Heute ist Donnerstag, der 21. Juni

„Schalte das Licht in deinem Herzen an – Erlaube dir, jetzt, in diesem Augenblick, an eine Zeit zu denken, in der du Liebe erfahren hast.“ Heute zur Sommersonnenwende kam mein Kartendeck „Das Seelenpartner-Orakel“ mit wunderschönen Phantasiebildern und das war meine erste Karte. Ich wollte es mir erst im Juli bestellen, zum Geburstag, hab es aber nicht so lange ausgehalten. Meine Sammlung an Karten wächst stetig. Jetzt freu ich mich, dass ich diesen Schatz jetzt schon habe …

Ich hab mir wieder youtube-Videos angesehen zur Sommersonnenwende und das Wochenorakel von Janas Seelenzauber. In ihnen geht es um Neuanfang auf allen Ebenen – Liebe, Beruf, Finanzen. Das trifft zu bei mir. Bei Liebe hat sie gefragt, ob ein neuer Seelenpartner kommt – oder der „alte“. Nein, kein neuer, sagen ihre Karten, und ich sehe und fühle auch keinen auf weiter Flur. Aber dass der, der schon da ist, kommt – da weiß sie mehr als Maik – oder ich. Das ist auch nicht das Hauptthema jetzt, sondern weiter alte Wunden heilen und in die göttlich weibliche Kraft kommen. Das heißt, glücklich sein ohne ihn – es wär schön, wenn er da wär – aber: du brauchst ihn nicht dazu, sagt sie. Das fühle ich auch so.

Wenn ich eins nicht mehr mache – dann mir dumm kommen lassen. Nicht von meinem „Gegenüber“, womit Maik gemeint ist, und auch von keinem Küchen-Chef in Guti-Gutshaus.

 

Heute ist Mittwoch, der 20. Juni

Statt Abwasch und Saubermachen hab ich mich zwei Tage nur ausgeruht und gelesen. Und das war auch gut so: Gestern kam ein Anruf, ob ich morgen nachmittag und Sonntag früh kann – Guti-Gutshaus …

Gestern hab ich „Ein ganzes Leben lang“ zu Ende gelesen. Da gingen die Schleusen auf und die letzten 100 Seiten sind in Tränen verschwommen – alle angestauten Perlen der Seele sind mir aus den Augen gekullert. Das Buch ist ein Statement für die lebenslange Liebe und die Liebe des Lebens. Aufgrund widriger Umstände können Martin und Claire sie nicht leben – doch sie treffen sich – nach nur einem halben gemeinsamen Jahr zusammen – jedes Jahr einmal am 27. Mai, ihrem Kennlerntag – in einem Pavillon mitten auf dem Markt in ihrer amerikanischen Kleinstadt – 50 Jahre lang, bis zum Ende ihres Lebens – bis zum Ende von Claires Leben, die mit 66 Jahren an Brustkrebs stirbt …

Heute war meine Lektüre „Happy“ von Doris Dörrie. Klappentext: Stimmt es wirklich, dass die meisten Männer ihre Frauen im Dunkeln nicht erkennen würden? Bei einer Party lassen sich drei miteinander befreundete Paare auf ein Spiel ein, das Folgen hat …

Seite 93: Die Liebe kann dich wahnsinnig machen. Das weiß eigentlich jeder. Und obwohl Liebe ja eigentlich ganz schön retro ist, will jeder dann doch abends, wenn er nach Hause kommt, dass jemand da ist, zu dem er sagen kann: Hallo Schatz, ich bin wieder da. Das will sogar jeder noch so abgebrühte Gangster, und entweder gibt es da jemand, den man küssen kann, oder aber nicht. Und wenn da niemand ist, muss man sich so zusammennehmen, um nicht wahnsinnig zu werden, man muss sich so anstrengen, so tapfer sein und tausend gute Bücher lesen oder endlos meditieren oder seinen Hund oder seine Katze küssen. Vielleicht gibt es ’ne Katze, die glücklich miaut, wenn du nach Hause kommst, und ich schätze, das ist dann auch okay, wenn man seine Katze küsst oder seinen Hund …“

Ich hab weder Hund noch Katze – wie Martina – und wenn ich sie hätte, würde ich sie nicht küssen. Ich hatte mal einen dschungarischen Zwerghamster, den hab ich auch nicht geküsst, doch er hat mir die erste Phase der ungewohnten Einsamkeit als Single versüßt. Als er gestorben ist – die werden nur zweieinhalb Jahre, daran hat er sich genau gehalten – kam kein Nachfolger für ihn. Ich wollte nicht immer in zehn Jahren vier Hamster zu Grabe tragen.

Endlos meditieren und tausend gute Bücher lesen – ist meine Strategie – und tapfer sein. Ich hab ein buntes, reiches Leben, das ist es nicht. Doch manchmal denke ich, es wäre einfacher, richtig Single zu sein – und nicht in so einer gefühlten Paarverbindung mit ihm. Heute hab ich grad gelesen: Der Dualseelenprozess ist ein schmerzhafter Transformationsprozess zur Meisterschaft der bedingunglsoen Liebe …

Heute ist Dienstag, der 19. Juni

Die Sommersonnenwende nähert sich. Was sie mir wohl bringt? Denn es ist auch eine Wende vor allem bei mir. Ich spür deutlich, wie eine lange Phase zu Ende geht, nämlich die, dass ich auf ihn zugehe. Heute habe ich ein Bild, das alles mit ihm – alles, was war und ist – in einer Zauberkugel aufbewahrt ist, luftdicht und wasserdicht, so dass es vor dem Untergang geschützt ist. Und immer ist er mir noch so nah, dass ich ihn ständig bei mir fühle. Das wird auch so bleiben, wurde neulich in einem Kartenreading gesagt. Bei solchen Verbindungen fühlt man den anderen stets und ständig – und wenn es 20 Jahre her ist, dass man sich gesehen hat. 20 Jahre ist es noch nicht her, aber ich weiß nicht mal mehr, ob es 2 oder schon 3 Jahre her ist, dass wir uns im Herbst unter der Kastanie getroffen haben. Ich verlier den Überblick, wann was war – deshalb ist es in der Kugel gut aufgehoben – in ihr spielt Zeit keine Rolle – da ist es einfach Er und Ich …

In den Readings ist immer wieder von Glauben, Vertrauen und Mut die Rede und davon, dass es nicht mehr lange dauert bis zur Wiedervereinigung. Das ist ein seltsames Wort für Zusammenkommen. Glauben und Vertrauen in die Botschaft von oben habe ich nur, weil sie mit meinem innersten Gefühl übereinstimmt – ohne Zeitfaktor 12 Jahre.

Heute ist Montag, der 18. Juni

Neuer Montags-Gelassenheitsspruch: Das Gras wächst nicht SCHNELLER, wenn man daran zieht. Weisheit aus Afrika

Ja, das hab ich auch gemerkt. Also – schön das Gras wachsen lassen – in Ruhe und Gelassenheit. Um 18 Uhr war heute Feierabend. Das waren 4 Tage Guti-Gutshaus am Stück. Nun sind hoffentlich paar Tage frei. Als erstes hab ich heute meinen Familien-Kuchen-Klassiker gebacken: Buttermilchkuchen – der ging weg wie nichts. Heute rückte ein Fotografen-Team an – 1 männlich, 2 weiblich – von Living at home, die bei uns ein Foto-Shooting machen. Mein Gott, die kamen mit 2 LKWs an – das ganze Deko-Gedöns schleppen die immer überall hin mit. Ich hab gesagt: Den Aufwand sieht man gar nicht, wenn man durch das Heft blättert, und sie angestrahlt. Jedenfalls hat der männliche Part der Crew gesagt: „Ihr Kuchen war der Hammer!“, und er hat gefragt, ob ich morgen noch so einen backen kann – sie wollen ihn mit einbauen inklusive Rezept. Das wärs, mein Bumiku in Living at home … Aber wahrscheinlich bin ich diese Woche nicht mehr da, mal gucken …

Es ist schon sehr interessant da. Ich lern einen Haufen Leute kennen, unterschiedlichster Coleur. Dabei kommt mir zugute, dass ich mit einer freundlichen, offenen Art auf Menschen zugehe. Das kommt bei Gästen natürlich sehr gut an, besser als maulfaul und mürrisch. Da ich immer nur tageweise da bin, fällt es mir auch leicht, freundlich zu sein und zu bleiben …

 

Heute ist Sonntag, der 17. Juni

Gestern habe ich eine Nachricht von ihm bekommen:

„Im Moment stehe ich kurz davor, alles, was ich mir erarbeitet habe, zu verlieren. Mein Leben ist ein Scherbenhaufen und ich muss einiges wieder ins Reine bekommen. Ich habe derzeit keinen Kopf dafür, mich auf dich einzulassen. Ich weiß noch nicht einmal, wie es bei mir selbst weitergeht. Ich muss jetzt für mich Lösungen suchen, damit ich nicht noch weiter am Boden bin. Bitte lasse mir die Zeit, die ich dafür brauche! Meine Finanzen und auch meine Karriere stehen jetzt an erster Stelle.

Im Moment halte ich all die Belastungen nicht aus. Ich fühle mich zur Zeit sehr hilflos und weiß einfach nicht weiter. Ich mache mir so viele Gedanken und komme zu keinem Ergebnis. Ich weiß einfach nicht mehr, woran es liegt, dass mir das mit uns so schwer fällt. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Glaubenssätze anerzogen bekommen und muss diese erst einmal verändern. Meine Kindheit war nicht die einfachste und ich musste schon sehr früh sehr stark sein. Vielleicht bin ich genau deswegen jetzt so schwach.

Schon in meiner Kindheit war ich immer der Außenseiter. Auch konnte ich meinen Eltern nie etwas recht machen, war nie gut genug. Ich hätte mir gewünscht, wenn man mir gesagt hätte, wie stolz man auf mich ist. Oder wie gerne hätte ich gehört, dass man mich liebt? Auch wurde ich selten in den Arm genommen, höchstens an Feiertagen. Darum kann ich auch keine Gefühle annehmen, geschweige diese zeigen. Ich muss noch so viel verarbeiten. Kannst du mich nun verstehen?“

Die Nachricht war nicht direkt von ihm, sondern aus einem Kartenreading – Das will er dir sagen: … Trotzdem hab ich mich die ganze Frühschicht drauf gefreut, das zu schreiben. So oder so ähnlich könnte es tatsächlich bei ihm sein, vielleicht nur nicht so drastisch. Was die Gefühle angeht, mag es schon so sein. Was Karriere und Finanzen und seine Belastungen angeht, das kann ich nicht einschätzen von hier aus. Ich hab es so aufgenommen, als wenn es wirklich eine Nachricht von ihm ist.

Die youtuberin meinte zu ihren Karten: Was mit deinem Gegenüber zu tun hat, hat ja auch immer was mit dir zu tun, denn ihr spiegelt euch. Was meine Kindheit angeht, könnte ich das auch so unterschreiben – nur, dass wir – 3-Mädel-Haus – auch nicht an Feiertagen in den Arm genommen wurden. Die Frage „Kannst du mich nun verstehen?“ würde ich so beantworten: Im Prinzip ja, nur bei dem, was Du machst, damit mein ich beruflich, könnte man sich damit schon mal auseinandergesetzt haben, bevor man die 50 erreicht hat … Ich hab bewusst könnte statt sollte geschrieben. Niemals würde ich ihm sagen du solltest oder du müsstest Maik … niemals.

Heute ist Sonnabend, der 16. Juni

Dieses Wochenende besteht aus zusätzlichen Guti-Gutshaus-Schichten. Gestern hab ich um 17:00 Uhr angefangen – Ankunft auf meiner Dachterrasse: 23:30 Uhr – dann noch eine Stunde Rosé neben meinem Kirchturm-Nachbarn oder besser gesagt Nachbarin – es ist die Marienkirche, und um halb eins ins Bett. Heute morgen Beginn um 7 – das heißt, um 6 Aufstehen und halb 7 losfahren – also schnell, schnell. Hinterher Einkaufen, so dass ich um 16:00 zu Hause war. Morgen wieder Beginn um 7 und mit Glück um 2 Feierabend. Dann Montag wieder planmäßig in die Spätschicht ab 14:00 Uhr. Zum See hab ich es immer noch nicht geschafft, vorher ist die Zeit zu knapp und hinterher bin ich zu k.o. – das zu Nebenjob.

Eigentlich wollte ich noch was zum neuen Koch schreiben. Gestern bin ich schon mit Abneigung hingefahren in Erwartung des Küchenmeisters. Aber: Den gibts nicht mehr – jedenfalls nicht da. Er wurde Dienstag entlassen, nach nur 6 Tagen. Das war ein kurzes Gastspiel.

Manuel hatte per SMS angefragt, was auf der Abendmenü-Karte steht, er wollte mit seinem Kumpel Denis zum Essen kommen (Schreibweise von Manuel: Dennes – wie man spricht). Bei den Zielen, die er aufsucht, geht es aber ursächlich darum, seinen neuen MX 5 einzufahren. Wird leider nix, hab ich ihm geantwortet – kein Koch mehr da! Dann hatte noch Sabinchen Sonnig angefragt, ob ich Zeit und Lust auf ein Käffchen hätte. Die Berliner Pflanze ist grad hier in ihrem Ferienwohnungs-Paradies – „Morgen, eventuell …“

 

Heute ist Freitag, der 15. Juni

„… Sie zog den Koffer aus seinem dunklen Versteck und stellte ihn auf dem Boden des Pavillons ab. Die Aktentasche war alt und abgenutzt, aber sie war aus hochwertigem Leder und so gut verarbeitet, dass sie viele Jahre der Benutzung überstanden hatte. Sie strich mit den Fingern über das eingestanzte Monogramm: M.R. …“

Synchronizitäten – ich hab mir von Martina ein paar Bücher zum Lesen mitgenommen, unter anderem dieses: Emily Grayson – Ein ganzes Leben lang. Auf Seite 18 finde ich M.R. – die Initialen von Maik. Nächstes Beispiel: Ich komm vom Hof auf unsere Kleine Burgstraße und mir wär fast ein knallgelbes Auto über die Füße gefahren: RM – MM 7 Das sind seine umgekehrten und meine Pseudonym-Initialen Mary Moon – 7 ist meine Zahl – Geburtstag 7.7. …

Was mir grad besonders viel Spaß macht und Quell meiner Freude ist, sind die youtube-Kartenreadings und obwohl das schöne Wetter nach draußen lockt, bin ich so fasziniert davon, dass ich einen Großteil meiner Zeit damit verbringe. Neben QueenofWands, Janas Seelenzauber – der gestern besonders köstlich war, Liebesorakel Herzenssachen und Zwillingsflamme 1111 – sind jetzt noch Heart&Soul Readings, Die Eibe und Sanara Saphira dazugekommen. Das sind die, mit denen ich am meisten in Resonanz gehe.

„Ihm wird immer mehr bewusst, dass er immer unglücklicher wird, wenn er dort bleibt,   i m m e r   u n g l ü c k l i c h e r ….“ Die Eibe

Heute ist Donnerstag, der 14. Juni

So, nachdem mit dem Notar-Termin ein wichtiger Schritt zur Konto-Sanierung getan ist, kommt nun Körper-Sanierung dran. Grad kam mein Päckchen mit der Post – 1 Flasche LaVita. Ich hab mich für die 90-Tage-Vitalstoffkur entschieden. Sonst steh ich Nahrungsergänzungsmitteln skeptisch gegenüber, wenn es sich um „Pillen“ handelt, aber das ist ein Obst- und Gemüse-Saftkonzentrat aus über 70 Zutaten. Da es in Saft-Form ist und auch so aussieht und schmeckt – nicht irgendwelche „Presslinge“ – überzeugt mich LaVita. Das ist Punkt 1. Punkt 2 ist wieder regelmäßige, das heißt monatliche, Ganzkörper-Thai-Massage bei Tam. Punkt 3 ist eiweißreiche Ernährung unter weitgehendem Verzicht auf Ballaststoffe, vor allem Weißmehl – und wenn Brot, dann nur Pumpernickel. Punkt 4 ist Nikotin-Reduktion – das aber erst ab Juli …

Die Ruhepause mit Maik tut gut – wenn es denn eine Pause ist mit „ich wünsche dir und uns allen? einen schönen Sommer … “ Für den Sommer hat er sich also abgemeldet, und wer weiß – vielleicht auch für ganz und gar. Ich kümmer mich um mich und – wie gesagt – um mein Reich: Meine Gesundheit, meine Finanzen, meine Wohnung und meine Terrasse, die herrlich blüht. Na, nicht die Terrasse – die Blumen darauf. Ich hab mir neulich auf dem Weg nach Rostock aus dem Teterower Gartenmarkt noch schöne Gartennelken mitgebracht für die Seitenbepflanzung links und rechts – eine herrliche Farbe – ein tiefes Himbeer-Rot und: Eigentlich sollen die winterfest sein – aber eigentlich sind alle winterfesten Sorten NICHT winterfest.

Heute ist Mittwoch, der 13. Juni

Gestern nach dem Treffen mit meinem ehemaligen Ehemann ging mir einiges durch den Kopf. Was ist Ehefrau – was ist Geliebte? Vorgestern bin ich beim  Switchen in den youtube-Kartenreadings auf ein kurzes 5-Minuten-Video von Thomas Lojek gestoßen. Er schreibt Bücher zu dem Thema, wie „Affäre? Nein Danke“ – oder „Liebe lieber unbeschwert“. In dem Video „Geliebte: Auswege, Lösungen, Tipps!“ sagt er dazu:

„Was der Geliebten fehlt, ist die soziale Position, die soziale Akzeptanz. Du Bist Die Hauptfrau – doch du führst eine unsichtbare Parallelbeziehung, ohne soziale Bedeutung, ohne sozialen Status und Akzeptanz. Und das ist der Unterschied! Die Geliebte sieht in der Beziehung ein emotionales – illusionäres – Bündnis. Dieses emotionale Bündnis wird von Männern aber selten geteilt. Für ihn ist die Geliebte nur eine äußere Ergänzung zu dem, was er zuhause hat. Es ist eine Ergänzung, eine Erweiterung – ein Bonus – oder Luxus, wie Maik mal gesagt hat. Selten nimmt er wahr, dass eine Art unausgesprochener Vertrag zwischen der Geliebten und dem Mann besteht. Diese Erwartung ist das, was dem Mann unbequem ist und das er ausgrenzen und ausblenden möchte. Deshalb ist es wichtig zu begreifen, dass die ganzen emotionalen Empfindungen nur dazu dienen: Es ist ein emotionaler Kitt, der die Situation zusammenhalten muss, weil zwischen den beiden eine Lücke existiert – eine Vertrauenslücke. Und deshalb ist es wichtig, diesen Schritt aus der Emotionalität und der ganzen psychischen Dynamik zu machen und zu betrachten: Was geht eigentlich vor sich? Und dann kommt man zu der Perspektive, dass das emotionale Bündnis in der Form nicht existiert und deswegen etwas anderes hergestellt werden muss. Und zwar ein AUFSTIEG.

Das Defizit der Geliebten ist immer, dass keine soziale Verpflichtung existiert. Deswegen muss sie in der Situation, statt des emotionalen Wertes – der zu nichts führt, weil dieser Wert sich nur um sich selbst dreht – einen anderen Wert schaffen und diese Situation verändern. Emotionalität ist auch für den Mann in dem Fall nur eine Abwechslung zu der Hauptbeziehung – eine Ergänzung, eine Balance für ihn – aber nicht die Notwendigkeit, die andere Beziehung oder die Familie zu verlassen – für etwas mehr Emotionalität …“

Ja, das habe ich viele Jahre mit Maik erlebt. Gestern beim Notar-Termin ging es um sozialen Status und Akzeptanz – als Ehefrau oder Ex-Ehefrau. Da war und bin ich keine Schattenfrau im Underground – da bin ich sichtbar und akzeptiert. Aber gerade dadurch, dass Maik sich nicht zu mir bekannt hat, mich nicht öffentlich gemacht hat, mir nicht die Bedeutung zuerkannt hat, die ich für mich – wenn auch erst jetzt – beanspruche, habe ich meinen Wert erhöht.  Wie bequem oder unbequem das für ihn ist, soll mich nicht tangieren.

Alles, was in diesem Jahr nicht auf reiner, wahrer Herzensliebe basiert, geht in die Brüche – seine Ehe oder Er&Ich ?

 

 

Heute ist Dienstag, der 12. Juni

Es ist alles glatt über die Bühne gegangen. Heute morgen hatte ich im Mondbuch gelesen: Günstiger Zeitpunkt für rechtliche Angelegenheiten. Die „Sicherheitsklausel“, bei der es um den Zeitpunkt der Löschung des Grundpfandrechtnennbetrags – sag einer die deutsche Amts-Sprache ist nicht zu Höchstleistungen fähig – im Grundbuch geht, und die mir der Notar nahegelegt hatte mit einzubauen, hab ich übersprungen, da mir die mündliche Versicherung meines geschiedenen Mannes als Sicherheit ausreicht, weil ich weiß, dass er mich nie über den Tisch ziehen würde.

Das war ein Wiedersehen nach fast 7 Jahren mit ihm. Zuletzt hatte er mir bei meinem Umzug hierher geholfen. Wir hatten im Vorfeld schon einige Male telefoniert, um die Einzelheiten des Vertrags zu besprechen, und als ich ihn gesehen habe, hab ich gedacht, was für ein feiner Mensch er doch ist. Hätte er nicht darauf bestanden, ich hätte unsere „Freundschafts-Ehe“ wohl weitergeführt bis ans Ende unserer Tage. Viele, die sich längst nicht so gut verstehen, bleiben aus Gewohnheit zusammen. Er wollte eine Frau für Tisch und  Bett, was ich auch verstehen kann. Nur ich geh ja auch nicht mit meinem besten Freund ins Bett – Manuel. Also ist schon alles gut so, wie es ist. Wir haben auch über unseren Sohn gesprochen und es war eine Vertrautheit und gutes Einvernehmen heute zwischen uns. Ich glaube, er hat mir vergeben, dass ich ihn verlassen habe.