Heute ist Freitag, der 29. März

Wenn ich es nicht so spüren würde … Auch im dreizehnten Jahr ist es genau so intensiv wie im ersten, auch ohne realen Kontakt. Es ist in all den Jahren nicht weniger und nicht mehr geworden. Es hatte von Anfang an seinen Höchststand erreicht. Bei ihm ist es entweder anders, oder – was wahrscheinlicher ist – er weigert sich, es anzuerkennen. Nichts kann man so fühlen, ohne Resonanz. Im Kopf sieht es anders aus, viele Frauen und Harleys später.  Das ist nur die Herz-Ebene …

Ich hab mein WhatsApp-Profilbild geändert vom Regenbogen über der Altstadt von Waren auf ein Schwanen-Paar auf der Müritz. Das hatte mir mal Sabinchen geschickt, mit dem Vermerk „Das hat ein Urlauber in der Nähe von Gotthun aufgenommen.“ Zum Foto hab ich den Kommentar erhalten: Die Schwäne sehen aus wie ein Hochzeitspaar … Ja, sind sie auch. Bei meiner Ankunft am Guti-Gutshaus flogen neulich auch 3 Schwäne über mich hinweg, und davor 2 – am Tiefwarensee. Mal sind es Schwäne, die mich begrüßen, wenn ich meine Schicht beginne, mal Kraniche.

Es sind schlimme Zeiten, wenn man auf Herz und Nieren geprüft wird. In Gotthun ist Gott – Er hat mir das Bild geschickt …

Heute ist Donnerstag, der 28. März

Seit gestern Abend habe ich einen faszinierenden Anblick vom Wohnzimmerfenster aus. Ich seh das Riesenrad vom Frühlingsfest auf dem Amtsbrink. Es leuchtet im Dunkeln in allen, ständig wechselnden Farben und Mustern, so prachtvoll, dass ich gar nicht aufhören konnte zu gucken. Ein Feuerwerk von Farbenrausch, schöner als alles, was ich bisher gesehen habe. Ich kann darüber staunen wie ein Kind. Wenn es am Hafen stand, war es auch beleuchtet, aber das muss eine neue Illuminations-Software sein

Während ich darin vertieft war, fiel mir ein – Riesenrad … das Rad … Rad des Schicksals. Diese Karte fiel in letzter Zeit gehäuft in den Karten-Readings: Es dreht sich zu deinem Vorteil … Wenn es so leuchtend-bunt und schillernd kommt, dann ist das Die Welt – die 2. Häufigkeitskarte

In Rostock wurde gestern die Innenstadt evakuiert wegen Bombenentschärfung, sagt Martina. Sie ist mit Elise und Katze Pia zu Peter nach Gehlsdorf gefahren.

Heute ist Mittwoch, der 27. März

Gestern Abend hat mich eine Fee angerufen. Es war schon um Acht als meine liebe Putz-Fee angeklingelt und gefragt hat, ob es mir morgen spontan um 10 Uhr passen würde? Ich hab kurzentschlossen zugesagt. Das heißt, vorher alles hochzustellen und wegzuräumen, damit sie Bewegungsfreiheit hat …

Ich bin schon bei der Planung meiner Geburtstagsfeier im Juli, die diesmal eine Familienfeier im Guti-Gutshaus wird. Das fällt auf einen Sonntag. Dafür hab ich nachmittags das Cafe gebucht. Meine Tochter möchte mit Paul von Sonnabend zu Sonntag dort übernachten. Bei der Reservierungsanfrage hat meine liebe Chefin mir erst den üblichen 20 Prozent-Mitarbeiter-Rabatt eingeräumt. Als ich gesagt habe, die Rechnung geht dann an mich, das schenk ich meinen lieben Kindern, schrieb sie: Nee, dann machen wir das anders, du zahlst die Hälfte, den Rest trage ich ein. Das ist sehr großzügig, damit bin ich bei 75 Eus für 2 Personen mit Übernachtung und Frühstück.

Gäste sind meine erweiterte Familie, das heißt Schwestern, Kinder, Nichten, meine liebste und letzte Tante Gi sowie meine Freunde, die in Rostock leben und lieben – Sigi und Angelika als Schwiegereltern meiner Tochter, Silvia und Detlef, Martina und Manuel. Dann sind wir so bei 20 Leutchen. Mit meiner Haus- und Hofgemeinschaft als nächste Nachbarschaft plus Carmen-Sternchen feier ich bei mir auf der Terrasse im Angesicht des Kirchturms …

Ich hab noch nicht alles, was möglich ist, aber vieles: Neun Kelche 

Heute ist Dienstag, der 26. März

Seit ich bei Guti-Gutshaus bin, bin ich immer auf der Suche nach gastro-tauglichen Bequem-Schuhen, in denen ich auch mal 10 Stunden überstehe, ohne dass ich das Gefühl habe, mir fallen die Füße ab – und die trotzdem noch einigermaßen feminin aussehen.

Gestern wollte ich noch einkaufen gehen und habe es immer wieder aufgeschoben, bis ich mich nachmittags aufgerafft habe. Und genau da ist mir Carmen über den Weg gelaufen, die gesagt hat: Ich hab an dich gedacht … Das funktioniert nicht immer und bei allen so, ganz speziell bei Einem nicht, aber der wohnt ja auch nicht hier. Carmen wohnt auch ein paar Kilometer weg, aber sie ist öfter hier. Wir sind dann beim Bäcker eingekehrt – mit Käffchen und Plausch, das war schön.

Intuitiv bin ich danach in die Schuh-Perle nebenan gegangen. Der Name ist der reinste Sarkasmus, das weiß ich. Und doch hab ich da ein Paar gefunden, allerdings in 41. „Können wir die nicht in meiner Größe bestellen?“, hab ich gutgläubig die Verkäuferin gefragt, die noch vor Kurzem Esoterik im Einklang-Laden verkauft hat. „Nee, die kann ich nicht bestellen.“ Auf so eine Antwort bin ich hier gefasst. Danach hab ich 18 Seiten auf Amazon durchforstet, bis ich sie gefunden habe. Geht doch …

Guck mal unauffällig zum Brunnen, hab ich zu Carmen gesagt – das ist mein neuer Nachbar. Er saß da mit 2 Mädels mit Hund …

Heute ist Montag, der 25. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene. Weisheit aus China

I believe I can fly, I believe I can touch the sky … Mit dem Lied im Kopf bin ich heute aufgewacht. 3 Guti-Gutshaus-Tage – Das war schön und hat Spaß gemacht – mit den Gästen und den Kollegen, doch ich war platt wie ’ne Flunder danach. Ich bin gleich ins Bett gegangen und hab mich ausgeschlafen. Und heute: Be-schwingt und gute Laune, auch wenn graue Wolken am Himmel hängen. Ich glaub, das macht der Frühling … Schönen Montag!

 

Heute ist Sonntag, der 24. März

14:30 Uhr Feierabend und Wochenende … Stunden aufschreiben, Trinkgeld in die Lillifee-Box und Beine hoch – mehr mach ich heute nicht. Ich dachte unterwegs schon, ich schlaf im Auto ein.

Gestern Abend kam noch ein Junge, ungefähr 9,  von den Kindern des Familientreffens ins Restaurant, guckt mich an und sagt nichts. Ja …? – Bist du morgen auch wieder da? – Ja … Er nickt, freut sich und geht wieder raus. War das süß!

Heute ist Sonnabend, der 23. März

Als ich die Augen aufgeklappt habe, war es 11:33 Uhr und ein schöner Frühlingstag. Vor dem Standesamt auf dem Markt stand eine Hochzeitsgesellschaft und ein weißer Oldtimer mit Rosenherz auf der Motorhaube. Viel Glück, seid gesegnet!

Beim Einschlafen hab ich gedacht, ich möchte mal aufwachen und wissen, dass alles gut ist. Was heißt alles gut?, hab ich mich selbst gefragt. Er ist glücklich vergeben. Alles gut heißt aus jetziger Sicht, dass er nicht mehr so präsent ist. Ich fühl ihn wieder mit unglaublicher Macht. Als wenn er gestern mit mir in der Late-Night-Schicht von Guti-Gutshaus war. Es ist mir ein Rätsel. Ich kann es mir nicht erklären. Wozu soll das gut sein …?

Heute ist Freitag, der 22. März

Er ist echt ’ne Herausforderung nebenan. Ich hab Bücher, er hat Steel-Books, teure DVDs in Blechdosen, oder DVDs in teuren Blechdosen. Das Einzige, was ich davon kannte, war Avatar.

Gestern Abend hab ich bei ihm auf dem Fußboden gekniet und sein Fernseh-Unterteil gehalten, in das er mit Bohrmaschinen-Aufsatz Löcher in die Rückwand für die Kabelei gesägt hat. Dann hab ich auf seinem Bett gesessen und er hat mir gegenüber am PC seinen Europe Truck Simulator gezeigt. Er stellt sich LKW-Touren zusammen und fährt sie dann – mit Lenkrad und Gas-und-Bremse-Pedal. Und das machst du stundenlang?, hab ich gefragt. Das mach ich nur, wenn mir langweilig ist … Wär schön, wenn du dafür noch Geld kriegen würdest …

Hilfe … ich wüsste nicht ein Thema, worüber ich mich mit ihm unterhalten könnte. Für mich ist das geistige Armut. Männer sind Kinder, sagt Martina. Was soll das mit uns werden?

Heute ist Donnerstag, der 21. März

Gestern Abend war meine jüngere Schwester noch hier. Wir haben besprochen, wie wir es logistisch mit Fahrt und Unterkunft zur Hochzeit im Mai in Berlin machen. Ein Hotel hab ich mir gestern schon gebucht. Jeder hat sich selber was besorgt. Wir hätten auch was für alle zusammen organisieren können, das wäre einfacher. Ich wollte mit meinem Sohn und Tamina mitfahren und hab gesagt, warte mal, ich ruf ihn gleich mal an. Jo, das sollte kein Problem sein, hat er gesagt …

Bei der Gelegenheit hab ich mich gleich erkundigt, was mein Enkelchen macht und ob sie schon wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Das haben sie gestern grad erfahren und er wollte mir grade das Bild von der Fein-Sonografie schicken: Es wird ein JUNGE! Wir freuen uns alle mit ihnen und ich am meisten. Welchen Namen hattet ihr dafür nochmal ausgesucht?, hab ich nachgefragt. Sie hatten mir schon mal gesagt, wie es heißen soll, sowohl den männlichen wie auch den weiblichen Vornamen, aber ich hab es vergessen. Jonte – das klingt schön und nach Leichtigkeit. Ich glaub, der wird zu ihm passen …

Vorher hatte Manuel angerufen. Als er gehört hat, dass ich am Wochenende zweimal die Late-Night-Schicht und einmal Früh habe, wollte er nur kurz zum Kaffee kommen und Martina mitbringen. Ich musste ihn erst überzeugen, dass das nichts wird und es mir zuviel ist. Lieber mal in Ruhe, obwohl ich mich gefreut hätte, vor allem wegen Martina,

Für unsere zusammengewürfelte WG ist Lars eine Bereicherung. Gestern hab ich ihn meiner Schwester vorgestellt. Er ist freundlich, hilfsbereit und handwerklich geschickt, davon profitieren gleich Sigi und Wolfgang, die gerade ihr Wohnzimmer renovieren. Die Kommunikation der Hausgemeinschaft mit ihm läuft über mich: Wenn du ihn siehst, sag ihm mal …

Heute ist Mittwoch, der 20. März

Gestern war ich schon im Schlummer-Modus, als um kurz vor 9 das Handy geklingelt und Guti-Gutshaus angezeigt hat. Wie sieht’s denn bei dir am Wochenende aus?, hat die Chefin gefragt. Gut sieht’s aus … Das wär dann aber die volle Kanne, hat sie erklärt. Die volle Kanne heißt Was?, hab ich gefragt. – Freitagabend, Samstagabend und Sonntag könntest du noch ein bisschen beim Frühstück helfen, wenn es dir nicht zuviel wird. Das wär dann aber erst ab 9 … Ja, das passt dieses Wochenende gut, ich hab noch nichts vor, bzw. was ich vorhabe, kann ich verschieben … Super, vielen Dank!

Das passt wirklich ausgezeichnet, letztes Wochenende 3 Tage Besuch, dieses Wochenende 3 Tage arbeiten. Vor allem kam die Anfrage rechtzeitig, 3 Tage vorher, so kann ich mich seelisch und moralisch drauf einstellen. Das ist nicht immer so, sondern manchmal auch ganz spontan und kurzfristig. Manuel wollte kommen, um seine Rüttelplatte abzuholen, die in seine Praxis umziehen soll. Hier stand sie sowieso nur rum, wenn er nicht hier war. Das hat auch noch Zeit bis zum nächsten Wochenende.

Frühlingsanfang! Damit endet das Venusjahr und Merkur kommt als Jahresregent. Auf meinem Altar, das ist Omas alter, halbhoher Schrank im Wohnzimmer, stand das ganze Jahr die Karte der Göttin Venus. Ich hab mich nochmal bedankt bei ihr, dass sie so gut für mich gesorgt hat, vor allem im Bereich Arbeit, Einkommen und Finanzen. Das hielt sie wohl für wichtiger bei mir als LiebeDas kann Merkur jetzt übernehmen, hab ich zu ihr gesagt. Die Kommunikation in Liebesdingen …

Frühlingsanfang ist schon deshalb schön, weil Anfang darin enthalten ist. Der Winter ist zu Ende. Ich wusste, wann es Zeit war, meine Bemühungen einzustellen, oder vielmehr, sie auf mich zu richten … Jetzt – ist ein prächtiger Morgen, kalt aber herrlich, mit strahlendem Sonnenaufgang!