Heute ist Mittwoch, der 6. März

Wo ich das jetzt wieder höre: Die nächste Frau von vielen … Meine Intention ist, aufzuschreiben, wie es weiter geht – langfristig – nach dem, was mal zwischen mir und ihm gewesen ist. Sonst hätte ich schon lange aufgehört mit Blog-Einträgen, bei dem Stand der Dinge. Bei ihm kann ich nur schreiben, was ich auf diesem Weg über Manuel oder andere erfahre. Mein eigenes Erleben fließt direkt in meine Tagebucheinträge ein.

Vor ein paar Tagen habe ich gerade gedacht: Das, was es war, ist vorbei und was anderes war es für ihn nicht. Damit kann ich leben. Und nun kommt, wie zur Bestätigung, diese Kunde … Na egal, mein Blog ist eine Langzeit-Studie auf Lebenszeit …

Heute ist Dienstag, der 5. März

Ich könnte dir was erzählen von Maik, wenn du was wissen willst, sagt Manuel, der Götterbote. Sie haben vor 2 Tagen telefoniert. Das ist nicht nötig, hab ich gesagt. Und dann ist es ihm später doch raus gerutscht: Er hat eine neue Freundin. Er wird noch mehrere neue Freundinnen haben. Mehr Kommentar hatte ich zu der Botschaft nicht. Mehr wissen wollte ich darüber auch nicht. Die Zeiten, wo mich das erschüttert, sind vorbei. Ich bin nur müde, das zu hören. Ich schließ eine Baustelle nach der anderen bei mir ab, langsam aber stetig. Da sind solche Mitteilungen Randglossen. 

Seit gestern ist ein Höllen-Sturm, als wenn das die Antwort des Himmels darauf ist …

Heute ist Montag, der 4. März

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Ein Herz in Ruhe sieht in allem ein Fest. Weisheit aus Indien

Nachdem er sich zwei Wochen bei Loan – eine seiner Ersatzmütter – in Rostock einquartiert hat, hat Manuel mich angerufen, als ich gestern grad im Ausgleich zu Sonnabend eine ruhige Kugel – drei Kreuze! – in Guti-Gutshaus geschoben hab. Er hat gefragt, ob er ab heute für eine Woche zu mir kommen kann. Er hält’s alleine zu Hause nicht aus.

Ja, komm mal … hab ich gesagt. Ich spür seine Zerrissenheit. Er ist völlig haltlos, das Ergebnis seiner Sex-Sucht … Es geht ihm so beschissen, dass er jetzt schon die dritte oder vierte Woche allen Patienten abgesagt hat – und das heißt einen Monat ohne selbständiges Einkommen – dass ich sogar darauf verzichte, meine Lebens- und Liebes-Philosophie zu proklamieren. Er hat sich dreimal dafür bedankt, dass er herkommen kann.

Mein Herz ist in Ruhe. Seins ist es nicht …

Heute ist Sonntag, der 3. März

Gestern ist es eine 10-Stunden-Guti-Gutshaus-Schicht geworden, von 14 – 24:00 Uhr. Halb Eins zu Hause und um Zwei im Bett. Danach war ich tot, doch das Trinkgeld war mehr als anständig. Ich hatte meiner Schwester für heute einen Kuchen versprochen, weil sie mich drum gebeten hatte. Also bin ich um 8 aufgestanden und hab gebacken. Hätte ich gewusst, dass ich erst um Zwei im Bett bin, hätte ich das nicht zugesagt. Jetzt noch die Kaffee-Schicht, von 14 – 18:00 Uhr. Dann ist Wochenende. Das reicht dann aber auch. Ich bin entsetzlich müde …

Quasi über Nacht ist eine kleine, feine Änderung eingetreten. Ich fühl nicht immer nur Maik, Maik, Maik, Maik, sondern Maik, Maik, Maik – Lars. Das ist nicht viel, aber ein bisschen. Letzterer hat natürlich ein Stück Sonntagskuchen abgekriegt.

Heute ist Sonnabend, der 2. März

Das Schönste ist, er redet mit mir. Das ist das, was der Mann, der gefühlt immer bei mir ist, mir verweigert hat.

Schickt mir meinen Mann, den, den ihr dafür haltet … hab ich gebetet, nachdem mein Herzensmann sang- und klanglos gegangen ist. Und – Simsalabim – hab ich einen lieben Nachbarn bekommen. Wenn er zehn Jahre älter wär oder ich zehn Jahre jünger oder beides – dann wären wir gleich alt – würde es auch altersmäßig passen. Doch so ist es auch einfach nur schön – es passt. Und: Es ist jemand Da …

Heute ist Freitag, der 1. März

Nach 3 schönen, eindrucksvollen Tagen bin ich wieder froh, zu Hause zu sein. Das war interessant – während sonst immer nur ein Mann gefühlt bei mir anwesend war, hat er jetzt reale Gesellschaft bekommen. Als ich weg war, hab ich öfter mal an mein neues Gegenüber gedacht und hab mich gefreut über die glückliche Situation. Und er kam auch gleich freudestrahlend raus, frisch vom Frisör, als ich zurück war, und hat mich begrüßt. Sein Dasein wirkt irgendwie wohltuend  …

Jetzt wollte ich mir ein ruhiges Wochenende machen, denn so schön wie es war, so anstrengend war es auch. Seit gestern Mittag war das zu merken. Doch nun am Wochenende Guti-Gutshaus-Schicht, Sonnabend und Sonntag auch.

 

Heute ist Mittwoch, der 27. Februar

Als ich heute früh um 6 mit der Kaffeetasse auf die Terrasse gegangen bin, hat es nicht lange gedauert, und nebenan ist die Tür aufgegangen und Lars hat sich dazu gesellt und wir haben eine Stunde erzählt. Das macht wirklich Spaß mit ihm, sehr gesprächig.

So, jetzt ist erstmal Seminar – 3 tolle Tage! Wie Kurzurlaub – gute Unterkunft, gute Verpflegung, gute Dozenten. Und dann bin ich Freitagabend wieder hier …

Heute ist Dienstag, der 26. Februar

Zwei Tage und Nächte war ich im Ungewissen, was mich gegenüber erwartet. Als er sich dann gestern vorgestellt hat – sogar mit Lebenslauf – hab ich mich bedankt Oben. Es gab schon weitaus längere Zeiten, in denen ich im Unklaren war … Ein netter Nachbar, das tut gut.

Sigi hat gleich gefragt: Und, wär er was für dich? Ich freu mich einfach nur über nette männliche Gesellschaft. Das hatte ich lange nicht. Er ist jetzt beim Malern und hat mir gezeigt, wie er die Wohnung einrichtet. Zu seinem monströsen Bildschirm in Kino-Format sagt er: Ich guck gerne Filme … Außerdem hat er einen schönen Humor und ist witzig. Es ist ein gutes Gefühl, dass er da ist.

Ich hab ihn gleich mit Du angesprochen – vereinfachtes Verfahren.

Heute ist Montag, der 25. Februar

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch:

Fehler sind das Tor zu neuen Entdeckungen. James Joyces

42 Jahre, ledig, keine Kinder. Hat er mir heute beim Kennenlernen auf der Terrasse erzählt – Lars. Na, da sieht die Welt doch gleich ganz anders aus – die Nachbarschafts-Welt. Jetzt weiß ich, mit wem ich es zu tun habe, bei meinem Gegenüber. Ein sympathischer Mann, offen und freundlich. Und mir sind mehrere Steine vom Herzen, zwei Tage hab ich gedacht: Das kann ja was werden … Wie kommt es denn, keine Altlasten in dem Alter?, hab ich ihn gefragt. Ihm war Party machen wichtiger, sagt er. Da wollte er keine Kinder in die Welt setzen. Jetzt hat er sich die Hörner abgestoßen, meint er. Sicher?, hab ich lächelnd nachgehakt. Ich glaube, wir verstehen uns …

Heute ist Sonntag, der 24. Februar

So ein schöner sonniger Sonntagmorgen mit Glockenläuten … aber da hört’s auch schon auf. Gestern war Einzug nebenan. Das Einzige, was ich vom neuen Nachbarn bis jetzt gesehen habe, ist ein Flachbildschirm, so breit wie die Wand, an der er steht. Er war kaum drin in der Wohnung, da war er schon angeschlossen und seitdem läuft er ununterbrochen …

Die Wohnung stand jetzt 1 Jahr leer – da hätte sonstwer einziehen können. Ein Fernseh-Glotzer ist so ziemlich das Schlimmste, was mir das Universum hätte schicken können. Zu meiner Seelenfamilie gehört Der jedenfalls nicht. Mein Wunsch nach harmonischer und einvernehmlicher Nachbarschaft ist nicht oben angekommen. Ich bin ziemlich geplättet, was Wunscherfüllung im Kleinen wie im Großen betrifft.

Hätte ich nicht wegen Krankheit abgesagt, hätte ich heute Guti-Gutshaus-Schicht …