Heute ist Montag, der 12. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen. Alexandre Dumas

Das Foto dazu: Eine Mohnblumen-Blüte im Abendlicht … Alexandre Dumas hat Der Graf von Monte Christo geschrieben. Die richtige Brille ist nicht unbedingt die rosarote, wie am Anfang …

Ich hab immerzu hin- und herüberlegt, wann ich heute am besten losfahre nach Rostock. Um 12 Nageltante und vorher wollte ich noch zur Globus-Autowäsche und zu Grönfingers, eine Sonnenblume im Topf kaufen, für Jonte. Am Steintor ist immer noch Großbaustelle, was auch zu berücksichtigen ist beim Timing. Statt zwischen 9 und 10 fahr ich jetzt um 8 los. Es hat tatsächlich geklappt mit frei gestern. Als Anja angerufen hat, hab ich mich belatschern lassen, heute früh der anderen Anja, die alleine da ist, noch von halb 9 bis halb 11 beim Frühstück zu helfen. Du bist doch hier gleich an der Autobahn, hat sie als Argument angeführt.

Unsere neue Schülerin-Aushilfe heißt Anna – damit sind wir Anja, Anja, Anna, Anita … Anja ist die russische Form von Anna, Anita die spanische, portugiesische und kroatische Verkleinerungsform von Anna. Damit sind wir alles Begnadete, von Gott Behütete … Der Name bedeutet auch Liebreiz und Anmut.

12. August und 12 Stunden war ich unterwegs heute: Von 8 bis 8. Erst 2 Stunden Guti-Gutshaus-Co-Frühstücks-Fee, dann Manja Nageltante, dann Martina. Aus dem Besuch bei Jonte und Eltern ist nichts geworden, weil sie bei der Gynäkologin waren. Michael hat gestern geschrieben: Tamina hat grad noch Probleme mit ihrer Narbe … Das lass ich mal so stehen, denn es triggert wieder dermaßen mein Unverständnis, wie hier mit Leben umgegangen wird. Manja hat gesagt, bei ihr war Kaiserschnitt, weil die Kleine die Nabelschnur um den Hals hatte – und dafür ist er ja auch gedacht – für akute Notfälle. Sie haben danach eine dreiviertel Stunde den Schnitt genäht – 5 Schichten. Und dann müssen auch 5 Schichten heilen! Das ist ein großer Schnitt im Bauch – und für den, der anders denkt, in der Aura.

Also waren sie noch bei der Ärztin und er hat gefragt: Später geht nicht? Es wär bei Manja-Nageltante um die Ecke gewesen, und so bin  ich erstmal zu Martina gefahren. Später – sie waren erst Viertel 5 zurück, wär Stau in der Hamburger gewesen – außerdem hat Hansa heute gespielt. Da wär kein Durchkommen gewesen. So hab ich gesagt, komm ich lieber beim nächsten Mal, in 14 Tagen. Am 24. August haben Martina und Peter ihre Geburtstagsfeier zum 60. zusammengelegt, der im Januar war, und die nun ein halbes Jahr später stattfindet – im Garten.

Jonte – der kann gucken! Von ihm schicken sie mir viele Fotos, die ich auch an die Verwandtschaft weiterleite. Meine Tante schrieb: Der ist ja niedlich! – Ja, hab ich geantwortet, er ist drollig. Dabei ist mir aufgefallen, das ist ein Wort, das fast in Vergessenheit geraten ist …

 

Heute ist Sonntag, der 11. August

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod … wegen nicht verschiebbarem Nageltanten-Termin. Ich hab gegoogelt – ist richtig, genauso wie wegen nicht verschiebbaren Nageltanten-Termins! „Wenn Sie lesen „Straße wegen Schlagloch gesperrt“ ist das genauso richtig wie „Straße wegen des Schlaglochs gesperrt“. Sobald sich das Wörtchen „dem“ vor das Schlagloch schiebt, wird es jedoch falsch.“

Nicht jeder in deiner Umgebung erträgt Schönheit, Kraft und Nähe. Es ist deine Verantwortung, deine Kraft und dein Licht zu schützen! 

Das hab ich im WhatsApp-Status von Susann, einer Hexenschul-Kommilitonin, entdeckt. In meinen Kontakten sind viele schöne Fotos und Sprüche in den Profilen und im Status. Die schreib ich hier nicht alle – doch dieser hat es mir besonders angetan …

Ich hab nochmal gegooglet nicht jeder – wegen Groß- oder Kleinschreibung. Da kam als Vorschlag: Nicht jeder Mensch ist für Arbeit geboren. Das ist ein interessantes Interview mit dem Arbeitspsychologen Tim Hagemann zu Arbeit, Status, Sinn, Einkommen und Zufriedenheit. Zu den nicht für die Arbeit geborenen zähl ich auch – so ist es in Guti-Gutshaus der Kontakt mit Menschen, der mir zusagt, nicht die Arbeit an sich – oder nur zum geringen Teil, da viel zu anstrengend für mein Empfinden.

Weitere Vorschläge waren:

nicht jedermanns Sache

nicht jeder der wandert ist verloren

nicht jeder der zu mir sagt Herr Herr

nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold

nicht jeder wird deinen Weg verstehen

nicht jeder hat das gleiche Herz wie du

nicht jeder ist das was er vorgibt zu sein

nicht jeder mag mich

Interessant …

Die Arbeit, für die ich geboren bin, wird nicht bezahlt: Blog schreiben, Seelsorgerin für mein gesamtes Umfeld, Sonnenschein in die Welt schicken. Dafür wird sie vom Universum großzügig mit Wohlstand und Fülle vergütet.

Wenn ich Glück habe, hab ich heute Abend frei. Es hängt davon ab, ob die Anreise in der SM, steht für Stellmacherei, zum Abendessen kommt. Stellmacherei, Rheinsberg, Louisenfeld, Sommerstorf, Amsee, Blumenow, Rosenow, Sorgenlos, Engelswacht, Herzfeld, Seeland, Adamshoffnung, Evchensruh, Friedrichsruhe – so heißen die Wohnungen und Zimmer bei uns – alle nach Orten in der Umgebung benannt – außer SM.

Seit 8.8. ist 12 Tage das Löwen-Portal. Hier brennt die Luft – Rettungs-Sirenen am laufenden Band! Alles, was nicht der Wahrheit entspricht, wird niedergebrannt. Danach wird Phoenix aus der Asche entstehen – so strahlend wie nie zuvor …

Ich beobachte das alles. Als ich mein neues Portemonnaie eingeräumt hab, war noch eins der Karten-Fächer frei. Da hab ich eine Aura-Soma-Karte gezogen – Klarheit – und da rein gesteckt. Die haben Kredit-Karten-Größe. Ich hab endlich ein entspanntes Verhältnis zu ihm – nicht zu verwechseln mit Affaire! Mein Geliebter ist zu meinem Mann gereift. Egal, wo er gerade ist und mit wem. Das kann kaum einer verstehen. Nicht jeder wird deinen Weg verstehen, nicht jeder hat das gleiche Herz wie du …

Heute ist Sonnabend, der 10. August

Seehaus am Kreuzsee – den nächsten Kurzurlaub direkt am See hab ich schon gebucht vom 7. – 9. Oktober, diesmal mit Ruhe und Radfahren im Nationalpark. Ich wär gerne schon im September gefahren wegen Schwimmen, aber da war nichts mehr frei. Nun wird es statt dessen Goldener Oktober  …

Von 6 bis 7 hatte ich eine schöne Morgen-Kaffee-Unterhaltung mit Lars, den ich 5 Tage nicht gesehen habe, auf der Terrasse in schön nachbarschaftlich-freundschaftlichem Einvernehmen …

Seelenpartner-Reisen sind von oben geführte Psycho-Therapien – für beide, hab ich gestern in einem Youtube-Video gehört. Für mich kann ich das bestätigen. Niemals zuvor hab ich solche unbekannten Höhen und Tiefen durchleben können, wie nach der Begegnung mit dem Mann meines Herzens. Solche Getrennt-Phasen sind wichtig, wurde darin gesagt, damit jeder in allen Bereichen das schönst-mögliche Leben für sich gestalten kann – unabhängig vom anderen. Das glaube ich auch. Die Tiefen sind dabei genau so wichtig wie die Höhen – in ihnen hab ich mich bis auf den Grund meiner Seele fallen lassen, um von da aus wieder hochkatapultiert zu werden. Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand … Noch nie hab ich solche Stärke auf den Höhen gespürt, noch nie solche Demut in den Tiefen gefühlt. Viel hab ich schon geschafft und einiges ist noch in Bearbeitung …

Heute und morgen Abend wieder Guti-Gutshaus und Montag das Café von 14 – 18 Uhr. Das sag ich aber ab wegen nicht-verschiebbarem Nagel-Tanten-Termin …

 

Heute ist Freitag, der 9. August

… und in der Goldenen Gasse Nr. 22. Da hat eine Wahrsagerin gelebt, hat uns Susanna, die Reiseleiterin, erzählt. Da bin ich rein gegangen und hab mir ihren minimalen Lebensraum aus Küche und Wohnzimmer – winzig klein, da die Häuser in die Burgmauer gebaut sind – angesehen und auf dem Tisch vor dem Diwan mit Wandteppich ihre alten Tarock-Karten liegen sehen. Ich hab mit beiden Händen die Wände und den Türrahmen berührt, um mich mit ihrer witchcraft zu verbinden. Ist aber nicht viel passiert … So ein altes Tarot-Deck hätte ich gern zufällig in einem Antiquariat aufgestöbert. Dafür war die Zeit aber zu kurz. Neue Geldbörse hielt das Universum wohl für wichtiger …

In Nr. 14 hat Franz Kafka, der Ruhe zum Schreiben suchte und nicht mehr daran glaubte, sie zu finden, im Sommer 1916 mit seiner Schwester Ottla zufällig das Haus entdeckt, die es gemietet hat und es ihm dann überließ.

Langes Sitzen im Bus war mir klar, aber dann noch 12 Stunden überwiegend auf den Beinen in Prag war das Gegenteil von dem, was ich mit der Reise verbinden wollte – Entlastung für meine von Guti-Gutshaus beanspruchten Füße. Statt mich im Bus von einer Sehenswürdigkeit zur anderen schaukeln zu lassen, wie ich dachte, langes Gehen und Stehen …

Doch es waren trotz Strapazen belebende Eindrücke für die Sinne in der 1,3-Millionen-Metropole, in der sich geschichtsträchtige Vergangenheit in herrlichen historischen Bauwerken repräsentiert.

Und – auch wohltuend anders als sonst – war von Larissa, gestern gerade 14 geworden, bis 80 + altersmäßig so ziemlich alles vertreten. Damit war Leben und Stimmung im Bus und es hat allen viel Spaß gemacht. Ich hab mit Hanna, fast 80, Gudrun und besonders Birgit, 3 tolle Frauen kennengelernt!

Heute ist Donnerstag, der 8. August

19:00 Uhr – Mein Kirchturm hat mich wieder und ich ihn. Heut schaff ich nur noch zu schreiben, dass ich wieder da bin. Durch kilometerlange Baustellen auf der Autobahn und Stau umfahren waren es 2 Tage im Bus und das heißt effektiv nur einen Abend und einen ganzen Tag in Prag. Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht mitgefahren. Trotzdem war es schön in dieser herrlichen Stadt, die aber nur die Touristen will und die Busse, in denen sie sitzen, aussperrt. Das wiederum heißt, dass unser Sommer-Bus uns um 9:00 Uhr bis zur Burg gefahren hat und um 16.00 an einer Moldau-Brücke wieder abgeholt hat. Auch zum Brauhaus am Abend – mit der Metro! Kein Rankommen mit dem Bus. Herr Sommer fährt mit Bus und Bahn, hab ich gesagt – na nicht mit Bus, mit Bahn – und kann die Bier-Verkostung mit genießen.

Das Zimmer im Clarion Congress Hotel hatte, anders als Hotelzimmer meistens, richtige Wohlfühl-Atmosphäre und ich konnte bestens schlafen und aus der 6. Etage den Blick in den freien unverbauten Prager Himmel und Nachthimmel genießen. Mein Zimmer 6202 lag dicht in Fahrstuhlnähe – das hatte ich auch schon mal ganz anders – so dass die Wanderungen vor die Tür für Nikotinschübe im Rahmen blieben. Das ganze Hotel hat Offenheit, Freundlichkeit, Großzügigkeit und Glanz ausgestrahlt – und Welt-Flair natürlich. Und – auch zum ersten Mal und sehr erwähnenswert – ein Wasserkocher mit Instant-Kaffee-Sticks und meinem Lieblings-Earl-Grey-Tee …

Als ich früh um 6 mit wirrem Haar und nur mit Kleid durch das Foyer Richtung Rolltreppe und damit Richtung Ausgang zwecks Zigarette geschritten bin – man bewegt sich in so einer Umgebung automatisch majestätisch – saß da ein Mann, den ich nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen habe, in Jeans und  rosa Hemd, Haare kurz geschoren, in der Lounge, der sah aus wie … Aber A) hätte er kein rosa Hemd an und B) ist er nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort wie ich.

Ein schönes rotes Portemonnaie hab ich für meine umgetauschten Kronen gekauft – keine Silberkette und kein Tarot oder Tarock, wie es da heißt. Dafür war ich in der Goldenen Gasse Nr. 14 …

Heute ist Montag, der 5. August

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Und ob alles im ewigen Wechsel kreist, es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist. Friedrich Schiller

Das Foto dazu: Ein Leuchtturm am Meer

Ich hab von Aniko ein schönes Gästebuch für meinen Geburtstag bekommen. Martinas Gedanken fingen an mit: Was für den Stier das rote Tuch, ist für den Gast das Gästebuch … und setzten sich fort: Rosen sind rot, Veilchen sind blau, Anita ist ’ne tolle Frau. Bei meiner Feier haben es nicht alle geschafft, sich einzutragen, und deshalb hab ich es gestern mit nach Rostock genommen, weil ich gesehen habe, dass meine Tochter und Paul auch noch fehlen. Ich hab es in dem bedrückend engen und stickigen Zimmer vergessen, in dem Tamina und noch eine Frau mit Baby lagen …

Die Bettnachbarin von Tamina fragt, ob du ihr eine Schachtel Pall Mall rot für 7 € mitbringen kannst?, hat Michael mir geschrieben, als ich losgefahren bin. Hab ich gemacht – Zigaretten auf die Entbindungsstation mitgenommen.

Jonte ist niedlich und winzig – obwohl 54 cm und 3920 g, doch ich hab noch keine Bindung zu ihm. Ich hab nur mal seine Fingerchen und den Kopf berührt. Ich denk, es ist doch wohl angebracht, der Großmutter mal das Kind in die Arme zu legen. Auf den Fotos hat Taminas Schwester, die einen Tag vorher da war, ihn auf dem Arm gehabt. Ich hab das Gefühl, das ist nicht mein Enkelkind – da stürzt sich ihre große Familie drauf. Bei der Geburt war außer meinem Sohn auch ihre Mutter dabei.

Geburt … die war am 2.8., 22:07 Uhr, mit Kaiserschnitt. Das hab ich gestern erst erfahren. Meine Zweifel, darauf zu vertrauen, dass die Ärzte Mutter und Kind die Zeit zur Geburt geben, die die Natur dafür vorgesehen hat, waren berechtigt. Gleich einen Tag nach dem errechneten Termin sollte sie in die Klinik kommen und das ganze schulmedizinische Programm – Weheneinleitung und weil es dann nicht schnell genug ging – Kaiserschnitt. Bei meiner Nichte Anja vor einem Jahr auch – gleiche Klinik in Rostock. Martina schrieb: So ein frisch gebackenes Baby ist sicher was ganz wundervoll Besonderes, oder? Ja, oder … Es war noch nicht fertig gebacken – zu früh aus dem Backofen geholt! Er hätte noch eine Woche gebraucht. Ich hab es an seinen Händen und Fingern gesehen – wie zerknittertes Papier. Meine Kinder sind beide fertig und glatt und schier geschlüpft

Ich hab Andrea und Paul, die eher gegangen sind, noch runter gebracht und wir haben uns über die Zustände und die Vorgehensweise unterhalten, wie heutzutage der natürlichste Vorgang des Lebens auf Entbindungsstationen verstümmelt wird. Ich hab zuhause gleich gegooglet und von der Zeitschrift Eltern einen kompakten Artikel gefunden: Verdienen Ärzte am Kaiserschnitt? Jede dritte Geburt ist inzwischen ein Kaiserschnitt! Er kostet doppelt so viel wie eine Spontan-Geburt.

Auf dem Nachhauseweg musste ich erstmal auf einem Parkplatz auf der A 20 halten und mit Zigarette – nicht Pall Mall rot – meinen Blick in die weite grüne Landschaft schweifen lassen, um die schlechte Krankenhaus-Aura loszuwerden … Ich war entsetzt, was mit den Frauen gemacht wird und was sie mit sich machen lassen. Doch nicht die jungen Mütter können dafür – Tamina ist 18 und es ist ihr erstes Kind – die Ärzte und das Gesundheitswesen laden hier Schuld auf sich. Meine Tochter hat gesagt: Mutti – bei einer GmbH – was die Klinik ist – kannst du darauf vertrauen, dass sie gewissenhaft profitorientiert arbeiten – zu ihrem Wohl in ihre Taschen. Nix Körperweisheit!

Mögen sie zur Rechenschaft gezogen werden für ihre Frevel …

Heute ist Sonntag, der 4. August

Was kann man mehr, als sich darüber freuen, hab ich heute morgen  – nein, das war jetzt schon gestern um 01:00 Uhr – gedacht, als es mir bewusst wurde? Dankbar sein …

Meine Freundin Dani hat gefragt: Nita, bist du etwa Oma geworden? Unschwer am Profilbild zu erkennen. Ich glaub ja, ich fahr morgen erstmal hin und überzeug mich davon …

Alle Guti-Gutshaus-Gäste übermitteln der jungen Familie und mir ihre herzlichen Glückwünsche!

 

Wisst ihr was Reue ist?
Wenn ihr nicht mehr schlafen könnt und der Schmerz eure Träume fickt. Weil der Fehler bei einem selbst liegt und seit diesem Tag „dieser“ Fehler euer Leben zerstört!
Jeder Schmerz, den ich spüre, ist niemals vergleichbar mit der Reue, dass ich vor der Liebe davongelaufen bin!

Das hab ich gerade zufällig, das heißt von oben geführt, nachts um 2 in facebook gefunden, wo ich nur noch ganz selten bin. Das hat Ilian, mein Geliebter über zwei Spielzeiten bei der Müritz-Saga, gerade gepostet. Ich hab das kommentiert: Ich kann das gut nachfühlen, Ilian. Während ich, deine „Geliebte“ Renate, dich jeden Abend leidenschaftlich auf der Müritz-Saga-Bühne erwartet hat – war ihr Herz bei jemand ganz anderem, von dem sie auch mal gehofft hat, dass er das schreibt, was Du heute schreibst … Das Leben liefert doch wirklich Stoff für Geschichten, von denen keiner glauben würde, dass es sie gibt, wenn er sie nicht erlebt hätte …

Eine hat ihm geantwortet: Vielleicht kannst du ja der Liebe noch nachlaufen? Man kann der Liebe nicht nachlaufen, ohne dass sie sich noch weiter entfernt … Er hatte eine Freundin während der Bühnenzeit, ich weiß nicht, ob er sie meint mit dem, was er schreibt.

Heute ist Sonnabend, der 3. August

Gestern war Maik im Guti-Gutshaus. Nicht er, aber einer, der aussah wie er und so auf mich gewirkt hat, nur er hatte Haare auf dem Kopf. In Begleitung von Frau und zwei Mädchen, die wie Zwillinge aussahen.

Davon hat keiner was mitbekommen, weder er und die Kinder schon gar nicht. Nur die Frau hat mich die ganze Zeit komisch beäugt, dabei hab ich ihn weder angehimmelt, noch war ich aufgeregt. Ich hab nur seine Ausstrahlung auf mich wahrgenommen und sein Gesicht, das mir so vertraut war, dass ich gedacht hab, ich stell meinem Mann das Essen auf den Tisch.

Bei den andern hatte ich das Gefühl, sie gehören nicht zu ihm. Er wirkte so, als würde er alleine am Tisch sitzen und nur für sich bestellen. In sich und im Stuhl versunken, als würde ihn das alles nichts angehen – Familienvater mit Frau und 2 Kindern.

Heute hat das Morgenglockenläuten einen besonderen Klang und mir laufen die Tränen vor Freude. Gestern Abend um halb eins hab ich ein Foto von einem kleinen Engel bekommen und mein Sohn hat geschrieben: Um 22:07 Uhr war es endlich geschafft!

Ist der schön, euer Sohn, unser Jonte! Ich wollte gerade ins Bett gehen. Ich umarm euch von hier mit meinen herzlichsten Grüßen und Glückwünschen! Schlaft gut nach allen Strapazen. Der kleine Stern ist geboren und leuchtet! Tamina wird am meisten erschöpft sein, sie hat es geschafft!

Das war meine Antwort – und noch eine: Du bist VATER, wo es noch nicht so lange her ist, dass ich Mutter wurde, auch so eines prächtigen Sohnes. Ich freu mich so!

Gott, der ist ja voll niedlich! Wie schaut es aus, kommst du nach HRO? Das hat meine Tochter heute morgen geschrieben, nachdem ich ihr gestern Abend noch die Neuigkeit verkündet habe: Meine liebe Andrea, wir sind Oma und Tante! Wisst ihr bestimmt schon, aber von mir nochmal. Liebe gute Nacht!

Ja, ich fahr morgen hin, um das Glück in die Arme zu nehmen. Als wenn es so sein sollte, hab ich morgen frei …

 

 

Heute ist Freitag, der 2. August

Das war eine schöne Gemeinschaft, gestern Abend im Guti-Gutshaus, und ansteckend fröhliche Stimmung. Fremde Leute haben sich zusammengesetzt und sich unterhalten. So ein Frauen-Paar, Paar wie Liebespaar, das sich zu unseren beiden Schweizer Gästen gesetzt hat. Eine Frau war mit ihren alten Eltern da und sie waren auch begeistert. Sind Sie die Besitzerin?, haben sie mich gefragt. Nein … Das werd ich öfter gefragt und Anja auch. Das wirkt wohl so, weil wir uns so engagieren, weit über das normale Maß hinaus. So haben wir gestern im Anschluss noch Lamm-Eintopf eingeweckt, den Anja vorher gekocht hatte. Dadurch war ich um halb eins zu Hause und meine schöne Contenance war dahin. Es ist einfach zu viel körperliche Anstrengung und fast unmöglich, zu zweit den ganzen Laden zu schmeißen, während die Chefs noch in Urlaub sind …

Zu den Schweizern hab ich gesagt: Heute ist der Nationalfeiertag der Schweiz, hab ich im Kalender gesehen und überlegt, was mir zu Schweiz einfällt: Schweizer Käse, Schweizer Garde, Schweizer Nummern-Konto … Sie haben gelacht und es ergänzt: Schweizer Uhren, Schweizer Schokolade, Schweizer Taschenmesser und, und, und … Alle haben über alles gelacht, was ich gestern gesagt habe, ohne dass ich es bewusst witzig gemeint hab.

Ist das aufregend, ich werd grad Großmutter, hab ich verkündet, als ich von einer kurzen Pause wieder rein kam. Im Ernst? Na, das denk ich mir doch nicht aus! Alle haben regen Anteil genommen und sich mit mir gefreut und meinem Sohn und Tamina alle lieben Wünsche übermittelt! Das war ein schönes, verbindendes Gefühl. Einer der Gäste, der heute 70 wird, und dessen Frau mich beiseite genommen und gefragt hat, ob wir einen schönen Geburtstags-Tisch mit Kerze und Blümchen zum Frühstück arrangieren können, meinte: Das wird bestimmt ein Doppel-Geburtstag und hat sich gefreut.

Die Frau, die mich gefragt hat, ob ich die Chefin bin, meinte: Man merkt, dass Ihr das mit Herzblut macht! Zur Zeit mehr mit Blut als mit Herz, hab ich bei mir gedacht. Doch das positive Feedback von allen lässt die enorme Anstrengung fast vergessen …