Heute ist Sonntag, der 5. August

01:15 Uhr – Das, was ich jetzt schreibe, ist eigentlich der Eintrag von gestern, doch ich war erst kurz vor Mitternacht zuhause von Guti-Gutshaus-Schicht. Alles, was bisher mit Ihm gelaufen ist, lässt sich zusammenfassen unter „Bitte, hab mich lieb!“ Da ist Einiges schief gelaufen, woher sonst kommt solche Bedürftigkeit, die ich aus jetziger Sicht nicht mehr verstehe. Das sind meine Gedanken zur Nacht. Seine letzten Worte waren nicht „Ich schreibe dir hiermit zum letzten Mal“, sondern Gute Nacht. Dem kann ich mich nur anschließen: Gute Nacht – und Engel mit Dir …

22:11 Uhr … und übergebe das florale Symbol des Herzens dem dunklen Wasser, es wird wissen, was zu tun ist … ich bin die zeitlose Göttin im Sternenlauf … Sohn der Sonne und Tochter des Mondes … ich komm als Gesandte des verlorenen Lächelns des Lichts in deinen Augen … Was hab ich nicht alles geschrieben, ohne dass es dich erreicht hat.

 

 

 

 

 

Heute ist Freitag, der 3. August

Wenn für andere das Wochenende anfängt, fang ich an zu arbeiten. Guti-Gutshaus-Schicht heute und morgen ab 16 Uhr bis open end …

Wir wollten traditionell das Wochenende einläuten – Carmen-Sternchen und ich. Daraus wird nun nichts. Voriges Wochenende Besuch und arbeiten – dieses nur arbeiten. Diesen Monat noch, ab September/Oktober reduzieren sich die Schichten deutlich, was auch gut ist.

Seit Dienstag hab ich das von meiner Tochter geerbte Smartphone bei der High Priestess, der Hohepriesterin von O 2 aktiviert, inklusive neuem Vertrag. Mein Sohn hat mir eine andere Tastatur installiert, weil ich sonst gar nicht mit Schreiben klar gekommen wäre. Auch bei dieser tippe ich meist noch einen Buchstaben daneben, aber das ist entwicklungsfähig. Mein schönes altes und geliebtes taste and tipe Nokia hab ich trotzdem noch, weil eine Kombi-Card mit im Paket war, so dass ich beide nutzen kann – Huawei und Connecting people. Und deshalb klingeln auch immer beide gleichzeitig. Der entscheidende Vorteil ist außerdem: Alle SMS, MMS und Videos von Maik sind auf dem alten gespeichert – dieses jetzt ist sozusagen jungfräulich rein. Ohne Erinnerungen, Emotionen und Gedanken an ihn. Es kennt Maik nicht. Wenn eine Nachricht von ihm kommen würde, würde es denken: Wer ist eigentlich Maik …? Und das deshalb, weil er noch im Adressverzeichnis gespeichert ist. Rigoros ist was anderes. Mein Bauchgefühl sagt – lass ihn da noch drin. Genauso wird es mir sagen: Löschen!

 

 

Heute ist Donnerstag, der 2. August

Den Monatsanfang hab ich mal übersprungen. Gestern war ich in Rostock bei Manja-Nageltante. Aufgrund der Hitze bin ich gleich morgens gefahren, obwohl ich erst um 18 Uhr Termin hatte. Dann war ich den Tag über bei Martina im Garten – bei erträglichen luftigen Temperaturen – und bin abends zurück gefahren.

Von gestern Abend um 9 bis heute früh um 8 hatte ich Herrenbesuch. Das klingt nach mehr als es ist. Manuel hat sich gestern nämlich spontan entschieden, mit zu mir zu kommen und ist heute nach unserem gemeinsamen Bäckerfrühstück zurückgefahren. Als ich abends ankam, war er schon da, weil er mit seinem eigenen Auto gefahren ist, da er heute um 10 in seiner Praxis sein musste. Ich hatte eine Viertelstunde Verzögerung unterwegs, weil auf der Landstraße ein Motorradunfall war, bei dem die Polizei noch ihre Messungen aufnehmen musste. Wir waren dann schön 2 Stunden wie üblich im Hafen bei Venezia, wonach er gleich in die Heia verschwunden ist und ich noch bis des nachts um 1 mit Rosé auf Terrasse, um den Mond zu betrachten …

Wenn Manuel da ist, fällt auch immer irgendwann der Name Maik. Am Hafen röhrte ein Motorrad und ich hab ihn gefragt: Kriegen wir noch Besuch? Das war mehr spaßig zu verstehen, denn Maik kommt wahrscheinlich nicht. Auf jeden Fall leb ich jetzt ruhiger und Ruhe ist mein größtes Bedürfnis nach dem ganzen Heckmeck mit ihm.

Heute ist Dienstag, der 31. Juli

Letzter Krebsmonat-Tag. Ich bin noch nie so viel nackt und barfuß gelaufen wie diesen Sommer. Ich hab 2 Kleider, die ich bei der Hitze tragen kann und immer wechselseitig anziehe – ein blaues und ein schwarzes. Das ist so gut wie nackt, denn auf Unterwäsche verzichte ich. Abends steck ich beide in das 15-Minuten-Programm der Waschmaschine und dann sind sie wieder frisch. Das blaue hab ich mir mal von Gran Canaria mitgebracht und ist schon über 20 Jahre alt. Darin fühle ich mich immer erotisierend. Das hatte ich an, als ich mich mit Maik zum ersten Mal am See getroffen habe. Danach hat er mir an dem Abend geschrieben: Wenn du kannst, komm morgen zu Sonnenaufgang in meine Praxis, in einem blauen Kleid mit nichts drunter …

8:30 Uhr – höchste Zeit, um Schwimmen zu fahren – im schwarzen Kleid. Jetzt schwimm ich in der Müritz. Der Dolgener See liegt weit weg und lange zurück, doch er ist so gegenwärtig wie der heutige Tag und wie alles, was mit uns war. Was mit uns ist … müsste ich eigentlich schreiben. Es gibt irgendwie keine Vergangenheitsform dafür, weil er gefühlt immer anwesend ist. Sogar jetzt, wo er sich verabschiedet hat. Könnte die Zeit nicht milde einen sanften Schleier des Vergessens weben und darüber ausbreiten? So war es bei allen anderen – warum nicht bei ihm? So kann ich ihn nicht mal vermissen …

Heute ist Montag, der 30. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch: Was ohne PAUSEN geschieht, ist nicht von Dauer. Ovid

Der Umkehrschluss wäre, dass eingelegte Pausen zur Dauerhaftigkeit führen … Ich brauch im Moment nichts weiter tun, als ein paar Guti-Gutshaus-Schichten zu schieben und es mir gut gehen zu lassen, und zwar gut gehen lassen auch ohne IHN. Das krieg ich gut hin. Das Wochenende war ganz besonders schön mit meinem Sohn. Gestern nachmittag sind wir durch den Wald nach Klink zum Strand geradelt, ich war schwimmen – er wollte nicht und ich überrede ihn nicht mehr. Zurück in Waren haben wir uns in der Dönerstube am Hafen noch 2  vegetarische Flaguelines geholt und gleich am Brunnen verzehrt. In der Großen Wasserstraße noch ein Softeis – dann Verabschiedung. Doch in 3 Wochen kommt er schon wieder. Dann wollen wir um die Müritz fahren, doch teilweise mit Nationalpark-Ticket, mit Rücksicht auf mich, also eine Etappe per Bus oder Schiff.

Er schämt sich seiner Mutter. Ich hab das „Fläglein“ wie einen Döner gegessen und mich von oben bis unten bekleckert, was mir gar nichts ausmacht, er aber mega-peinlich findet. Auch das macht mir nichts aus. Wir haben viel geredet, diskutiert und überhaupt war es ein ausgefülltes Wochenende, obwohl ich Sonnabend von 8 bis 14 Uhr gearbeitet habe. Dafür haben wir die restliche Zeit gut genutzt und es hat uns viel Spaß gemacht …

Mindestens bis Mittwoch bleibt es noch so affenheiß …

Heute ist Sonntag, der 29. Juli

Während Sohnemann nach dem Frühstück auf seinem Couch-Bett mit seinem Smartphone beschäftigt ist, habe ich mal wieder den Aktuellen Brief von Robert Betz und die Botschaft der Geistigen Welt gelesen, die ich diesmal sehr zutreffend für mich finde, hier mal ein kurzer Auszug daraus:

Gleichsam aber, und da ist das Beispiel, wenn du ja ein erinnerbares Tagebuch aufschreibst für dich. Du musst es nicht veröffentlichen. Du kannst es, aber du musst es nicht. Dann beschreibst du und dann erschreibst du dir noch einmal deinen Weg. Und dann verfasst du noch einmal im Sinne ‚erfassen‘ noch einmal, wann habe ich denn geliebt?

Gestern Abend nach „Balkan“ haben wir  Doctor Strange geguckt – Schön …

Heute ist Sonnabend, der 28. Juli

Kein Blutmond – nicht am Hafen in Waren (Müritz), dafür in Hamburg und auch in Rostock. Da kommt Sohnemann aus Rostock her und will fotografieren und – nichts. Den Mars haben wir gesehen, die ISS und später einen Halbmond als Vollmond. Ob ich jetzt an Portal-Öffnung glauben kann … ich muss das sehen!

Das ist mal ein ganz anderes Mutter-Vegetarier-Sohn-Wochenende. Erstmal hat er im Freien auf der Dachterrasse übernachtet, weil es da kühler war, und dann bin ich morgens um 7 losgefahren zur Guti-Gutshaus-Schicht. Also kein gemütliches gemeinsames Frühstück! Dafür hab ich für uns heute Abend Plätze  in „Balkan“, bulgarisches Restaurant, bestellt. Da gibt’s einen ganz besonders guten, im Tontopf gebackenen Tomaten-Paprika-Käse – mit Ei drauf!

Heute ist Freitag, der 27. Juli

BLUTMOND um 22:22 Uhr. Die größte Mondfinsternis des Jahrhunderts. Die nächste dieser Art bekommen wir wahrscheinlich nicht zu sehen – erst in 130 oder 140 Jahren wieder. Die Uhrzeit hat natürlich eine Bedeutung: Es heißt, jetzt öffnet sich ein Portal für Seelenverbindungen, die jetzt zusammengeführt werden sollen … Es gab Zeiten, da hätte das die Hoffnung genährt. Ich sehe nur, dass Maik sich verabschiedet hat und ich nehm ihn beim Wort.

Nachher kommt Sohnemann. Er will das Ereignis fotografieren. Leider funkt Guti-Gutshaus in unser schönes Wochenende. Gestern war ich um Mitternacht zu Hause, heute zwar nur 3 Stunden, Grillen vorbereiten, aber dafür morgen großer Wechsel An- und Abreise. Ich hab mich von 8 bis 14 Uhr bereit erklärt, mitzumachen. Das schlaucht grad wieder ziemlich. Bei der Schicht gestern hab ich die ganze Zeit an das Buch gedacht, das ich gerade gelesen habe: Konsalik – Es blieb nur ein rotes Segel. Die tragische Liebe zwischen Zar Nikolai II. und der Primaballerina assoluta Matilda Felixowna. Mir taten gestern zwar schon mörderisch die Füße weh, aber dagegen? Damit hab ich mich getröstet. Ich denk, wenn sich die große Liebe nicht auf Erden leben lässt – Schicksal oder was auch immer – „im Himmel“ sind all diese Paare auf ewig vereint …

22:22 Uhr – Blutmond-Vollmond – Es wird sich bestimmt ein Portal öffnen, bin ich mir sicher. Ich bin froh, dass ich frei hab und das Ereignis live miterleben kann …