Sonnabend, 26. September

Um halb 2 fall ich ins Bett, um Mitternacht war ich zuhause. Nicht die gastronomischen Leistungen schlauchen so, sondern die Befindlichkeiten der Kollegen …

Jasmin ist um halb 9 nach Doppelschicht gegangen, weil sie anschließend gleich in Dänemark-Urlaub gefahren ist. Von da an hat Fritzi 3 Stunden sein gesamtes Sexleben vor mir ausgebreitet. So einen Mann hab ich, hab ich gedacht, und es ist sehr aufschlussreich, was du mir erzählst.

Wann hat man schon mal so die Möglichkeit zu hören, wie ein Mann tickt. Er hat mir alles erzählt, vom ersten Mal bis jetzt, über einen Zeitraum von 10 Jahren. Warum er was angefangen und beendet hat, und was er dabei gefühlt und gedacht hat. Gefühlt war weitaus weniger, eigentlich gar nichts. Der Hauptteil war die bildhafte Schilderung von Sex.

Müde aufstehen um 8, um 11 ist Beerdigung von Bernd … und um 17:00 Uhr schon wieder Guti-Gutshaus, der letzte Grillabend dieses Jahr.

Freitag, 25. September

Um 5 Uhr Regen erwartet, zeigt das Handy-Display an. Jetzt ist es 4 … Aufgewacht, unruhig geschlafen, wirre Träume – unter anderem war ich Flugbegleiterin – da kann ich auch aufstehen und mich mit einem Kaffee an den Laptop setzen. Den Kaffee-Nachmittag gestern hab ich ausfallen lassen und auf nächste Woche verschoben und dafür lieber Buch und Couch vorgezogen.

Jonte kann alleine laufen, nicht mehr an der Hand! Michael hat gestern ein WhatsApp-Video geschickt. Das sieht so lustig aus, wie er los rennt und mit vorgestreckten Armen den Halt ausbalanciert. Kleiner Stolperbaustein im Weg, er schwankt, aber hält sich wacker. Er marschiert schon durch die ganze Bude.

Jetzt ist es halb 5 und es regnet …

Übern Markt stapft ein Kinderregenschirm mit blauen Gummistiefeln, an der Hand der Mutter. Das seh ich beim Frühstücksblick aus dem Fenster. Es gießt wie aus Kannen. Wärme und Geborgenheit – gleich wieder ins Bett …

Donnerstag, 24. September

Heute ist ein Tag zum Zuhausebleiben und Ausruhen. Sigi kocht Mittag und nachmittags gibt’s dann bei mir Kaffee mit ihr und Christa …

Das war nochmal richtig Sonnen-Vitamine tanken gestern. Heute frier ich wieder bei 14 Grad. Wärme und Geborgenheit sind mein Lebenselixier, deshalb lieg ich um 10 noch im Bett. Meine Haut prickelt und brennt, wie durch Berührung von unsichtbarer Hand …

Mittwoch, 23. September

Wollen wir noch ein Bier trinken gehen?, hat Gabi gestern nach dem Schlösser-und-Gutshäuser-Vortrag gefragt. Das haben wir gemacht und uns an der Strandbar den traumhaft schönen Sonnenuntergang an der Müritz angesehen, umgeben von Leuten, die das Schauspiel fotografiert haben.

Die paar Jahre, die ich noch hab hier, da freu ich mich, wenn öfter die Sonne scheint, als es regnet. Mit dem Gedanken bin ich heute aufgewacht …

Keiner weiß, wie lange er noch hat hier, also nochmal: Die Tage, die ich noch hab hier, da freu ich mich, wenn öfter die Sonne scheint, als es regnet.

Ich fahr mit Gabi mit dem Rad nach Klink und Sietow, bei allerschönstem Wetter. Treff um halb 11 …

Um 7 zum Sonnenuntergang waren wir zurück. Zu zweit macht alles doppelt Spaß. Der Himmel hatte ein Einsehen und hat mir eine Freundin für gemeinsame Unternehmungen geschickt. Das war ein ganz herrlicher Tag!

Dienstag, 22. September

Ein Tag ist vom Wetter her so schön wie der andere, noch über 20 Grad und sonnig, nur früh und abends kalt. Ich spür schon die Umstellung auf Herbst im Körper. Viel schlafen, gut essen, mäßig bewegen. Wie in der Natur – runterfahren auf Ruhephase. Alles langsam und ohne Eile …

Sonntag und Montag war Ruhetag – heute mach ich mal einen Spaziergang durch die Stadt und am Wasser entlang. Abends treff ich mich mit Gabi und eventuell auch Sabine zum letzten Vortrag der Reihe Sehen und entdecken – Schlösser, Guts- und Herrenhäuser. 17 Uhr ist bei mir schon abends. Und dann will ich mich heute anmelden zu einer Tour mit dem Ranger am Donnerstag in Schwarzenhof im Nationalpark: Hirschkonzert am Ostufer der Müritz. Die gibt es für Frühaufsteher um 05:30 Uhr und abends um 17:30 Uhr. Länge 6 km – das reicht mir auch. Ich hab mich für abends entschieden, weil es da noch hell ist. Die Vor-dem-Aufstehen-Tour lass ich mir für nächstes Jahr. Ich wär ja lieber spontan hingefahren, aber: Anmeldung 2 Tage vorher erforderlich!

Denkste!, kein Platzhirsch-Konzert. Die Tour ist sehr beliebt und seit Wochen ausgebucht, hat der Ranger vom Nationalparkamt mir heute am Telefon erzählt. Na, dann nehm ich die Frühvorstellung – auch nicht, alles voll, denn sie dürfen immer nur 10 Leute mitnehmen, aus den bekannten Gründen. Ist ja unglaublich … Dafür ist wenigstens der Vortrag heute gesichert, mit weniger Interessenten.

Sonntag, 20. September

Ausgiebiges Sonntagsfrühstück zu zweit, bei dem wir überlegen, was wir heute machen bei dem schönen Wetter. Die Fahrräder auf’s Auto und eine schöne Radtour und dann Essen gehen, oder irgendwo hinfahren und was angucken oder einen ausgedehnten Spaziergang in Wald und Feld … So sahen die Sonntage aus, in meiner Ehe.

Freier Sonntag. Ich würde heute sogar lieber arbeiten fahren, als mir alleine was einfallen zu lassen … Wenn nichts mehr geht, dann kann man auch die Segel streichen und sich treiben lassen …

Mit Carmen Sternchen hatte ich ein schönes Treffen am Sonnabend mit Wundertüte von ihr zu meinem Geburtstag. Dankeschön!

Sonnabend, 19. September

Um 7 Kaffee auf der Terrasse. Von unten hör ich das Geklapper und die Guten Morgen-Rufe von den Ständen, die aufgebaut werden für den Grünen Markt. Über mir ziehen die Kraniche mit ihren Trompeten. Die Sonne ist gerade neben dem Kirchturm aufgegangen und taucht unser beschauliches Bild hier in ein magisches Herbstlicht. Es ist windstill und der Himmel in Pastelltönen bemalt. Vögel des Glücks – fällt mir wieder ein bei Kranichen. Es hat alles seine Ordnung, denke ich …

Als ich gestern nach Hause kam, hingen Blätterteigröllchen mit Räucherlachs an der Tür mit einem Zettel: Lass es dir schmecken und eine gute Nacht von uns allen, deine Lieben. Das ist unsere Haus- und Hofgemeinschaft!

Das war herrlich heute, Guti-Gutshaus – Grillabend. Erstmal war Sabinchen da mit Begleitung, das war schön. So hat sie mal unseren Laden live kennengelernt. Es kamen dreimal 2 Personen, die reserviert hatten, was aber nicht eingetragen oder weitergeleitet wurde. 2 davon haben wir noch untergebracht, ein Paar mussten wir weg schicken. Zu Feierabend saß Fritzi an seinem Handy und hat eine Schlagzeile vorgelesen. Bakterielle Viren in China aus dem Labor … Was denn, Bakterien oder Viren?, hat die Chefin gefragt. Ach nee … dann hat er den Satz nochmal vorgelesen und gesagt: Wer soll denn das verstehen, so kompliziert, wie das geschrieben ist? Ja, das ist auch wirklich schwer, hat Anja ironisch geantwortet. – Na echt mal, dazu braucht man ja Abitur oder ein Studium. Anja: Deswegen biste ja auch Koch geworden! Ich: Anja, sag nicht sowas, Fritzi ist ein guter Koch.

Freitag, 18. September

So schöne Tage, von solcher Klarheit. Die hätte ich auch gerne. Doch das Leben ist kein statisches Gefüge, sondern schwankt, auf und ab. Meistens bin ich weiter von meiner goldenen Mitte entfernt, als an ihr dran oder gar in ihr drin. Das sind dann die schönen und seltenen Ausnahmen.

Gestern hatte ich mir klassische Thai-Massage ausgesucht. Die ist auf dem breiten Bett, statt auf der schmalen Liege, und am intensivsten. Tam hat so in mein weiches Venus-Fleisch gedrückt, dass es weh tat, besonders an den Oberarmen und Oberschenkeln.

Der Mond steht in der Waage, da ist das Bedürfnis nach Harmonie in zwischenmenschlichen Beziehungen, Hingabe, Zuneigung und Berührung größer als sonst. Das hab ich gemerkt in der Nacht. Vor mir lag ein junger, nackter blonder Mann – ich hab nur den Oberkörper gesehen – und er hat mich gefragt: Gefällt dir, was du siehst? Mit einem Körper, den die Natur nur für die Jugend reserviert hat. Oh Mann!

Gefällt dir was du siehst?, werde ich immer gefragt, wenn ich meinen Laptop anschalte und mir die schönsten Naturaufnahmen als Startbildschirm präsentiert werden. Das hab ich im Traum gleich übernommen, aber anders umgesetzt. Wer träumt sowas? Eine Frau in meiner Lage …

Für Auf und Ab mal ein Beispiel: Herzilein seufzt, ich hab Sehnsucht nach ihm. Das sagt übrigens auch noch ein anderes -lein. Was, seid ihr verrückt?, schreit Egon Ego, so mies, wie der sich benommen hat? Ach, so schlecht war’s nicht, erinnert sich kleinlaut das andere -lein an gute Zeiten. Ist ja klar, kontert Herzilein, du denkst nur an das eine … Die alle an einen Tisch setzen, um Ruhe bitten und jeden einzeln zu Wort kommen lassen. Dann geb ich allen Recht und sie sind zufrieden. Soweit … Darüber kann jeder denken, was er will. Das ist normaler Alltag bei mir.

Um 23 Uhr Feierabend und 23 WhatsApps! Das Handy lag zu Hause. Da komm ich nicht mehr nach …

Donnerstag, 17. September

Na, endlich! Das hat wieder gedauert – Einen Augenblick bitte, deine Seite wird geladen …

Heute gab’s ein schönes Sonnen-Dachterrassen-Frühstück. Sigi und Wolfgang haben belegte Brötchen mitgebracht, ich hab Kaffee gemacht. Lars kam auch dazu, als er halbwegs ausgeschlafen hatte nach der Nachtschicht. Bestimmt haben wir ihn geweckt.

Heute Nachmittag Massage bei Tam – da war ich aber mehr Seelenklempner für ihn und somit war es keine Tiefenentspannung. Er hat über Bernd geredet und ihre gemeinsame Zeit, 16 Jahre. Er trauert.

Heute hab ich mal eine Karte aus Amors Botschaften gezogen – Vergebung. Vergib und vergiss. Das Leben ist zu wertvoll, um es sich zu verderben. Als wenn Amor meine Stimmung gespürt hat.

Toyota schickt mir Werbung für den neuen Yaris, ab 199 € monatliche Rate. Und Santander bietet mir 5000, 7500 oder 10000 € Kredit an. Können sie beides behalten. Jetzt genieß ich den sonnigen Abend, denn morgen und übermorgen heißt es wieder Guti-Gutshaus …