Heute ist Dienstag, der 6. November

Youtube: Heart&SoulReadings: Der Schmerz NACH dem Loslassen berührt erst die Urwunde – Der Stachel des Skorpionmondes. Das war heute mein Frühstücksfernsehen, puuuuuuuhhhhhh …

Es gibt einen Schmerz nach dem Loslassen, der dann auftritt, wenn du merkst, dass er nicht um dich kämpft. Loslassen ist nur die halbe Arbeit, der zweite Teil ist nochmal so schwer. Durch dieses Tal der Enttäuschung – Es gibt kein Leben gemeinsam mit ihm – musst du noch gehen, diesen Schmerz noch fühlen, bevor du in deinem vollen Glanz erstrahlen kannst. Sehr berührend war es auch, die treffenden Kommentare zum Video zu lesen. Ich bin nicht alleine in dieser Situation.

Edeka verteilt diese Woche Glückskekse mit dem Aufdruck: Liebe lohnt sich!

 

Heute ist Montag, der 5. November

JETZT neuer Montags-Gelassenheitsspruch: Das wahre Glück besteht nicht in dem, was man empfängt, sondern in dem, was man GIBT. Johannes Chrysostomus

Dazu ein Bild mit Lichtern. Im Vordergrund zwei brennende Kerzen, von denen die eine sich der anderen zuneigt. Bei uns beiden war ich die rechte Flamme … Ich hab meine Zuneigung gezeigt. Ich hab viele Schläge kassiert und immer noch die andere Wange hingehalten, doch dieser eine, letzte Schlag – der war zuviel! Das lag neulich in einem Kartenbild. Das könnten meine Worte an ihn sein.

Es geht das ganze Jahr um Selbstliebe, Selbstachtung und Selbstwert und -Wertschätzung. Er hat mir reichlich Gelegenheit dazu geboten, das zu entfalten. Schmerzlich zwar, doch effektiv.

Heute ist Sonntag, der 4. November

Fliegender Wechsel – ich bin nach Hause gekommen, Manuel ist gefahren, gleich danach kam meine Schwester. Als er wieder in Rostock war, hat er angerufen: Ich bin wieder zu Hause und stell dir vor: Ich steh an der Steintor-Kreuzung an der Ampel und wer steht neben mir mit Motorrad? Maik … Er nennt ihn immer mit Vor- und Zunamen. Zum ersten Mal, dass sich nichts in mir regt.

Oder anders – Gleichmut. Eher so, als hätte er gesagt: Dein Mann stand an der Kreuzung neben mir. – Ah ja …

Jetzt Feierabend genießen!

 

Heute ist Sonnabend, der 3. November

Heute nach Guti-Gutshaus hab ich Manuel mal einen anderen schönen Teil vom Nationalpark gezeigt – Eingang Groß Dratow. „Wer fährt?“, hat er gefragt. – „Ich, dein Auto ist nicht straßentauglich.“ Damit mein ich sein flachgelegtes MX 5 Cabrio. Anschließend waren wir schön in der Hochzeitsschmiede essen – er wieder Steak vom heißen Stein – ich Feta, gebacken … Die Wirtin konnte sich daran erinnern, dass wir im Sommer schon mal da waren.

Heute ist Donnerstag, der 1. November

Fast hätte ich schon den neuen Kalenderwochen-Gelassenheitsspruch geschrieben, weil ich dachte, es ist Montag nach dem Feiertag. Ich hatte schon umgeblättert. Ein schönes Foto, dazu kann ich was schreiben am Montag …

Manuel kommt erst heute – er war unpässlich. Er fühlt sich zur Zeit überhaupt nicht gut und schleppt schon seit er vor 14 Tagen hier war, einen unterschwelligen Infekt mit sich rum. Er überlastet sich arbeitsmäßig permanent – letzten Freitag 13 Stunden Praxis! – dazu kommt noch seine Feinfühligkeit. Er saugt die Energien anderer Leute – wie ich auch – wie ein Schwamm auf. Nur dass ich keinen stressigen Arbeitsalltag habe und genug Zeit und Muße, mich täglich neu einzupendeln, um zumindest in die Nähe meiner Mitte zu kommen.

Gestern hab ich meinen Kindern Happy-Whatsapp-Halloween gewünscht. Tochter und Schwiegersohn bauen emsig am Haus, und mein Sohn hat mir ein Kurz-Video geschickt: „Wir haben einen neuen Mitbewohner!“ Seine Tamina hatte mir beim ersten Treffen erzählt, dass sie sich einen Hund wünscht. Auf dem Bild hoppelt aber ein Hase rum. „Welche Hunderasse ist das? Und wie heißt er? Karl Nickel?“ – „Greg“ – Weiter hat er geschrieben: „Danke übrigens für deine liebe Post. Wir haben den Ikea-Gutschein gut angelegt.“ – „Deshalb heißt es Gutschein!“ Außerdem hatte ich beiden Sprösslingen eine Ansichtskarte vom Hexentanzplatz geschickt, weil mir alles, was man in die Hand nehmen und anfassen kann, tausendmal lieber als Digital-Fotos ist. Alles, Maik …

Heute ist Mittwoch, der 31. Oktober

Heute kommt Manuel für ein langes Wochenende und bleibt bis Sonntag … Neulich hat er mal gesagt: Es ist schon seltsam – alles, was du mit Maik machen könntest, machst du jetzt mit mir. – Nicht Alles … Es wird schon seinen Grund haben, warum das so ist.

Hier war Polterabend – der Sturm hat meine Glassachen vom Terrassentisch gefegt – alles voller Scherben heute Morgen. „Scherben bringen Glück“ oder „Glück und Glas, wie leicht bricht das“? Er kann es nicht mehr gut machen, hab ich geändert in: Er kann es nicht mehr rückgängig machen. Das ist neutral und ohne Vorwurf und klingt besser, ohne dass es die Tatsachen verdreht. Ich will ihm keinen Schwarzen Peter zuschieben …

Es ist eine Mauer des Schweigens zwischen uns, wie es sie so nie zuvor gegeben hat. Das ist die größte Herausforderung meines Lebens, selbst jetzt, wo er nicht mehr da, und trotzdem hier ist. Zu Anfang und nach „dem ersten Mal“ mit ihm, hab ich gedacht, ja, das ist ein Mann … und das hab nicht nur ich gedacht, wie ich jetzt weiß,. Aber nun weiß ich erst wirklich, worauf ich mich eingelassen habe mit ihm. Kleiner Trost: Es kann sein, dass ich genauso viel ihn ihm antrigger, wie er in mir. Gottes Wege sind unerforschbar, heißt es. Und darauf verlass ich mich und darauf vertrau ich, weil ich sonst orientierungslos wäre.

Heute ist Dienstag, der 30. Oktober

Erfrischendes Foto von dir, hat mir gestern Sabinchen Sonnig zu meinem neuen Whatsapp-Profilbild geschrieben. Ja, ich hab gedacht, ich dekorier mal um, hab ich ihr geantwortet. Es ist von der Kranichtour per Schiff auf der abendlichen Müritz, das heißt, ich bin von meinem Element – Wasser – umgeben. Aufgenommen hat es eine Frau, die mir gegenüber saß und mit der ich mich gut unterhalten habe. Sie war zur Reha hier, und das heißt, ohne dass ich nachfragen musste – Psychosomatik.

Nach einer Telefonkonferenz mit Manuel zur Nachbarwohnung, haben wir uns dagegen entschieden. Er ist zwar relativ oft hier, doch es tut nicht not, deshalb ganzjährig eine Wohnung dazu zu mieten. Mir reichen meine Räume hier und für ihn ist auch Platz. Ich muss nicht eine zweite halbe Miete zahlen, nur um in 2 Sälen tanzen zu können. Meine Besucher-Paare sind in der Lage, sich ein Hotel zu buchen für längere Aufenthalte, und mein Sohn hat – wie Manuel – auch hier Platz. Zudem ist er jetzt mit seiner Freundin beschäftigt. Es wär nur soviel damit gedient, dass ich ungestört wäre hier oben. Doch wer weiß, vielleicht zieht ja eine nette Nachbarin ein  oder ein netter Nachbar.

Jetzt beginnen geruhsame Zeiten, kein Kampf und kein Krampf mehr. Das liegt alles hinter mir. Guti-Gutshaus wird deutlich weniger und mit den sinkenden Temperaturen steigt die Zahl meiner abends angezündeten Kerzen …

Heute ist Montag, der 29. Oktober

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch: Es gibt immer wieder ein MORGEN. Arnold Böcklin

Das ist wohl wahr. Es gibt auch immer wieder ein Heute. Nur ein Gestern gibt es nicht – immer wieder. Man kann nur in Gedanken dahin zurückkehren. Nur Morgen ist noch nicht da, und Gestern ist Vergangenheit – vorbei. Ich konzentrier mich immer wieder auf HEUTE.

Die 44. Kalenderwoche fängt an, mit den letzten 3 Oktobertagen und einem kirchlichen Feiertag …

11:11Uhr: Ich wollte heute früh schon schreiben, wenn nichts weiter passiert, dann war’s das für heute. In den vergangenen Tagen hab ich gedacht, immer noch alles beim alten mit der Dachterrassen-Nachbarwohnung, die eventuell Manuel und ich als Ferien-und-Gästewohnung mieten wollten. Sie hat immer noch ein paar von ihren Sachen drin. Und vorhin hat mich der Hausmeister angerufen, dem ich gesagt hatte, er soll mir mal einen Wink geben, wenn sich da was tut. Jetzt ist die Kündigung eingegangen zum Jahresende! Ich hab gleich Manuel angerufen, der war aber in der Behandlung und will zurückrufen. Sagt er zu oder nicht? Spannend …

 

Heute ist Sonntag, der 28. Oktober

Jetzt habe ich das Leben, das ich mir – ohne ihn – gar nicht oder wenn, grau und trist vorgestellt habe. Und es ist alles andere als das. Er arbeitet – in seiner Praxis, oder bearbeitet Frauen, die sich dafür hergeben … Jedenfalls, soviel ich weiß.

Gestern war ich mit meiner lieben Carmen in Greifswald zur Weiterbildung Notfallbegleitung. Freundlicherweise ist sie gefahren. Ich hab von Fahrten ins Blaue und Fahrten mit Umleitung und Fahrten überhaupt grad gestrichen die Nase voll. Carmen & Anita – das C&A Notfallteam, wie ich immer sage. Das war eine tolle Veranstaltung. Vormittags der theoretische Teil mit den unverzichtbaren Statistiken und Bla-bla-bla, dann Mittagspause und nachmittags die vorher zu treffende Auswahl zwischen 4 Seminaren:

  1. Auffrischung Erste Hilfe
  2. Trauer-Rituale
  3. Belastende Einsatzsituationen
  4. Telefon-Seelsorge

Carmen hat sich für Praktisch – 1. – Ich mich für 4. entschieden. Wir waren nur zu dritt in der Gruppe. Das war so lebendig, eine erfrischende Dozentin, und so informativ und interessant, dass ich ganz darin aufgegangen bin. Das Thema hab ich deshalb gewählt, weil es möglicherweise eine Alternative wäre zu dem, was ich jetzt ehrenamtlich mache. Sie hat nochmal auf die Bedeutung hingewiesen: Ehre und Amt – so wie selbständig: selbst und ständig.

Ich dachte, man bekommt die Hotline auf sein Telefon geschaltet und kann es von zuhause aus. Ist nicht so, ich müsste nach Neubrandenburg fahren. No!

Zum Abschluss hat sie mir ihre mitgebrachte Rosen-Dekoration  geschenkt …