Heute ist Montag, der 25. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene. Weisheit aus China

I believe I can fly, I believe I can touch the sky … Mit dem Lied im Kopf bin ich heute aufgewacht. 3 Guti-Gutshaus-Tage – Das war schön und hat Spaß gemacht – mit den Gästen und den Kollegen, doch ich war platt wie ’ne Flunder danach. Ich bin gleich ins Bett gegangen und hab mich ausgeschlafen. Und heute: Be-schwingt und gute Laune, auch wenn graue Wolken am Himmel hängen. Ich glaub, das macht der Frühling … Schönen Montag!

 

Heute ist Sonntag, der 24. März

14:30 Uhr Feierabend und Wochenende … Stunden aufschreiben, Trinkgeld in die Lillifee-Box und Beine hoch – mehr mach ich heute nicht. Ich dachte unterwegs schon, ich schlaf im Auto ein.

Gestern Abend kam noch ein Junge, ungefähr 9,  von den Kindern des Familientreffens ins Restaurant, guckt mich an und sagt nichts. Ja …? – Bist du morgen auch wieder da? – Ja … Er nickt, freut sich und geht wieder raus. War das süß!

Heute ist Sonnabend, der 23. März

Als ich die Augen aufgeklappt habe, war es 11:33 Uhr und ein schöner Frühlingstag. Vor dem Standesamt auf dem Markt stand eine Hochzeitsgesellschaft und ein weißer Oldtimer mit Rosenherz auf der Motorhaube. Viel Glück, seid gesegnet!

Beim Einschlafen hab ich gedacht, ich möchte mal aufwachen und wissen, dass alles gut ist. Was heißt alles gut?, hab ich mich selbst gefragt. Er ist glücklich vergeben. Alles gut heißt aus jetziger Sicht, dass er nicht mehr so präsent ist. Ich fühl ihn wieder mit unglaublicher Macht. Als wenn er gestern mit mir in der Late-Night-Schicht von Guti-Gutshaus war. Es ist mir ein Rätsel. Ich kann es mir nicht erklären. Wozu soll das gut sein …?

Heute ist Freitag, der 22. März

Er ist echt ’ne Herausforderung nebenan. Ich hab Bücher, er hat Steel-Books, teure DVDs in Blechdosen, oder DVDs in teuren Blechdosen. Das Einzige, was ich davon kannte, war Avatar.

Gestern Abend hab ich bei ihm auf dem Fußboden gekniet und sein Fernseh-Unterteil gehalten, in das er mit Bohrmaschinen-Aufsatz Löcher in die Rückwand für die Kabelei gesägt hat. Dann hab ich auf seinem Bett gesessen und er hat mir gegenüber am PC seinen Europe Truck Simulator gezeigt. Er stellt sich LKW-Touren zusammen und fährt sie dann – mit Lenkrad und Gas-und-Bremse-Pedal. Und das machst du stundenlang?, hab ich gefragt. Das mach ich nur, wenn mir langweilig ist … Wär schön, wenn du dafür noch Geld kriegen würdest …

Hilfe … ich wüsste nicht ein Thema, worüber ich mich mit ihm unterhalten könnte. Für mich ist das geistige Armut. Männer sind Kinder, sagt Martina. Was soll das mit uns werden?

Heute ist Donnerstag, der 21. März

Gestern Abend war meine jüngere Schwester noch hier. Wir haben besprochen, wie wir es logistisch mit Fahrt und Unterkunft zur Hochzeit im Mai in Berlin machen. Ein Hotel hab ich mir gestern schon gebucht. Jeder hat sich selber was besorgt. Wir hätten auch was für alle zusammen organisieren können, das wäre einfacher. Ich wollte mit meinem Sohn und Tamina mitfahren und hab gesagt, warte mal, ich ruf ihn gleich mal an. Jo, das sollte kein Problem sein, hat er gesagt …

Bei der Gelegenheit hab ich mich gleich erkundigt, was mein Enkelchen macht und ob sie schon wissen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Das haben sie gestern grad erfahren und er wollte mir grade das Bild von der Fein-Sonografie schicken: Es wird ein JUNGE! Wir freuen uns alle mit ihnen und ich am meisten. Welchen Namen hattet ihr dafür nochmal ausgesucht?, hab ich nachgefragt. Sie hatten mir schon mal gesagt, wie es heißen soll, sowohl den männlichen wie auch den weiblichen Vornamen, aber ich hab es vergessen. Jonte – das klingt schön und nach Leichtigkeit. Ich glaub, der wird zu ihm passen …

Vorher hatte Manuel angerufen. Als er gehört hat, dass ich am Wochenende zweimal die Late-Night-Schicht und einmal Früh habe, wollte er nur kurz zum Kaffee kommen und Martina mitbringen. Ich musste ihn erst überzeugen, dass das nichts wird und es mir zuviel ist. Lieber mal in Ruhe, obwohl ich mich gefreut hätte, vor allem wegen Martina,

Für unsere zusammengewürfelte WG ist Lars eine Bereicherung. Gestern hab ich ihn meiner Schwester vorgestellt. Er ist freundlich, hilfsbereit und handwerklich geschickt, davon profitieren gleich Sigi und Wolfgang, die gerade ihr Wohnzimmer renovieren. Die Kommunikation der Hausgemeinschaft mit ihm läuft über mich: Wenn du ihn siehst, sag ihm mal …

Heute ist Mittwoch, der 20. März

Gestern war ich schon im Schlummer-Modus, als um kurz vor 9 das Handy geklingelt und Guti-Gutshaus angezeigt hat. Wie sieht’s denn bei dir am Wochenende aus?, hat die Chefin gefragt. Gut sieht’s aus … Das wär dann aber die volle Kanne, hat sie erklärt. Die volle Kanne heißt Was?, hab ich gefragt. – Freitagabend, Samstagabend und Sonntag könntest du noch ein bisschen beim Frühstück helfen, wenn es dir nicht zuviel wird. Das wär dann aber erst ab 9 … Ja, das passt dieses Wochenende gut, ich hab noch nichts vor, bzw. was ich vorhabe, kann ich verschieben … Super, vielen Dank!

Das passt wirklich ausgezeichnet, letztes Wochenende 3 Tage Besuch, dieses Wochenende 3 Tage arbeiten. Vor allem kam die Anfrage rechtzeitig, 3 Tage vorher, so kann ich mich seelisch und moralisch drauf einstellen. Das ist nicht immer so, sondern manchmal auch ganz spontan und kurzfristig. Manuel wollte kommen, um seine Rüttelplatte abzuholen, die in seine Praxis umziehen soll. Hier stand sie sowieso nur rum, wenn er nicht hier war. Das hat auch noch Zeit bis zum nächsten Wochenende.

Frühlingsanfang! Damit endet das Venusjahr und Merkur kommt als Jahresregent. Auf meinem Altar, das ist Omas alter, halbhoher Schrank im Wohnzimmer, stand das ganze Jahr die Karte der Göttin Venus. Ich hab mich nochmal bedankt bei ihr, dass sie so gut für mich gesorgt hat, vor allem im Bereich Arbeit, Einkommen und Finanzen. Das hielt sie wohl für wichtiger bei mir als LiebeDas kann Merkur jetzt übernehmen, hab ich zu ihr gesagt. Die Kommunikation in Liebesdingen …

Frühlingsanfang ist schon deshalb schön, weil Anfang darin enthalten ist. Der Winter ist zu Ende. Ich wusste, wann es Zeit war, meine Bemühungen einzustellen, oder vielmehr, sie auf mich zu richten … Jetzt – ist ein prächtiger Morgen, kalt aber herrlich, mit strahlendem Sonnenaufgang!

Heute ist Dienstag, der 19. März

Schießen darf man nicht … Das waren gestern die Worte meiner jüngeren Schwester, als ich angerufen habe, um meinem Schwager zum Geburtstag zu gratulieren. Ich richte ihm die Glückwünsche aus, hat sie gesagt. Er geht nicht ans Telefon. Sie waren abends essen, auf ihre Initiative. – Und? – Wir haben uns ätzend angeschwiegen. Aber wenigstens das Essen war gut. Dann kam der Satz – siehe oben. Eine unglückselige Ehe …

Ihre älteste Tochter Steffi heiratet am 25. Mai. Er will auch nicht mit zur Hochzeit kommen. Nun will sie ihre Bekannte im Dorf aufsuchen die eine Heilerin ist, allerdings eine mehr als zweifelhafte. Die soll ihn manipulieren, doch mitzukommen. Ich hab ihr meine Bedenken gegen so ein Vorgehen geäußert, woraufhin sie gesagt hat: Das ist mir in dem Fall egal, ich will nur, dass er mit zur Hochzeit kommt. Schon daran, dass die andere sowas überhaupt macht, erkennt man ihre Gesinnung.

So sehr ich mir auch gewünscht habe, mit ihm leben zu können, hätte ich nie zu solchen Maßnahmen und Manipulationen gegriffen. Nur, wenn es seine Entscheidung und sein freier Wille ist … alles andere kam nicht in Frage. Weder, dass ich Herzöffnungs-Rituale für ihn durchgeführt habe, noch irgendwelchen anderen Zinnober. Ich hab immer nur für mich gearbeitet und gewirkt – dazu hat mir meine eigene Magie gereicht. Wenn ich dunkle Kräfte bemühe, wird auch das Ergebnis entsprechend – dunkel.

Sie wollte sich schon zur Silberhochzeit trennen, aber sie zieht es weiter durch. Willst du immer so leben?, hab ich sie gefragt. Ja, wenn wir kein Haus hätten, sondern eine Wohnung … war ihre Antwort. Tine!, überleg dir das mal – ein Haus als Schicksals-Kreuz …

Heute ist zum ersten Mal annehmbares Wetter, morgen ist ja auch Frühlingsanfang. Beim Spaziergang am Tiefwarensee ist ein Schwanenpaar auf mich zu und direkt über meinen Kopf geflogen. Ich bin noch auf dem richtigen Weg, hab ich da gedacht …

Heute ist Montag, der 18. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Festhalten kannst du den Frühling nicht, aber ihn plündern. Friedrich Hebbel

Dazu muss er erstmal da sein. Sturm, Schauer, 4 Grad …

Neulich kam mir das Wort Apanage in den Sinn, ohne zu wissen, warum oder woher. Es war immer wieder in meinem Kopf Apanage … Es kommt aus dem Französischen und bedeutet eine regelmäßige finanzielle Zuwendung größeren Stils. Wer benutzt das Wort noch und in welchem Zusammenhang?, hab ich mich gewundert.

Gestern haben wir wieder 3 Folgen der 3. Staffel von Outlander geguckt – und da ist es mir begegnet, 3 Tage später: Claire ist, nachdem sie herausgefunden hat, dass Jamie die Schlacht von Culloden Moor überlebt hat, nach 20 Jahren in der Gegenwart durch die Steine von  Craigh na Dun zu ihm 200 Jahre in der Zeit zurückgereist.  The Battle of Culloden fand am 16. April 1746 zwischen britischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten statt. Sie war das Ende der mächtigen Highlander-Clans in der schottischen Geschichte. Viele Tote waren zu beklagen, doch Jamie hat überlebt …

Outlander versinnbildlicht die Seelenliebe zwischen Jamie und Claire über Zeit und Raum hinweg. Während ihrer Abwesenheit, und nicht damit rechnend, dass seine erste Frau je wieder zurückkehrt, hat er wieder geheiratet, allerdings nur formal auf dem Papier. Diese Schein-Ehefrau stellt nun, da Claire wieder da ist, Ansprüche und fordert für sich und ihre beiden Töchter – die nicht von Jamie sind – eine Apanage.

Welchen Bezug hat das zu mir?, hab ich überlegt. Selbst wenn Maik jetzt geschieden ist und noch Unterhalt zu zahlen hat – die moderne Form einer Apanage – tut er das nicht, um mit mir zusammen zu sein. Bei solchen Seltsamkeiten denk ich, ich komm vom anderen Stern …

 

 

 

Heute ist Sonntag, der 17. März

Gestern gab es eine Situation … Lars hat mich aufgefordert, komm mal, ich zeig dir mal was, und während er mir an Ort und Stelle die farbliche Gestaltung seiner Schlafzimmerwände erklärt hat, hat er auf einmal den Arm um meine Schultern gelegt, mit dem Einschub: Hoffentlich hab ich mal keinen Schreihals im Bett, du würdest das ja hören auf der Terrasse – du weißt, was ich meine … Ich hab große Augen gemacht und gesagt: Knebeln … nachdem mir klar wurde, dass er mit Schreihals kein Baby meinte. Er hatte mal eine, die ziemlich laut war, hat er weiter ausgeführt. Das hat mir grade noch gefehlt – Sex nebenan, den ich hören kann. Bloß nicht …

Und dann gab es noch eine Begebenheit … Als ich nachmittags mit Silvia und Detlef bei „Mecklenburger Backstuben“ gelandet bin, weil Tet-a-Tee-und-Kaffee mit eigener Kaffeerösterei gerammelt voll war, war ich kurz zum Räucherpäuschen draußen – Entzug hab ich noch verschoben – als quer über die Fußgängerzone ein Mann mit Regenschirm, groß und ungefähr mein Lebensalter, direkt auf mich zukam: Entschuldigung, kennen Sie sich hier aus? – Ja … Wo bekomme ich hier Bücher? Die beiden Buchhandlungen haben schon geschlossen. – Ja, und andere haben wir hier nicht. Was suchen Sie denn? – Einen schönen Wälzer, der sich am Wochenende weg lesen lässt. Ich hab 2 schwere Wochen hinter mir und Montag geht’s weiter … also Touri. Da fiel mir ein: Rossmann am Markt hat auch Bücher, da finden Sie bestimmt was. – Vielen Dank, das war sehr freundlich von Ihnen … und er ging durch den Regen davon und ich bin wieder rein gegangen.

Als ich es Silvi und Detlef erzählt hab, hat sie gefragt? Warum hast du ihm nicht gesagt, du bist Schriftstellerin und hättest eins für ihn … Merkwürdig manchmal, wäre ich alleine gewesen, wär ich bestimmt ins Gespräch gekommen mit ihm. Ich kannte ihn nicht, doch er kam mir vertraut vor …

Heute ist Sonnabend, der 16. März

Silvia und Detlef aus Rostock sind an diesem Wochenende hier, das mit schlimmstem Sturm und Regen glauben lässt, es gibt einen Weltuntergang. Ich hatte vorgeschlagen, dass wir heute Vormittag in ihre Lieblings-Boutique gehen. Das ist der Zweck ihres Besuches, dass Silvi ihren Kleiderschrank auffrischt. Er wollte gleich gestern noch nach ihrer Ankunft hin, und da sie erst um 17:00 Uhr hier waren, hat Edita, die freundliche Inhaberin, erst um halb 7 schließen können, statt um 18:00 Uhr. So lange hat es nämlich gedauert, bis Silvia ihre Outfits zusammen hatte. Detlef, ganz versorgender Mann, hat seine Karte gezückt und die 10 Teile plus 2 Taschen großzügig bezahlt, was gut 500 Eus ausgemacht hat. Draußen ist sie ihm um den Hals gefallen, mit Kuss und Dankeschön.

Mich hat das merkwürdig berührt, in meiner begleitenden Funktion. Ich bin selbständige Shopping-Queen und hab keinen Versorger an meiner Seite. Nur keinen Neid aufkommen lassen, hab ich gedacht. Dafür folge ich meinem Herzen und bin unabhängig, während ihre Beziehung ziemlich materiell geprägt ist.

Abends haben sie mich dann zum Italiener in Venezia eingeladen und mich die 200 Meter durch den Sturm zu meiner Haustür gebracht. Und was machen wir morgen?, hat Detlef beim Abschied gefragt. Gute Frage – bei dem Wetter. Mit dem komprimierten Shopping-Erlebnis von gestern hätten wir heute locker den Vormittag füllen können. Aber mir fällt schon was ein – Sturm und Regen haben aufgehört …