Heute ist Freitag, der 2. März

Das Treffen war super, weil es gar nicht erst stattgefunden hat. Ich hab mich bei Venezia in die Sonne gesetzt, Cappuccino getrunken, aufs Eis – gefrorenes Wasser mit 3 Buchstaben – geguckt und mich über mein Glück gefreut, dass er nicht gekommen ist.

Danach gab’s folgenden Wortwechsel:

mußte zum doktor…..ich kann es selber nicht glauben …..und bitte um vergebung…….bevor ich los wollte war noch besuch da…..und dann das unglaubliche…..ich rasier mich noch schnell…..und trage das duftwässerchen mit schwung auf…..direkt ins auge….dann war erstmal zwanzig minuten spülen angesagt….und zum doktor…. ich konnte dir nicht bescheid sagen….hoffentlich hast du nicht lange gewartet….wann hast du wieder einen termin für morschi….ganz liebe süße grüße jürgen pechvogel….

Oh … das ging ins Auge … Hans Huckebein … der Unglücksrabe … meine Omma hätte gesagt … hat nich sollen sein … ich bin zwar nicht allzu abergläubisch … aber wenn es so anfängt … ist das kein gutes Zeichen … finde ich … ich wünsch dir gute Besserung … und bald wieder … einen klaren Blick …

danke … mein oma hat gesagt … wenn de dirn so gläubig ist … und so herzlich … dann folge dem signal … süße …

Du sollst meinetwegen nicht erblinden … oder schlimmeres … wer weiß … vielleicht schneidest du dir beim nächsten mal die Kehle auf … falls du Nass-Rasur bevorzugst … dat will de Dirn nich … Meine Oma Hätte gesagt … sie Ist leider nicht mehr …

Heute ist Donnerstag, der 1. März

So wie jeder Vergleich hinkt, so auch der mit der Witwe. Maik ist nicht gestorben, er lebt nur mit seiner Frau zusammen … Ich bin seine Königin, wenigstens im Geist. So ist mein Gefühl. Das sagt die weise Frau in mir. Davon immerhin ist sie überzeugt.

In 6 Stunden bin ich schon beim Treffen mit Jürgen, so heißt Schmetterlingo. Ich hab Maik geschrieben: „Wenn ich sehe, wie viele jenseits 50 noch die große Liebe suchen … Das hat die Evolution früher vorgesehen. Da kann man bestenfalls noch auf einen „guten Kumpel“ hoffen für Zweisamkeit.“ Auch der Schmetterling, mit dem ich mich heute treffe, hat hohe Erwartungen und schreibt – ohne, dass er meiner schon angesichtig wurde – ich hoffe, ich kann dein Herz erobern. Und von spätem Glück …

Ich geh da nüchterner und realistischer ran. Er überfällt mich ziemlich mit Herz und „viele liebe süße Grüße“. Wenn er sagen würde, ich bin Angler und ich kann uns mit Essen versorgen, würde ich sagen: Und ich kann es gut zubereiten. Das halte ich für eine bessere Basis, als gleich Herz-Attacke von ihm auf mich …

Na, bald weiß ich, ob es mit uns was werden kann, wobei jeder von uns sicher recht unterschiedliche Vorstellungen von was werden hat. Ein Mann für Freizeit, mal Essen gehen oder auch in’s Kino … erstmal abchecken, was geht. Mehr geht nicht von Jetzt auf Gleich …

Heute ist Mittwoch, der 28. Februar

Damit heißt es Abschied nehmen vom Februar. Das fällt leicht, auch, wenn er sich noch so schön präsentiert mit strahlendem Sonnenschein, Frost und Glitzerschnee. Morgen ist Meteorologen-Frühling – und ich hab ein Date. Ich hab ein Date! – Wie lange ist das schon her, als ich mich mal mit einem Mann getroffen hab. War heute beim Frisör – nicht deswegen, sondern wegen Löwe-Mond und Haareschneiden – und freu mich wirklich auf morgen … nachmittags um Zwei, am Hafen. Am Stadthafen hab ich schon mal jemanden getroffen, nur nicht hier – und das ist nun bald 12 Jahre her … So viel ist seitdem passiert und nicht passiert. Ja, unsere Never-Ending-Story: Sie endet NIE – sie fängt aber auch nicht an …

Jetzt ist es Eins. Ich fühl mich schon den ganzen Tag froh und beschwingt. Und das liegt bestimmt nicht an morgen. Ich fühl mich wohl und freu mich des Lebens. Was morgen kommt, wird sich zeigen. Es lässt sich leicht zu einem Treffen gehen, mit einem Schatz im Herzen. Und fühlt sich ungefähr so an, als wenn eine Witwe nochmal einen Versuch unternimmt, die weiß, dass ihren Mann keiner ersetzen kann, wohl aber noch einer kommen kann, mit dem es sich gut aushalten lässt …

Geschichten, die das Leben schreibt – man braucht sich nur darauf einzulassen, wie ich mich damals auf Maik eingelassen hab. Mit Herzklopfen geh ich da morgen nicht hin …

Heute ist Dienstag, der 27. Februar

Gestern war Happy Monday … Auf dem Fuß-Weg zu Netto, hab ich bei der Medizinischen Fußpflege rein geguckt, um einen Termin zu ergattern, und konnte gleich da bleiben, wegen Kundenausfall. Durch dichten Schneefall bin ich dann zum zweiten Ziel gestapft und hab dort Mufflon-Braten und Argentinischen Wildhasen „geschossen“. Das Wildschaf bereitet Sigi heute unten in ihrer Küche für uns zu. Und auf dem Weg lag noch ein italienisches Mode-Lädchen, das mit WSV-Sale gelockt hat. Ich da rein und fühlte mich gleich magisch von einem schönen Strickkleid angezogen. Das war Liebe auf den ersten Blick! Die nette, aber verschniefte Verkäuferin mit Akzent osteuropäisch meinte bei Anprobe: Blau ist Farbe wie Auge! Stimmt, genau meine Augenfarbe …

Nachmittags hab ich mit Zweien in Finya geschrieben, jetzt ohne technische Probleme, beide hier aus Waren. Lässt sich ganz gut an … was man so vom ersten Eindruck und vom Schreiben sagen kann. Mit dem einen, dem 1,96-Mann, treffe ich mich am Donnerstag. Er schreibt zielorientiert und wir haben einen guten Austausch, wobei mir sein Pseudonym Schmetterlingo „Von Blüte zu Blüte“ suggeriert. Kann stimmen, muss aber nicht.

Dem zweiten, Fränki, der sehr verhalten geschrieben hat, hab ich geantwortet: Der mecklenburgische Mann ist nicht der draufgängerischste … So richtig kommt er nicht aus’m Pott. Ich werd ihn fragen, ob er schon mal eine getroffen hat – und wenn ja, wie es dazu kam …

 

 

Heute ist Montag, der 26. Februar

Neuer Montags-Gelassenheits-Spruch: Wer bei Kleinigkeiten keine GEDULD hat, dem misslingt der große Plan. Konfuzius Der Spruch und ein Foto mit Schachfiguren dazu …

Was ist der große Plan? Maik hat gestern geschrieben: Irre Zeit – Und ich hab ihm abends von meinem kleinen Max in der Nachbarschaft geschrieben und ein Ritter-Foto von ihm geschickt mit – Er ist ein Stück von meinem Glück. Heute morgen hab ich das erläutert: Irre Zeit ist auch, dass sich die Generationsfolge verschoben hat. Früher stellten sich bei Frauen mit 40 Enkelkinder ein, heute manchmal mit 60 noch nicht. Ich glaub, das ist wichtig für Wohlfühlen oder Hormone, dass – wenn die eigenen Kinder groß sind – wieder kleine kommen zum Betüteln. Deshalb bin ich froh, dass ich so ein inniges Verhältnis zu ihm habe … Guten Morgen und einen schönen Montag!

Was ist noch der große Plan? Finya ist wieder vollständig hergestellt nach dem Total-Absturz am Wochenende. Während es gestern noch hieß: Wer bei Finya nach der großen Liebe sucht, guckt derzeit in die Röhre – kann man jetzt wieder sein Glück versuchen. Also antworte ich welchen, die mir schreiben – einer davon aus meiner Stadt: Schmetterlingo59 hat mir gestern Abend Süße-Gute-Nacht-Grüße geschickt, die ich heute morgen gesehen und beantwortet habe: Danke, wie überraschend, ein männlicher Schmetterling aus meiner Heimat! Er ist 1,96 m groß und überragt mich fast um einen halben Meter. Maik ist genau richtig …

Heute ist Sonntag, der 25. Februar

„Schlechte Nachrichten für Singles. Die Webseite finya.de ist derzeit nicht erreichbar. Wer die Webseite aufruft, erhält nur eine Fehlermeldung. Ursache hierfür ist eine DDOS-Attacke auf das Portal. Dabei werden die Server des Dienstes durch zu viele Anfragen überlastet. Der Angriff läuft bereits seit den Abendstunden des 23. Februars. Im Kurznachrichtendienst Twitter hat sich eine Gruppierung aus Frankreich mit dem Namen „Powerpuff Girlz“ zu dem Angriff bekannt.“ Netzwelt.de

Ist das zu glauben? Am Freitag Abend hab ich mich da angemeldet – mit dem absolut richtigen Gefühl für den falschen Moment! Ich hab schön mit „Maikel05“ geschrieben, dessen Profil mir sehr gut gefallen hat – und Sonnabend dann der Total-Crash … Bei ihm stand im Statement:

„Ich glaube, dass kein Mann jemals recht gelebt hat, der nicht durch die Liebe einer Frau gebessert, durch ihren Mut gestärkt und durch die Weisheit ihres Herzens geführt worden ist.“ Schade, dass nicht alle Männer so denken …

In netzwelt.de haben viele Nutzer Kommentare dazu abgegeben, wie diesen: „Und so verlieren sich Menschen, die sich gerade erst kennen lernen wollten, traurig.“ Ja, das ist die Frage – traurig oder soll nicht sein? Mir gab es jedenfalls sehr zu denken: Ich meld mich da an – wo ich doch meinen Mann habe – und alles bricht zusammen. Vielleicht sollte ich mich als Schuldige bekennen und Power Puff Girlz entlasten – irgendwie ist das doch auch sehr zum Lachen …

Heute ist Sonnabend, der 24. Februar

Das Venus-Jahr fängt erst richtig am Frühlingsanfang an. Ich will ihr ein Stück entgegen gehen und nicht untätig herumsitzen und Nachrichten über Maik hören, die keine Freude machen. Gestern hab ich mich bei einem Online-Dating-Portal als Partnersuchende angemeldet. Einem, bei dem mir sein Statement gefallen hat, hab ich gleich geschrieben und hatte heute morgen Antwort im E-Mail-Eingang. Doch bei Login gibt’s Probleme – Seite ist nicht erreichbar!?

Ich ahn schon was … ich hab wohl keine himmlische Unterstützung dabei. Und was die Erfolgsquote angeht, bin ich auch eher skeptisch, aber wenn es ein schöner Austausch mit Gleichgesinnten wird, ist das ja auch schon was. Mein Profil hab ich neutral gestaltet, um keine Freaks oder Männer mit Abnormitäten anzulocken. Und auch nichts von Buch oder Blog geschrieben, sondern mich als Naturkind dargestellt: Ich bin gern und oft im Nationalpark – Schwimmen, Radfahren, Wandern – und im Winter Lesen, Kino, gutes Essen. Freunde und Familie sind da, aber das ist nicht alles. Ich bin zufrieden, aber glücklich ist was anderes … Bei „Was erwarte ich?“: Ich hab keine besonderen Erwartungen, wenn es passt, dann passt es. Wenn jeder den anderen so sein lässt, wie er ist, ist das die beste Voraussetzung für Zukunftschancen …

1. Pseudonym-Versuch SONNENSCHEIN war vergeben, 2. Versuch VENUS auch, der 3. hat geklappt: ULAPALU – Wen soll ich jetzt noch um Unterstützung bitten? Eros und Amor eher nicht – VENUS vielleicht …

Heute ist Freitag, der 23. Februar

Weil ich mich viel mit Energie beschäftige, lese ich seit gestern Die Energie des Tages von Alexander Wagandt auf Tagesenergie.org. Den Link für die Seite habe ich von meiner auch sehr spirituellen Cousine Angelika bekommen.

Die heutige Tagesenergie steht für eine, auch in unserer Gesellschaft, hochgeschätzte Qualität. Denn wir haben es mit einer  zielgerichtete Kraft zu tun, die energetisch für „Voranstreben“ steht. Es ist die typische Kraft des Kriegers. Von daher symbolisiert ein Speer diese Kraft besonders treffend (beachte das Wortspiel). In der Übertreibung steht diese Energie aber auch leicht für eine rücksichtslose und radikale Form der Zielstrebigkeit. Das „rechte Maß“ ist also hier ganz besonders von Bedeutung. Gleichzeitig symbolisiert die heutige Energie aber Würde und Gerechtigkeit. Es ist die Energie eines göttlichen, gerechten und würdevollen Richters. In der Mystik ist es die Kraft, die angerufen wurde, wenn Schwüre und Eide geleistet wurden. Ich empfehle Dir, die Kraft dieser Energie stets sinnvoll aufzugreifen. So kann Dir die heutige Tagesenergie dabei helfen, ein Unterfangen voranzutreiben, oder Ideen in Bewegung zu bringen. Dabei ist es eine aktive Kraft der Verwirklichung. Es ist eine eindeutig männliche Kraft und kann den Männern dabei helfen ihre Identität als Mann zu begreifen … Das war die Energie von gestern.

Für Dich war es ein Spiel und du hast gewonnen. Für mich war es keins, darum hab ich nicht verloren.

Heute ist Donnerstag, der 22. Februar

22.2. – Dualseelen-Datum! Es ist knackig kalt. Die Temperaturen passen zu meinen literarischen Ausflügen ins alte Russland. Dort sind minus 25 Grad, so frostig ist es hier nicht. Doch was hier an Außen-Temperaturen fehlt, zeigt sich auf dem inneren Thermometer.

Das war nochmal richtig tiefer Schmerz, der hoch kam, angesehen werden wollte, und dann gegangen ist. Mit mir hat er keine Wochenenden arrangiert oder mich mit zum Seminar genommen, obwohl die Möglichkeit bestand. Heute genau vor 11 Monaten war er auch auf einem Seminar und schrieb mir von dort: „Ich hatte darüber nachgedacht, dich einzuladen.“ Und weiter: „Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre, dich hier zu haben.“ Oder: „Ich wache immer wieder auf.“ Das ist noch kein Jahr her. Ich hatte ihm geantwortet: „Das schreibst du mir auch noch.“ Wenn er im Stillen darüber nachgedacht und sich dagegen entschieden hätte … Nein, er besitzt die Unverschämtheit, mir das auch zu sagen.

Manuel hat ihn gefragt, wie es denn war, das Wochenende, das er so geschickt mit der „anderen“ eingefädelt hat. „Scheiße war es …“ Wenigstens Das. Er wollte eigentlich mit seiner Frau dahin reisen. Das ist für mich die doppelte Klatsche: Mit seiner Frau oder einer anderen JA – MIT MIR NICHT!

Sicher, das ist nur Ego. Doch was heißt nur? Ego ist Aura-Schutz! Gerade beginnt es, sacht zu schneien und nimmt meinen Worten die Härte …

Heute ist Mittwoch, der 21. Februar

Ich bin bei der Familie Rostov in Otradnoje, im Russland von 1810, und der Hälfte von „Krieg und Frieden“: „Geht es dir auch manchmal so“, fragte Natascha, „dass es dir vorkommt, als geschehe überhaupt nichts mehr?“ Rein gar nichts? Als sei all das, was gut ist, schon gewesen? Und dass dich das nicht etwa langweilt, sondern traurig stimmt? – „Und ob!“, erwiderte Nikolaj. „Schon manches Mal, wenn alles gut und richtig war, wenn alle anderen vergnügt waren, kam es mir plötzlich in den Sinn, dass sowieso nichts gelingt und alles sinnlos ist. Besonders dann, wenn ich früher in der Armee auch nur von ferne Musik hörte.“ – „Ganz genau! Das kenne ich, das kenne ich“, fiel Natascha ein. „Als ich noch klein war, ging es mir auch so …“

So in etwa fühle ich mich jetzt. Nur statt traurig gefühllos. Tränen wären erlösend gewesen … Sonne, Mond und Sterne sind das Schönste, was ich wahrnehme. Schöner als alles andere, was hier unten vor sich geht – siehe Maik. Heute ein strahlender Wintermorgen beim Kaffee auf Terrasse mit Sonne im Gesicht. Wenn ich nachts wach werde, gehe ich manchmal raus rauchen, so wie heute Nacht. Rechts von mir hing die zunehmende Mondsichel über dem schlafenden Markt und beim Blick nach oben habe ich gedacht, was für ein Wunder es doch ist, dass ein Himmel voller Sterne über uns glänzt …