Heute ist Dienstag, der 27. August

Nach einem spontanen Treffen mit Carmen-Sternchen gegen 10 im Altstadt-Cafe verlief der gestrige Tag mit Widrigkeiten. Die Leute sind gestresst – von Hitze und Touris nehm ich an – oder überfordert, von dem, was sie machen, oder beides.

Erste Station war beim Doc, wo ich ein Rezept reklamiert hab, weil das verschriebene Medikament in den Apotheken nicht mehr lieferbar ist. Reaktion der Sprechstundenhilfe: Moment bitte, da muss ich den Doktor fragen. Sie kommt mit ihm zurück und er gibt mir die Hand und sagt: Ach Sie sind das, die Schriftstellerin … Das sagt er jedesmal. Nach kurzer Konsultation mit seiner Tochter-Frau-Doktor, die für Inneres zuständig ist – Er für Chiropraktik – hat er mir ein Ersatzpräparat verschrieben. Wo ich schon mal da war, hab ich gefragt, wie es mit Lymphdrainage aussieht: Die Schwester sagt, ich brauch einen Termin dafür … Wir machen einen Tresen-Termin, war seine Antwort, kniet vor mir nieder und sagt: Heben Sie mal den Rock hoch – es war mein blaues A&M-Am-See-Kleid – befühlt meine Beine und schon hatte ich 10 Behandlungen auf Privat-Rezept. Zwischendurch hat er noch eine Amazon-Sendung geöffnet, bei der er sich gewundert hat, dass sie an die Praxis geliefert wurde, obwohl er sie nach Hause bestellt hat. Es war ein Buch im Doppelband: „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“. Ah, das kenn ich, hab ich gesagt, den 1. Band – ganz köstlich! Den 2. bestell ich mir …

Zweite Station war die Physiotherapie in der Burgstraße bei mir um die Ecke mit dem witzigen Namen Thera Lind – wegen Gleichklang mit Hera Lind, der Schriftstellerin. Die Tür war offen und beim Eintreten hab ich wohl die Rezeptions-Dame in ihrem Mittagspäuschen-Tagtraum vom Feierabend gestört, so wirkte sie jedenfalls, missmutig guckend. Sie hat bemängelt, dass auf dem Rezept die Behandlungsdauer – 30, 45 oder 60 Minuten? – und die Zahl der wöchentlichen Anwendungen – 1 oder 2? 3 glaub ich nicht! – fehlen. Es war nur der ICD-10-Code drauf und bds. – beidseitig. Also beehr ich heut wieder den Doktor … Erster Termin bei (T)hera Lind in 14 Tagen.

Drittens Rezept-Einlösung in der Fontane-Apotheke. Ein neuer Mitarbeiter in mittleren Jahren, schamanisch aussehend und braungebrannt mit blondem Zopf, der mit der Software noch nicht so vertraut war. Er hat gefühlte 20 Minuten angestrengten Suchens auf dem Bildschirm gebraucht, um zu verkünden: Das haben wir nicht da. Und Bestellen? Bestellen geht immer … Wegen Hitze hab ich dann einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht, von dem ich 17:40 aufgewacht bin – gerade noch rechtzeitig, um die Bestellung bis 18:00 Uhr abzuholen …

Aber vor der Siesta wollte ich noch was essen/trinken – nicht das gesündeste, aber das naheliegendste, im Altstadt-Café: Ein Laugenhannes Metti und Zitronen-Limo. Ich hatte noch einen Gutschein von meiner Tochter mit Rest-Guthaben von rund 5 € – 4,93. Die Verkäuferin mit slawischem Akzent wollte mir weismachen, den hätte die Kollegin falsch berechnet und er wäre sogar schon um 2 € überzogen. Das kann ja wohl nicht sein … Doch, mit Gutscheinen kenn ich mich aus! Der Auseinandersetzungen für den Tag überdrüssig, hab ich mich erstmal geschlagen gegeben und draußen mein Mahl verzehrt. Dabei fiel mir ein, da wurde bestimmt was durcheinander gebracht. Es waren ursprünglich 2 Gutscheine – 10 und 15 € – da muss beim Verrechnen ein Fehler passiert sein. Ich also wieder rein und auch hier reklamiert. Damit hab ich nochmal gefühlte 20 Minuten den ganzen Laden aufgehalten, weil sich diesmal eine andere Verkäuferin den Ordner mit den abgelegten Gutscheinen vorgenommen und recherchiert hat. „Ja, stimmt – den Restbetrag hab ich jetzt hier rauf geschrieben: 4,93! Das wär mein Verlust gewesen. Aber kein Wort von wegen sorry oder so …

Heute ist Montag, der 26. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen. Jane Austen 

Ja … Die letzte August-Sommerwoche …

Mir kann man ja schon viel vom Gesicht ablesen, aber Jontes Gesichtsausdruck ist einfach unglaublich. Ich brauch mir nur seine Fotos angucken, schon muss ich lachen. Er ist ganz herzallerliebst, der kleine Schatz!

Heute hätte ich die Kaffee-Schicht, jetzt aber zum Glück erst Mittwoch …

 

Heute ist Sonntag, der 25. August

Um 4 war ich von zwei Tagen Rostock zurück – war alles schön. Bei meiner Tochter und Paul im zukünftigen Haus, bei Martina die Gartenparty – und auch bei Tamina und Michael – und Jonte. Der liebe Kleine ist jetzt 3 Wochen alt und diesmal hab ich schon sein Ärmchen, Beinchen und Patsch-Händchen gehalten, während mein Sohn ihn auf den Knien hatte. Er hat die ganze Zeit geschlafen, nur mal mit einem Auge geblinzelt und paar schöne Grimassen geschnitten. Dabei hat Tamina erzählt, gestern wollten ihre Mutter und ihre Schwester kommen – dann kam ihr Vater noch mit und der Freund ihrer Schwester. Das war ihm wohl zu viel und er hat geweint und war k.o. – Dann bin ich nun nicht die, die ihre Rechte als Großmutter einfordert: Komm, gib ihn mir mal … Das macht mich ganz schön traurig, ich hätte ihn gerne mal auf dem Arm gehabt – so hab ich meine großmütterliche Liebe durch meine Hände in ihn fließen lassen …

Beim Globus-Goldschmied hab ich mir eine schöne Silberkette mit Amethyst-Anhänger – Blume des Lebens – gekauft. Ich hab sie erst entdeckt, nachdem ich die Ständer mit den Ketten schon dreimal rumgedreht hatte. Ich glaub, die hab ich gebraucht als Gegenstück zu dem halben zerbrochenen Herzen Best Friends, das mir Sigi als Kette geschenkt hat. Die liegt seitdem auf dem Wohnzimmertisch – da liegt sie gut. Ansehen kann ich sie, ich will sie mir aber nicht als Mühlstein um den Hals hängen. Zu dem Schmuckstand haben mich meine Füße wie von selbst getragen …

Das ist auf 7 bis 8 Jahre angelegt, hat mal eine gesagt. als ich noch regelmäßig Questico befragt hab, weil ich meiner eigenen Weisheit nicht vertraut hab. Stimmt, das war die Zeit der Affäre. Damit hat sie Recht gehabt – alle anderen haben ein Happy End prophezeit …

Heute ist Sonnabend, der 24. August

2:00 Uhr

Wie kannst du so leben?, hab ich gedacht, nachdem ich heute die Urlaubs-Fotos meiner neu vermählten Ex-Schwägerin aus Berlin in ihrem WhatsApp-Status gesehen hab. Ich hatte mein Handy Mittwoch Abend in Guti-Gutshaus liegenlassen und es erst heute gesehen. An den Fotos – Golden-Gate-Bridge – hab ich erkannt, dass es eine USA-Reise ist. Die wirken so makaber, dass man daraus eine Simpsons-Parodie drehen könnte. Auf einem sieht sie entsetzlich alt aus – obwohl oder weil blondiert. Golden Gate – das hätte sie mit dem anderen gehabt – Jörg, ihrer wahren Liebe.

Es gab Zeiten, da wäre ich nach meiner Spätschicht noch mal  zurückgefahren, um mein Telefon zu holen, weil ich gedacht hätte, was verpassen zu können 🙂

Ich freu mich jetzt auf ein schönes, langes, freies, genussvolles, verdientes Wochenende in Rostock mit Geburtstagsfeier im Garten, Kinder und Enkelkind besuchen, Grönfingers und Ikea! Das Wetter ist prächtig und wie dafür gemacht …

 

 

 

Heute ist Donnerstag, der 22. August

Lieber weniger als mehr, hab ich gestern meiner Chefin beim Dinner for two, als die Gäste durch waren, auf ihre Frage geantwortet: Wie viele Tage die Woche möchtest du denn jetzt arbeiten? Sind 2 pro Woche okay? Ja, das ist okay! Wenn es dabei bleibt …

Als ich nachts draußen war, hab ich eine Sternschnuppe gesehen. Keine große, die über den ganzen Horizont meines Himmels-Blickwinkels gezogen ist, nur eine kleine, die am Kirchturm vorbeigehuscht ist. Ich hab mir nichts gewünscht, nur gedacht, das ist das erste Mal seit langem, dass ich überhaupt mal wieder eine sehe.

Jetzt scheint alles wie in Stein gemeißelt, denk ich – und das Bild sieht doch recht gut aus …

Heute ist Mittwoch, der 21. August

Als ich gestern im Altstadt-Center den Bäcker-Stand angesteuert hab, hat jemand meinen Namen gerufen. Das passiert öfter, da mein Bekanntenkreis nach fast 8 Jahren hier erheblich angewachsen ist. Ich hab mich umgedreht und es war Hanna – die ich auf unserer Prag-Fahrt kennengelernt habe. Was für ein schöner Zufall! Wir haben uns beide gefreut, zumal wir nicht unsere Telefon-Nummern ausgetauscht haben, in der Hoffnung, dass wir uns bestimmt mal zufällig treffen. Ich hab dich sogar von hinten erkannt, hat sie mich strahlend begrüßt. Auf der Reise hat sie zu mir gesagt: Das sieht putzig aus – und mein Haarband gemeint, das ich in allen Farben habe. Und am nächsten Tag: Du bist aber auch eine interessante Person! Als wir uns gestern verabschiedet haben, hat sie gesagt: Der ganze Bus fand dich toll, alles Liebe! Danke, dir auch, bis zum nächsten Mal …

Ja, das kenn ich, ich bin bei allen beliebt, Freunden, Kollegen, Gästen, wildfremden Leuten, die mich ansprechen. Ich strahl Sonnenschein aus – sogar, wenn die Fahne bei mir auf Halbmast steht.

Jetzt piept der nächste Rauchmelder im Minutentakt. Auch bei anderen Mietern, das hört man aus den Wohnungen im Treppenhaus. Auch bei Lars war neulich der Schornsteinfeger, um das abzustellen. Das ist wirklich ein Übel mit den Dingern …

7 Tage hatte ich jetzt frei – teils krankheitshalber, teils wegen Guti-Gutshaus-Krise – zu viel des Guten! Heute ab 17 Uhr …

Heute ist Dienstag, der 20. August

Manchmal guck ich, was andere in ihren Blogs schreiben. Nicht, um was daraus zu entnehmen, weil ich selbst nichts weiß, sondern um zu sehen, was sie so antreibt. So auch heute morgen zwischen halb 4 und halb 5, weil ich da wach geworden bin.

Da bin ich auf eine gestoßen, ein paar Stellen hinter mir, mit Atlantis im Namen. Auf Seite 2 bei Google-Suche-Blog-Dualseele. Ich hab mir ihre Seite durchgelesen und am Ende gesagt: Gott, ist das destruktiv – das kam so aus mir raus. Alles, in dem Du musst steht, ist mir suspekt, schon immer gewesen. Und da wundert sie sich über die schleppenden bis gar keinen Reaktionen auf ihre Aufrufe, im Blog mitzumachen …

Heute ist Montag, der 19. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Sei wie ein Fels, an dem sich beständig die Wellen brechen. Er bleibt stehen, während sich rings um ihn die angeschwollenen Gewässer legen. Marc Aurel

Die angeschwollenen Gewässer hab ich hauptsächlich in meinen Beinen gespürt. Die freien Tage und Schonung wirken Wunder …

Heut hab ich erstmal angefangen, mein Palais zu reinigen, nachdem Sigi nach 6 Wochen zum ersten Mal wieder mit Frühstücks-Tablett zum Morgen-Käffchen hier war. Sehr weit bin ich noch nicht gekommen, weil noch ziemlich schlapp nach krank – nur feuchte Boden-Kosmetik, sprich Wischen, und die Sanitär-Keramik …

Schreiben lag mir mal sehr am Herzen, aber da gab es auch noch was, was mir am Herzen lag. Jetzt hab ich Mühe, die paar Wortfetzen einzutippen. Es ist müßig, darüber noch Worte zu verlieren – es lag mir nur so auf der Zunge … Ich bin nicht in der besten, hoffnungsvollsten Stimmung und nur mit Alltagskram beschäftigt.

 

Heute ist Sonntag, der 18. August

Mein Vermieter in Paderborn hat eine neue Bankverbindung ab September. Lars hat mir heute Morgen das Schreiben gezeigt – das bei mir dann noch im Briefkasten ruht – als er geguckt hat, ob ich sein WLAN bei mir empfangen kann. Mit dem Auszug von Christine am 7.9. zieht auch ihr WLAN mit aus, das ich mit genutzt habe. Mit dem Empfang das klappt … Ein verschlafenes, ereignisloses Wochenende ist das.