Heute ist Sonntag, der 4. März

Nur eisige, sonnige Kälte – noch nichts zu merken von Frühjahr. Von denen gefällt mir keiner, da in finya. Ein hypomanischer Verliebtheitsgrad, wie ich ihn mal kannte, wird sich mit den Kandidaten nicht einstellen. Überwiegend schlechte Fotos, auf denen sich die Männer präsentieren. Unabhängig vom Aussehen, gibt es gute und schlechte Fotos. Die guten sind rar. Von mir habe ich mit Hilfe meines Juniors 3 schöne Bilder eingestellt: Eins als „Renate“ bei Müritz-Saga, eins in der Hängeschaukel hoch oben im Baumkronenpfad Ivenacker Eichen und eins mit regenbogenbuntem Schal und Mütze auf meiner Dachterrasse.

Sohnemann ist um halb 2 wieder losgefahren. Was mache ich nun mit dem angebrochenen Sonntag? Das Handy schweigt. In der Küche steht ein Riesenberg Abwasch, doch dazu habe ich jetzt keine Lust. Der kann bis morgen warten, oder bis übermorgen. Am Dachfenster darüber hängt mein Schild: Der Abwasch kann warten, das Leben nicht. Das Leben findet nicht in finya statt, mit Nachrichten wie „Hello“ oder „Möchte gern mit dir plaudern.“ Sehr kommunikativ geht es da nicht zu. Einer schreibt mir, der 65 ist, obwohl ich deutlich jüngere Altersangabe im Profil definiert habe. Irgendwie ziemlich trostlos. Und paradox obendrein: Mich dort auf die Suche zu begeben, wo ich mir vorher schon an 3 Fingern abzählen kann, wie die Erfolgsaussichten sind. Hauptsächlich deswegen, weil „der Richtige“ schon da ist. Da, nur nicht Hier … Hoffnungsbarometer gefühlt „bewölkt“

Heute ist Sonnabend, der 3. März

Sohnemann ist da und wir machen es uns gemütlich. Nach dem Frühstück in den Fahrradladen und dort hat er sich für seinen Geburtstags-Gutschein von mir, der für eine Fahrrad-Brille gedacht war, ein paar Schutzbleche ausgesucht. Auch gut. Und ich hab mein ultimatives Nationalpark-Rad entdeckt. Das wird mir mein Oldsmobile ersetzen, das mir schon fast 30 Jahre treue Dienste geleistet hat, aber nächsten Sommer ausrangiert wird. Nachfolger ist Pegasus – das passt zu meinem Schreiben – Typ Premio SL Belt. Ein schwarzes edles Gefährt mit Riemenantrieb statt Kette. Pflegeleicht und sehr, sehr schön. Preis: 1100, reduziert auf 900. Das gönn ich mir, denn Fahrrad ist hier wichtiger als Auto …

Zweiter Akt nach dem Mittagessen, Rosenkohl-Quiche, meine Fotos in Finya einstellen. Obwohl – viel Hoffnung mach ich mir da nicht. Jetzt schreiben mich welche an mit Beziehungsstatus „kompliziert“. Das heißt: Verheirat. Ist schon witzig, dass sie mir genau das anbieten, was ich hatte. Und das ich genau das vermeiden wollte. Wahrscheinlich hängt mir noch mein Karma als Langzeit-Geliebte an und sie reagieren darauf.  Geliebte schreib ich deshalb kursiv, weil er zwar mein Geliebter war/ist, ich diesen „Titel“ für mich aber eher nicht in Anspruch nehmen kann, glaube ich. Ich weiß nicht, was ich für ihn war … „Vielleicht hast du ja Lust auf schöne Stunden – ab und zu – bis du den richtigen findest?“ Ganz sicher nicht – Der Tisch ist abgegessen!

 

Heute ist Freitag, der 2. März

Das Treffen war super, weil es gar nicht erst stattgefunden hat. Ich hab mich bei Venezia in die Sonne gesetzt, Cappuccino getrunken, aufs Eis – gefrorenes Wasser mit 3 Buchstaben – geguckt und mich über mein Glück gefreut, dass er nicht gekommen ist.

Danach gab’s folgenden Wortwechsel:

mußte zum doktor…..ich kann es selber nicht glauben …..und bitte um vergebung…….bevor ich los wollte war noch besuch da…..und dann das unglaubliche…..ich rasier mich noch schnell…..und trage das duftwässerchen mit schwung auf…..direkt ins auge….dann war erstmal zwanzig minuten spülen angesagt….und zum doktor…. ich konnte dir nicht bescheid sagen….hoffentlich hast du nicht lange gewartet….wann hast du wieder einen termin für morschi….ganz liebe süße grüße jürgen pechvogel….

Oh … das ging ins Auge … Hans Huckebein … der Unglücksrabe … meine Omma hätte gesagt … hat nich sollen sein … ich bin zwar nicht allzu abergläubisch … aber wenn es so anfängt … ist das kein gutes Zeichen … finde ich … ich wünsch dir gute Besserung … und bald wieder … einen klaren Blick …

danke … mein oma hat gesagt … wenn de dirn so gläubig ist … und so herzlich … dann folge dem signal … süße …

Du sollst meinetwegen nicht erblinden … oder schlimmeres … wer weiß … vielleicht schneidest du dir beim nächsten mal die Kehle auf … falls du Nass-Rasur bevorzugst … dat will de Dirn nich … Meine Oma Hätte gesagt … sie Ist leider nicht mehr …

Heute ist Donnerstag, der 1. März

So wie jeder Vergleich hinkt, so auch der mit der Witwe. Maik ist nicht gestorben, er lebt nur mit seiner Frau zusammen … Ich bin seine Königin, wenigstens im Geist. So ist mein Gefühl. Das sagt die weise Frau in mir. Davon immerhin ist sie überzeugt.

In 6 Stunden bin ich schon beim Treffen mit Jürgen, so heißt Schmetterlingo. Ich hab Maik geschrieben: „Wenn ich sehe, wie viele jenseits 50 noch die große Liebe suchen … Das hat die Evolution früher vorgesehen. Da kann man bestenfalls noch auf einen „guten Kumpel“ hoffen für Zweisamkeit.“ Auch der Schmetterling, mit dem ich mich heute treffe, hat hohe Erwartungen und schreibt – ohne, dass er meiner schon angesichtig wurde – ich hoffe, ich kann dein Herz erobern. Und von spätem Glück …

Ich geh da nüchterner und realistischer ran. Er überfällt mich ziemlich mit Herz und „viele liebe süße Grüße“. Wenn er sagen würde, ich bin Angler und ich kann uns mit Essen versorgen, würde ich sagen: Und ich kann es gut zubereiten. Das halte ich für eine bessere Basis, als gleich Herz-Attacke von ihm auf mich …

Na, bald weiß ich, ob es mit uns was werden kann, wobei jeder von uns sicher recht unterschiedliche Vorstellungen von was werden hat. Ein Mann für Freizeit, mal Essen gehen oder auch in’s Kino … erstmal abchecken, was geht. Mehr geht nicht von Jetzt auf Gleich …

Heute ist Mittwoch, der 28. Februar

Damit heißt es Abschied nehmen vom Februar. Das fällt leicht, auch, wenn er sich noch so schön präsentiert mit strahlendem Sonnenschein, Frost und Glitzerschnee. Morgen ist Meteorologen-Frühling – und ich hab ein Date. Ich hab ein Date! – Wie lange ist das schon her, als ich mich mal mit einem Mann getroffen hab. War heute beim Frisör – nicht deswegen, sondern wegen Löwe-Mond und Haareschneiden – und freu mich wirklich auf morgen … nachmittags um Zwei, am Hafen. Am Stadthafen hab ich schon mal jemanden getroffen, nur nicht hier – und das ist nun bald 12 Jahre her … So viel ist seitdem passiert und nicht passiert. Ja, unsere Never-Ending-Story: Sie endet NIE – sie fängt aber auch nicht an …

Jetzt ist es Eins. Ich fühl mich schon den ganzen Tag froh und beschwingt. Und das liegt bestimmt nicht an morgen. Ich fühl mich wohl und freu mich des Lebens. Was morgen kommt, wird sich zeigen. Es lässt sich leicht zu einem Treffen gehen, mit einem Schatz im Herzen. Und fühlt sich ungefähr so an, als wenn eine Witwe nochmal einen Versuch unternimmt, die weiß, dass ihren Mann keiner ersetzen kann, wohl aber noch einer kommen kann, mit dem es sich gut aushalten lässt …

Geschichten, die das Leben schreibt – man braucht sich nur darauf einzulassen, wie ich mich damals auf Maik eingelassen hab. Mit Herzklopfen geh ich da morgen nicht hin …

Heute ist Dienstag, der 27. Februar

Gestern war Happy Monday … Auf dem Fuß-Weg zu Netto, hab ich bei der Medizinischen Fußpflege rein geguckt, um einen Termin zu ergattern, und konnte gleich da bleiben, wegen Kundenausfall. Durch dichten Schneefall bin ich dann zum zweiten Ziel gestapft und hab dort Mufflon-Braten und Argentinischen Wildhasen „geschossen“. Das Wildschaf bereitet Sigi heute unten in ihrer Küche für uns zu. Und auf dem Weg lag noch ein italienisches Mode-Lädchen, das mit WSV-Sale gelockt hat. Ich da rein und fühlte mich gleich magisch von einem schönen Strickkleid angezogen. Das war Liebe auf den ersten Blick! Die nette, aber verschniefte Verkäuferin mit Akzent osteuropäisch meinte bei Anprobe: Blau ist Farbe wie Auge! Stimmt, genau meine Augenfarbe …

Nachmittags hab ich mit Zweien in Finya geschrieben, jetzt ohne technische Probleme, beide hier aus Waren. Lässt sich ganz gut an … was man so vom ersten Eindruck und vom Schreiben sagen kann. Mit dem einen, dem 1,96-Mann, treffe ich mich am Donnerstag. Er schreibt zielorientiert und wir haben einen guten Austausch, wobei mir sein Pseudonym Schmetterlingo „Von Blüte zu Blüte“ suggeriert. Kann stimmen, muss aber nicht.

Dem zweiten, Fränki, der sehr verhalten geschrieben hat, hab ich geantwortet: Der mecklenburgische Mann ist nicht der draufgängerischste … So richtig kommt er nicht aus’m Pott. Ich werd ihn fragen, ob er schon mal eine getroffen hat – und wenn ja, wie es dazu kam …

 

 

Heute ist Montag, der 26. Februar

Neuer Montags-Gelassenheits-Spruch: Wer bei Kleinigkeiten keine GEDULD hat, dem misslingt der große Plan. Konfuzius Der Spruch und ein Foto mit Schachfiguren dazu …

Was ist der große Plan? Maik hat gestern geschrieben: Irre Zeit – Und ich hab ihm abends von meinem kleinen Max in der Nachbarschaft geschrieben und ein Ritter-Foto von ihm geschickt mit – Er ist ein Stück von meinem Glück. Heute morgen hab ich das erläutert: Irre Zeit ist auch, dass sich die Generationsfolge verschoben hat. Früher stellten sich bei Frauen mit 40 Enkelkinder ein, heute manchmal mit 60 noch nicht. Ich glaub, das ist wichtig für Wohlfühlen oder Hormone, dass – wenn die eigenen Kinder groß sind – wieder kleine kommen zum Betüteln. Deshalb bin ich froh, dass ich so ein inniges Verhältnis zu ihm habe … Guten Morgen und einen schönen Montag!

Was ist noch der große Plan? Finya ist wieder vollständig hergestellt nach dem Total-Absturz am Wochenende. Während es gestern noch hieß: Wer bei Finya nach der großen Liebe sucht, guckt derzeit in die Röhre – kann man jetzt wieder sein Glück versuchen. Also antworte ich welchen, die mir schreiben – einer davon aus meiner Stadt: Schmetterlingo59 hat mir gestern Abend Süße-Gute-Nacht-Grüße geschickt, die ich heute morgen gesehen und beantwortet habe: Danke, wie überraschend, ein männlicher Schmetterling aus meiner Heimat! Er ist 1,96 m groß und überragt mich fast um einen halben Meter. Maik ist genau richtig …

Heute ist Sonntag, der 25. Februar

„Schlechte Nachrichten für Singles. Die Webseite finya.de ist derzeit nicht erreichbar. Wer die Webseite aufruft, erhält nur eine Fehlermeldung. Ursache hierfür ist eine DDOS-Attacke auf das Portal. Dabei werden die Server des Dienstes durch zu viele Anfragen überlastet. Der Angriff läuft bereits seit den Abendstunden des 23. Februars. Im Kurznachrichtendienst Twitter hat sich eine Gruppierung aus Frankreich mit dem Namen „Powerpuff Girlz“ zu dem Angriff bekannt.“ Netzwelt.de

Ist das zu glauben? Am Freitag Abend hab ich mich da angemeldet – mit dem absolut richtigen Gefühl für den falschen Moment! Ich hab schön mit „Maikel05“ geschrieben, dessen Profil mir sehr gut gefallen hat – und Sonnabend dann der Total-Crash … Bei ihm stand im Statement:

„Ich glaube, dass kein Mann jemals recht gelebt hat, der nicht durch die Liebe einer Frau gebessert, durch ihren Mut gestärkt und durch die Weisheit ihres Herzens geführt worden ist.“ Schade, dass nicht alle Männer so denken …

In netzwelt.de haben viele Nutzer Kommentare dazu abgegeben, wie diesen: „Und so verlieren sich Menschen, die sich gerade erst kennen lernen wollten, traurig.“ Ja, das ist die Frage – traurig oder soll nicht sein? Mir gab es jedenfalls sehr zu denken: Ich meld mich da an – wo ich doch meinen Mann habe – und alles bricht zusammen. Vielleicht sollte ich mich als Schuldige bekennen und Power Puff Girlz entlasten – irgendwie ist das doch auch sehr zum Lachen …

Heute ist Sonnabend, der 24. Februar

Das Venus-Jahr fängt erst richtig am Frühlingsanfang an. Ich will ihr ein Stück entgegen gehen und nicht untätig herumsitzen und Nachrichten über Maik hören, die keine Freude machen. Gestern hab ich mich bei einem Online-Dating-Portal als Partnersuchende angemeldet. Einem, bei dem mir sein Statement gefallen hat, hab ich gleich geschrieben und hatte heute morgen Antwort im E-Mail-Eingang. Doch bei Login gibt’s Probleme – Seite ist nicht erreichbar!?

Ich ahn schon was … ich hab wohl keine himmlische Unterstützung dabei. Und was die Erfolgsquote angeht, bin ich auch eher skeptisch, aber wenn es ein schöner Austausch mit Gleichgesinnten wird, ist das ja auch schon was. Mein Profil hab ich neutral gestaltet, um keine Freaks oder Männer mit Abnormitäten anzulocken. Und auch nichts von Buch oder Blog geschrieben, sondern mich als Naturkind dargestellt: Ich bin gern und oft im Nationalpark – Schwimmen, Radfahren, Wandern – und im Winter Lesen, Kino, gutes Essen. Freunde und Familie sind da, aber das ist nicht alles. Ich bin zufrieden, aber glücklich ist was anderes … Bei „Was erwarte ich?“: Ich hab keine besonderen Erwartungen, wenn es passt, dann passt es. Wenn jeder den anderen so sein lässt, wie er ist, ist das die beste Voraussetzung für Zukunftschancen …

1. Pseudonym-Versuch SONNENSCHEIN war vergeben, 2. Versuch VENUS auch, der 3. hat geklappt: ULAPALU – Wen soll ich jetzt noch um Unterstützung bitten? Eros und Amor eher nicht – VENUS vielleicht …

Heute ist Freitag, der 23. Februar

Weil ich mich viel mit Energie beschäftige, lese ich seit gestern Die Energie des Tages von Alexander Wagandt auf Tagesenergie.org. Den Link für die Seite habe ich von meiner auch sehr spirituellen Cousine Angelika bekommen.

Die heutige Tagesenergie steht für eine, auch in unserer Gesellschaft, hochgeschätzte Qualität. Denn wir haben es mit einer  zielgerichtete Kraft zu tun, die energetisch für „Voranstreben“ steht. Es ist die typische Kraft des Kriegers. Von daher symbolisiert ein Speer diese Kraft besonders treffend (beachte das Wortspiel). In der Übertreibung steht diese Energie aber auch leicht für eine rücksichtslose und radikale Form der Zielstrebigkeit. Das „rechte Maß“ ist also hier ganz besonders von Bedeutung. Gleichzeitig symbolisiert die heutige Energie aber Würde und Gerechtigkeit. Es ist die Energie eines göttlichen, gerechten und würdevollen Richters. In der Mystik ist es die Kraft, die angerufen wurde, wenn Schwüre und Eide geleistet wurden. Ich empfehle Dir, die Kraft dieser Energie stets sinnvoll aufzugreifen. So kann Dir die heutige Tagesenergie dabei helfen, ein Unterfangen voranzutreiben, oder Ideen in Bewegung zu bringen. Dabei ist es eine aktive Kraft der Verwirklichung. Es ist eine eindeutig männliche Kraft und kann den Männern dabei helfen ihre Identität als Mann zu begreifen … Das war die Energie von gestern.

Für Dich war es ein Spiel und du hast gewonnen. Für mich war es keins, darum hab ich nicht verloren.