Heute ist Montag, der 3. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Es geht nicht darum, was dir im Leben passiert, sondern wie du darauf reagierst. Epiktet

Und gleich noch ein Spruch:

Was wenn …? … Wenn alles, durch das du gerade gehst, dich vorbereitet auf das Wunderbare, um das du gebeten hast? Darum hab ich bestimmt nicht gebeten, um eine praktische Möglichkeit der Bedürfnisbefriedigung nebenan durch Ich lass die Türe offen …

Das wird heute ein Sprüche-Blog. Ich hab mal wieder eine Karte aus Sentenzia – Feuerherz und Flügelschwert, dem Tarot mit Sprüchen, gezogen: III Die Herrscherin – Weiblichkeit ist die Achse der Erde und die Milchstraße am Himmel. Meine Weiblichkeit hüte ich wie einen Schatz, die trag ich nicht zu Markte wie eine beliebige Ware …

Erfahrung bleibt des Lebens Meisterin – siehe gestern – ist von Goethe.

Der Mai war ein heiratsfreudiger Monat. Von meinen WhatsApp-Kontakten sind 3 Profilbilder Hochzeitsfotos: Bei meiner Schwester Tine – ihre Tochter Stefanie mit Maximilian, bei meiner Freundin Silvi – ihr Sohn Georg mit Sina, und gerade erst entdeckt: Meine Ex-Schwägerin Moni in Berlin mit Andreas. Ich hab ihr noch nicht gratuliert, es fällt mir schwer. Sie hatte mal eine ähnliche Geschichte wie ich, nach einer langen, intensiven Affäre hat sich ihr Seelenpartner doch für das Althergebrachte und damit gegen sie entschieden. Andreas ist die II. Wahl – um nicht allein zu sein, sagt sie. Dementsprechend sieht auch das Hochzeitsbild aus – Er versteinert, sie mit Sonnenbrille …

Heute ist Sonntag, der 2. Juni

Als wir gestern Abend um 7 auf unserem gemeinsamen Open Air-Territorium waren, hat Lars mit einem Freund telefoniert, mit dem er sich zur Müritz-Sail verabreden wollte, und ich hab ihn sagen hören: Hättest du 10 Minuten eher angerufen, hätten wir uns gleich treffen können. Ich war mit Anita, das ist meine Nachbarin, gerade in Edeka …

Ja, da haben wir uns unabgesprochen zur gleichen Zeit, kurz vor Ladenschluss, getroffen. Er hat draußen auf mich gewartet und wir sind zusammen zurück gegangen. Er wohnt in Nr. 25 und ich in 26. An der Haustür haben wir uns verabschiedet: Bis gleich … und oben wieder getroffen. Das ist doch witzig.

Eigentlich wär gestern meine vierte Guti-Gutshaus-Schicht in Folge gewesen, doch meine inständige Bitte nach drei anstrengenden Einsätzen, heute möchte ich frei haben und zu Hause bleiben, ist erhört worden. Ich hab den ganzen Nachmittag tief und fest geschlafen – und heute auch FREI …

Da bin ich gleich mal über die M-Sail-Meile geschlendert und hab einen Stand mit Fairtrade-Thai-Sandalen, ganz herrlich, entdeckt. Hatte aber nicht genug Bares mit und hab gesagt: Ich hol bloß Geld und bin gleich wieder da … Auf dem Weg zum Gelddrucker hör ich einen Pfiff, reagier natürlich nicht, und da ruft jemand Anita! – Lars saß im Schatten neben Früh- und Spätkauf mit Käffchen und Zigarette und hat mir ’n Zehni geborgt. Ich meine Schläppchen geholt und mich dazugesetzt …

20:45 Lars-Special: Ich glaub, heute lass ich die Terassentür offen bei der Wärme, kann ja keiner reinkommen. Keiner, außer ich … Du, da hätte ich kein Problem damit. Das glaubt er ja wohl nicht wirklich, dass ich die Richtige bin für ich hätte kein Problem damit.

Ich weiß nicht genau, was er erlebt hat, doch ich weiß, was ich erlebt hab. Die Erfahrung bleibt die Meisterin des Lebens …

Heute ist Sonnabend, der 1. Juni

Der Monat fängt wetterprächtig an. Wie schön, hab ich eben gedacht, dass ich mein Morgen-Käffchen nicht allein schlürfe, sondern in netter Gemeinschaft mit meinem Terrassen-WG-Partner Lars.

Gestern hab ich was schönes entdeckt und zu ihm gesagt: Komm mal, ich will dir was zeigen … Vor einem Jahr kamen zwei Frauen ins Guti-Gutshaus – eine Fotografin und eine Redakteurin – die unter dem Oberbegriff ODYSSEE Broschüren mit schönen Zielen in Mecklenburg herausgeben. Ich hatte sie in unserem Haus herumgeführt und ausführlich ihre Fragen beantwortet – sozusagen ein Guti-Gutshaus-Interview gegeben. Jetzt liegen die blauen quadratischen Hefte bei uns im Eingangsbereich: ODYSSEE – 25 Touren durch die Mecklenburgische Seenplatte

Davon hab ich eine mitgenommen und mir gestern das Ergebnis angesehen: Tour 7 – Von der Mitte nach Südwesten – Sonntagsbrötchen an der Klinke und Minz-Gelee zum Picknick. Das sind wir. Und jetzt die Überraschung! Zu den idyllischen Fotos ist jeweils ein kleiner Text abgedruckt. Unser endet mit: „Und was gibt es für ein schöneres Kompliment an dieses Haus, wenn die Hauscafé-Angestellte mit dem poetischen Namen Stoffregen voll purer Überzeugung behauptet: Ich bin Mecklenburg-Fan.“

Ich bin namentlich erwähnt, hab ich zu Lars gesagt. Meine lieben Kollegen samt Chefs hatten das auch noch nicht gesehen. Fanden sie süß. Ich bin nicht nur Mecklenburg-Fan, mit Geburtsort Röbel/Müritz bin ich gebürtiger M-Fan … Da freu ich mich!

Dieses Wochenende ist Müritz-Sail, ich geh morgen mal hin … Heute überraschend Guti-Gutshaus-frei!

Heute ist Freitag, der 31. Mai

Heute wird’s wirklich nichts mit meiner schönen Seen-Runde, statt dessen Wasser in der Badewanne. Nach fast zehn Stunden gestern mit reichlich zu tun am Herrentag und heute sehr wahrscheinlich auch wieder – Anja will bis 14:00 Uhr anrufen, ob Bedarf ist – und morgen sowieso, ist nur Schongang angesagt.

Als ich gestern ankam, war Nicole, unsere Frühstücks-Fee, noch da. Sie hat mitbekommen, wie Anja drauf ist, und hat zu mir gesagt: Ich hätte dich ja viel lieber in meiner Schicht, so wie Anja mit dir umspringt. In solche Spielchen steig ich nicht ein und hab gesagt: Sie meint das nicht so. Kommst du damit klar?, hat sie gefragt. Ja, das perlt an mir ab …

 

Heute ist Donnerstag, der 30. Mai

… draus wob die braune Heide sich ein Gewand gar fein und lädt im Festtagskleide zum Maientanze ein … Das Volkslied hab ich im Kopf: Nun will der Lenz uns grüßen. Woher nur – wegen Hochzeit, wegen Herrentag? Wahrscheinlich weil ich dachte, der Text ist aus Komm lieber Mai und mache …

Was machst du heute Schönes?, hab ich Lars gefragt, nachdem ich ihm einen schönen Herrentag gewünscht habe. Was soll ich machen? Mit deinen Kumpels treffen! Die saufen doch eh nur alle, von daher ist es ein Tag wie jeder andere. Nur, dass ich frei hab … Bei mir ist kein Tag wie jeder andere. Die Sonne scheint, es ist Feiertag und auch, wenn ich ihn im Guti-Gutshaus feier, ist er doch herrlich!

Ab 13:30 Uhr Nachmittags-/Spätschicht …

Nach über 9 Stunden und Feierabend sieht der Tag nicht mehr ganz so herrlich aus. Anja ist deutlich überlastet, davon bekomm ich viel ab. Das hat sie wohl gemerkt und gefragt: Sag mal, nerv ich manchmal? Nein – das war nicht gelogen. Ich kann es ausblenden … Die Musik, die da manchmal dudelt, ist auch grenzwertig. Eine gute Gelegenheit zu üben, Zustände auszuhalten. Das war wohl heute für alle nicht der beste Tag. Obwohl die Zeit knapp war, bin ich vormittags noch meine Seen-Runde gefahren. Ob morgen auch, ist fraglich.

Dafür Überraschungsbesuch von Martina mit Wolfgang im Guti-Gutshaus-Cafe. Das war eine schöne Erfrischung!

Heute ist Mittwoch, der 29. Mai

4:44 Uhr – Kaffee mit Sonnenaufgang auf der Terrasse. Halb in Gedanken noch bei der Hochzeit mit vielen schönen Eindrücken und tollen jungen, engagierten Leuten, ihren Freunden – Studenten, Musiker, Fotografen – halb schon wieder im Alltag. Alles Liegengebliebene wie Wäsche, Abwasch und Einkauf erledigen und – inspiriert durch den Wochenspruch Blick in die schöne Natur – nicht nur Zeit für Guti-Gutshaus und Arbeit, sondern auch genug für Muße und Erholung integrieren.

Die freie Trauung – das heißt, nach der standesamtlichen durch den besten Freund des Bräutigams – war sehr berührend. Ich hatte Michael und Tamina schon auf der Hinfahrt erzählt, dass die beiden mal eine schwere Zeit hatten, in der Steffi während der Trennung von ihm alles hin geschmissen hat, inklusive Studium, und völlig abgestürzt ist. Bei der zweiten Trauung direkt am Ufer der Spree haben sie jeder dem anderen und den Gästen die Zeit, seit sie sich kennen, aus ihrer Sicht geschildert. Und auch diese Phase nicht ausgelassen. Es war von beiden Seiten eine Liebeserklärung, die zu Herzen ging. Da blieb kein Auge trocken. Wir alle, die wir sie kennen und gern haben, haben mit ihnen gefühlt – Familie und Freunde.

In seiner Rede hat er auch gesagt: Ich danke Steffi für ihr Verständnis. Ich bin oft monatelang unterwegs und sie sagt: Mach, was dich glücklich macht! Es war auch lustig: Durch meine Frau hab ich gelernt, dass es nicht Kloppos und Lengos heißt, sondern Menschen mit Lernschwierigkeiten. Steffi hat Rehabilitations-Pädagogik studiert.

Es war ein verbindendes Gefühl zwischen allen Gästen, eine schöne Zusammengehörigkeit zur Feier des Glücks.

Aus der Rede von Steffi: Max ist der schönste Mann der Welt für mich …

23:00 Uhr Feierabend!

Heute ist Dienstag, der 28. Mai

Gestern Abend auf der Terrasse hab ich gedacht: Es ist Mai, der ist dies Jahr komplett spurlos an dir vorüber gegangen. So war es noch nie.

Was machst du am Wochenende? Was machst du Pfingsten? Die Antwort ist immer dieselbe: arbeiten – arbeiten, arbeiten, arbeiten …

Mein Nachbars-Mann Lars macht eine Woche blau mit gelbem Schein. Ich hab erstmal geschlafen, hat er gesagt, der Körper holt sich, was er braucht. Wo es möglich ist, hab ich in Gedanken ergänzt …

Dieses Jahr ist alles anders. Das war heute sage und schreibe die erste diesjährige Radtour um den Tiefwarensee, so spät wie noch nie. Eigentlich gestern schon, aber da war hinten der Reifen platt nach Überwinterung im Keller. Von Couching wird’s nicht besser, hab ich mir gesagt und mich endlich aufgerappelt. Wenn’s jetzt nichts wird, dann wird es nie was. Der Anfang ist gemacht!

Zum Herrentag kommt Manuel …

Denkste, Manuel wollte kommen. Wie hab ich grade geschrieben? Arbeiten, arbeiten, arbeiten – morgen ab 17 Uhr, Donnerstag ab 14 Uhr und Fr/Sa nach Bedarf …

Heute ist Montag, der 27. Mai

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Blick in die schöne Natur und beruhige dein Gemüt! Ludwig van Beethoven

Die Hochzeit hat mir vor Augen geführt, wie es bei mir aktuell aussieht mit gelebter und erlebter Liebe, und ich kann nichts weiter tun, als das anzunehmen, wie es ist.

Auf der Feier haben wir uns ausführlich unterhalten – meine Kinder mit ihren Partnern und ich. Mein Schwiegersohn Paul hat von ihrem Stress beim Hausausbau berichtet, der Unzuverlässigkeit der Firmen und Nichteinhaltung der Angebote.

Meine Tochter hat, wie ich sie überhaupt nicht kenne, eine pessimistische Weltsicht vertreten: Das Leben ist langweilig, es könnte zu Ende sein. Ich latsch jeden Tag zur Uni … Oder bei dir, Mutti … Sie wollte fortfahren, doch ich hab sie unterbrochen: Ich hab zwei prächtige Kinder – das war nicht das beste Argument, denn sie hat noch keine und mein Sohn, der im Juli Vater wird, meinte im Auto, das wird auch nichts mehr – doch mir war wichtig, das anzuführen, sie sind ein Großteil meines Glücks. Also, ich hab zwei prächtige Kinder, ich hab ein Buch geschrieben, und ich hab mein Guti-Gutshaus …

Sie hat mal gesagt: Mutti, ich will immer einen Plan B in der Tasche haben, wenn Plan A nicht mehr funktioniert. Daran werde ich sie erinnern, das fiel mir nur nicht gleich ein.

Beim Brautstraußwerfen sollte ich mich dazustellen, hat sie gedrängt. Nein, keine Diskussion!

Heute ist Sonntag, der 26. Mai

Ich schreib morgen … das waren so viele schöne Hochzeitseindrücke und Momente gestern und heute. Das Brautpaar, jetzt Ehepaar, kennt sich seit 10 Jahren, davon waren sie 2 Jahre getrennt und keiner von beiden hat geglaubt, dass sie wieder zusammen kommen. Während der freien Trauung und der ganzen Feier am Ufer der Spree hab ich gedacht: Es wird zusammengefügt, was zusammengehört …

Ich hab LIEBE gewählt – für Europa!

Die Liebe ist stärker als das Böse und die Liebe muss die Welt regieren! Das steht im Parteiprogramm. Mein Kreuz auf dem Stimmzettel stand unter dem Eindruck der erlebten Liebe an diesem Wochenende. Ich wusste bis heute nicht, dass es die Partei überhaupt gibt. Liebe lebe hoch!

Der Eröffnungstanz des Brautpaars war aus meiner tanzschultechnischen Sicht nicht vollkommen, aber vollkommene Umsetzung von Liebe in Tanz. Zuhause hab ich mir Youtube-Videos angesehen: Safe the last dance for me … und hab dabei gefunden : Sarah Mclachlan – In The Arms Of The Angel – und bei 0:59 ist M. Rice im Video aufgetaucht – das ist phonetisch sein Name …

Während das geschieht, hält mir Lars vernichtende Vorträge über die Welt. Ich hab ihm Kuchen mitgebracht, weil noch so viel übrig war.

Margret Marincolo bemüht außer Tarot auch die Lenormand-Karten:

Du willst wissen, wann ich endlich auf der Matte stehe. Vor Deiner Türe. Mit einer Rose in der Hand? Sie kann besser triggern als Maik selbst …

Heute ist Sonnabend, der 25. Mai

Eine Ehe ist wie Haarspray: Guter Halt, ohne zu kleben. Am besten von den ganzen Sprüchen gefällt mir noch: Für eine gute Ehe gibt es einen sehr einfachen Maßstab – man ist dann glücklich verheiratet, wenn man lieber heimkommt als fortfährt. Ich glaub, den schreib ich auf die Karte.

Muss man da was Besonderes anziehen?, hat mein Sohnemann noch gefragt. Na, das ist schon ein festlicher Anlass, du musst nicht unbedingt das T-Shirt anziehen, in dem du zum Geburtstag von Taminas Mutter gefahren bist … grau-grün schlammig.

Meine Verkoster-Funktion im Guti-Gutshaus hat sich trotz viel Bewegung auf die Hüften gelegt. Ich hoffe, mein Kleid passt mir noch, ohne dass ich aussehe wie eine Guts-Leberwurst. Stunde der Wahrheit …

12:30 Uhr ist geplante Abfahrt – 16:00 Uhr Freie Trauung