Nimm sie an und dann lass los: Wut ist auch nur Energie, die sich entladen muss.
Montag, 24. Januar
Gleich einer ziehenden Wolke durch nichts gebunden: Ich lasse einfach los, gebe mich in die Launen des Windes. Daigu Ryōkan
Unabhängig und frei – durch nichts gebunden. Gestern hab ich es gerade geschrieben – heute steht es in den Inspirationen für Achtsamkeit.
Im Sonntags-Newsletter von Veit Lindau standen 8 Beziehungs-Regeln. Eine davon ist die 80-20-Regel: Eine Beziehung ist nicht dazu da, um dich glücklich zu machen, sondern glücklicher. 80 Prozent bringst du selbst ein. Also sorge gut für dich. Ich sag sogar – tarotbasiert – 90-10. 9 Kelche füllst du selber, die 10 Kelche sind dann die Hochzeit=Hoch-Zeit!
Lars hat wieder – mal – Beziehungsstress. Als ich heute morgen rausgegangen bin auf die Terrasse, ist er reingegangen. Gequältes Gesicht. Warum sind Frauen so kompliziert?, hat er mich gestern Abend gefragt, als wir uns nach unserer Spätschicht draußen getroffen haben. Es läuft nicht mit seiner aktuellen. Es ist ein kleinliches Hin-und-Herziehen, wie auch schon mit der davor und der davor und der davor.
Ich hab einen Intensivkurs gemacht, der über mehrere Jahre ging und nur aus einem Praxisteil bestand. Das hat hier im Blog seinen Niederschlag gefunden. Da kann ich ihm sagen: Bist du darauf angewiesen?
Heute am späten Nachmittag fahr ich wieder nach Rostock – Martina hat morgen Geburtstag!
Sonntag, 23. Januar
Lass dir von vergangenen Konflikten nicht das Heute zerstören und betrachte jeden Tag als kleinen Neuanfang.
Martin war schon weg, als ich ankam und das war gut so. Fritzi hat ihn um 3 zum Zug gefahren und ich war um 5 da. Neuanfang versäumt.
Neuanfang mit Christoph? – Treffen kam bisher nicht zustande wegen langwierigen Knochenbruchs der rechten Hand. Da wird nichts mehr draus. Soll auch nicht.
Es lebt sich ganz gut so – unabhängig und frei. Ganz gut so lebt auch Maik mit seiner Freundin, wie mir Manuel im Sommer erzählt hat. Da sind wir auf dem gleichen Level. Nur ob es das höchste ist, bezweifel ich.
Das war ein schönes Arbeitswochenende als Einstieg mit Spaß und guter Laune, wirklich freundlichen Gästen – eine Gruppe von 14 Personen – und einem guten Ausgleich von Geben und Nehmen. Das heißt, das Trinkgeld war großzügig. Als ich ankam, hat Fritzi gesagt: Anja wollte dich schon anrufen, dass du heute nicht unbedingt kommen musst, aber ich hab gesagt, dann haben wir nur halb so viel Spaß. – Was heißt halb so viel Spaß? Gar keinen. – Stimmt, hat Anja gesagt – sie und Fritzi sind nämlich nicht das Dream Team – und wir haben schön gelacht. So ging es den ganzen Abend …
Sonnabend, 22. Januar
Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind. Anaïs Nin
Mit vollem Namen Angela Anaïs Juana Antolina Rosa Edelmira Nin y Culmell – beeindruckend!
Bei der Google-Suche zu ihr bin ich auf zwei Zitate gestoßen, die ich bemerkenswert finde und in meine Sprüchesammlung aufnehme:
Der Mensch hat eine instinktive Angst vor Trieben, die stärker als er selbst erscheinen. Oscar Wilde
Einsamkeit entsteht nicht dadurch, dass man keine Menschen um sich hat, sondern dadurch, dass man ihnen die Dinge, die einem wichtig erscheinen, nicht mitteilen kann. C. G. Jung
Beide zähl ich zu meiner Seelenfamilie, also Seelenverwandtschaft.
Heute Abend ist Guti-Gutshaus-Auftakt nach nur drei Wochen Pause. Morgen auch wieder. Ich hab mit länger gerechnet, bis April. Anja hat mir auf WhatsApp einen schönen Vor-Empfang geschickt: Ich freu mich ganz doll, dich zu sehen! Ja, ich hab gehört, wir sind nicht ganz unter uns, da wird es bisschen enger in der Köck. Martin ist da, der Ab-und-zu-mal-anwesend-Koch aus Berlin. Das war eine relativ neutrale Einschätzung der Lage, die neutralste, die mir möglich war.
Freitag, 21. Januar
Inspiration für Achtsamkeit – Es darf leicht sein.
Nach den haarsträubenden Wochen und Monaten im großen wie im kleinen – Massenproteste und Demos und die Auseinandersetzungen in meiner Familie – wird es das jetzt auch.
Radio München hat am 17. Januar den Offenen Brief des Mediziners, Professor Ehud Qimron, Leiter der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie an der Universität Tel Aviv, an das israelische Gesundheitsministerium vom 6. Januar gesendet: „Gesundheitsministerium, es ist Zeit, Versagen einzugestehen …“
Mit der höhersteigenden Sonne kommen die Stimmen der Vernunft und die Wahrheit immer mehr ans Licht.
In der Jackentasche hab ich einen roten VW Beetle von Hot Wheels mit Verzierung und dem Aufdruck Love 2021, den ich ihm geschenkt hab und womit er spielt, wenn er bei mir ist, als Talismann. Als er neulich mit Michael da war, wollte ich ein paar Bilder mit dem Smartphone von ihm aufnehmen, um sie mir anzugucken, wenn er nicht bei mir ist. Er hat sich weggedreht und sein Veto eingelegt: Nich Foto machen Oma! Gut, der freie Wille ist heilig! Er hat auch recht, lieber Zeit zusammen verbringen.
Donnerstag, 20. Januar
Achtsamkeits-Inspiration: Was bringt dich zum Strahlen?
Schnee … In zwei Monaten ist Frühlingsanfang. Das lenkt von der Frage ab.
Jonte? Bringt mich zum Lächeln, zum Lachen auch. Aber Strahlen – die Frage überspring ich erstmal. Und strick mir einen Schal …
Winterzeit ist Strickzeit. Die zwei angefangenen, die ich noch hab, sind in Bandelstorf. Also mach ich mich an die einzige Möglichkeit – auch eine angefangene – und mach was anderes daraus. Ein Schal wird es auch, wie vorgesehen, nur für mich. Nur muss er ganz anders werden, um nicht daran zu erinnern, was daraus werden sollte. Nun wird es ein „Wie-mir-ist-Schal“ mit linken und rechten Maschen, immer mal versetzt, wie mir ist. Dabei kommt ein schönes Muster zustande. Das angefangene Projekt ließ sich nicht stricken, obwohl es ein einfaches Muster war – immer wieder verheddert und Fehler drin. Das mag daran liegen, für wen es mal gedacht war. Schließlich hab ich aufgegeben.
Soweit die Schal-Parabel. Sie hat was mit dem magischen Funken im Leben zu tun, der uns zum Strahlen bringt.
Mittwoch, 19. Januar
Sei achtsam mit deinem Körper. Versuche einmal, auch deinen körperlichen Schmerz anzunehmen, statt ihn zu betäuben. Ärgere dich nicht darüber, dass du weniger leistungsfähig bist – spüre lieber genau hin, was dein Körper dir damit sagen möchte und was er vielleicht brauchen könnte.
Wärme, Ruhe, Schlaf, Lesen, Spaziergang …
Gestern hab ich das Geburtstagsgeschenk für Martina entdeckt und mich gefreut. Jetzt brauch ich noch die passende Karte dazu.
Ein rätselhafter Traum heute. Ein Mann mit weißen Haaren guckt mich an und fragt: Weißt du es immer noch nicht?
Dienstag, 18. Januar
Lebe deine ganze Gefühlspalette, ohne dich zu erklären oder zu entschuldigen oder etwas zu unterdrücken. Zum achtsamen Umgang mit dir selbst gehört, dass du auch negative Emotionen wie Wut, Ärger, Eifersucht, Neid oder Frust zulassen kannst.
Auf Platz 1 der Negativ-Emotionen steht Frust seit 2 Jahren – ohne Erklärung. Jeden Morgen beim Aufwachen sag ich jetzt: Dieses Jahr wird ein glückliches Jahr. Wenn nicht dieses, dann gar keins. Ich hab dem Universum eine Fristverlängerung eingeräumt bis Jahresende. Wie es das umsetzt – Glück im Jahr 2022 – überlass ich ihm.
Natürlich lässt sich das Universum keine Frist setzen – aber ich lass mich auch nicht unendlich, wie es nun mal ist, mit Geduld hinhalten. Besser gesagt, hab ich mich damit einverstanden erklärt, dieses Jahr zu einem guten Abschluss zu bringen …
Montag, 17. Januar
Feel more – live more. Verliere nicht den Bodenkontakt und laufe öfter barfuß. Spüre genau hin, wie sich der Untergrund anfühlt. Im Januar …
Vollmond über der Kirchturmspitze. Unten war Demo, ich hab von oben teilgenommen. Jupiter liegt noch in tiefem Schlaf und mit ihm das Glück für dieses Jahr. Jupiter entspricht dem griechischen Zeus und wenn der schläft, dann meistens nicht alleine. Hoffentlich erinnert er sich bei seinen zahlreichen Ehefrauen und Gebliebten auch noch an seine Jahres-Regentschaft 2022 …
Sonntag, 16. Januar
Alles hat einen Grund. Manchmal passieren schlechte Dinge, damit etwas Neues und Schönes daraus entstehen kann.
Der Achtsamkeitsspruch am Sonntag. Sabine hat gefragt, wie das Gespräch mit meinem Sohn gelaufen ist. Er war Donnerstag Abend da. Jonte war schon im Auto eingeschlafen, es war schon fast halb 7, als sie kamen. Um 8 sind sie wieder gefahren. Im Prinzip ist nicht viel passiert, nur dass ich nochmal meine Meinung bekundet habe, kurz und knapp: Demo ja, Gewalt nein. Wenn Jonte nicht herkommen kann, brauch ich die Wohnung nicht, hab ich zu Michael gesagt. Nein, nein, wir wollen dich nicht ausgrenzen … Nun darf er wieder kommen. Aber dass ich dazu dreimal eine Stellungnahme abgeben muss, weil ich anderer Meinung bin als sie und vor allem, dass sie das Kind als Druckmittel einsetzen – ist nicht in Ordnung.
Ich hab mich immer liebevoll um Jonte gekümmert und alles möglich gemacht – ich bin sogar nachts nach der Spätschicht von Guti-Gutshaus noch nach Rostock gefahren, um ihn morgens abholen zu können, wenn Not am Mann war und Tamina krank war. Sie wissen, wie wohl er sich bei mir fühlt und wieviel Spaß wir zusammen haben – und greifen zu so einem Mittel. Dass er wieder kommen kann, haben wir geklärt. Den zweiten Teil – dass ich mir das nicht bieten lasse – klär ich beim nächsten Mal. Dazu war ich diesmal nicht in der Lage, weil mich das sehr mitgenommen hat. Ich hatte die ganze Woche Bauchschmerzen und hab mich krank und schlapp gefühlt.