Heute ist Sonnabend, der 23. Februar

Jetzt flötet schon die Amsel zum Morgenkaffee – heute um halb 6. Meine Schwester hat mir ein Care-Paket mitgebracht, eingepackt in leuchtend rotes Papier und Schleife. Da war drin: Immun-Tee, Salbei-Bonbons, Balsam-Taschentücher, antibakterielles Handgel, Milkyway Crispy Rolls, Rotbäckchen-Saft, Kneipp-Wärmebad und eine Kerze. 22.2. Rot ist die Liebe …

Dann kam eine Mail, dass Stephan, einer der Dozenten des Seminars nächste Woche, erkrankt ist, es aber trotzdem stattfindet. Herzinfarkt, hab ich dann erfahren. Oh Mann! Dann haben die anderen 3 von uns von Notfallbegleitung angefragt, wer fahren kann. Ich wollte auch irgendwo mitfahren und hab den Mail-Verkehr erstmal nur beobachtet. Dann hat sich der Vierte von uns als Mitfahrgelegenheit angeboten und so ist nun erstmal der Stand. Das fängt ja gut an … Die Teilnehmer sind überwiegend männlich und Polizisten. Das bringt meine weiblich dominierte Welt in Schieflage wieder etwas ins Gleichgewicht. Ich will nicht sagen, dass ich mich nur deshalb angemeldet habe, aber auch

Nach einer Woche Krankenstation wird es nächste Woche wieder abwechslungsreicher: Montag Frisör, Dienstag Putzfee, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Seminar …

 

Heute ist Donnerstag, der 21. Februar

Der ganze Quark-Strudel ist gegessen. Wenn ich auch noch den Winter über gebraucht habe, um ihn zu verdauen, freu ich mich auf den Frühling mit Appetit auf Sahnehäppchen … Das dauert nicht mehr lange und beginnt schon nächste Woche.

Gestern kam Christa mit Hühnersuppe für die Seele – Komm rein, ich hab grad Herrenbesuch. Der Fensterputzer war grade am Wirken, im Alleingang, ohne seinen Kollegen. Da ist die Mutter gestorben. Ich weiß nicht, wer sich mehr über das Glanz-Ergebnis gefreut hat – er oder ich. Das muss doch gleich nochmal so viel Spaß machen, als wenn kein großer Unterschied zu sehen ist. Stimmt, hat er genauso strahlend bestätigt.

Am Nachmittag hat der Postbote geklingelt und gefragt, ob ich 5 Pakete annehmen würde, für 3 Leute, die nicht da waren. Normalerweise gibt er sie unten bei Wolfgang ab, aber der war wohl auch nicht zu Hause und so hat er sich die Treppen rauf bemüht. Eins davon trug den Vermerk: Nur persönliche Zustellung! Das handhaben sie hier unkonventionell …

Was die Ernährungsumstellung von Quark auf Sahne betrifft: Ich will weg und weiter, doch es hält mich was mit großer Kraft zurück. Es ist nicht konkret und greifbar. Ich fühle es nur. Als wenn er mich nicht gehen lassen will und wir darüber diskutieren.

Du fehlst auf der Treppe, hat Christa gesagt. Sie meint bei unseren Hofgesprächen vor der Haustür …

Heute ist Mittwoch, der 20. Februar

Ich fang doch schon mal an mit Frühjahrsputz, indirekt. Heute kommen die Fensterputzer. Das hat sich gestern bei Terminanfrage kurzfristig so ergeben.

Krankheit ist auch immer für was gut, so kommen einem, wenn man zur Bett-Ruhe kommt, auch Einsichten. Und während sich der Körper reinigt durch Schwitzen, Schlafen und Abtransport von Schlacken, so klärt sich auch der Geist. Nachdem ich endlich – lang, lang hat’s gedauert – nicht mehr der treibende Kern in der Verbindung bin, geht’s jetzt an die Genussmittel – allen voran meine geliebten Dunhill Menthol. Ich weiß, wofür ich sie gebraucht habe und wofür sie auch gut waren. Sie haben ihren Zweck erfüllt – und können gehen.

Das fällt zeitlich günstig – Frühlingsanfang …

Heute ist Dienstag, der 19. Februar

Gestern war Sigi kurz oben. Sie hat gesagt: Du siehst aus, als ob du gegen 10 Mann gekämpft hättst … Das reicht noch nicht. Danach hab ich mich auch gleich wieder ins Bett gelegt.

Ob von der Sonne am frühen Morgen bis zum Mond am späten Abend – der Himmel sieht aus wie in 1001 Nacht. Ich wollte raus gehen und mit Frühjahrsputz anfangen. Das kann ich vergessen. Nächsten Mittwoch fängt mein 3-Tage-Seminar an. Ich kann froh sein, wenn ich bis dahin wieder gesellschaftsfähig bin.

Manuel hat Gürtelrose. Sagt er. Was mich nicht wundert, bei dem Lebenswandel. Er war schon mal auf einem guten Weg. Jetzt macht er genauso weiter, was sein exzessives Sex-, nicht Liebesleben betrifft. Davon grenz ich mich ab, hab ich gesagt. Ja, dann grenz dich ab. Ich bin ein Kerl, ich brauch was für untenrum. Dann frag dich mal, warum du das brauchst. Wenn alle Kerle so wären, wär die Welt ein trauriger Ort. Sex von der Stange, nur keine Nähe. Das muss am Beruf liegen …

Heute ist Montag, der 18. Februar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Nicht ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt. Dalai Lama

03:55 Ich huste mir die Seele aus dem Leib und stell fest, meine Codein-Tropfen gegen Reizhusten sind alle. Die einzigen, die helfen, ohne dass sich der Hustenreiz in Heiserkeit verwandelt. Leider rezeptpflichtig, und ich hab keine Lust, die überbordenden Wartezimmer aufzusuchen. Schlecht organisiert, wenn man dann, wenn man was braucht, feststellt, dass es alle ist …

Heute ist Sonntag, der 17. Februar

Jetzt tauchen in WhatsApp so Sprüche auf wie: Der Lack ist ab, aber ich mag meine Grundierung. Dazu kann ich eine kleine Geschichte liefern …

Ich hatte mal ein Date mit einem Mann, der nur etwas älter war als ich. Das war schon hier in Waren. Der Einzige, der mal mit Blumen kam. Sportlich und aktiv, konnte ich seinem Erzählen entnehmen und auch optisch feststellen. Doch dann kam der Satz: Der Lack ist ab, aber … Wer will mit jemandem zusammen sein, der sich so sieht?, hab ich gedacht. Ich jedenfalls nicht.

Ich würde nie von mir sagen, der Lack ist ab. Ich würde höchstens sagen, er leuchtet mit der Zeit noch intensiver …

Seit gestern bin ich krank und schwimm auf der Erkältungswelle, das heißt Bettruhe. Als ich Dienstag bei meiner Schwester war, war das nicht an ihrer sonstigen Adresse. Sie hütet ein Haus, deren Besitzer den ganzen Februar in Spanien sind. Das war zu kalt in dem Katen. Als ich nach Hause kam, war ich ein Eiszapfen.

 

Heute ist Sonnabend, der 16. Februar

Ich weiß nicht, was passiert ist, aber Irgendwas ist passiert. Während ich sonst zu Vielem ein verwaschenes Jain gesagt habe, kann ich jetzt Ja und Nein klar unterscheiden und sprech es auch aus. Das hat wohl mit Selbstwert zu tun. Ich hatte einen guten Lehrmeister dafür.

Die Situation in der ich bin, nennen sie in den Seelenpartner-Readings in Separation ohne Kontakt. Das betrifft ganz Viele. Ihnen geht es ähnlich wie mir. Das lese ich in den Kommentaren unter den Videos. Eine Zeit lang sah es so aus, als ob es kurz davor war, doch dann …

Da bin ich der göttlichen Fügung dankbar, dass sie mir so einen schönen Aufenthaltsort zugeteilt hat.

Heute ist Freitag, der 15. Februar

Wenn ich ihm auch nicht schreibe, ist es doch jeden Tag amüsant zu sehen, wie er sich weigert. Heute sind es 3 Monate … Ich hab ihm nicht mehr die Oberhand gelassen. Nur in Einem hab ich noch seinen Wunsch erfüllt:  Ihn gehen lassen. Das kann man nur, wenn man sicher ist, dass es das Richtige ist.

Gestern hab ich den Abend auf Terrasse verbracht – mit Sternen, Wein und Mondenschein. Ich hab mich so vollkommen ganz und eins mit Allem gefühlt, dass ich mich nicht erinnern kann, das schon jemals so empfunden zu haben. Wenn, dann muss es lange her sein …

Heute ist Donnerstag, der 14. Februar

Gestern Abend kam Aniko mit einem großen Strauß rot-weißer Lilien, die in ihrem Blumenladen ausgesondert wurden.

Wenn ich eine Blume wäre, wäre ich eine Lilie …

Ich hab sie auf die Terrasse gestellt, damit sie lange frisch bleiben. Ich seh sie ja auch da, durch meinen Glaspavillon. Man könnte denken, ich hab einen Verehrer. Selbst draußen duften sie noch so betörend, dass die ganze Luft davon erfüllt ist. Christa hat uns auch mit Rosen und einem roten Schoko-Herz beschenkt. Es jährt sich wieder der Tag der Blumenhändler und Verliebten …

Passend zum Valentinstag hab ich auf Youtube ein Video von Stefanie Laura Adjana gefunden: „Best of Gefühlsklärer“ – eine Auflistung von Gründen, warum es nicht geht oder gehen kann, die sich mit den Kommentaren darunter noch fortsetzt. Das sind schlagkräftige Argumente, zu denen ich auch ein paar beisteuern könnte. Ich hab herzlich gelacht. Qintessenz war: Zu intensiv …

Valentin – so hieß der erste Mann – damals war er noch ein Junge – mit Familiennamen, der mir den Status Jungfrau abgenommen hat. Das ist mir heute zum ersten Mal aufgefallen. Er hatte seine Augen.

Im Underground, der Kellergewölbe-Kneipe zwei Häuser neben mir, steht heute als Valentin-Angebot: 10 % Rabatt mit Frau, 20 % Rabatt mit Freundin, 30 % Rabatt mit Frau und Freundin. Muss ich dazu noch was sagen? Nur „herrlich“ …

Überraschend war heute ein Date mit Carmen-Sternchen im Altstadt-Cafe mit Aperol-Spritz und mit Frühlingsgefühlen …