Heute ist Sonntag, der 1. September

Hier geht glutrot die Sonne auf. Der Unterschied zum Paradies liegt nur darin, dass es hier Zigaretten gibt und dort nur Äpfel …

Ich rauch mehr als sonst. Darum kümmer ich mich später. Ich brauch das noch als Nahrungs-Ergänzungsmittel bzw. will ich nicht darauf verzichten.

Im September haben wir 2 Geburtstage in der Familie. Mein Sohn und mein Schwiegersohn – am 12. und am 14. – Meine Tochter meint, sie können ja zusammen feiern. Am 14. ist Hof-Flohmarkt bei Guti-Gutshaus und ich bin eingetragen im Plan, hab ich gesehen. Anja ist an dem Wochenende nicht da. Dann fahr ich eben danach nach Rostock, das geht auch.

Was machen wir uns denn zu Essen, Baby? Das hat Tamina neulich meinen Sohn gefragt, als ich da war. Wer ist denn bei euch zuständig für Kochen?, hab ich gefragt. Also ich bin nur für Cupcakes zuständig, war die Antwort der jungen Mutter. Ah ja …

Heute ist Sonnabend, der 31. August

So ein schöner Abend und so eine exzellente Bedienung … das war gestern das schönste Kompliment, das ich zum Saisonausklang – ab September wird es deutlich weniger – erhalten habe. Heute auf den Tag genau bin ich jetzt 2 Jahre da in meinem Guti-Gutshaus. 2. Saison geschafft – gut so! Das wird jetzt ein schöner, ruhiger, goldener Herbst – ich kümmer mich mehr um mich als um andere, damit ein Ausgleich da ist …

Heute ist lange Einkaufsnacht und das ganze Wochenende hab ich frei!

Als ich vom Einkaufen zurück kam, hat Manuel angerufen. Er wollte mir mit Lukas, der vorübergehend bei ihm wohnt und von dem ich schon viel Interessantes von Martina gehört hatte, einen Überraschungs-Besuch abstatten, es ist ihm aber zu heiß. Mir auch – 32 Grad Spitzen-Wert heute. Dann lieber später mal. Bevor er sich verabschiedet hat, hat er noch was gesagt, was lange nicht mehr Thema war: Ich hab meinen Kollegen ein paar mal gesehen, auf dem Motorrad. Er sieht älter aus im Gesicht. – Ja, er wird ja auch einiges durchgemacht haben …

22:22 Regenbogenfarben … Schöne Musik und Stimmung auf dem Markt. Nächster Titel: Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehen … wann werd‘ ich sie wiedersehen? Ich nehm ihn an die Hand und flieg wie Tinker Bell mit ihm durch die Sterne – heute. Es kann ihm schwindlig werden – egal. Seine Höhen-Angst vor meiner Welt kann ich ihm nicht nehmen …

 

Heute ist Freitag, der 30. August

Der Kuchen war super, haben Anja und Nicole gesagt, als sie gestern nachmittag angerufen haben, um zu fragen, ob ich im Plan stehe oder abends kommen würde. Der Plan hängt am Kühlschrank – also wussten sie, dass ich nicht drin steh. Und die zweite Frage hab ich abgewimmelt, indem ich gesagt habe, fragt mal erst Anna …

Als ich das Backwunder aus dem Ofen geholt hatte, war die Füllung eine einzige schwabbelnde Masse. Ich hab sie mit einem großen Löffel runter gekratzt und mit Vanillepudding a la Schwedische Apfeltorte verrührt und nochmal ins Rohr geschoben. Der Chef war günstigerweise grad draußen.

Der zweite Anruf von Anja kam, als ich schon im Bett lag – um 22:00 Uhr: Es wär schön, wenn ich heute ab 4 kommen würde. Gut, da hab ich zugesagt. Erstmal soll es heute unter der 30-Grad-Grenze bleiben und zweitens kann ich mich darauf einstellen, nicht wie gestern 2 Stunden vorher! Drittens bin ich heute nicht den ganzen Vormittag unterwegs, um Termine zu besorgen – für Lymphdrainage, Beratungsgespräch beim Zahnarzt, Frisör.

Die Implantat-Beratung hab ich gleich heute früh um 07:30 Uhr. Wie flexibel sind Sie zeitlich?, hat sie mich gestern an der Anmeldung gefragt. „Total“. Morgen um 07:30 Uhr? Geht’s auch später?

Als ich auf dem Rückweg zu M 1 gefahren bin, hing an runtergelassenem Rollladen das Schild: Frisör-Salon mit komplettem Inventar zu vermieten! Ria hatte gesagt, erst Ende September …

Heute ist Donnerstag, der 29. August

Bleib gesund und fröhlich – so hat sich Karl Martin gestern mit Umarmung von mir verabschiedet. 2 Stunden, von 9 – 11, ging gestern unser Team-Treffen, von dem Carmen Sternchen, als wir uns auf’s Klo verkrümelt haben, entrüstet gesagt hat: Das ist doch Muppet-Schow … Ja, echt – jeder hat seine Befindlichkeiten in epischer Breite, wie sie immer so schön sagt, breitgewälzt.

Davon schon hinlänglich erschöpft, hab ich dafür als Ausgleich am Nachmittag ein schönes Beispiel erlebt, dass Wünschen funktionieren kann, wenn es nur inbrünstig genug vorgetragen wird: Fahrt alle an’n Strand!, hab ich gedacht, bevor ich bei 32 Grad zu meiner Kaffee-Schicht zu Guti-Gutshaus gefahren bin. Und – es war nicht einer da von den Gästen, die waren alle unterwegs, und auch Externe haben sich nicht zu uns verirrt. Schön!

Dafür war der Chef da und hat Ingwer-Möhren eingekocht, während ich eine gesamte Charge von 55 Gläschen in den Eimer für Steffens Hühner entleert hab. Das war eine Fehlproduktion von Bettina, die kein Rezept oder nicht das richtige hatte. Fehlschläge  kommen öfter mal vor da – ob nun 10 Kilo Frikassee entsorgt werden müssen, weil sie zwar im Keller, aber nicht im Kühlschrank standen, oder das Lamm-Ragout mit Harissa – laut Rezept 6 Esslöffel auf die Menge! – übergrenzwertig gewürzt war.

Mein Kuchen, den ich gestern gebacken habe, auch. Ich musste ihn nachbessern. Entweder ist er fantastisch geworden oder ich hab ihn für die Hühner gebacken …

Wenn ich jetzt daran denke, ist es an die kurze Zeit, die wir zusammen hatten – ohne störende Einflüsse von außen wie Lernaufgaben zu Selbstwert und Frauen, die an meine Stelle getreten sind. Das ist wie ein heiliger Raum, in dem nur wir beide waren …

Heute ist Mittwoch, der 28. August

Hier erdrückt mich die Hitze und in Rostock die Sintflut! Bei Martina ist der Keller abgesoffen und meine Tochter hat um 23:00 Uhr ein Video mit dem Kommentar geschickt: Wir sind vom Haus-retten-Einsatz zurück. Wir haben 4 Stunden nur geschöpft und gepumpt. Es war viel schlimmer, als es im Video aussieht – viel schlimmer, und es hat viel länger gedauert! Puh …

Extreme … Heute früh um 09:00 ist Treffen der Notfall-Begleitung, wo ein Tagesordnungspunkt der Plan für die nächsten vier Monate ist. Beim letzten hab ich mich aus Arbeitsgründen ganz raus genommen. Jetzt überlege ich, ob ich mich nochmal für 2 Wochen eintrage und dann zum Jahresende aufhöre. Die Bereitschaftswochen 24/7 waren mir von Anfang an ein Graus …

Heute ist Dienstag, der 27. August

Nach einem spontanen Treffen mit Carmen-Sternchen gegen 10 im Altstadt-Cafe verlief der gestrige Tag mit Widrigkeiten. Die Leute sind gestresst – von Hitze und Touris nehm ich an – oder überfordert, von dem, was sie machen, oder beides.

Erste Station war beim Doc, wo ich ein Rezept reklamiert hab, weil das verschriebene Medikament in den Apotheken nicht mehr lieferbar ist. Reaktion der Sprechstundenhilfe: Moment bitte, da muss ich den Doktor fragen. Sie kommt mit ihm zurück und er gibt mir die Hand und sagt: Ach Sie sind das, die Schriftstellerin … Das sagt er jedesmal. Nach kurzer Konsultation mit seiner Tochter-Frau-Doktor, die für Inneres zuständig ist – Er für Chiropraktik – hat er mir ein Ersatzpräparat verschrieben. Wo ich schon mal da war, hab ich gefragt, wie es mit Lymphdrainage aussieht: Die Schwester sagt, ich brauch einen Termin dafür … Wir machen einen Tresen-Termin, war seine Antwort, kniet vor mir nieder und sagt: Heben Sie mal den Rock hoch – es war mein blaues A&M-Am-See-Kleid – befühlt meine Beine und schon hatte ich 10 Behandlungen auf Privat-Rezept. Zwischendurch hat er noch eine Amazon-Sendung geöffnet, bei der er sich gewundert hat, dass sie an die Praxis geliefert wurde, obwohl er sie nach Hause bestellt hat. Es war ein Buch im Doppelband: „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“. Ah, das kenn ich, hab ich gesagt, den 1. Band – ganz köstlich! Den 2. bestell ich mir …

Zweite Station war die Physiotherapie in der Burgstraße bei mir um die Ecke mit dem witzigen Namen Thera Lind – wegen Gleichklang mit Hera Lind, der Schriftstellerin. Die Tür war offen und beim Eintreten hab ich wohl die Rezeptions-Dame in ihrem Mittagspäuschen-Tagtraum vom Feierabend gestört, so wirkte sie jedenfalls, missmutig guckend. Sie hat bemängelt, dass auf dem Rezept die Behandlungsdauer – 30, 45 oder 60 Minuten? – und die Zahl der wöchentlichen Anwendungen – 1 oder 2? 3 glaub ich nicht! – fehlen. Es war nur der ICD-10-Code drauf und bds. – beidseitig. Also beehr ich heut wieder den Doktor … Erster Termin bei (T)hera Lind in 14 Tagen.

Drittens Rezept-Einlösung in der Fontane-Apotheke. Ein neuer Mitarbeiter in mittleren Jahren, schamanisch aussehend und braungebrannt mit blondem Zopf, der mit der Software noch nicht so vertraut war. Er hat gefühlte 20 Minuten angestrengten Suchens auf dem Bildschirm gebraucht, um zu verkünden: Das haben wir nicht da. Und Bestellen? Bestellen geht immer … Wegen Hitze hab ich dann einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht, von dem ich 17:40 aufgewacht bin – gerade noch rechtzeitig, um die Bestellung bis 18:00 Uhr abzuholen …

Aber vor der Siesta wollte ich noch was essen/trinken – nicht das gesündeste, aber das naheliegendste, im Altstadt-Café: Ein Laugenhannes Metti und Zitronen-Limo. Ich hatte noch einen Gutschein von meiner Tochter mit Rest-Guthaben von rund 5 € – 4,93. Die Verkäuferin mit slawischem Akzent wollte mir weismachen, den hätte die Kollegin falsch berechnet und er wäre sogar schon um 2 € überzogen. Das kann ja wohl nicht sein … Doch, mit Gutscheinen kenn ich mich aus! Der Auseinandersetzungen für den Tag überdrüssig, hab ich mich erstmal geschlagen gegeben und draußen mein Mahl verzehrt. Dabei fiel mir ein, da wurde bestimmt was durcheinander gebracht. Es waren ursprünglich 2 Gutscheine – 10 und 15 € – da muss beim Verrechnen ein Fehler passiert sein. Ich also wieder rein und auch hier reklamiert. Damit hab ich nochmal gefühlte 20 Minuten den ganzen Laden aufgehalten, weil sich diesmal eine andere Verkäuferin den Ordner mit den abgelegten Gutscheinen vorgenommen und recherchiert hat. „Ja, stimmt – den Restbetrag hab ich jetzt hier rauf geschrieben: 4,93! Das wär mein Verlust gewesen. Aber kein Wort von wegen sorry oder so …

Heute ist Montag, der 26. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen. Jane Austen 

Ja … Die letzte August-Sommerwoche …

Mir kann man ja schon viel vom Gesicht ablesen, aber Jontes Gesichtsausdruck ist einfach unglaublich. Ich brauch mir nur seine Fotos angucken, schon muss ich lachen. Er ist ganz herzallerliebst, der kleine Schatz!

Heute hätte ich die Kaffee-Schicht, jetzt aber zum Glück erst Mittwoch …

 

Heute ist Sonntag, der 25. August

Um 4 war ich von zwei Tagen Rostock zurück – war alles schön. Bei meiner Tochter und Paul im zukünftigen Haus, bei Martina die Gartenparty – und auch bei Tamina und Michael – und Jonte. Der liebe Kleine ist jetzt 3 Wochen alt und diesmal hab ich schon sein Ärmchen, Beinchen und Patsch-Händchen gehalten, während mein Sohn ihn auf den Knien hatte. Er hat die ganze Zeit geschlafen, nur mal mit einem Auge geblinzelt und paar schöne Grimassen geschnitten. Dabei hat Tamina erzählt, gestern wollten ihre Mutter und ihre Schwester kommen – dann kam ihr Vater noch mit und der Freund ihrer Schwester. Das war ihm wohl zu viel und er hat geweint und war k.o. – Dann bin ich nun nicht die, die ihre Rechte als Großmutter einfordert: Komm, gib ihn mir mal … Das macht mich ganz schön traurig, ich hätte ihn gerne mal auf dem Arm gehabt – so hab ich meine großmütterliche Liebe durch meine Hände in ihn fließen lassen …

Beim Globus-Goldschmied hab ich mir eine schöne Silberkette mit Amethyst-Anhänger – Blume des Lebens – gekauft. Ich hab sie erst entdeckt, nachdem ich die Ständer mit den Ketten schon dreimal rumgedreht hatte. Ich glaub, die hab ich gebraucht als Gegenstück zu dem halben zerbrochenen Herzen Best Friends, das mir Sigi als Kette geschenkt hat. Die liegt seitdem auf dem Wohnzimmertisch – da liegt sie gut. Ansehen kann ich sie, ich will sie mir aber nicht als Mühlstein um den Hals hängen. Zu dem Schmuckstand haben mich meine Füße wie von selbst getragen …

Das ist auf 7 bis 8 Jahre angelegt, hat mal eine gesagt. als ich noch regelmäßig Questico befragt hab, weil ich meiner eigenen Weisheit nicht vertraut hab. Stimmt, das war die Zeit der Affäre. Damit hat sie Recht gehabt – alle anderen haben ein Happy End prophezeit …

Heute ist Sonnabend, der 24. August

2:00 Uhr

Wie kannst du so leben?, hab ich gedacht, nachdem ich heute die Urlaubs-Fotos meiner neu vermählten Ex-Schwägerin aus Berlin in ihrem WhatsApp-Status gesehen hab. Ich hatte mein Handy Mittwoch Abend in Guti-Gutshaus liegenlassen und es erst heute gesehen. An den Fotos – Golden-Gate-Bridge – hab ich erkannt, dass es eine USA-Reise ist. Die wirken so makaber, dass man daraus eine Simpsons-Parodie drehen könnte. Auf einem sieht sie entsetzlich alt aus – obwohl oder weil blondiert. Golden Gate – das hätte sie mit dem anderen gehabt – Jörg, ihrer wahren Liebe.

Es gab Zeiten, da wäre ich nach meiner Spätschicht noch mal  zurückgefahren, um mein Telefon zu holen, weil ich gedacht hätte, was verpassen zu können 🙂

Ich freu mich jetzt auf ein schönes, langes, freies, genussvolles, verdientes Wochenende in Rostock mit Geburtstagsfeier im Garten, Kinder und Enkelkind besuchen, Grönfingers und Ikea! Das Wetter ist prächtig und wie dafür gemacht …