Heute ist Donnerstag, der 19. Dezember

Die Weihnachtsfeier von Guti-Gutshaus gestern in Untergöhren, Fleesensee, war sehr schön. In Susannas Bar mit Bowling wie im vergangenen Jahr. Nur diesmal zusätzlich mit Wichteln. Das war eine schnelle Sache. Alle haben gewürfelt, sich ein Geschenk ausgesucht, und jeder wollte seins behalten und nicht mehr tauschen. Somit fielen weitere Würfelrunden aus. Ich hab einen hübsch verpackten Bunten Teller mit 3 Sorten Tee – mein Lieblings-Tea Earl Grey, Himmelszauber! und Weihnachts-Tee, dazu eine Tafel Schokolade und eine wundervolle Kerze. Alles, was ich brauche. Beim Bowlen hab ich trotz Zahn-Handycap einen guten 4. Platz geschafft von 12. Unser Chef-Ehepaar hat sich mit einem Lindt-Weihnachtsmann für unsere in der Saison erbrachten Höchstleistungen bedankt und erkenntlich gezeigt – und der kam nicht mit leerem Sack – Ho, ho, ho! Ja, schön war’s …

Eine freudige Überraschung gab es obendrauf, als Carmen Sternchen mich gefragt hat: Hab ich dir schon gesagt, dass ich Silvester auch arbeite?

Heute ist Mittwoch, der 18. Dezember

Kein Nikotin, kein Alkohol, kein Kaffee, kein schwarzer Tee – für die nächsten Tage. Und wie geht es ohne Rauchen?, hat Manuel gefragt. Das geht, da bin ich nur froh, dass das ganze Gift endlich rauskommt. Eher denke ich an Käffchen …

Es geht ohne Rauchen, wird sind alle geborene Nichtraucher, hab ich mir gesagt. Aber was richtig rein haut, ist – was ich dann sehe, wenn ich den Schleier der Betäubung wegziehe. Wenn ich das wegnehme, was mir vorgegaukelt hat, ich komm doch gut klar mit der Situation, wie sie ist: Abends Wein zum Einschlafen als Abendritual und reichlich Zigaretten über den Tag verteilt. Es ist eine eiternde Wunde, die darunter liegt …

Da muss Luft ran, damit sie heilen kann. Das heißt, dass ich mich dem stelle, wie es mit uns ausgegangen ist und es noch in diesem Jahr in Ordnung bringe – ohne Drogen und Beschönigung. Aber auch, ohne es auszuradieren – es geht um Bereinigung.

Und es sind nochmal schmerzhafte Kindheitsthemen dabei – wie wurde ich geliebt und angenommen?

Heute ist Dienstag, der 17. Dezember

Geschafft! Alles gut gegangen und es war auch auszuhalten – sogar mit Wunschmusik. Ich hab mir Morgenstimmung von Edvard Grieg ausgesucht – das fand er auch schön. Hinterher hat er gesagt: Hat Spaß gemacht! Beim Röntgen hat die Assistentin gefragt: Schmuck, Ketten, Ohrringe? – Nein – Schwanger? – Ich hätte fast ja gesagt – ich meine, auch wenn man sich im Alter verschätzen kann, das sieht man doch wohl, dass ich aus dem gebärfähigen Alter raus bin. Danach hab ich mir die Medikamente aus der Apotheke geholt, Schmerzmittel und Antibiotikum, und bin geschlafen gegangen – bis heute früh.

Heute um 11 ist Kontrolluntersuchung und danach bin ich wieder im Bett. Nicht im Mund tut es mehr weh, der ganze Körper ist wie platt gewalzt nach der Strapaze.

Morgen ist Guti-Gutshaus-Weihnachtsfeier mit Bowling – ob ich dazu schon in der Lage bin, ist fraglich. Anstrengung soll man möglichst meiden. Abwarten, wie es morgen aussieht …

 

Heute ist Montag, der 16. Dezember

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Kein Feuer kann sich mit dem Sonnenschein eines Wintertages messen. Henry David Thoreau

Dazu optisch schneebedeckte Berggipfel im Sonnenlicht. Tage mit Sonnenschein gab es nur vereinzelt seit einem Monat in einer langen Folge von Regentagen. So wie eine Orange unter lauter Zitronen.

Ich werd an was Schönes denken nachher beim Zahnarzt – an einen warmen Sommertag am See …

Heute ist Sonnabend, der 14. Dezember

Mitten in der Nacht bin ich aus einem Traum aufgewacht, bevor er zum Alptraum werden konnte. Hatte mit Sex und Folter zu tun. Sowas kenn ich gar nicht – Alpträume. Ich denk, wenn ich den Zahnarzt-Termin Montag hinter mir hab, geht es mir auch wieder besser. Zähne stehen als Traumsymbol für Sex – dann passt das auch.

Warum hab ich keinen Mann, der mich jetzt in die Arme nimmt, wo ich Beistand brauche? Dafür noch eine Zusatz-Guti-Gutshaus-Schicht heute Abend, die ich überhaupt nicht gebrauchen kann und für die ich gar keinen Kopf habe. Manuel will heute kommen, das sag ich ab. Wir verschieben es auf morgen oder besser gleich ganz auf nächste Woche.

Heute ist Freitag, der 13. Dezember

Mittwoch nach der Weihnachtsfeier wollten Carmen, Ramona und ich uns noch einen Glühwein zu Gemüte führen. Abends halb 10 in Waren – aussichtslos. Dabei sind wir über den Markt gegangen und ich hab verkündet: Guckt mal, unser schöner kleiner Weihnachtsmarkt ist aufgebaut … Schön ja, hat Carmen gemeint, aber es ist immer das gleiche – immer die gleiche Bude an der gleichen Stelle. Das nennt man Beständigkeit, hab ich gesagt.

08:00 Uhr Glockenläuten von Georgen- und Marienkirche, auf dem Markt leuchten der Weihnachtsbaum und die Große Pyramide, das Brauereiauto von Lübzer beliefert den Ratskeller, Möwen fliegen durch das Bild auf der Suche nach einem Frühstück und über allem prangt rechts außen auf himmelblauem Untergrund das Vollmond-Rund …

Heute ist Donnerstag, der 12. Dezember

12.12. – das ist Schneemond-Vollmond, alter Name, und ein großer Portaltag gleichzeitig. Aus dem Anlass will ich heute mal eine Sonnenhut-Räucherung machen, ist mir gestern eingefallen, um die Hexen-Tradition wieder aufleben zu lassen. Geräuchert hab ich schon ewig nicht mehr, außer mit Menthol-Zigaretten. Räuchern war früher wie heute Großreinemachen und ganz selbstverständlich. Sonnenhut bringt Licht in die Zeit, wo man  früh um 8 schon weiß: Heller wird es heute nicht mehr … oder sagt: Heute war den ganzen Tag Schlafwetter, wenn man das Tag nennen kann. Am 21. 12. die Wintersonnenwende war von jeher ein Grund für die Menschen, die Rückkehr des Lichts zu feiern!

Es gibt auch einen schönen Kalender mit Räuchermischungen für die 12 Rauhnächte. Einer hat bei der Amazon-Bewertung geschrieben: Nur das Zeug brennt leider nicht, man kriegt es nicht angezündet! Man muss schon wissen wie! Es wird nicht angezündet, sondern auf glühende Kohle gelegt. Es heißt ja schließlich Räuchern, und nicht Verbrennen.

Ja, und dann hat Christa heute Nachmittag unsere Haus- und Hofgesellschaft zum Advents-Kaffee geladen. Das ist immer sehr schön in ihrem stimmungsvollen Ambiente. Die Weihnachtsfeier gestern war auch schön und harmonisch. Eigentlich ist es ja ein Weihnachtsessen, und das war vorzüglich. Meine Mitgliedschaft ruht jetzt bei Notfallbegleitung. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich eine unbefristete Auszeit nehme. Doch im Frühjahr/Sommer hab ich voll mit Guti-Gutshaus zu tun und im Herbst/Winter ist Ruhephase-Bedürfnis …

Heute ist Mittwoch, der 11. Dezember

Ich will meine Wohnung zurück, hat Christine gestern gesagt, als sie sich nachmittags von mir verabschiedet hat, und sehnsüchtig auf ihre Tür geguckt. Ihre neue ist zwar geräumiger, auch Maisonette, ist ihr aber zu dunkel und sie guckt auf eine Wand, das Haus auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Da haben die Marktwohnungen hier schon einen großzügigeren Weitblick und wenn man den gewohnt ist, engt alles andere ein.

Ich träum öfter, dass ich hier aus- und woanders hingezogen bin. Dann werd ich wach und freue mich, wenn ich feststelle, dass ich noch hier bin, und nehm mir vor, die Wohnung zu behalten, egal was kommt … Neulich stand mein Haus in Rostock-Riekdahl zwischen 2 Bahngleisen.

Ich bin hier geboren, in Röbel Müritz, und zur Schule gegangen, in Waren. Ich hab das Müritz-Wasser nur verlassen, um einem Mann in Rostock, an der Ostsee, zu zeigen, dass es mich gibt. Zusammengefasst kann man es so sagen. Was der Sinn des Ganzen war, erschließt sich mir noch nicht. Die 2 Bahngleise sind eine Entscheidung …

Ich geh mir jetzt ’ne Mütze kaufen – ohne diesen dussligen 0815-Fell-Bommel. Das schränkt die Auswahl strikt ein. Ich hab meine neue blaue Winterjacke nur noch nicht angehabt, weil mir der passende Kopfputz dazu fehlt. Na, mal gucken …

Das war Eingebung! 30 Minuten später und beim 5. Versuch hat es geklappt – bei der, die ihren Laden leer räumt wegen Geschäftsaufgabe zum Jahresende. Und was für’ne schöne! Und gleich noch einen passenden, ausgefallenen Schal dazu. Da sind nun Bommeln dran, und dürfen es auch sein.

Bei sowas hab ich immer das Gefühl von göttlicher Fügung. Nee, nee, nicht lachen – das gilt auch für Kledage!

Heute ist Dienstag, der 10. Dezember

Ich habe fertig! Alles geschafft, was noch anstand und Termine hatte. Nun ist nur noch am 16., nächsten Montag, der Termin für Zahnimplantat. Ich sag absichtlich nicht OP, damit es freundlicher klingt. Ich war schon versucht, es auf das Neue Jahr zu verschieben. Nein – jetzt!

Die meisten Zutaten für die Weihnachtsküche hab ich schon zusammen, zumindest die haltbaren. Den Rest hol ich frisch von Edeka, wenn es soweit ist.

Nur noch einmal Guti-Gutshaus-Schicht dieses Jahr, Silvester. Doch das ist mehr feiern, als arbeiten und außerdem freiwillig. Alles angenehm entspannt …

Morgen ist die erste Weihnachtsfeier, von Notfallbegleitung. Diesmal zum Glück im Ratskeller um die Ecke. Vorher Treffen mit Carmen Sternchen an der Glühwein-Basis-Hafen …