Heute ist Sonnabend, der 27. Oktober

Wenn ich in Rostock bin, hab ich das Gefühl, ich muss immer schnellstmöglich wieder weg da.

Sachen gibts, die gibts nicht. Das sind diese merkwürdigen Zufälle. Als ich gestern bei Manja Nageltante war, kam eine Freundin von ihr, um was abzuholen. Ich kenne sie vom Foto und vom Hörensagen. Mein erster Gedanke war, als ich sie gesehen habe: Eine Kosmetikerin aus Rostock. Da ging mir ein Licht auf. Manja hat damals gesagt – als ich ihr erzählt habe, dass er jetzt mit einer Kosmetikerin … also vor und nach der geplatzten Union mit der Chirurgin: Sie kennt sie. Ich hab nicht nachgefragt, wer es ist. Zuviel Information, das will und muss ich nicht wissen, und letztlich ist es egal, wer es ist.

Sie stammt aus dem Dunstkreis einer Ex-Freundin von mir, die sich als falsches Luder entpuppt hat. Wer meine Geschichte kennt, weiß, wen ich meine. Ich hab im 1. Teil des Tagebuchs darüber geschrieben. Es ist alles ein Schlangennest. Diese hier sieht so aus: Knielange Stiefel, enge Jeans, Wimpernverlängerung, Extensions in den Haaren – und ist so alt wie die Chirurgin. Sie hat mich die ganze Zeit angesehen – ich hab getan, als ob nichts ist. Ist ja auch nichts. Ich glaub, sie wusste, wer ich bin. Warum kam sie ausgerechnet diesmal, als ich da war, und vorher nie?

Ihr Name fängt auch mit M an …

Heute ist Freitag, der 26. Oktober

Heute Manja Nageltante … Das heißt, wieder auf Umwegen nach Rostock fahren. Wenn ich zurück denke, war alles, was mit Rostock zu tun hat, eine Umleitung. Mein Umzug dahin, meine Ausbildung dort, meine Familiengründung, meine beiden Ehen, die eine kürzer, die andere länger, doch keine beständig. Schließlich mein Rückzug hierher.

Das sind Nebenschausplätze. Der einzig wahre Grund ist der:

„Als Du mir zum ersten Mal begegnet bist, strahlte eine ferne Sonne in mein Herz.

Seitdem brennt ein Feuer in mir, das meine Seele unablässig durchglüht.“

Diesen Vers hab ich mal in einem Buch zu einer Chagall-Ausstellung hier gefunden. Später war nochmal eine, auch wieder mit vielen Büchern dazu und ich wollte es mir diesmal kaufen. Ich hab es nicht mehr wiedergefunden. Auch im Internet, wo man alles findet, ist der Spruch nicht aufzufinden.

Ich glaub, der Verfasser ist Gott. Er hat ihn in das Buch gedruckt, damit ich ihn finde und dann wieder unsichtbar gemacht, nach dem Motto: Burn after reading. So habe ich jedenfalls den Eindruck …

Das ist nicht mehr eine Frau zuviel, das sind viele Frauen zuviel, als dass was weitergehen könnte mit uns. Quantität ist seine Entscheidung, Qualität ist meine Entscheidung. In dem Film „Klassentreffen 1.0“, den ich mit Manuel hier im Kino gesehen habe, hieß ein Satz: Wir waren fuck bodies … Für mich heute unvorstellbar, wie man sowas sein kann.

Heute ist Donnerstag, der 25. Oktober

Ich hab festgestellt, es ist anstrengender, in einem großen Hotel Urlaub zu machen, als in meinem kleinen, süßen zu arbeiten. Während ich da war, kam eine Anfrage von Guti-Gutshaus, ob ich Sonnabend Abend kann. Da bin ich mit Carmen in Greifswald zur jährlichen Weiterbildung Notfallbegleitung, schade, hab ich geantwortet. Dafür heute Abend, wo ich mich eigentlich erstmal ausruhen wollte. Rentner-Busreisen haben noch zehn Jahre Zeit, ist mein Fazit – mindestens.

Nun zur Bewandtnis: Ich hab vorher mit Manuel Witze gemacht. Es war ja eine Reise mit unbekanntem Ziel. Bestimmt eine Stadt mit M, hab ich gesagt. Ja, du fährst nach Mainz!, war seine Vermutung. Mainz wär nicht nur M, sondern M a i … hab ich gesagt. Das war die zwanzigste und damit Jubiläumsfahrt der Fahrten ins Blaue. Die erste ging damals nach Wernigerode. Das fällt also aus, hab ich gedacht. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass es schon etwas Besonderes sein sollte!“, stand im Flyer. Ja, und was fällt Ihnen dazu ein? Da, wo es so gut anfing, wollen wir wieder hin …

„Reife Kirschbaum-Obstwiese …“

„Heute Hexentanzplatz …“

So fingen 2 SMS an, die Maik mir mal aus einem Familienurlaub geschickt hat. Wir wollten uns eigentlich treffen, doch da kam der Urlaub dazwischen. Ich kann verstehen, dass du sauer bist, hatte er geschrieben, dabei hatte ich gar nichts gesagt. Das war normal, alles andere ging vor.

Und genau dahin karrt uns – also auch mich – der Busfahrer: Harz/Wernigerode – mit Schloss-Besichtigung, einigen anderen Sachen und – Hexentanzplatz. Die Kirschbaumwiese hab ich auch gesehen, nur ohne Kirschen jetzt. Auf der Hinfahrt als kleines Highlight: Werksführung bei Halberstädter Würstchen – seit über 130 Jahren! – und anschließend Dinner in ihrer firmeneigenen Hotel- und Spa-Villa. Ich war überall von den prächtigen Produkten ihrer glorreichen Firmengeschichte umgeben, die sie stolz und prall in Großformat-Fotos an den Wänden präsentiert haben. Eins hing direkt neben mir während des Einführungs-Films. Zu Manuel hab ich gesagt: Ausgerechnet die „Pimmel-Fabrik“ – was für ’ne Scheiße ist das denn? – Das Wort aus Deinem Mund!, sagt er – das muss schon schlimm gewesen sein …

 

 

Heute ist Mittwoch, der 24. Oktober

Ich bin wieder zuhause, und freu mich seit 3 Tagen auf mein himmlisches Bett. Ich hab wieder meine Terrasse und mein Kirchturm wird – neben der direkten Scheinwerfer-Beleuchtung – zusätzlich durch den Vollmond belichtet, der jetzt genau hinter ihm steht, was ein magisches Bild erzeugt. Wenn ich den Schwan auf der Turmspitze beeinflussen könnte – was nur der Wind kann – würde ich ihm verbieten, in Richtung Norden zu schauen, aus der nichts kommt.

Die Bewandtnis der Fahrt ins Blaue kommt morgen …

 

Heute ist Sonntag, der 21. Oktober

Ich würde das Paket gern jemand anderem geben. Aber geht nicht. Es ist an mich adressiert. Also – Annehmen, Segnen und damit leben …

Mal sehen, wo die Reise hingeht – morgen und überhaupt. Fahrt ins Blaue … Das ist das erste Mal seit 3 Jahren, dass ich mich länger als einen Tag von meinem Kirchturm weg bewege. Da war ich mit Martina eine Woche in Wien anlässlich der Buchmesse, auf der mein „M – Liebesgeschichten“ über die Grenzen Deutschlands hinaus präsentiert wurde.

Es ist kurz vor Sieben. Manuel schlummert und schnorchelt noch friedlich vor sich hin, während ich schreibe. Unsere Freundschaft festigt sich immer mehr und wird immer schöner.

Morgen früh gibt es noch wie gewohnt den neuen Montags-Gelassenheitsspruch und dann – Gute Reise! Bye bye bis bald …

 

Heute ist Sonnabend, der 20. Oktober

Es gibt 2 Gruppen von diesen heiligen Verbindungen – die, die zusammenkommen, und die, bei denen ein Neuer kommt. Ich könnte dafür offen sein, doch es entspricht nicht dem, was ich weiß. Heilig deshalb, Maik, weil von oben geführt und geschützt.

Die Chirurgin, die Kosmetikerin und alle anderen werden „Prüfungskandidatinnen“ genannt. Das Paradoxe dabei ist, dass die Männer – also nicht nur Er – glauben, dass sie ihren Seelenplan erfüllen, indem sie genau der Herzensfrau ausweichen und sich auf die anderen stürzen, obwohl es genau umgekehrt der Fall wäre.

Bei so kompliziertem Setting – und wo jetzt noch dazukommt, will ich das überhaupt? – Wie kann es da jemals was werden? Das überlass ich anderen. Bis dahin ist meine Berufung Blog schreiben und Guti-Gutshaus – und meine Karten mischen …

Warum krieg ich keine Prüfungskandidaten? Es wär gut, wenn jetzt jemand kommen würde. Doch es kommt keiner.

Manuel ist übers Wochenende hier …

Heute ist Freitag, der 19. Oktober

Wenn ich doch nur eine „Gebrauchsanweisung“ für ihn hätte. An vielen Tagen komm ich gut damit zurecht. Und dann – auch nach der langen Zeit – überrollen mich meine Gefühle – Sehnsucht, Trauer, Liebe – und ich steh dumm da. Wenn ich sein schönes Whatsapp-Foto sehe – dann seh ich ihn zum ersten Mal richtig lachen – sonst war es nur Zähne zusammenbeißen, ohne, dass es seine Augen erreicht hat. Und dann kommen die Bilder von den anderen Frauen …

Und nochmal sprechen die Karten: In einem allgemeinen Reading fiel zu Beruf, Berufung, Finanzen bei mir die Karte Grabesstille – Jemand fehlt dir. Das ist jetzt sehr ungewöhnlich, hat sie dazu gesagt, dass die Karte zu Beruf und Finanzen fällt. So ungewöhnlich ist das nicht. Ich hab es gleich verstanden. Ich hab nicht nur das Wissen in mir, dass wir zusammen leben und lieben, sondern auch zusammen unser Licht in die Welt senden sollen, indem wir zusammen und uns ergänzend unsere Berufung ausüben, jeder mit seinen Gaben. Das geht aber erst – auch das weiß ich inzwischen – wenn er wieder er selbst ist, das heißt, wenn er wieder seinen Familiennamen trägt und nicht den seiner Ehefrau.

Getrennt von ihr ist er ja nun wohl schon. Doch er folgt seinen alten Mustern, verriegelt sein Herz, vögelt irgendwelche Frauen – und arbeitet zu viel laut Kartenlegung – und vernachlässigt darüber die Liebe. Nicht Sex – LIEBE ist gemeint. In der Situation bin ich manchmal so haltlos, wie es sich keiner vorstellen kann …

Nummer der Karte Grabesstille? 29 – seine Hausnummer …

 

Heute ist Donnerstag, der 18. Oktober

Das kann er nicht mehr gut machen, ist die mildere Form, hab ich gedacht. Ich hab schon mal geschrieben: Er hat sich wie ein Schwein benommen. Das hab ich wieder gelöscht. Das ist aber die gesündere Form. Das kann er nicht mehr gut machen, ist eine Schuldzuweisung. Das möchte ich nicht, weil es nichts mit Liebe zu tun hat. Deshalb nehme ich es hiermit zurück.

Ich hab gestern beim Klicken durch die Youtube-Readings ein schönes entdeckt. Heute morgen hab ich es solange gesucht, bis ich es wiedergefunden habe, weil ich den Text hier schreiben wollte. Das hat eine Weile gedauert. Youtube zeigt nämlich nicht an, was man sich zuletzt angesehen hat, wie Amazon das macht. Er hat mal gesagt, wenn du schreibst, höre ich immer deine Stimme. Und gestern hieß eine Karte:

Ich höre Dich

Deine Stimme ist ganz klar in meinem Kopf, ich höre dich, du redest mit mir, als würdest du vor mir stehen oder neben mir sitzen. Diese Verbindung ist nicht von dieser Welt.

Und eine zweite Botschaft von ihm lautete:

Ich denke gerade an unsere Leidenschaft. Make Love mit dir ist unbeschreiblich intensiv. Ein Stück Himmel auf Erden …

Wenn das jetzt auch nur in den Sternen und in den Karten und in Träumen passiert, ist es doch da. Und noch eine passende Karte dazu aus meinem Deck Zauberhafte Devas, das keltische Pflanzenorakel: Waldmeister – Lass dich verzaubern und erkenne, dass das Unsichtbare genauso wirklich ist wie das Sichtbare!

14:00 – 18:00 Erdung in Guti-Gutshaus

Heute ist Mittwoch, der 17. Oktober

Ich hab auf Youtube ein Video von Satoris World of Cards gesehen: Er möchte sich entschuldigen. Da hab ich drüber nachgedacht, was wäre wenn …? Und dann gestern Abend noch den letzten Blog-Satz dazu geschrieben. In einem Reading fiel die Karte Engelsflügel – die geistige Welt bittet dich nur um eins: weiter zu vertrauen, egal, wie es jetzt aussieht. Wie soll ich da vertrauen können, bei dem was war?

Abends auf der Terrasse hab ich dann was Schönes gesehen: Es gibt diese Sky-Laternen. Die waren vor Jahren mal in Mode: Papierlaternen, in denen eine Kerze angezündet wird, und die dann aufsteigen und brennend über den Himmel fliegen. Das haben wir zuletzt bei der Hochzeit meiner Tochter gemacht. So eine Himmelslaterne hab ich gestern neben dem Kirchturm in der Dunkelheit gesehen. Ja gut, das war eine … hab ich gedacht. Zehn Minuten später kam die zweite hinterher geflogen. Sind das die Zeichen, dass ich weiter vertrauen soll und kann? Keine Autokennzeichen, keine Schwäne – 2 Leuchtfeuer in der Nacht!

Abends um 10 hab ich Maik eine Whatsapp geschickt: „Heut hab ich im Blog geschrieben: Er kann es nicht mehr gut machen, was er getan hat.“ Ich bin keine Heilige, die sanftmütig Alles vergeben kann, auch wenn ich wollte. Ich merk jetzt erst, was sein Verhalten mit mir gemacht hat. Ein viertel Jahr später. Ich brauch viel Schlaf und Ruhe …