Heute ist Donnerstag, der 4. April

Décalcomanie – das ist ein herrliches Wort, finde ich. Damit habe ich mit Martina – sie hatte die Idee – meine Einladungen zum Geburtstag gestaltet. Für jede die gleiche Technik, immer mit einem anderen Ergebnis – fantasievoll, farbenfroh und einzigartig. Das passt zu mir. Ich hab das noch nie gemacht und hatte so viel Spaß dabei – und die Resultate sind verblüffend. Es sind also alles Prototypen.

Unter Décalcomanie versteht man die künstlerische Technik des Farbabzuges oder des Farbabklatsches. Sie ist dem Bereich der Monotypie zuzuordnen, unterscheidet sich aber dadurch, dass sie nicht darauf abzielt, ein Motiv abzubilden, sondern selbständig als Motiv zu fungieren.

Als wir mitten im kreativen Prozess waren, kam Manuel dazu, der schon Feierabend gemacht hatte, weil er nur noch maximal 4 Patienten pro Tag behandelt. Das entspricht seiner gegenwärtigen Leistungsfähigkeit. „Und welche davon krieg ich?, hat er erwartungsfroh gefragt. „Ähm … gar keine“, hätte ich fast gesagt. Ich wollte ihn nur mündlich einladen. „Überraschung …“, hab ich gesagt. Wo er das nun schon mal gesehen hat, haben wir uns veranlasst gesehen, für ihn auch noch eine zu entwerfen, die zu ihm passt.

Mit Manuel sind es 13 Einladungskarten geworden. Das ist eine krumme Zahl – und ich hab noch Jemand eingeladen, eine Herz-Briefmarke draufgeklebt und sie in die telepathische Post gegeben. Es kann sein, dass sie zurückkommt mit „Empfang verweigert“, es kann aber auch sein, dass sie ankommt …

Heute ist Mittwoch, der 3. April

Gestern war Saison-Besprechung in Guti-Gutshaus, inklusive Frühstück. Anschließend haben wir vor der Tür bei strahlendem Sonnenschein ein Foto aufgenommen. Das ist das Profilbild für die WhatsApp-Gruppe. Ich hab es an Ulla, Martina und meine Tochter geschickt. Ulla hat gefragt: Wo hast du denn die irren Stiefelchen her?, Martina hat gesagt: Morgen musst du mir mal erklären. who is who?, und meine Tochter hat geschrieben: Hey Mutti, cooles Team. Ja, macht Spaß …

Als ich zurück war, hat erst Manuel angerufen und gefragt, ob wieder Portal-Tage sind, er konnte nicht schlafen, und als Sigi zum Kaffee kam, hat sie von sich und Wolfgang dasselbe gesagt. Außerdem hatte Wolfgang Schmerzen, ihm taten alle Narben weh und davon hat er reichlich. Ich dachte auch, es zer-reißt mich und ich fühl den Schmerz meiner ganzen Umgebung – in  den Beinen bis zum Kreuzbein, trotz Tablette noch so stark, dass mir schlecht war. Ich dachte schon, ich muss das Frühstück absagen.

Komischerweise fing das gleichzeitig mit meiner Löschungs-Aktion am Montag  an, erst seit gestern nachmittag wurde es erträglich und war dann ganz weg – als ich gesagt habe, okay – lassen wir das …

Heute wieder Rostock – Manja Nageltante und Martina. Wir wollen die Einladungskarten zu meinem Geburtstag kreieren. Während ich das schreibe, ist es 3 Uhr nachts. Da weiß ich schon, der Schlaf fehlt mir am Tage – aber ist dann eben so …

 

Heute ist Dienstag, der 2. April

Heute ist doch nicht der 8. April, hab ich gestern gedacht, als ich am Laptop saß und mein Blick auf den Kalender, der daneben steht, fiel. Ich hatte gleich 2 Blätter umgedreht und somit ist der neue Montags-Gelassenheitsspruch der für nächste Woche. Den für diese gibt’s dann nächsten Montag …

Fang an zu löschen … hab ich oder wer auch immer mir gestern Abend gesagt und – nach kurzem Zögern – mit den WhatsApps angefangen, die noch hin und her gingen nach seinem „Ich schreibe dir hiermit zum letzten Mal.“ Ich hatte ihm zwar mitgeteilt „Das ist das Ende, was noch offen war“, es aber für mich noch nicht umgesetzt. Also will ich nach und nach, jeden Tag ein paar, von den Nachrichten, Fotos und Videos tilgen, von denen er am Ende gesagt hat: Ich hatte nie eine Absicht.

Sie verteilen sich auf diverse Handy-Leichen in der Schublade und meine beiden aktuellen. Damit fang ich an … Ganz zum Schluss kommen die ausgedruckten Fotos. Sie werden dem Osterfeuer übergeben – diesem oder dem nächsten. Die Kreuzigung Christi steht für das Ende des Leidens.

„Steh zu deiner Wahrheit“ – das sagen sie immer wieder in den Karten-Readings. Im Tarot Feuerherz & Flügelschwert sagt die Karte Der Gehängte, die für Stagnation steht:

THETS FPOK MED FUA EID,  THIEHRHAW EID TFO TSI EHCSLAF SAD – DAS FALSCHE IST OFT DIE WAHRHEIT, DIE AUF DEM KOPF STEHT …

Heute ist Montag, der 1. April

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt. Laotse

Was hab ich neulich grad geschrieben? Ich habe noch nicht alles, was möglich ist, aber vieles. Nachdem ich das heute früh gelesen habe, denk ich: Doch, ich habe alles. Ich lebe es nur noch nicht so, wie ich es mir vorstelle …

Wer auch noch nicht so lebt, wie er es sich vorstellt, ist Lars. Ich hab mich schon gefragt, warum um Himmels Willen er mir als Nachbar geschickt wurde. Sigi hat neulich beim Kaffee erwähnt: Der ist nichts für dich, schade. Da fehlt was, für eine Partnerschaft. Ja, das hab ich auch schon festgestellt …

Er sagt, er ist nicht auf der Suche. Doch seine Verabredungen, also Dates, werden immer kurzfristig unter fadenscheinigen Begründungen abgesagt. Die eine hat Fieber, die andere Migräne … Das hat er mir neulich frustriert abends auf der Terrasse berichtet und abgewunken: Das ist wohl mein Schicksal … Oh, denk ich, Schicksal – das ist nichts, was man sehen oder anfassen kann – und nur daran glaubt er, hat er gesagt. Ich lass mich doch nicht verarschen … war sein Fazit. Das liegt doch an dir, hab ich gesagt. – Sie  sagen doch ab … Du musst es nicht zulassen!

Heute helfe ich meiner Schwester, ihre Wohnung für die Übergabe am Sonnabend vorzubereiten. Genau 5 Jahre war das ihr Zuhause …

 

Heute ist Sonntag, der 31. März

Den Umzug fahren, war entspannt gestern. Es waren nur noch Kleinteile bei Möbeln und paar Kartons mit Sachen. Den Großteil haben vorher schon die Meisterschüler von der TAO-Schule bei einem Wochenend-Einsatz übernommen. Wir waren zu viert, darunter Falk, die Ruhe in Person, mit großem Auto und Anhänger. Er hat alles so gut gestapelt, dass es gepasst hat und völlig stressfrei war. Das hat zwei Stunden gedauert. Dann haben wir bei herrlichster Frühlingssonne draußen gefrühstückt und sind losgefahren …

An ihre neue Adresse – 10 km entfernt, in der Nähe vom Nationalpark-Eingang Groß Dratow. Ihr Wohnwagen, den sie inzwischen Pilgrim getauft hat, steht in schöner Lage auf einem großen Grundstück, das gehört Andrea und Maik.

So fiel der Name natürlich öfter und ich hab ihn dann auch kennengelernt, bei Ankunft im neuen Domizil. Meine Schwester hatte mir vorher erzählt, das Dorf besteht zum Teil aus Einheimischen und zum anderen Teil aus Alternativen. Maik und seine Partnerin gehören zu den Alternativen. Sie sind dabei, ein Blockhaus zu bauen, und leben bis es fertig ist auch in einem Wohnwagen auf dem weitläufigen Gelände. Er sah ziemlich naturbelassen aus, um nicht zu sagen verwildert. Sie hat mir gefallen, freundlicher als er. Als sie gesehen hat, dass ich geraucht habe, kam sie und hat gefragt, ob ich wohl mal ne Zigarette für sie hätte. Maik hat nur Tabak – entsetzliches Kraut …

Heute ist Sonnabend, der 30. März

Gestern bin ich zum Finanzamt spaziert – letzter Arbeitstag des I. Quartals, da kannst du mal deine Steuererklärung abgeben, hab ich gedacht. Es war schönes Wetter und wie in allen Belangen ist mir das persönlich lieber, weil ich immer noch 1 – 2 Fragen habe, als wenn alle Lebensangelegenheiten nur noch online abgewickelt werden. Diesmal saß ein eher unscheinbares Männchen der Gattung Finanzbeamter hinterm Schreibtisch, der mir die Grundsätze seiner Materie erklärt hat: Es gibt 2 Regeln … Zahlungseingänge gelten für das Jahr, in dem man sie erhält – also meine Krankenkassen-Beitragsrückerstattung für 2017 zählt für 2018 – meine Ausgaben für die private KV, die gegengerechnet werden – für das Jahr, in dem ich sie tätige, also 2017. Dabei hat er die ganze Zeit auf mein Dekollete geguckt – was für ihn auf Augenhöhe war – als wenn er noch nie Haut gesehen hätte oder seine Worte zwischen meinem Brust- und Halsansatz ablesen würde.

Meine Schwester zieht heute in ihren Wohnwagen um. Da helf ich ein bisschen mit, obwohl  meine Hilfsbereitschaft bei Umzügen Grenzen hat. Das ist mir zu anstrengend.

Gestern war noch was Witziges: Früh, kurz nach Acht, hat mein Handy geklingelt. 0381 … Rostocker Nummer. Es war Martinas Freund Peter, der gefragt hat: Bin ich da in der Praxis von Frau Dr. Neuschäfer?  Ich hatte mich nur mit „Ja?“ gemeldet. Er wollte seinen Termin absagen. „Oh, wie kommt das denn?“ Die Telekommunikation geht manchmal seltsame Wege …

Heute ist Freitag, der 29. März

Wenn ich es nicht so spüren würde … Auch im dreizehnten Jahr ist es genau so intensiv wie im ersten, auch ohne realen Kontakt. Es ist in all den Jahren nicht weniger und nicht mehr geworden. Es hatte von Anfang an seinen Höchststand erreicht. Bei ihm ist es entweder anders, oder – was wahrscheinlicher ist – er weigert sich, es anzuerkennen. Nichts kann man so fühlen, ohne Resonanz. Im Kopf sieht es anders aus, viele Frauen und Harleys später.  Das ist nur die Herz-Ebene …

Ich hab mein WhatsApp-Profilbild geändert vom Regenbogen über der Altstadt von Waren auf ein Schwanen-Paar auf der Müritz. Das hatte mir mal Sabinchen geschickt, mit dem Vermerk „Das hat ein Urlauber in der Nähe von Gotthun aufgenommen.“ Zum Foto hab ich den Kommentar erhalten: Die Schwäne sehen aus wie ein Hochzeitspaar … Ja, sind sie auch. Bei meiner Ankunft am Guti-Gutshaus flogen neulich auch 3 Schwäne über mich hinweg, und davor 2 – am Tiefwarensee. Mal sind es Schwäne, die mich begrüßen, wenn ich meine Schicht beginne, mal Kraniche.

Es sind schlimme Zeiten, wenn man auf Herz und Nieren geprüft wird. In Gotthun ist Gott – Er hat mir das Bild geschickt …

Heute ist Donnerstag, der 28. März

Seit gestern Abend habe ich einen faszinierenden Anblick vom Wohnzimmerfenster aus. Ich seh das Riesenrad vom Frühlingsfest auf dem Amtsbrink. Es leuchtet im Dunkeln in allen, ständig wechselnden Farben und Mustern, so prachtvoll, dass ich gar nicht aufhören konnte zu gucken. Ein Feuerwerk von Farbenrausch, schöner als alles, was ich bisher gesehen habe. Ich kann darüber staunen wie ein Kind. Wenn es am Hafen stand, war es auch beleuchtet, aber das muss eine neue Illuminations-Software sein

Während ich darin vertieft war, fiel mir ein – Riesenrad … das Rad … Rad des Schicksals. Diese Karte fiel in letzter Zeit gehäuft in den Karten-Readings: Es dreht sich zu deinem Vorteil … Wenn es so leuchtend-bunt und schillernd kommt, dann ist das Die Welt – die 2. Häufigkeitskarte

In Rostock wurde gestern die Innenstadt evakuiert wegen Bombenentschärfung, sagt Martina. Sie ist mit Elise und Katze Pia zu Peter nach Gehlsdorf gefahren.

Heute ist Mittwoch, der 27. März

Gestern Abend hat mich eine Fee angerufen. Es war schon um Acht als meine liebe Putz-Fee angeklingelt und gefragt hat, ob es mir morgen spontan um 10 Uhr passen würde? Ich hab kurzentschlossen zugesagt. Das heißt, vorher alles hochzustellen und wegzuräumen, damit sie Bewegungsfreiheit hat …

Ich bin schon bei der Planung meiner Geburtstagsfeier im Juli, die diesmal eine Familienfeier im Guti-Gutshaus wird. Das fällt auf einen Sonntag. Dafür hab ich nachmittags das Cafe gebucht. Meine Tochter möchte mit Paul von Sonnabend zu Sonntag dort übernachten. Bei der Reservierungsanfrage hat meine liebe Chefin mir erst den üblichen 20 Prozent-Mitarbeiter-Rabatt eingeräumt. Als ich gesagt habe, die Rechnung geht dann an mich, das schenk ich meinen lieben Kindern, schrieb sie: Nee, dann machen wir das anders, du zahlst die Hälfte, den Rest trage ich ein. Das ist sehr großzügig, damit bin ich bei 75 Eus für 2 Personen mit Übernachtung und Frühstück.

Gäste sind meine erweiterte Familie, das heißt Schwestern, Kinder, Nichten, meine liebste und letzte Tante Gi sowie meine Freunde, die in Rostock leben und lieben – Sigi und Angelika als Schwiegereltern meiner Tochter, Silvia und Detlef, Martina und Manuel. Dann sind wir so bei 20 Leutchen. Mit meiner Haus- und Hofgemeinschaft als nächste Nachbarschaft plus Carmen-Sternchen feier ich bei mir auf der Terrasse im Angesicht des Kirchturms …

Ich hab noch nicht alles, was möglich ist, aber vieles: Neun Kelche 

Heute ist Dienstag, der 26. März

Seit ich bei Guti-Gutshaus bin, bin ich immer auf der Suche nach gastro-tauglichen Bequem-Schuhen, in denen ich auch mal 10 Stunden überstehe, ohne dass ich das Gefühl habe, mir fallen die Füße ab – und die trotzdem noch einigermaßen feminin aussehen.

Gestern wollte ich noch einkaufen gehen und habe es immer wieder aufgeschoben, bis ich mich nachmittags aufgerafft habe. Und genau da ist mir Carmen über den Weg gelaufen, die gesagt hat: Ich hab an dich gedacht … Das funktioniert nicht immer und bei allen so, ganz speziell bei Einem nicht, aber der wohnt ja auch nicht hier. Carmen wohnt auch ein paar Kilometer weg, aber sie ist öfter hier. Wir sind dann beim Bäcker eingekehrt – mit Käffchen und Plausch, das war schön.

Intuitiv bin ich danach in die Schuh-Perle nebenan gegangen. Der Name ist der reinste Sarkasmus, das weiß ich. Und doch hab ich da ein Paar gefunden, allerdings in 41. „Können wir die nicht in meiner Größe bestellen?“, hab ich gutgläubig die Verkäuferin gefragt, die noch vor Kurzem Esoterik im Einklang-Laden verkauft hat. „Nee, die kann ich nicht bestellen.“ Auf so eine Antwort bin ich hier gefasst. Danach hab ich 18 Seiten auf Amazon durchforstet, bis ich sie gefunden habe. Geht doch …

Guck mal unauffällig zum Brunnen, hab ich zu Carmen gesagt – das ist mein neuer Nachbar. Er saß da mit 2 Mädels mit Hund …