlich und ungnädig zum Schluss. Ich hab nur noch geschlafen oder gearbeitet. Jetzt kann ich wieder die Süße des Lebens genießen und bin wie ausgewechselt!

Die zwei mächtigsten Krieger sind Geduld und Zeit.

Wie ist der Stand? Er ist irgendwo und wahrscheinlich auch mit irgendwer. Das weiß ich nicht, ich vermute es nur. Wenn es so ist, warum schickt er mir noch solchen Brief in der Nacht?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 4. August

Für mich müssen Freunde perfekt sein, hat Tamina gesagt. In Schwerin hatte sie viele beim Tanz-Theater, bei dem sie viele Jahre lang war. In Rostock hat sie noch keine gefunden. Keine perfekten. Ihre Mutter hat  in der Küche zu mir gesagt: Wenn ich hinfahren will, sagt Tamina oft: Wir wollen auch mal ein Wochenende für uns alleine haben.  Aber manchmal ruft sie dann auch an und sagt: Michael ist mit seinen Freunden unterwegs, du kannst doch kommen. Wenn man schon ein Enkelkind hat, will man doch auch was davon haben, hat sie gesagt. Ich hab nur ja gesagt.

2 von Taminas Schwestern waren auch da – Maria und Leona. Die dritte, Theresa, lebt in Neuseeland. Leona hat einen Freund, Maria ist alleine. Du könntest auch mal rausfinden, wie schön es ist, alleine was zu machen, hat sie zu ihrer Mutter gesagt. Das hab ich gelernt und finde das toll. Es gibt zwar auch einen Vater, aber der war nicht da. Er ist auf Arbeit, hat Tamina gesagt. Was macht er? Er ist bei der Zeitung. Hm, am Sonntag?

Ich hab das auch gelernt und finde es gut, aber toll …?

Er hat mir geschrieben!

Hallo Anita … Ich habe voll zu tun … Wie geht es dir in der Welt um dich rum? … Much love,   more? Und Herz.

Die Zeilen sahen aus wie beim Google Maps Routenplaner, wo man Start und Ziel eingibt, und waren auch so eingerahmt. Ich konnte immer nur eine lesen, dann ist sie wieder verschwunden, wie bei der PIN-Eingabe beim Smartphone. Verrückt, oder? Jetzt sag mir mal einer wie loslassen geht, wenn man solche Post bekommt.

Davon bin ich eben aufgewacht … 4. 8. 2020 – In dem Datum ist 13 mal die 4 – Herz-Zahl. 2 x 5 in 20 und 3 x in 4 und 8. Das hab ich heute gedacht.

 

Montag, 3. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Die zwei mächtigsten Krieger sind Geduld und Zeit. Leo Tolstoi

14:30 Uhr Finale Zahnimplantat-Behandlung … ERLÖSUNG – endlich, endlich, endlich, endlich! 2 Stunden hat es abschließend gedauert, eine davon Warten auf den Fahrer vom Labor, der nicht rechtzeitig da war. Doch insgesamt hatten die zwei mächtigsten Krieger 7 einhalb Monate zu tun – vom 16. Dezember bis heute nachmittag. Vom Feinen das Feinste, hat er gesagt, ein Implantatverlauf wie im Bilderbuch!

Andrea hat schon Silberfäden im Haar, hab ich gestern gesehen. Das rührt mein Mutterherz. Meine Kinder werden älter. Sie wird im November 40. Mein Großmutterherz rührt Jonte. Der hat sich was vorgenommen hier, so skeptisch prüfend wie er in die Welt guckt. Nach all meinen Kräften werde ich ihn unterstützen, auch wenn das überwiegend sein kann, ihn der Familie seiner Mutter zu überlassen. Das ist mir gestern klar geworden. Es reicht da zu sein, für die, die man liebt …

Sonntag, 2. August

01:02 Manch einer mag das irreführend finden – gelebte Dualseelenliebe. Ich leb jeden Tag mit ihm, von da an, wo wir uns begegnet sind.

Als ich gestern ankam, hat Anja sich gleich beschwert: Die Kühlschränke sind abends aufzufüllen!, sonst haben wir am nächsten Tag keine gekühlten Getränke. Soweit zur freundlichen Begrüßung, hab ich gesagt. Ich hab meinen guten Willen gezeigt, Anja, und bin schon eine Stunde früher gekommen! Und selbst wenn ich nicht früher gekommen wäre – ich bin 150 mal in die Stellmacherei rübergelaufen, da werd ich um 11 nicht noch in den Keller latschen und Getränke hochholen. Da hat sich Fritzi eingeschaltet: Komm, ich bin auch gelaufen. – Deine Beine sind doppelt so lang, das zählt nur 75 mal. – Und außerdem ist sie 35 Jahre älter als du – da hat sie mich wieder in Schutz genommen. Das blieb aber so eine gereizte Stimmung den ganzen Abend und keiner hat mehr was gesagt, nur das Nötigste. Gut, dass ich die da jetzt eine Woche nicht seh, erst Freitagabend wieder. Heute wird es erfreulicher. Mittags fahr ich los nach Schwerin – wir feiern heute alle zusammen, auch mit Taminas Familie, die ich noch nicht kenne, Jontes 1. Geburtstag!

Gestern hab ich den ganzen Vormittag alles liebevoll ausgesucht und eingepackt. Sein Geschenk hat er ja schon. Deshalb bekommt er ein schönes Schlemmer-Paket von mir, wo er doch so gerne und genüsslich isst. Alles bio und vegan von dm-chen, von Hipp und Demeter: Knabber-Sternchen mit Apfel, Orange und Johannisbeere, Freche Freunde Kichererbsen-Brezeln, Babylove Bio-Dinkel-Knabberstangen, Mogli Paprika-Cracker mit Dinkel, Mini-Dinkel-Zwieback, Dinkel-Apfel-Kekse, FruchtBar-Knusper-Löwen (Löwe, sein Sternzeichen), mit Süßkartoffel, Apfel, Kokos, Mais und Tee-Fee Kräutertee mit Himbeersaft. Muss die das jetzt alles einzeln aufzählen? Ja, muss sie 🙂

Dazu Seifenblasen mit Hot Wheels-Aufdruck auf der Packung – mein Sohn war Hot Wheels-Fan und hat sich bei jedem Wochenend-Einkauf ein Auto davon aussuchen dürfen, hat also historische Bedeutung. Noch eine Geburtstagskerze 1 und einen schönen Folienballon Happy Birthday und ein Kärtchen mit Luftballons: So ein großes Glück, dass es Dich gibt! Alles Liebe zu Deinem Geburtstag, lieber Jonte, von Deiner Omi Anita!

Heute ist Sonnabend, der 1. August

Hallo Pino, hier ist dein Lieblings-Fritzi … So hat er gestern den Chef angerufen, um was zu fragen. Ich könnte hier eine eigene Rubrik für ihn einrichten, mit seinen Sprüchen, Witzen, Späßen und Flirts. Das macht die Guti-Gutshaus-Schichten sehr viel angenehmer. Nice ist sein Lieblingswort. Die Krönung des Abends ist, wenn er mit seinem Ford Mustang HR 1 vom Hof röhrt … HR – Hans Rudolph. Er ist 23! Was hat sich seine Mutter dabei gedacht?

Als Nele gestern zwei Salate raus gebracht hat, hat sie ihn gefragt: Ist da auch Dressing dran? Antwort: Bin ich hier der Azubi und Nele ist Chefkoch, oder wie? Das fand er nicht nice. Mit Nele liegt er meist im Clinch, aber das ist bald vorbei. Sie ist nur noch den August da.

Nicht, dass Nele Azubi bei uns wäre, sie hat Biologie studiert und geht in die Forschung. Sagt sie jedenfalls. Und Fritzi ist nur insoweit Chefkoch, da er unser einziger Koch ist. Sie hat 2 von diesen Nebenjobs über Sommer, auch noch im Kloster-Café Malchow, und macht auch gerne Party. Wenn sie um 2 anfängt, hängt sie oft noch durch, sagt Nicole Früstücks-Fee, die das unmöglich findet. Was ich nicht verstehe, ist – in der Forschung könnte sie viel mehr und viel einfacher ihre Kohle verdienen. Da würde ich doch nicht in der Gastronomie jobben. Das sind schon interessante Lebensläufe bei uns.

Freitag, 31. Juli

Wenn nichts sicher ist, dann das – Gottvertrauen. Das hab ich gestern in meinen WhatsApp-Status gestellt, und ein Kirchturm-Video mit dem Abendglockenläuten dazu.

Also, nein! – eben hab ich mir telefonisch einen Frisör-Termin für nächste Woche in Rostock besorgt und mich mit meinem alten, also Ehe-Namen gemeldet. Geschieden bin ich seit Ende 2012! Hab ich natürlich gleich korrigiert und gesagt: Wie komm ich jetzt darauf? Die müssen auch denken …

16 – 23 Uhr Guti-Gutshaus, puuuh … sowas von anstrengend, weil warm und lange Laufwege in die Stellmacherei, Familienfeier! Um halb 12 Feierabend auf Terrasse im Mondschein …

Donnerstag, 30. Juli

Gute Nacht und wundervolle Träume! So ein Bilchen hat mir Christa gestern Abend wieder geschickt. Das kommt nicht so gut an bei mir, so wie meine Nächte gerade aussehen. Man kann einem mit gut gemeinten Wünschen auch was überholzen, was mehr auf die Nerven geht, statt dass ich mich drüber freue, vor allem, wenn es nicht zur Situation passt. Wie wär’s mal mit Einfühlungsvermögen?

Ja, sie weiß aber nicht, wie es dir geht, meldet sich mein Justiz-Minister. Okay. Anders als bei meiner Schwester Birgit, die mir mit – aufgesetzter – Fröhlichkeit zusetzt. Ich wünsch dir einen fröhlichen Tag, eine fröhliche Woche, eine fröhliche Rundumversorgung, manchmal noch gespickt mit und viel gute Power. Fröhlichkeit wünscht sie sich, doch damit ist es wie mit allem, man kann nichts erzwingen. Ich hab ihr gesagt, sie möge mich damit verschonen. Hat nichts genützt. Liebe Grüße und einen wundervollen Morgen!

Das ist, als wenn ich Martina mit Superlativen wie traumhaft, wundervoll, fantastisch usw. zuschütten würde, obwohl ich weiß, wie es bei ihr aussieht. Da halte ich mich zurück. Mit ein bisschen Feinfühligkeit müsste das doch machbar sein – oder einfach mal nachdenken.

Freundlichkeit ja, aber Fröhlichkeit gehört nicht zu meiner Grundausstattung. Ich kann lachen, mich freuen, Spaß haben, vieles schön finden – alles zu seiner Zeit. Wenn mir nicht so ist, lasst mich doch einfach in Ruhe mit Oh du fröhliche …

 

 

Mittwoch, 29. Juli

Das war eine Nacht, jede Stunde wach – mit Alpträumen. Alles, was ich hatte, war zerstört. Sonst hat Martina mir von schlimmen Nächten mit Alpträumen erzählt, ich kannte das gar nicht.

Heute früh war ich auf Platz 3 bei Google … Doch nicht alles zerstört. Frühstück gibt’s heute mal in Guti-Gutshaus. Nicht nur Frühstück, auch Gäste bedienen, aber erst um 9 anfangen, der erste Schwung ist dann schon durch, Yasmin fängt schon um 7 an.

Das war heute mal eine entspannte Abwechslung zur Spätschicht. Das gute an der Frühschicht ist – meistens jedenfalls – ein festgelegtes Ende, 14:00 Uhr. Halb 2 kam Anja schon – einen Kuchen in der Springform unter’n Arm geklemmt. Zu tun war auch, aber alles sinnig.

Auf dem Rückweg hab ich gedacht, ich fahr mal zu Aldi – das liegt auf dem Weg. Und was seh ich da? Exotische Blühpflanzen im Angebot, verschiedene Sorten, aber die schönste: Eine Medinille – Medinilla magnifica, Heimat Philippinen. Entsprechend exotisch sind ihre Blätter und  vor allem Blüten – lange, hängende, rosa-weiße Naturschönheiten.

Die wollte ich mir schon länger zulegen, nur meine Stellplätze für grüne Mitbewohner sind schon üppig belegt. Trotzdem hab ich sie gekauft und gedacht: Wo stell ich sie hin? Na klar, ins Bad! Den Topf, der da vorher stand, hab ich neben die Wanne gestellt. Passt! Ich red mit allen und Miss Medinilla hab ich herzlich willkommen geheißen!

Jetzt fang ich an zu löschen und zu verbrennen – SMS und Fotos, die ich behalten wollte. Die Nacht gestern, in der ich alles verloren habe, ist der Anlass dazu. Lerne loszulassen, heißt der Wochenspruch. Ich will meinen Nachkommen nicht zumuten, das zu tun, weil ich mich nicht trennen konnte.

Dienstag, 28. Juli

Jetzt wünschen wir uns über WhatsApp gute Nacht, mit Christa unter mir. Was gerade am besten geht, ist schlafen, hab ich ihr gestern geschrieben. – Wie recht du hast. – Bald kommen wieder schönere Tage. – Gute Nacht!

Schönere Tage – ich weiß es nicht, ich hoffe es … Ich komm grad vom Bäckerfrühstück – Geburtstags-Gutschein von Andrea für Bäckerei Junge – und Einkaufen zurück. Heute ist Haushaltstag – Wäsche waschen, Blumen gießen, bisschen putzen. Die Belohnung, das Frühstück, hab ich vorweg genommen. Hunger hatte ich nicht. Appetit kommt beim Essen, hab ich gedacht – und so war’s auch …

Nächste Woche Dienstag 14:00 Uhr bei Tam Thai-Kräuterstempel-Massage – genau die brauch ich. Diese Woche hab ich keine Zeit dafür, Arbeiten und Steuererklärung.

Ich brauch nicht nur Massage, ich brauch auch Urlaub. Mal eine Woche wegfahren – im September oder Oktober …