Heute ist Dienstag, der 7. Juli

Schon 2 Gratulationen kurz nach Mitternacht von denen, die mir nahe stehen. Manja Nageltante aus Kavala, Urlaub in Griechenland, und Sabine, die in Berlin wohnt, ihr Herz aber hier verankert hat. Der erste Geburtstag seit 14 Jahren ohne Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen. Ich hab zwei Lektionen von ihm gelernt. Die erste: Ich trenn mich wegen dir nicht von meiner Frau. Und als er dann geschieden war – Jetzt will ich dich auch nicht. Das sind schwere Schäden an der MATRIX.

Sabinchen hat, als sie neulich hier war, gesagt: Wenn es nicht so gewesen wär, wie es war, wär es jetzt nicht so, wie es ist. Sie weiß, wovon sie spricht, sie erlebt das auch.

Deshalb heute von Herzen ein Gruß an alle, die diesen Weg gehen und die mich hier begleiten und die ich begleite. Der Weg ist nicht einfach, dafür einzigartig. Auf Regentage folgt immer SONNENSCHEIN.

Im Brunnen unten, der abends von unterschiedlichen Farben beleuchtet wird, brennt ein Feuer, als ich eben runter geguckt habe. Mein gegenteiliges Element … So schön war das heute, mit Anikos Karaoke-Mikro haben wir von der Dachterrasse aus den ganzen Markt beschallt! Heute Freunde – Wochenende Familie …

Montag, 6. Juli

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Mensch besitzt nichts Edleres und Kostbareres als die Zeit. Ludwig von Beethoven

Als ich gestern auf der Bank saß, kurze Pause, und Nele das Essen zu zwei jungen Männern an den Tisch gebracht hat, hat sie gesagt: Das ist aber heiß an den Pfoten … Das kenn ich, wenn man die Teller bis nach draußen schleppt  und ich versuch, sie möglichst am Rand anzufassen. Dem Ton nach und wie sie was sagt, könnte man sie der bildungsfernen Schicht zuordnen. Sie hat Biologie studiert und will in die Forschung.

Die beiden waren spät angereist und wollten noch essen und haben so unseren Feierabend nach hinten verschoben. Das hat Fritzis ohnehin übler Sonntags-Arbeitslaune den Rest gegeben.

Morgen hab ich die Haus- und Hofgesellschaft zum Frühstück eingeladen, auf Wunsch von Aniko mit Erdbeer-Bowle. Da hab ich bei EDK eben die Zutaten geholt, jetzt duschen und dann zu Tam auf die Liege. Mein Körper kommt mir vor, als wär er gar nicht meiner, so zwickt und zwackt es auf einmal überall, aber wessen soll er sonst sein? Gute Frage …

Seelenpartner fühlen die Schmerzen des anderen – doch er war immer souverän und schmerzfrei, wie könnte ich ihm ans Herz gehen? Das war nur das, was er mir vermittelt hat. Ich kann ihn schon in seinem Innersten treffen – deshalb ist der Stand so, wie er ist.

Sonntag, 5. Juli

Um 12 war ich zuhause, um 2 im Bett und um 4 wieder wach durch Verspannungen und stechende Schmerzen in der rechten Schulter. Das fing gestern Abend schon an. Badewanne, Schmerztablette und Kaffee, um die Wirkung zu steigern. Das ist lange her, dass ich vor Schmerzen nicht schlafen konnte. Montag hab ich Termin bei Tam zur Massage – die beste, die er hat, und die hab ich auch wirklich nötig.

Juli-Vollmond im Steinbock und Halbschatten-Mondfinsternis, die bei uns nicht zu sehen, aber trotzdem wirksam ist. Karmische Zyklen können jetzt beendet werden, sagt die Mondkraft Alpenschau. Es kommt in vielen Lebensbereichen nun zu einem Abschluss und zugleich auch zu einem essenziellen Neuanfang. Schicksalhafte Veränderungen stehen an …

Du musst was essen, hab ich gestern zu Anja gesagt, sie ist klapperdürre geworden. He, komm … sie war nicht begeistert über meine Einmischung. Oh sorry, hab ich schnell gesagt, das ist mein mütterliches Gen, was durchkommt. – Das ist wie ein integrierter Download, dafür kann ich nicht. So, wie ich meinem erwachsenen Sohn sag: Zieh eine Jacke an – wenn es kalt ist.

Heute Abend nochmal eine Spätschicht … Um 22 Uhr Feierabend und im Rohr schmoren noch 3 Saibling-Stücke mit Ingwer-Möhren in Folie, von gestern vom Grillen. Die hat mir Fritzi mitgegeben: Das sind 3 Mahlzeiten für dich. Ja, oder eine Mahlzeit mit 3 Personen. Er sorgt immer für uns, auch für Anja, und sagt: Nimm mit!

Sonnabend, 4. Juli

Grüner Markt und abends Guti-Gutshaus … Ob ich das bis an mein Lebensende schreibe, oder ob da nochmal was dazwischen kommt? Bei Apollo, Apollo-Optik, nicht Gott Apollo, hab ich auf dem Straßenständer eine rosarot getönte Herzen-Sonnenbrille gesehen und aufgesetzt. Ich hab echt überlegt, ob ich mir die kaufe, vor allem, weil sie gute Gläser hat, fand ich dann aber doch zu albern. Ich überleg es mir noch …

Freitag, 3. Juli

Mit Feierabend hat es geklappt – halb elf. Und auch sonst war es ganz erträglich. Nele ist eine neue Aushilfe, die vor 4 Jahren schon mal da war, da war ich aber noch nicht da. Zwischen Studienabschluss und Bewerbung bleibt sie jetzt die Saison über. Die hat der Himmel geschickt.

Aber dann sprang mein Auto nicht an. Kein Ton. Ich wieder rein und nachdem der Chef mal unter die Motorhaube geguckt hat, war er auch ratlos. An der Batterie lag es nicht. Ich hätte da schlafen können, mit ihrem Zweitwagen zurückfahren können oder – mein Favorit – den ADAC rufen. Der kam auch ziemlich schnell und hat mich angeschleppt. Es ist der Anlasser, meint er.

Wenn ich diesem Jahr eine Überschrift geben sollte, wär es Pleiten, Pech und Pannen. Wär schön, wenn das zweite Halbjahr Wiedergutmachung im Gepäck hätte. Vorher der Parkplatzschaden, zu dem ich jetzt die schriftliche Anhörung bekommen habe. Auch gestern. Nicht von der Versicherung, sondern als Beschuldigte im eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen Fahrerflucht. Hätte nicht sein müssen, wenn die Geschädigte nicht die Polizei gerufen hätte. Sie hatte alle Angaben und Daten von mir, nur Zettel reicht nicht – rechtlich. Schön ist was anderes, aber irgendwie denk ich: Na und, egal – gibt Schlimmeres.

Vorhin hab ich gestartet – sprang wieder an …

Du Süße – komm mal her, hat die Chefin gestern beim Autostreik gesagt und mich spontan umarmt. Fällt ihr wohl auch auf, die Häufung unglücklicher Umstände bei mir.

 

Donnerstag, 2. Juli

Aniko hat mir erzählt, bei ihnen zuhause läuft eine Überwachungs-Kamera. Sie hat es nicht so genannt, sondern gesagt, ihr Mann hat eine Kamera installiert. Was, im Schlafzimmer?, hab ich nachgefragt. Das könnte ich mir noch vorstellen. Nein, unten – sie haben auch eine Wohnung über 2 Etagen. Er ist ein totaler Kontroll-Freak. Und das lässt du dir gefallen? Sie hat getan, als ob es das Normalste von der Welt wär. Formen des Zusammenlebens gibt es, das glaubt man nicht.

Heute wieder Guti-Gutshaus, ab 17 Uhr, zuletzt war ich am 19.6. da. Heute ist es human, 22 Grad, bewölkt, möge sich auch die Zahl der Gäste im unteren Bereich bewegen und der Feierabend so um 22 Uhr herum …

Mittwoch, 1. Juli

Zum Glockenläuten um 8 schreibt meine Schwestern-WhatsApp-Gruppe Nita, Bibi und Tine: Ich wünsch euch einen schönen 1. Juli und mach jetzt erstmal QiGong, Bibi. Und Tine: Ich mach jetzt erstmal Frühstück. Ich reib mir noch verschlafen die Augen und komm erst langsam zu mir, mit Kaffee …

Ich war über 12 Stunden mit Aniko unterwegs, da war ich munter – und jetzt platt, wo hat die Frau bloß die Energie her? Sie unternimmt alles mögliche und mobilisiert mich, wenn ich lieber meine Ruhe haben will. Sie singt, sie tanzt, sie lacht, spielt mir noch Musiktitel vor, wenn ich nicht mehr kann, albert rum, lässt ihren Ehemann Ehemann sein, postet Fotos von uns auf der Dachterrasse, legt sich auf die Couch, wenn sie kurz müde ist, dann weiter …

Aniko kennt meine Geschichte und ermutigt mich, daran zu glauben. All jene, die eine Wiedervereinigung erlebt haben – das weiß ich aus den Youtube-Kommentaren – haben einhellig gesagt: Der Sex war eine Katastrophe! Das kann ich mir gut vorstellen. Sex-Dates sind was anderes als ein Liebespaar.

Dienstag, 30. Juni

Himmlische Ruhe abends auf der Terrasse und wohltuende Abkühlung die ganze Woche. So geht der Juni zu Ende, und mit einem Motivations-Knick in meiner Beziehung zu Guti-Gutshaus. Sonst hat es Spaß gemacht – jetzt überwinde ich mich. Jetzt ist es Masse, statt Klasse – und Überforderung. Was nicht von Herzen getan ist, ist nicht gut getan. Das kann man lieber bleiben lassen. Ich warte den Sommer noch ab. Und die andere Beziehung?

Ja, gar nicht Maik, das ist nicht unsere Zeit, hab ich vorhin laut vor mich hin gesagt – als ob er mir eine Frage gestellt hätte. Was heißt das, Ja?

Montag, 29. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Wer viel gewinnen will, muss auf die kleinen Dinge achtsam sein. Maria Ward

Wald-Erdbeeren-Foto …

Das hat am Sonnabend eine Weile gedauert, bis alle ihre Boote klar und zum Wasser gebracht hatten. Das sind alles Paddler, die eigene haben. Zum Einsetzen ging es vom Hotel runter und schräg über die Straße, also keine langen Wege. Als dann alle da waren, hat sich unser Bootskorso in Bewegung gesetzt – 4 Boote, eigentlich 5, nur einer von den jungen Leuten hatte Rücken und ist mit dem Auto gefahren, dazu noch ein Wassertreter von Boot-Berg für zwei Nichtpaddlerinnen, eine davon ich, und ein Stand up-Board im Schlepptau. Das war ein schönes Bild. Jana und ich hatten die Logenplätze, die Beinarbeit haben die Männer übernommen auf dem Tretmobil.

Nach Ankunft auf der Badewiese Hüttenberg haben wir uns erstmal ausgebreitet und im Schatten einer großen Eiche verteilt. Die Temperatur lag bei 25 Grad und war damit genau richtig. Der Breite Luzin ist 3,5 Quadratkilometer groß, sowohl im Wasser wie auf der Wiese hat sich alles großflächig verteilt. Ich war die einzige, die richtig schwimmen war, anderthalb Stunden, das war so herrlich, traumhaft! Die anderen haben gebadet oder waren mit Board oder Tretboot unterwegs. Dazu Picknick, zu dem jeder was beigesteuert hat; von mir ein Blech Buttermilchkuchen, den Silvia sich gewünscht hatte. Um 4 war dann Sammeln und dann das ganze in umgekehrter Richtung zurück.

Sonntag, 28. Juni

Mit meiner Ankunft auf dem Hof um halb 2 kam der Wolkenbruch. Ich hab es gerade noch geschafft, mir einen Gurken-Tomaten-Salat von der Frischetheke bei EDK zu holen. Das war so ein rundum schön gelungenes Wochenende – mit 16 Leuten, davon 4 Kinder – dass ich erstmal schlafe. Gestern ging es nonstop vom Frühstück bis Mitternacht, unter anderem eine Paddelboottour über 2 Seen zu einer schönen Badestelle mit Picknick und Schwimmen …

Als ich zurück war, hab ich gemerkt, hier ist es anders schön. Feldberg ruht in sich, Waren als Tourismus-Zentrale sucht die Bewunderung. Das hat Feldberg nicht nötig.

Als ich abends ins Hotel kam, lief Everything I do von Brian Adams. Everything I do, oh, I do it for you. Ich musste lächeln. Ob ich das nochmal höre?

Ich war noch nicht mal angekommen, da hat Sigi schon gefragt, wie es war, und Aniko auch. Ulla hat mich bombardiert mit fast 30 Whatsapps, obwohl sie wusste, ich bin weg, und Christa auch noch etliche. Morgen hätte doch auch noch gereicht. Für mich als Einsiedler-Krebs ist das eine Zumutung und geht weit über meine Grenzen. Andere können das – aber ich kann immer nur eins zur selben Zeit. Wenn ich in Feldberg bin, kann ich nicht in Waren sein. Ich hab das Gefühl, sie wollen mehr Aufmerksamkeit von mir, als dass sie mir ihre geben wollen. Leute, lasst mich in Ruhe.