Dienstag, 13. Juli

Gestern Nachmittag war Birgit hier, abends Tine, nach ihrem Zahnarztermin. Nach Guti-Gutshaus Sonntag geht’s mir wieder schlechter. Erkältung im Sommer dauert bei mir immer 2 – 3 Wochen. Nächsten Montag will ich mit Silvi und Detlef unsere Radtour M – Nationalparkwanderweg starten mit Übernachtung im Waldhotel Johannesruh. Hoffentlich bin ich bis dahin wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Der Wildkräutergarten auf meiner Dachterrasse gedeiht prächtig. Die Symbiose aus von selbst gekommenen – und damit Bleiberecht habenden – und kultivierten Gewächsen wirkt romantisch auf’s Auge und Gemüt. Die harmonieren und vertragen sich auch gut.

3 Jahre und 15 Jahre – nichts mehr gehört und das erste Treffen. Das Rindvieh … hab ich gedacht. Kam das von mir? Nein, das kam mir so rein … ich werte es als Zeichen, dass die Engel mit uns sind. Mit uns allen …

Guti-Gutshaus wird doch schneller gehen, als ich dachte. Ich bin schon ein Jahr länger da, als gewollt. Das ist nur noch Sicherheitsbestreben und führt zu nichts.

Sonntag, 11. Juli

Wenigstens bin ich hier am richtigen Ort – mit dem Gedanken bin ich heute aufgewacht nach den Bilanz-Gedanken I. Halbjahr gestern. Zwei Punkte standen dabei auf der Tagesordnung – wie lange mach ich noch Guti-Gutshaus und wie lange behalt ich meine Zweitwohnung noch? Spätestens bis zum Beginn der nächsten Saison und bis zum Jahresende – nach jetzigem Stand. Das eine kostet Kraft, das andere Geld – auch wenn beides Vorteile hat, sind das die ausschlaggebenden Faktoren, um an Veränderung zu denken.

Es zieht sich zu – heißt, es bewölkt sich. Gut für meine Spätschicht ab 5, nicht so heiß. Hätt nicht viel gefehlt und ich hätte heute auch abgesagt, doch heute geht’s mir besser.

Ich muss grad an Jonte denken, wie er neulich im Garten mit seinen Händen die Gitterstäbe vom Pavillon umfasst hat und sich an einem die Nase plattgedrückt hat. So hat er mich die ganze Zeit angeguckt und sich gefreut, weil ich so gelacht hab. So ein spaßiges Bild! Ich freu mich auch schon wieder auf ihn, bald …

Dann verschwindet er auch immer in das Maus-Zelt – von der Sendung mit der Maus – in das er gerade noch aufrecht reinpasst, sagt tschüß – hühüß – und ich muss ihn suchen. Ja, wo ist denn unser Jonti … Daaa! Das wird ihm auch nicht über und er macht es immer eben weg.

Kann sich einer ohne Engelkinder – Schreibweise ist beabsichtigt – vorstellen, was das für ein Glück ist?

So, genug jetzt – sonst muss der eine Besucher mit 345 Aufrufen heute noch den ganzen Sonntag lesen, der arme. Hühüß! 🙂

Sonnabend, 10. Juli

Auf der happinez, die Birgit mir geschenkt hat, ist ein fröhlich-buntes rundes Künstler-Bügelbild smile … Darunter steht: Sei glücklichDas Leben ist schöner, wenn du lachst

Heute, am Krebs-Neumond, der auf mich zugeschnitten ist, ist das Thema: Die Vergangenheit schlägt die Türen zu!

An meiner Wohnungstür, innen auf dem Flur, hängt seit Jahren das Titelbild zum zweiten Teil meiner Geschichte, von dem ich die Hälfte hier anfangs im Blog veröffentlicht hab: 13 Monde im Jahr des Pferdes

Das nehm ich heute ab – und häng dafür das neue auf: smile

3 Jahre sind genug getrauert und 15 erst recht. Das wollte ich erst nicht schreiben, aber wenn es in meinen Gedanken war, kann es hier auch stehen. Es zeigt, um welche Zeiträume es hier geht.

Das ist heute mal ein wunderbar friedvoller Abend – ohne zu schwitzen oder zu frieren, drinnen und draußen. Wunderbar vor allem deshalb, weil ich meinen Kollegen jetzt einen schönen Feierabend wünsche. Die Chefin hatte heute, von der Fähre aus mit ihrer Familie schon auf dem Weg in den Urlaub nach Schweden, gefragt, ob ich auch heute schon wieder fit bin. Jasmin hat sich die Hand verletzt. Das hat sie schon mal – sich die Hand verbrüht, als eine unserer Stempel-Kaffeekannen geplatzt ist. Zweite Möglichkeit wär, sich mit einem scharfen Messer zu schneiden.

Statt zu denken, so kann ich meine Stunden auffüllen – hab ich an mich gedacht. Ich hab mich den ganzen Tag noch krank und erkältet gefühlt und morgen, wo ich zugesagt hab zu kommen, wär das früheste. So hab ich ihr das auch gesagt, ich will es nicht verschleppen, wenn ich zu früh anfange.

Freitag, 9. Juli

Wir wünschen dir nachträglich … Gestern kamen noch Glückwünsche, wie diese WhatsApp. Das ist einer von den Kontakten, die ich nur mit Nummer, nicht mit Namen gespeichert hab. Meist seh ich am Profilbild oder am Verlauf, wer es ist. Das half mir hier nicht weiter. Die Chats leer ich regelmäßig und im Profilbild liegt eine Sonnenbrille im Strandsand, durch die man auf’s Meer guckt. Hm? Antwort: Vielen Dank, wie geht es euch? – Uns geht’s gut, wir kommen gerade aus dem Urlaub zurück. – Wo ward ihr? – In Albanien … Das ging eine Weile hin und her, ohne, dass sich daraus ergeben hat, wer der Absender ist. Das war ein schöner Blind-Chat. Wer auch immer mit dem Wohnmobil in Albanien war, es war ein toller Urlaub! Ich tipp auf meine ehemaligen Nachbarn in Rostock-Kassebohm – alle anderen hatten sich gemeldet – nur die sind immer nach Kroatien gefahren. Muss ja nicht ewig so bleiben.

Zwei schöne Federchen habt ihr mir da hingelegt, hab ich gestern Abend auf der Terrasse gesagt, als ich sie entdeckt hab – und nur einen Stein weit voneinander entfernt …

Donnerstag, 8. Juli

Guti-Gutshaus sag ich ab am Wochenende. Geht nicht …

Wir freuen uns, dass du bei uns bist! Hat die Chefin gestern geschrieben, mit lieben Grüßen und Wünschen von allen. Ich mich auch und ich hab ihr ein Panorama-Bild von den Rosen am Haus geschickt – wunderschön!

Als ich mich vorhin für morgen abgemeldet hab, hat Bettina gesagt, ich steh heute im Plan. War ein Irrtum von ihr, sie dachte, heute ist Freitag. Passiert. Sonntag halt ich mir noch offen …

Zwei Tatsachen – zum einen der, dass heutzutage alles in Englisch bedruckt ist, und zum anderen der, noch dazu in Miniaturschrift – verdanke ich, dass ich eben schön in einem Pflegebad FRESH, speziell für Männer, gelegen habe. Während der Normalo-Mensch das schon als eingedeutscht betrachtet und versteht, zumindest die einfachen Ausdrücke, ist das bei Sigi, die auf 70 zugeht und der Sprache völlig unkundig ist, nicht so. Die Schrift ist ab einem gewissen Lebensreifegrad – und der liegt weit unter meinem – auch mit bloßem Auge nicht mehr zu entziffern. Also, selbst wenn sie For Men erkannt hätte, was ja eigentlich for men geschrieben werden müsste, hätte sie es trotzdem genommen und mir mit den anderen Badezusätzen von Tetesept geschenkt.

Schaden kann es nicht – schön blau war’s.

Unruhe, Nichtschlafenkönnen, erhöhtes Suchtpotenzial – das ist der Neumond, der so zieht. Das merk ich schon seit gestern. Der ist erst Sonnabend, erreicht aber schon 3 Tage vorher seine höchste Inensität. Fühlen zu können, ist eine Gabe. Alles zu fühlen – und zu filtern, setzt die Arbeit einer Kläranlage voraus.

Heute ist der 7. Juli

Gestern wollte ich Kuchen backen und heute mit meinen Lieben im Garten in Bandelstorf Kaffee trinken. Jetzt lieg ich krank im Bett und schwitze, wie blöde …

Andrea hat vorhin angerufen und mir gratuliert, nur von sich, nicht von Paul. Das Gespräch war stockend zu Anfang und sie klang bedrückt und ich kann mir vorstellen, dass es sie Überwindung gekostet hat. Ich hab es am Laufen gehalten und gesagt, dass ich mich freue über ihren Anruf, und gefragt, was sie machen, wie es ihnen geht und was es neues gibt. Kein Vorwurf, dass wir uns nicht sehen, dass Michael und Tamina traurig sind, dass sie zu ihnen und Jonte, ihrem Neffen, keinen Kontakt hat. Sie haben 3 Wochen Urlaub in Frankreich geplant und sich einen Mercedes C-Klasse zugelegt. Sie glaubt, sie sind jetzt in dem Alter dafür. Dann noch – was ihr wichtig war, auf das ich aber hätte verzichten können – die Frage, ob ich schon geimpft bin – die kam dreimal heute von verschiedenen Leuten! – und eine Antwort, in der ich sanft, aber nachgiebig meinen Standpunkt vertreten habe: Es gibt Gegner und Befürworter und jeder hat seine Gründe!

Während wir noch gesprochen haben, kam Birgit, sonst hätte ich noch mehr gesagt – einfühlsam, um die Klippen zu umschiffen. Erst hinterher kamen mir die Tränen. Warum ist es so schwierig mit den Menschen, die wir lieben?

Montag, 5. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Lass‘ mein Nichtstun, wenn nichts zu tun ist, voll ungetrübtem tiefen Frieden sein, wie der Abend am Strande, wenn die See schweigt. Rabindranath Tagore

War der vorige schon schön, mit einem Singvogel als Bild, ist dieser noch schöner – mit einer Muschel im Strandsand – mit der Öffnung nach oben …

Gestern bin ich, statt um 5 zur Arbeit zu fahren, wie die beiden Tage davor, an die Müritz gefahren zum Schwimmen.

Morgen fahr ich wieder nach Rostock … voll ungetrübtem tiefen Frieden – den Schlüssel hab ich, nicht das Schloss.

Sonntag, 4. Juli

Frei bis Freitag – Erleichterung!

Gestern kam ein Mann rein, als ich ganz alleine drinnen war – alle anderen, Gäste und Kollegen, waren draußen. Er war mit seinen beiden Kindern und seiner Frau da, die taubstumm ist. Darf ich Sie mal was fragen? Ja, klar … Kann ich mit Karte zahlen, wo sind die Toiletten? Sowas dachte ich. Nein – ist die Haarfarbe echt?, wollte er wissen. … Die war mal echt, das ist jetzt nachgefärbt. Nicht ganz so, wie die echte, doch annähernd. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wollte das positiv formulieren. Ich find die schön, die gefällt mir sehr gut. Das war ein schönes Kompliment.

Die beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, waren sehr aufgeweckt, freundlich und machten einen glücklichen Eindruck. Die Mutter, die etwas abgewandt war, hab ich mit einbezogen – über die Augen. Das war eine Freude zu sehen, wie wohl sie sich bei uns gefühlt haben – was er auch zum Ausdruck gebracht hat – und dass sie so einen schönen Abend hatten. Da macht Guti-Gutshaus Spaß!

Ich erlebs auch anders da. Ein Paar – sie waren beide ganz grau in ihren zerknirschten Gesichtern – hat sich nur angegiftet, so unglücklich waren sie miteinander. An einem schönen Sommerabend, umgeben von Rosen …

Bei der Familie saß die Liebe mit am Tisch, das war ein schönes Bild.