Heute ist Sonntag, der 31. März

Den Umzug fahren, war entspannt gestern. Es waren nur noch Kleinteile bei Möbeln und paar Kartons mit Sachen. Den Großteil haben vorher schon die Meisterschüler von der TAO-Schule bei einem Wochenend-Einsatz übernommen. Wir waren zu viert, darunter Falk, die Ruhe in Person, mit großem Auto und Anhänger. Er hat alles so gut gestapelt, dass es gepasst hat und völlig stressfrei war. Das hat zwei Stunden gedauert. Dann haben wir bei herrlichster Frühlingssonne draußen gefrühstückt und sind losgefahren …

An ihre neue Adresse – 10 km entfernt, in der Nähe vom Nationalpark-Eingang Groß Dratow. Ihr Wohnwagen, den sie inzwischen Pilgrim getauft hat, steht in schöner Lage auf einem großen Grundstück, das gehört Andrea und Maik.

So fiel der Name natürlich öfter und ich hab ihn dann auch kennengelernt, bei Ankunft im neuen Domizil. Meine Schwester hatte mir vorher erzählt, das Dorf besteht zum Teil aus Einheimischen und zum anderen Teil aus Alternativen. Maik und seine Partnerin gehören zu den Alternativen. Sie sind dabei, ein Blockhaus zu bauen, und leben bis es fertig ist auch in einem Wohnwagen auf dem weitläufigen Gelände. Er sah ziemlich naturbelassen aus, um nicht zu sagen verwildert. Sie hat mir gefallen, freundlicher als er. Als sie gesehen hat, dass ich geraucht habe, kam sie und hat gefragt, ob ich wohl mal ne Zigarette für sie hätte. Maik hat nur Tabak – entsetzliches Kraut …

Heute ist Sonnabend, der 30. März

Gestern bin ich zum Finanzamt spaziert – letzter Arbeitstag des I. Quartals, da kannst du mal deine Steuererklärung abgeben, hab ich gedacht. Es war schönes Wetter und wie in allen Belangen ist mir das persönlich lieber, weil ich immer noch 1 – 2 Fragen habe, als wenn alle Lebensangelegenheiten nur noch online abgewickelt werden. Diesmal saß ein eher unscheinbares Männchen der Gattung Finanzbeamter hinterm Schreibtisch, der mir die Grundsätze seiner Materie erklärt hat: Es gibt 2 Regeln … Zahlungseingänge gelten für das Jahr, in dem man sie erhält – also meine Krankenkassen-Beitragsrückerstattung für 2017 zählt für 2018 – meine Ausgaben für die private KV, die gegengerechnet werden – für das Jahr, in dem ich sie tätige, also 2017. Dabei hat er die ganze Zeit auf mein Dekollete geguckt – was für ihn auf Augenhöhe war – als wenn er noch nie Haut gesehen hätte oder seine Worte zwischen meinem Brust- und Halsansatz ablesen würde.

Meine Schwester zieht heute in ihren Wohnwagen um. Da helf ich ein bisschen mit, obwohl  meine Hilfsbereitschaft bei Umzügen Grenzen hat. Das ist mir zu anstrengend.

Gestern war noch was Witziges: Früh, kurz nach Acht, hat mein Handy geklingelt. 0381 … Rostocker Nummer. Es war Martinas Freund Peter, der gefragt hat: Bin ich da in der Praxis von Frau Dr. Neuschäfer?  Ich hatte mich nur mit „Ja?“ gemeldet. Er wollte seinen Termin absagen. „Oh, wie kommt das denn?“ Die Telekommunikation geht manchmal seltsame Wege …

Heute ist Freitag, der 29. März

Wenn ich es nicht so spüren würde … Auch im dreizehnten Jahr ist es genau so intensiv wie im ersten, auch ohne realen Kontakt. Es ist in all den Jahren nicht weniger und nicht mehr geworden. Es hatte von Anfang an seinen Höchststand erreicht. Bei ihm ist es entweder anders, oder – was wahrscheinlicher ist – er weigert sich, es anzuerkennen. Nichts kann man so fühlen, ohne Resonanz. Im Kopf sieht es anders aus, viele Frauen und Harleys später.  Das ist nur die Herz-Ebene …

Ich hab mein WhatsApp-Profilbild geändert vom Regenbogen über der Altstadt von Waren auf ein Schwanen-Paar auf der Müritz. Das hatte mir mal Sabinchen geschickt, mit dem Vermerk „Das hat ein Urlauber in der Nähe von Gotthun aufgenommen.“ Zum Foto hab ich den Kommentar erhalten: Die Schwäne sehen aus wie ein Hochzeitspaar … Ja, sind sie auch. Bei meiner Ankunft am Guti-Gutshaus flogen neulich auch 3 Schwäne über mich hinweg, und davor 2 – am Tiefwarensee. Mal sind es Schwäne, die mich begrüßen, wenn ich meine Schicht beginne, mal Kraniche.

Es sind schlimme Zeiten, wenn man auf Herz und Nieren geprüft wird. In Gotthun ist Gott – Er hat mir das Bild geschickt …

Heute ist Donnerstag, der 28. März

Seit gestern Abend habe ich einen faszinierenden Anblick vom Wohnzimmerfenster aus. Ich seh das Riesenrad vom Frühlingsfest auf dem Amtsbrink. Es leuchtet im Dunkeln in allen, ständig wechselnden Farben und Mustern, so prachtvoll, dass ich gar nicht aufhören konnte zu gucken. Ein Feuerwerk von Farbenrausch, schöner als alles, was ich bisher gesehen habe. Ich kann darüber staunen wie ein Kind. Wenn es am Hafen stand, war es auch beleuchtet, aber das muss eine neue Illuminations-Software sein

Während ich darin vertieft war, fiel mir ein – Riesenrad … das Rad … Rad des Schicksals. Diese Karte fiel in letzter Zeit gehäuft in den Karten-Readings: Es dreht sich zu deinem Vorteil … Wenn es so leuchtend-bunt und schillernd kommt, dann ist das Die Welt – die 2. Häufigkeitskarte

In Rostock wurde gestern die Innenstadt evakuiert wegen Bombenentschärfung, sagt Martina. Sie ist mit Elise und Katze Pia zu Peter nach Gehlsdorf gefahren.

Heute ist Mittwoch, der 27. März

Gestern Abend hat mich eine Fee angerufen. Es war schon um Acht als meine liebe Putz-Fee angeklingelt und gefragt hat, ob es mir morgen spontan um 10 Uhr passen würde? Ich hab kurzentschlossen zugesagt. Das heißt, vorher alles hochzustellen und wegzuräumen, damit sie Bewegungsfreiheit hat …

Ich bin schon bei der Planung meiner Geburtstagsfeier im Juli, die diesmal eine Familienfeier im Guti-Gutshaus wird. Das fällt auf einen Sonntag. Dafür hab ich nachmittags das Cafe gebucht. Meine Tochter möchte mit Paul von Sonnabend zu Sonntag dort übernachten. Bei der Reservierungsanfrage hat meine liebe Chefin mir erst den üblichen 20 Prozent-Mitarbeiter-Rabatt eingeräumt. Als ich gesagt habe, die Rechnung geht dann an mich, das schenk ich meinen lieben Kindern, schrieb sie: Nee, dann machen wir das anders, du zahlst die Hälfte, den Rest trage ich ein. Das ist sehr großzügig, damit bin ich bei 75 Eus für 2 Personen mit Übernachtung und Frühstück.

Gäste sind meine erweiterte Familie, das heißt Schwestern, Kinder, Nichten, meine liebste und letzte Tante Gi sowie meine Freunde, die in Rostock leben und lieben – Sigi und Angelika als Schwiegereltern meiner Tochter, Silvia und Detlef, Martina und Manuel. Dann sind wir so bei 20 Leutchen. Mit meiner Haus- und Hofgemeinschaft als nächste Nachbarschaft plus Carmen-Sternchen feier ich bei mir auf der Terrasse im Angesicht des Kirchturms …

Ich hab noch nicht alles, was möglich ist, aber vieles: Neun Kelche 

Heute ist Dienstag, der 26. März

Seit ich bei Guti-Gutshaus bin, bin ich immer auf der Suche nach gastro-tauglichen Bequem-Schuhen, in denen ich auch mal 10 Stunden überstehe, ohne dass ich das Gefühl habe, mir fallen die Füße ab – und die trotzdem noch einigermaßen feminin aussehen.

Gestern wollte ich noch einkaufen gehen und habe es immer wieder aufgeschoben, bis ich mich nachmittags aufgerafft habe. Und genau da ist mir Carmen über den Weg gelaufen, die gesagt hat: Ich hab an dich gedacht … Das funktioniert nicht immer und bei allen so, ganz speziell bei Einem nicht, aber der wohnt ja auch nicht hier. Carmen wohnt auch ein paar Kilometer weg, aber sie ist öfter hier. Wir sind dann beim Bäcker eingekehrt – mit Käffchen und Plausch, das war schön.

Intuitiv bin ich danach in die Schuh-Perle nebenan gegangen. Der Name ist der reinste Sarkasmus, das weiß ich. Und doch hab ich da ein Paar gefunden, allerdings in 41. „Können wir die nicht in meiner Größe bestellen?“, hab ich gutgläubig die Verkäuferin gefragt, die noch vor Kurzem Esoterik im Einklang-Laden verkauft hat. „Nee, die kann ich nicht bestellen.“ Auf so eine Antwort bin ich hier gefasst. Danach hab ich 18 Seiten auf Amazon durchforstet, bis ich sie gefunden habe. Geht doch …

Guck mal unauffällig zum Brunnen, hab ich zu Carmen gesagt – das ist mein neuer Nachbar. Er saß da mit 2 Mädels mit Hund …

Heute ist Montag, der 25. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene. Weisheit aus China

I believe I can fly, I believe I can touch the sky … Mit dem Lied im Kopf bin ich heute aufgewacht. 3 Guti-Gutshaus-Tage – Das war schön und hat Spaß gemacht – mit den Gästen und den Kollegen, doch ich war platt wie ’ne Flunder danach. Ich bin gleich ins Bett gegangen und hab mich ausgeschlafen. Und heute: Be-schwingt und gute Laune, auch wenn graue Wolken am Himmel hängen. Ich glaub, das macht der Frühling … Schönen Montag!

 

Heute ist Sonntag, der 24. März

14:30 Uhr Feierabend und Wochenende … Stunden aufschreiben, Trinkgeld in die Lillifee-Box und Beine hoch – mehr mach ich heute nicht. Ich dachte unterwegs schon, ich schlaf im Auto ein.

Gestern Abend kam noch ein Junge, ungefähr 9,  von den Kindern des Familientreffens ins Restaurant, guckt mich an und sagt nichts. Ja …? – Bist du morgen auch wieder da? – Ja … Er nickt, freut sich und geht wieder raus. War das süß!

Heute ist Sonnabend, der 23. März

Als ich die Augen aufgeklappt habe, war es 11:33 Uhr und ein schöner Frühlingstag. Vor dem Standesamt auf dem Markt stand eine Hochzeitsgesellschaft und ein weißer Oldtimer mit Rosenherz auf der Motorhaube. Viel Glück, seid gesegnet!

Beim Einschlafen hab ich gedacht, ich möchte mal aufwachen und wissen, dass alles gut ist. Was heißt alles gut?, hab ich mich selbst gefragt. Er ist glücklich vergeben. Alles gut heißt aus jetziger Sicht, dass er nicht mehr so präsent ist. Ich fühl ihn wieder mit unglaublicher Macht. Als wenn er gestern mit mir in der Late-Night-Schicht von Guti-Gutshaus war. Es ist mir ein Rätsel. Ich kann es mir nicht erklären. Wozu soll das gut sein …?

Heute ist Freitag, der 22. März

Er ist echt ’ne Herausforderung nebenan. Ich hab Bücher, er hat Steel-Books, teure DVDs in Blechdosen, oder DVDs in teuren Blechdosen. Das Einzige, was ich davon kannte, war Avatar.

Gestern Abend hab ich bei ihm auf dem Fußboden gekniet und sein Fernseh-Unterteil gehalten, in das er mit Bohrmaschinen-Aufsatz Löcher in die Rückwand für die Kabelei gesägt hat. Dann hab ich auf seinem Bett gesessen und er hat mir gegenüber am PC seinen Europe Truck Simulator gezeigt. Er stellt sich LKW-Touren zusammen und fährt sie dann – mit Lenkrad und Gas-und-Bremse-Pedal. Und das machst du stundenlang?, hab ich gefragt. Das mach ich nur, wenn mir langweilig ist … Wär schön, wenn du dafür noch Geld kriegen würdest …

Hilfe … ich wüsste nicht ein Thema, worüber ich mich mit ihm unterhalten könnte. Für mich ist das geistige Armut. Männer sind Kinder, sagt Martina. Was soll das mit uns werden?