Heute ist Sonnabend, der 14. September

So, da bin ich wieder. Ich wollte letzten Donnerstag noch schreiben: Christine und Rainer ziehen aus und wenn sie den Stecker ziehen, bin ich ohne – WLAN. Da war es schon zu spät.

Nachdem Lars mehrere Tage Ursachenforschung betrieben hat, warum sein Signal hier ankommt und guter Empfang ist und trotzdem keine Verbindung zustande kommt, ist er zu dem Schluss gekommen, dass mein Laptop zu alt ist. Nachdem ich schon bei Vodafone und O 2 die Konditionen für Internet verglichen habe, hat er gemeint, er hat eine große Leitung und da brauch ich nicht auch noch eine, das wär Quatsch. Das Geld kann ich lieber in ein neues Gerät investieren, was ich mir sowieso nächstes Jahr zulegen wollte. Ich hatte noch Windows Vista drauf! Und dann geb ich ihm ’n Obulus dazu und gut …

Also sind wir heute Vormittag bei prächtigstem Wetter nach Neubrandenburg gefahren zu MM Media Markt und schon sitz ich vor dem schönen neuen Teil! So schnell kommt man zum neuen Laptop.

Guti-Gutshaus hab ich großzügig gestern und heute wegen Krankheit abgesagt, obwohl ich gern beim Hof-Flohmarkt dabei gewesen wäre. Donnerstag bin ich mit „Matsch-Auge“ aufgewacht – sowas hatte ich noch gar nicht – und fühl mich jetzt dazu noch krank und erkältet.

Jedenfalls hat Lars mich gut beraten, was auch von Sohnemann-Fachmann bestätigt wird. Ich kann wieder schreiben – das hat mir gefehlt!

Heute ist Donnerstag, der 5. September

Wenn du mehr willst, musst du sagen … hat mir gestern die Chefin angeboten, als wir den Plan für die nächsten 3 Wochen durchgegangen sind. Ja. Mehr hab ich darauf nicht erwidert. Mehr will ich, aber bestimmt nicht arbeiten.

Mehr Müßiggang – alles Anstrengende und Lästige halt ich mir vom Hals. Dazu gehört auch Notfallbegleitung. Ich hab keine Lust auf nächtliche Katastrophen-Anrufe und blauer, gelber oder roter Engel zu sein. Bevor man andern helfen kann, muss man erstmal gut für sich selbst sorgen, ist ein bekannter Spruch in Therapeuten-Kreisen, an den sich kaum einer hält. Ich schon. Auch da geht es um Ausgleich.

Heut will ich mit Lars noch sein WLAN zu mir transferieren …

Heute ist Mittwoch, der 4. September

Jonte war am Montag schon einen Monat alt und Michael hat mir wieder schöne Fotos geschickt. Wie schön, dass er da ist – mit seiner ausgeprägten Gesichtsmimik, hab ich geschrieben. Er ist ein wahres Wunder und so süß! Der Vater arbeitet schon wieder Teilzeit 4 Stunden – er ist Alleinverdiener – und die Mama ist seit Montag wieder an der Volkshochschule, ihre Schulausbildung nachholen, die sie wegen Krankheit abbrechen musste.

Ich freu mich über den September mit moderaten Temperaturen. Der August war in seinen letzten Zügen nochmal extrem anstrengend mit Hitze und Guti-Gutshaus-Schichten. Jetzt bin ich dabei, meinen tiefen Erschöpfungszustand nach diesem ganzen Gastro-Sommer wieder auszugleichen und mir und meinem Körper Gutes zu tun. Ausruhen, Schlafen, Erholung, Lesen, Massagen, paar Herbstblumen auf der Terrasse eintopfen und wieder Ausruhen, Schlafen … bis die Akkus wieder aufgeladen sind.

Heute auch wieder Guti-Gutshaus ab 17 Uhr, aber davor hatte ich 4 Tage frei, die ich wie oben beschrieben genutzt habe. Laut Plan dann wieder am Freitag, also schaukelt es sich langsam auf 2 Tage die Woche ein …

 

Heute ist Dienstag, der 3. September

Eine schöne Frau mit Henna-Tattoos an der Wand und darüber steht KURDISTAN …

Gestern war ich bei ALANYA – deutsch-türkischer Frisör – und es hat mir gut gefallen. Es war nur ungewohnt, mich von einem Mann behandeln zu lassen. Das ist gleich bei mir um die Ecke, wie alles hier. Der Hintereingang geht zu unserem Hof raus – wenn ich da durch gehen würde, wären es nur drei Schritte. Gegenüber von ALANYA ist Tam mit seinem Thai-Massage-Studio. Da hab ich mir auch gleich einen Termin für Kopf-Gesichts-Massage geholt für Freitag, wo noch was frei war. Hab aber nicht daran gedacht, dass ich da zweites Beratungsgespräch beim Dental-Doc hab, also verschieb ich auf nächste Woche. Auch Thera Lind für Lymphdrainage ist in der Großen Burgstraße. Querstraße dazu ist die Kleine Burgstraße – über die man auf unseren Hof gelangt …

Nach dem Frisör hab ich gedacht, ich mach einen türkischen Tag daraus und hab mir einen Döner am Hafen geholt. Auch nur 2 Minuten entfernt. Das sind alles kurze Wege hier – sogar Bestattungsinstitut.

Links vom Hof ist Zweirad-Karberg, das Fahrrad-Imperium, mit Luft-Tankstelle draußen. Und vis a vis der schöne Kirchturm der Marienkirche. Zur anderen Seite hin der Neue Markt, der auch meine Adresse ist. Alles zusammen ist die Historische Altstadt. Das und unsere Haus-und-Hof-Gemeinschaft gibt mir Halt im Außen hier, wenn ich im Inneren wanke. Ein schönes Zuhause …

Heute ist Montag, der 2. September

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Jedes Ding hat seine Zeit. William Shakespeare

Passend zum Auszug von Christine nebenan und zur Geschäftsaufgabe von Frisör M 1.

Alles Irdische hat seine Zeit. Der Orion steht um diese Jahreszeit nachts um 3 genau vor meinem Schlafzimmerfenster. Alles Himmlische hat Bestand. Der kommt nicht auf die Idee, umzuziehen oder seinen Platz zu vermieten.

Gestern wollte ich meine Schwestern fragen, ob eine von ihnen Lust hat, mit schwimmen zu kommen. Dann hab ich gedacht, wart mal ab, ob sich jemand meldet. Daraufhin hat Sabinchen mittags angerufen und war von 5 bis 7 vor ihrer Rückfahrt nach Berlin hier. Das war eine schöne Überraschung – mit dem Nebeneffekt, dass ich vorher den Abwasch gemacht hab.

Sie erlebt auch so eine Gesichte – anders, aber in den Grundfesten sind sie alle gleich. Und bei ihnen ist kein Kontaktabbruch. Um so schöner war es, dass sie sich gemeldet hat, als Gleichgesinnte …

Es wär schön, wenn noch jemand kommen würde für dich, hat sie gesagt. Ich finde, das hast du verdient. – Das hat jeder verdient. – Aber gerade du, mit deiner geselligen Art, besonders. – Darum gehts nicht, dass noch jemand kommen würde, sondern dass man mit sich im schönsten Einklang lebt – Selbstwert! „In der Phase der Trennung entscheidest Du, wie es weiter geht“, hab ich neulich gelesen und mich erst gewundert. Doch, stimmt – ich hab entschieden, von mir kommt nichts mehr.

Heute ist Sonntag, der 1. September

Hier geht glutrot die Sonne auf. Der Unterschied zum Paradies liegt nur darin, dass es hier Zigaretten gibt und dort nur Äpfel …

Ich rauch mehr als sonst. Darum kümmer ich mich später. Ich brauch das noch als Nahrungs-Ergänzungsmittel bzw. will ich nicht darauf verzichten.

Im September haben wir 2 Geburtstage in der Familie. Mein Sohn und mein Schwiegersohn – am 12. und am 14. – Meine Tochter meint, sie können ja zusammen feiern. Am 14. ist Hof-Flohmarkt bei Guti-Gutshaus und ich bin eingetragen im Plan, hab ich gesehen. Anja ist an dem Wochenende nicht da. Dann fahr ich eben danach nach Rostock, das geht auch.

Was machen wir uns denn zu Essen, Baby? Das hat Tamina neulich meinen Sohn gefragt, als ich da war. Wer ist denn bei euch zuständig für Kochen?, hab ich gefragt. Also ich bin nur für Cupcakes zuständig, war die Antwort der jungen Mutter. Ah ja …

Heute ist Sonnabend, der 31. August

So ein schöner Abend und so eine exzellente Bedienung … das war gestern das schönste Kompliment, das ich zum Saisonausklang – ab September wird es deutlich weniger – erhalten habe. Heute auf den Tag genau bin ich jetzt 2 Jahre da in meinem Guti-Gutshaus. 2. Saison geschafft – gut so! Das wird jetzt ein schöner, ruhiger, goldener Herbst – ich kümmer mich mehr um mich als um andere, damit ein Ausgleich da ist …

Heute ist lange Einkaufsnacht und das ganze Wochenende hab ich frei!

Als ich vom Einkaufen zurück kam, hat Manuel angerufen. Er wollte mir mit Lukas, der vorübergehend bei ihm wohnt und von dem ich schon viel Interessantes von Martina gehört hatte, einen Überraschungs-Besuch abstatten, es ist ihm aber zu heiß. Mir auch – 32 Grad Spitzen-Wert heute. Dann lieber später mal. Bevor er sich verabschiedet hat, hat er noch was gesagt, was lange nicht mehr Thema war: Ich hab meinen Kollegen ein paar mal gesehen, auf dem Motorrad. Er sieht älter aus im Gesicht. – Ja, er wird ja auch einiges durchgemacht haben …

22:22 Regenbogenfarben … Schöne Musik und Stimmung auf dem Markt. Nächster Titel: Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen … wann werd‘ ich sie wiedersehen? Ich nehm ihn an die Hand und flieg wie Tinker Bell mit ihm durch die Sterne – heute. Es kann ihm schwindlig werden – egal. Seine Höhen-Angst vor meiner Welt kann ich ihm nicht nehmen …

 

Heute ist Freitag, der 30. August

Der Kuchen war super, haben Anja und Nicole gesagt, als sie gestern nachmittag angerufen haben, um zu fragen, ob ich im Plan stehe oder abends kommen würde. Der Plan hängt am Kühlschrank – also wussten sie, dass ich nicht drin steh. Und die zweite Frage hab ich abgewimmelt, indem ich gesagt habe, fragt mal erst Anna …

Als ich das Backwunder aus dem Ofen geholt hatte, war die Füllung eine einzige schwabbelnde Masse. Ich hab sie mit einem großen Löffel runter gekratzt und mit Vanillepudding a la Schwedische Apfeltorte verrührt und nochmal ins Rohr geschoben. Der Chef war günstigerweise grad draußen.

Der zweite Anruf von Anja kam, als ich schon im Bett lag – um 22:00 Uhr: Es wär schön, wenn ich heute ab 4 kommen würde. Gut, da hab ich zugesagt. Erstmal soll es heute unter der 30-Grad-Grenze bleiben und zweitens kann ich mich darauf einstellen, nicht wie gestern 2 Stunden vorher! Drittens bin ich heute nicht den ganzen Vormittag unterwegs, um Termine zu besorgen – für Lymphdrainage, Beratungsgespräch beim Zahnarzt, Frisör.

Die Implantat-Beratung hab ich gleich heute früh um 07:30 Uhr. Wie flexibel sind Sie zeitlich?, hat sie mich gestern an der Anmeldung gefragt. „Total“. Morgen um 07:30 Uhr? Geht’s auch später?

Als ich auf dem Rückweg zu M 1 gefahren bin, hing an runtergelassenem Rollladen das Schild: Frisör-Salon mit komplettem Inventar zu vermieten! Ria hatte gesagt, erst Ende September …

Heute ist Donnerstag, der 29. August

Bleib gesund und fröhlich – so hat sich Karl Martin gestern mit Umarmung von mir verabschiedet. 2 Stunden, von 9 – 11, ging gestern unser Team-Treffen, von dem Carmen Sternchen, als wir uns auf’s Klo verkrümelt haben, entrüstet gesagt hat: Das ist doch Muppet-Schow … Ja, echt – jeder hat seine Befindlichkeiten in epischer Breite, wie sie immer so schön sagt, breitgewälzt.

Davon schon hinlänglich erschöpft, hab ich dafür als Ausgleich am Nachmittag ein schönes Beispiel erlebt, dass Wünschen funktionieren kann, wenn es nur inbrünstig genug vorgetragen wird: Fahrt alle an’n Strand!, hab ich gedacht, bevor ich bei 32 Grad zu meiner Kaffee-Schicht zu Guti-Gutshaus gefahren bin. Und – es war nicht einer da von den Gästen, die waren alle unterwegs, und auch Externe haben sich nicht zu uns verirrt. Schön!

Dafür war der Chef da und hat Ingwer-Möhren eingekocht, während ich eine gesamte Charge von 55 Gläschen in den Eimer für Steffens Hühner entleert hab. Das war eine Fehlproduktion von Bettina, die kein Rezept oder nicht das richtige hatte. Fehlschläge  kommen öfter mal vor da – ob nun 10 Kilo Frikassee entsorgt werden müssen, weil sie zwar im Keller, aber nicht im Kühlschrank standen, oder das Lamm-Ragout mit Harissa – laut Rezept 6 Esslöffel auf die Menge! – übergrenzwertig gewürzt war.

Mein Kuchen, den ich gestern gebacken habe, auch. Ich musste ihn nachbessern. Entweder ist er fantastisch geworden oder ich hab ihn für die Hühner gebacken …

Wenn ich jetzt daran denke, ist es an die kurze Zeit, die wir zusammen hatten – ohne störende Einflüsse von außen wie Lernaufgaben zu Selbstwert und Frauen, die an meine Stelle getreten sind. Das ist wie ein heiliger Raum, in dem nur wir beide waren …

Heute ist Mittwoch, der 28. August

Hier erdrückt mich die Hitze und in Rostock die Sintflut! Bei Martina ist der Keller abgesoffen und meine Tochter hat um 23:00 Uhr ein Video mit dem Kommentar geschickt: Wir sind vom Haus-retten-Einsatz zurück. Wir haben 4 Stunden nur geschöpft und gepumpt. Es war viel schlimmer, als es im Video aussieht – viel schlimmer, und es hat viel länger gedauert! Puh …

Extreme … Heute früh um 09:00 ist Treffen der Notfall-Begleitung, wo ein Tagesordnungspunkt der Plan für die nächsten vier Monate ist. Beim letzten hab ich mich aus Arbeitsgründen ganz raus genommen. Jetzt überlege ich, ob ich mich nochmal für 2 Wochen eintrage und dann zum Jahresende aufhöre. Die Bereitschaftswochen 24/7 waren mir von Anfang an ein Graus …